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AnkerWork M650 Test: Hervorragendes Wireless-Mikrofon für Creator

Seit wenigen Tagen ist das Wireless-Mikrofon von AnkerWork im Handel erhältlich und will dabei nicht nur mit einem umfangreichen Lieferumfang überzeugen, sondern Content Creator auch mit einem überzeugenden Klang und vielfältigen Möglichkeiten begeistern. Was das kabellose Mikrofon auf dem Kasten hat und ob sich ein Kauf lohnt, klärt unser AnkerWork M650 Test.

Technische Daten

Mikrofon-Typ Kabellose Ansteck-Mikrofon
Anbindung Wireless-Empfänger: USB-C oder Lightning
Richtcharakteristik omnidirektional
Akkulaufzeit 7-8 Stunden; 15 Stunden im Ladeetui
Abmessungen (LxBxH)
  • Ladecase: 135,3 x 54,2 x 48,3mm
  • Empfänger: 43,2 x 35 x 30,4mm
  • Mikrofone: 45,5 x 45,3 x 23,6mm
Gewicht
  • Ladecase: 184 g
  • Empfänger: 37g
  • Mikrofone: 30g
Preis € 269,99 *

AnkerWork M650 Test: Lieferumfang, Design und Verarbeitung

  • Gleich zwei Mikrofone im Lieferumfang
  • Abdeckungen sorgen für alternativen Look
  • Windschutz und alle Kabel enthalten

Auf der CES im Januar 2023 vorgestellt und schon erhältlich. Mit dem AnkerWork M650 will der Hersteller eine überzeugende Mikrofonlösung für Content Creator liefern und punktet dabei, nach dem Auspacken, schon einmal mit einem Lieferumfang, der es in sich hat.

Das Mikrofon erreicht uns in einer kompakten, quadratischen Verpackung, die trotz keiner Abmessungen eine ganze Menge zu bieten hat.

Im Inneren finden wir das 135,3 mm x 54,2 mm x 48,3 mm große Ladecase, das schon ohne Inhalte rund 185 Gramm auf die Waage bringt. Im Inneren steckt dann die technische Ausstattung in Form von gleich zwei kabellosen Mikrofonen, dem Wireless-Empfänger und zwei Adaptern für Smartphones oder Tablets: einmal USB-C und einmal Lightning.

AnkerWork M650 Lieferumfang
Der Lieferumfang hat es in sich: Ladecase, gleich zwei Mikrofone, Empfänger und vieles mehr – da bleiben keine Wünsche offen.

Abgerundet wird der Lieferumfang durch eine schwarze Transporttasche, zwei kompakte Fell-Windschutz-Aufsätze, jeweils ein AUX- und USB-C- auf USB-C-Kabel und zwei austauschbare Abdeckungen für die Mikrofone, einer in grüner und einer in goldener Farben.

Design und Verarbeitung: Durchweg hervorragend

  • Hochwertiges, recht dezentes Design
  • Tadellose Verarbeitungsqualität

Optisch geben das AnkerWork M650, sowie jegliches Zubehör, eine sehr gute Figur ab. Die beiden Mikrofone selbst, vom Hersteller als „Sender (TX)“ bezeichnet, kommen in einer runden Scheibenform daher. Sie sind jeweils 45,5 mm x 35,3 mm x 23,6 mm groß und fallen mit einem Gewicht von 30 Gramm nicht allzu schwer aus.

Beide Mikrofone sind in Schwarz gehalten, wobei sich die Oberseite eben mit den beiliegenden Abdeckungen farblich anpassen lässt. An der Unterseite findest du einen Clip, um das Mikrofon an der Kleidung zu befestigen.

Praktisch: Der Clip wird magnetisch gehalten und lässt sich abnehmen, um eine Positionierung unterhalb des Pullovers oder Oberteils zu ermöglichen. Sehr nützlich, wenn du kein Hemd, keine Jacke oder Weste trägst. An der Unterseite sitzt zudem auch der Ladekontakt, um den integrierten Akku im Ladecase mit neuer Energie zu versorgen.

Golden abgesetzt findest du am Rand, oben, das Mikrofon sowie einen 3,5-mm-Klinkenanschluss zur Verbindung für ein Lavaliermikrofon oder die Montage des Windschutzes, der hier einfach aufgesteckt werden kann. An der anderen Seite sitzt eine Taste zum Stummschalten des AnkerWork M650 Mikrofones, mit dem du das Mic auch ein- und ausschaltest.

Der Empfänger hingegen, als „Empfänger (RX)“ bezeichnet, kommt als kleiner, rechteckiger Kasten samt Abmessungen von 43,2 mm x 35 mm x 30,4 mm daher. Er verfügt auf der Seite über einen 3,5-mm-Klinkenanschluss und USB-C-Port, eine Funktionstaste und die Ladekontakte an der Rückseite. Hier wird auch der Adapter verbunden, um den Receiver mit Smartphones und Tablets zu verbinden. An der Front findet sich ein 1,47 Zoll großer Touchscreen, über den die Bedienung erfolgt.

