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Akaso Brave 7 – Funktionsreiche Actioncam im Test

Mit der Brave 7 hat Akaso eine neue Actioncam vorgestellt, die mit diversen Features zum moderaten Preis um Aufmerksamkeit buhlt. Neben der weit verbreiteten 4k30-Aufnahme bietet die Kamera unter anderem einen elektronischen Bildstabilisator, eine Sprachsteuerung und ein zweites Display an der Vorderseite. Dabei soll sich das Gerät an die typische Zielgruppe richten: An alle Leute, die draußen Aufnahmen machen wollen, und bei denen die Kamera weder im Weg noch anfällig für Beschädigungen sein soll.

Welche Besonderheiten die Akaso Brave 7 dabei bietet, und wo die Stärken und Schwächen der rund 140 Euro teuren Actioncam liegen, klären wir im folgenden Test.

Technische Details

Abmessungen:

66 x 45 x 34 mm

Gewicht:

Kamera & Akku: 137 g, Akku: 23 g

Sichtfeld

70/110/140/170 Grad

Videomodi:

2160p@30, 1080p@60, 720p@120

Videoformat:

H.264 / H.265

Fotomodi:

5MP, 8MP, 10MP, 12MP, 16MP, 20MP

Fotoformat:

JPG, JPG+DNG

Besonderheiten:

Elektronischer Bildstabilisator (Sechs Achsen), Sprachsteuerung, zweites Display, Zeitraffer, Zeitlupe, Smartphone-App

Display:

2,0“, Touchscreen / Unbekannt

Akku:

Lithium-Ionen, 1350 mAh, zwei Stück

Konnektivität:

USB-C , WLAN, microSD-Slot

Schutzstandard:

IPX8 (Schutz gegen dauerndes Untertauchen bis 10 m)

Preis:

€ 182,79*

Lieferumfang

Beim Lieferumfang der Brave 7 geht Akaso direkt in die Vollen: Neben der Actioncam selbst gibt es ein Montage- und Schutzgehäuse sowie zahlreiche Befestigungsaufsätze für beispielsweise Stative, Fahrräder oder Helme. Zusätzlich liegen noch ein Funkauslöser, ein USB-C-Kabel, ein Ersatzakku sowie ein Ladegerät für beide Akkus bei. Auf dieses ist man dabei aber nicht angewiesen: Die Akkus können auch durch die Actioncam selbst aufgeladen werden, wenn man sie an eine Stromquelle anschließt.

Design & Verarbeitung

Beim Aufbau der Actioncam folgt Akaso den typischen Konventionen. Die Rückseite des Geräts wird weitgehend vom Touchscreen bedeckt, über den die Bedienung erfolgt. Der Auslöser, die zwei Bedientasten sowie die Zugangsklappen für den Akku, den USB-C-Anschluss und die microSD-Karte sind an den Seiten, und das Objektiv mitsamt dem zweiten Bildschirm ist an der Vorderseite untergebracht.

Die Kamera selbst verfügt über kein Stativ-Gewinde, eine Montage ist nur zusammen mit dem Schutzrahmen möglich. Dieser dient dabei wirklich nur dem Schutz vor Schlägen – wasserdicht ist die Kamera selbst. Dementsprechend kann man auch mit dem montierten Rahmen die meisten Bedienelemente direkt erreichen: Lediglich der Zugang zum Akkufach wird verdeckt.

Ergonomisch schlägt sich die Kamera dabei gut: Sie ist einfach zu bedienen und die verschiedenen Elemente sind fast durchgehend leicht zu erreichen. Kritikwürdig finden wir lediglich das microSD-Fach: Die Speicherkarte liegt soweit im Gehäuse, dass man sie nur mit sehr kleinen Fingern oder langen Fingernägeln erreichen kann. Für das Ausbauen der microSD-Karte wird so jedes Mal ein dünner Gegenstand wie beispielsweise ein Kugelschreiber benötigt.

Mit Hinblick auf die Verarbeitung schlägt sich die Kamera gut. Die Verbindungsnähte am Kunststoffgehäuse könnten zwar optisch noch etwas sauberer sein, doch das ist Meckern auf höchstem Niveau. Das Gehäuse ist stabil, verwindungssteif und liegt angenehm in der Hand. Ähnlich gut sieht es auch beim Zubehör aus: Die Verarbeitungsqualität der Befestigungselemente entspricht dem Niveau der Konkurrenz.

Technik, Software & Konfiguration

Die Brave 7 bietet diverse Einstellungsmöglichkeiten am Gerät, die durch den Touchscreen angepasst werden können. Dieser ist dabei hochauflösend genug, um problemfrei die Menüs und Bilder anzuzeigen – und auch die Touch-Steuerung funktioniert gut. Zudem ist das Display, wie auch der vordere Bildschirm, sehr blickwinkelstabil. Letzterer löst hingegen etwas niedriger auf, ist aber für den typischen Einsatz zum Bildausschnitt-korrigieren ebenso problemfrei ausreichend.

Neben der normalen Videoaufnahme in zahlreichen Formaten – von 2160p bei 30 fps bis hin zu 720p bei 120 fps – bietet die Kamera noch einen Fotomodus mit Selbstauslöser oder Serienaufnahme sowie eine Zeitraffer-Funktion. Zudem gibt es noch diverse weitere, allgemeine Einstellungen wie den Weißabgleich, einen elektronischen Bildstabilisator, eine Bildentzerrung oder verschiedene Blickweiten. An Einstellungsmöglichkeiten bleiben bei der Brave 7 somit keine Wünsche offen: Mehr geht natürlich immer, aber wir fanden das Gebotene mehr als ausreichend.

Die für iOS und Android angebotene App versteckt einige Funktionen hinter einem Registrierungszwang und bietet unter anderem weniger wichtige Features wie Community-Funktionen oder Belohnungspunkte für bestimmte Tätigkeiten. Mit Hinblick auf die Kamerafeatures erhält man dafür einen Vollzugriff: Sobald die Actioncam per WLAN mit dem Smartphone verbunden ist, erhält man eine Liveübertragung des aufgenommenen Videomaterials und kann alle Einstellungen einsehen und anpassen sowie Aufnahmen starten und von der microSD-Karte streamen.

Zusätzlich ist auch noch eine Funktion für das Anpassen von Foto- und Videoaufnahmen enthalten, durch die man z.B. Farbeffekte hinzufügen, Bildbereiche unscharf machen oder Texte sowie Overlays hinzufügen kann. Die üblichen Ansprüche an die App werden somit abgedeckt, und auch die Bedienung ist, abgesehen von einigen eigenwilligen Übersetzungen, intuitiv.

Bildqualität & Akkulaufzeit

Bei den Eckpunkten wie der Verarbeitungsqualität und der Software stimmt bis hierhin alles, doch eine Actioncam braucht natürlich auch eine gute Bildqualität sowie eine gewisse Akkulaufzeit.

Mit Hinblick auf Ersteres sind hier, wie so oft, insbesondere die Belichtungsverhältnisse entscheidend. Bei heller Umgebung kann die Brave 7 durchaus ansprechende Aufnahmen auf die Speicherkarte bringen, wohingegen in schlechteren Lichtverhältnissen das Bildrauschen schnell überhand nimmt. Für den üblichen „Draußen“-Einsatz ist die Brave 7 somit gut geeignet, und auch in Innenräumen ist sie immer noch ein bessere Alternative zu den meisten gebräuchlichen Webcams. Negativ anmerken wollen wir lediglich die manchmal unpassende Helligkeitsauswahl, die insbesondere bei Fotos gelegentlich Details verschluckt oder den Farbraum nicht voll ausnutzt. Mit ein bisschen Nachbearbeitung lässt sich hier aber oft entgegenwirken.

Sehr gut gefallen hat uns wiederum die verbaute Bildstabilisierung, die allerdings nicht in allen Modi und auch nicht zusammen mit der Fischaugenentzerrung verwendet werden. Im 4K-Modus funktioniert der Stabilisator aber, und macht wacklige Aufnahmen erstaunlich ruhig. Bei Bewegungen kommt es zwar trotzdem zu teils verschwommenen Details, doch dem Preis ist das Gebotene in unseren Augen definitiv angemessen – wer Profi-Aufnahmen will, wird eben nicht um die entsprechenden Preise herumkommen.

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Ein Problem ist indes die Tonqualität, denn das in der Actioncam verbaute Mikrofon ist verhältnismäßig leise und die Aufnahmen sind verrauscht. Hier sollte man daher auf externes Zubehör zurückgreifen, das über den USB-C-Anschluss angebunden werden kann. Solches wird von Akaso beispielsweise in Form des zehn Euro teuren Brave 6 Plus External Microphone angeboten, das eine deutlich bessere Audioqualität bietet. Für verzerr- und rauschfreie Aufnahmen ist aber ein anderes, teureres Mikrofon notwendig.

Mit Hinblick auf die Akkulaufzeit schlägt sich die Brave 7 gut. Bei 4k und dem rechenintensiven H265 als Ausgabeformat hält die Actioncam 90 Minuten durch, ähnlich sieht es bei 1080p aus. 720P-Aufnahmen mit 120 fps können hingegen rund 135 Minuten laufen, und eine 4K-Timelapse-Aufnahme, die einmal pro Sekunde eine Aufnahme anfertigt, hält ohne angeschlossenes Ladekabel 150 Minuten durch.

Fazit

Akasos neue Brave 7 verbindet viele gute Eigenschaften, die sie zu einer interessanten Actioncam machen. Das vielfältige Zubehör mitsamt Ersatzakku, optionalem Ladegerät, gut funktionierendem Fernauslöser und zahlreichen Befestigungsadaptern stellt zusammen mit der anständigen Verarbeitungsqualität eine solide Basis dar.

Darauf aufbauend ist die Brave 7 mit 90 Minuten Akkulaufzeit in UHD verhältnismäßig ausdauernd und auch die Bildqualität ist, angesichts des Preises, in Ordnung. In hellen Umgebungen sind die Aufnahmen recht ansehnlich, und die verschiedenen Modi, wie etwa die 120-fps-Aufnahme oder die Zeitraffer-Funktion, funktionieren gut. Wunder darf man hier aber nicht erwarten: Mit mangelndem Licht rauscht es schnell, und auch bei guten Bedingungen können Aufnahmen manchmal verschwommen sein. Zudem ist die Kamera ohne externes Mikrofon kaum geeignet, um Videos mit Audiospur aufzuzeichnen.

Ob die Brave 7 am Ende für einen selbst geeignet ist, hängt wohl vom Preis und den eigenen Ansprüchen ab. Wer draußen ein paar Aufnahmen machen möchte und von dem sehr vielfältigen Zubehör Gebrauch machen kann, ist hier für den angestrebten Preis von 160 Dollar gut beraten. Weitere Pluspunkte sind etwa die einfache Einbindung als Webcam sowie die Smartphone-App. Bei der Videoqualität darf man sich aber natürlich keine unrealistischen Ansprüche haben, und die Tonqualität ist stark verbesserungswürdig.

Akaso Brave 7

Verarbeitung
Software & Funktionen
Qualität
Preis-Leistungs-Verhältnis

85/100

Eine gute Actioncam mit umfassendem Lieferumfang.

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Valentin

Durchgeknallter Vollzeitnerd

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