Die Verarbeitungsqualität sämtlicher Bestandteile des Paketes lässt keine Wünsche offen. Alle Teile des AnkerWork M650 fühlen sich sehr robust und hochwertig an und bieten keinerlei unschöne Spaltmaße. Hier gibt es nichts zu beanstanden.

Einrichtung, Bedienung und Praxistest

  • Schnell und kinderleicht eingerichtet
  • Durchdachte, überzeugende Bedienung via Touchscreen
  • Magnetischer Clip eignet sich auch für Kleidung ohne Taschen oder ähnliches

Bei der Einrichtung zeigt sich das AnkerWork M650 sehr einsteigerfreundlich. Einfach den Empfänger mit PC, Mac, Smartphone oder Tablet verbinden, Mikrofon einschalten und schon verbinden sich die Geräte miteinander und es kann losgehen.

Eine kleine Einstiegshürde gibt es bei der Verbindung mit Mobile-Geräten und zwar in Form des jeweiligen Adapters, der mit dem Empfänger verbunden und durch Eindrehen eingerastet werden will. Aber selbst das sollte für niemanden eine ernsthafte Hürde darstellen.

Dabei musst (und kannst) du einfach auf die Mikrofon-Empfänger-Kombination vertrauen. Denn einen Hinweis, dass die Geräte verbunden und gekoppelt sind, wird leider auf keiner Plattform ausgegeben.

Die Bedienung ist ebenfalls denkbar simpel. Hier kommt der praktische Farb-Touchscreen des Empfängers zum Einsatz, über den du beispielsweise den Mikrofon-Gain einstellen, eine Reduzierung der Hintergrundgeräusche in zwei Stufen einstellen oder das Mikrofon schnell stummschalten kannst. Außerdem lassen sich hier Aufnahmen direkt auf dem 4 GB großen internen Speicher des Mikrofons sichern. Bis zu 7 Stunden sind pro Empfänger möglich.

Sehr gut gelöst ist zudem die Möglichkeit, den Empfänger einfach in den Hot-Shoe-Anschluss einer Kamera zu schieben. Das Display zeigt dabei automatisch nach hinten und zeigt so dem oder der Filmenden alle Informationen auf einen Blick an.

AnkerWork M650
Über den Hot-Shoe-Anschluss findet das AnkerWork M650 an einer Kamera Halt.

Etwas unpraktisch ist hingegen, dass am iPhone kein Ton mehr wiedergegeben wird, wenn der Empfänger angeschlossen ist. In der Praxis ist also eine Überprüfung der Aufnahmen erst dann möglich, wenn du den Empfänger entfernst.

Ansonsten empfinde ich die Anbringung an der Kleidung als sehr praktisch, da diese nicht nur über den Clip erfolgt, sondern auf Wunsch eben auch magnetisch unter der Kleidung, was vor allem bei Kleidungsstücken ohne Taschen oder ähnliches ein echter Vorteil ist.

Akkulaufzeit und Reichweite

  • Hervorragende Laufzeit von 7-8 Stunden pro Mikrofon
  • Laecase fügt weitere 15 Stunden Energie hinzu
  • Schnell wieder aufgeladen

Überraschend stark präsentiert sich zudem die Akkulaufzeit des AnkerWork M650. Die beiden Sender, sowie der Empfänger verfügen jeweils über einen 350 mAh starken Akku, die in unserem Test problemlos rund sieben bis acht Stunden lang durchhielten.

Pro Mikrofon, wohlgemerkt – nutzt du also nur eines der beiden Geräte, kommst du locker auch durch einen langen Tag. Das Ladecase stellt laut Herstellerangabe noch einmal 15 Stunden Laufzeit zur Verfügung, kombiniert hält der AnkerWork M650-Paket also auch ein langes Arbeitswochenende stand.

AnkerWork M650
Viele Einstellungen sind direkt am Empfänger möglich. Der Rest erfolgt per App.

Im Ladeeuti sind sämtliche Zubehörteile dank Schnellladetechnologie zudem binnen kürzester Zeit wieder aufgeladen und werden sofort mit Energie versorgt, sobald du sie im Case platzierst. Ein Öffnen des Etuis schaltet Mikrofone und Empfänger dann zudem automatisch ein, sodass du sofort loslegen kannst.

Die kabellose Reichweite liegt, laut Angabe des Herstellers, bei 200 Metern und damit auf Augenhöhe mit den größeren Konkurrenten wie beispielsweise dem Rode Wireless GO II.

Klangqualität: Wie gut klingen die AnkerWork M650?

  • Sehr guter, detaillierter Klang
  • Überzeugende Geräuschreduzierung (Noise Cacellation)
  • Feintuning über App macht den Klang noch besser

Überraschung (oder auch nicht): Auch klanglich hat mich das AnkerWork M650 absolut überzeugt. Ohne den Windschutz offenbaren sich zwar ein paar Probleme mit Plosivlauten, die sich aber vollständig abstellen lassen, wenn du den Puschel auf die Mikrofone ziehst.

Im Inneren werkelt ein omnidirektionales Mikrofon, das nur die eigene Stimme in den Vordergrund rückt, während diese dank DSP-Chip zudem verbessert werden soll. Der Chip ist zudem für die Geräuschunterdrückung zuständig, die du in drei Stufen (Aus, Niedrig oder Hoch) anpassen kannst.

Ich habe allerdings festgestellt, dass zumindest die hohe Einstellung durchaus hörbare Auswirkungen auf die Aufnahmequalität hat. In der niedrigen Einstellung oder ohne Geräuschunterdrückung klingt die eigene Stimme voller und detaillierter – für Aufnahmen in besonders lauten Umgebungen ist dieses Feature aber sicherlich sehr nützlich.

Noch besser wird der Klang allerdings in Verbindung mit der Begleit-App. Denn während du am Empfänger selbst ein paar Feinjustierungen vornehmen kannst, stehen dir die meisten Optionen nur in der AnkerWork-App zur Verfügung – dazu gleich mehr.

Geboten wird darüber hinaus auch ein Low-Pass Filter, der allerdings in meinen Augen falsch bezeichnet ist: Da er die Frequenzen für 75 Hz und 150 Hz betrifft, handelt es sich eher um einen High-Pass Filter, der besonders laute Frequenzen in den Umgebungsgeräuschen etwas abdämpfen soll. Was in der Praxis auch hervorragend funktioniert.

Alles in allem finde ich den Klang der AnkerWork M650 Wireless-Mikrofone wirklich sehr gut. Mit dem angesprochenen und deutlich teureren Wireless Go II von Rode kann die Qualität out-of-the-box noch nicht ganz mithalten, wohl aber, wenn du Software-seitig Hand anlegst.

Etwas seltsam hingegen finde ich, dass es auf dem Gerät selbst keine Möglichkeit gibt, die auf den Mikrofonen gespeicherten Aufnahmen zu löschen. Sind die 4 GB interner Speicher voll, besteht nur die Möglichkeit, die Aufnahmen zu überschreiben. Das Löschen funktioniert nur über die Begleit-App.

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App-Anbindung: AnkerWork

  • Übersichtliche, durchdachte Begleit-App
  • App auf Smartphones erkennt die Mikrofone (noch?) nicht

Viele Einstellungen sind mithilfe der AnkerWork-App möglich, die kostenlos für Windows, macOS, Android und iOS zur Verfügung steht. Wie man das AnkerWork M650 auf dem Smartphone mit der App verbinden soll, ist mir auch nach dem ausführlichen Test weiterhin schleierhaft.

Denn das Wireless-Mikrofon wurde in der App nicht erkannt und konnte nicht gekoppelt werden. Auch Anleitung und FAQ auf der Homepage von Anker liefern hier keine Lösungen. Nun ja.

Aber auf dem PC bzw. Mac funktioniert das Ganze problemlos. Und zwar, indem ich das Ladecase via USB-C-Kabel verbinde. Dann besteht in der App die Möglichkeit, die Firmware von Mikrofonen und Empfänger zu aktualisieren.

Viel spannender sind allerdings die Soundeinstellungen, die weit über die hinausgehen, die direkt auf dem Mikrofon vorhanden sind. So besteht hier beispielsweise die Option, den Klang mithilfe eines 5-Band-Equalizers zu verbessern und beispielsweise die Bässe anzuheben oder die Höhen abzusenken – was auf den Klang massive Auswirkungen hat.

Zudem kannst du innerhalb der App zwischen Stereo und Mono wechseln. Die App punktet mit einem klar strukturierten, verständlichen Auftreten und markiert tatsächlich eine praktische Ergänzung. Jetzt müssen man nur noch die Mobile-App zum Laufen bekommen.

AnkerWork M650 Test: Fazit

Konnte mich das AnkerWork M650 im Test überzeugen? Tatsächlich liefert der Hersteller hier ein wirklich überzeugendes, vielseitiges und praktisches Wireless Microphone ab, dass es – mit etwas Feintuning – klanglich mit den besten Konkurrenten aufnehmen kann.

Die Noise Cacellation-Funktion leistet, bereits auf niedriger Einstellung, einen tadellosen Job und das, ohne die Stimme zu verändern. Zudem wirkt das gesamte Konzept mit den austauschbaren Adaptern oder dem magnetischen Clip sehr durchdacht, während auch die Akkulaufzeit überzeugen kann.

Im Vergleich zur teureren Konkurrenz fehlen zwar ein paar Komfort-Funktionen wie die Möglichkeit, direkt per Knopfdruck eine Aufnahme zu starten, wirklich tragisch ist das allerdings nicht. Mit der hochwertigen Verarbeitung, dem schicken Design und den vielen praktischen Möglichkeiten stellt das AnkerWork M650 eine valide Option zu den bekannten und namhaften Alternativen im Bereich der kabellosen Mikrofone für Creator das und ist sein Geld allemal wert.

AnkerWork M650 Test: Gold Award

AnkerWork M650

Verarbeitung
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

93/100

Das M650 markiert ein hervorragendes Wireless-Mikrofon für Content Creator, das mit hochwertiger Verarbeitung, sehr gutem Klang, sowie durchdachten Funktionen punktet und sein Geld absolut wert ist.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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