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Bose QuietComfort Earbuds im Test: Premium In-Ears mit überragendem ANC

Komplett kabellose True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung gibt es wie Sand am Meer. Mit den Premium-In-Ears Bose QuietComfort Earbuds will der Hersteller beweisen, dass auch Ohrhörer eine exzellente Lärmreduzierung und hochwertigen Klang hinbekommen können. Ob dieses Unterfangen tatsächlich gelingt, klärt unser Test.

Technische Daten

Bluetooth-Version 5.1
Maximaler Betriebsbereich 10m (ohne Hindernis)
Akkulaufzeit Bis zu 6 Std.; insgesamt 24 Std. mit Ladeetui; (variiert je nach Lautstärkepegel und Audioinhalt)
Ladezeit 2 Std. für die Earbuds; 3 Std. für das Ladeeuti (via USB-C oder Qi-zertifizierte kabellose Ladestation)
Größe Earbuds (H x B x T) 3,9 cm x 2,6 cm x 2,7 cm
Größe Ladeetui (H x B x T) 3,17 cm x 8,9 cm x 5,08 cm
Gewicht 76 g (Ladeetui & Ohrhörer); 8,5 g pro Earbud
Preis € 54,99 *

Lieferumfang

Bose will mit den QuietComfort Earbuds im Premium-Segment der In-Ear-Kopfhörer begeistern. Die Ohrhörer kommen in einem edel anmutenden, matt-schwarzen Karton daher, der sich bereits beim Öffnen positiv von der deutlich günstigeren Konkurrenz abhebt.

Auf einer Plastikverpackung schwebt dann auch direkt das üppig proportionierte Ladeetui, das die beiden Earbuds beherbergt. Darunter beherbergt man den weiteren Lieferumfang, der im Vergleich außerordentlich groß ausfällt.

Bose legt dem Paket zwei zusätzliche Paare der patentierten StayHear-Ohreinsätze mit Flügeln bei. Die Größe M ist bereits vorinstalliert, S und L befinden sich in einer kleinen Plastiktüte verpackt ebenfalls im Karton, während ein 30,5 cm langes USB-Typ-A- auf USB-Typ-C-Ladekabel den Lieferumfang abrundet.

Design und Verarbeitung

Wer auf der Suche nach möglichst kompakten In-Ears ist, sollte besser einen weiten Bogen um die Bose QuietComfort Earbuds machen. Mit ihrer Größe von 3,9 cm x 2,6 cm x 2,7 cm fallen die Ohrhörer nämlich geradezu riesig aus und erinnern hinsichtlich der Formgebung eher an Bluetooth-Headsets, als an klassische In-Ears. Der Tragekomfort der jeweils 8,5 Gramm schweren Earbuds ist allerdings trotzdem über jeden Zweifel erhaben – doch dazu später mehr.

Bose bietet die Earbuds in zwei Farbvarianten an. Neben einem matt-schwarzen Modell steht auch eine hellgraue Variante zur Wahl, die auf den Namen „Soapstone“ hört. Passend dazu präsentieren sich auch das Ladecase, sowie die StayHear-Ohrbügel in der entsprechenden Einfärbung, was für eine edle und gleichzeitig dezente Optik sorgt.

Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität liefern die QuietComfort Earbuds keinerlei Anlass zur Kritik und werden dem hohen Preisschild mehr als gerecht. Ladecase und Ohrhörer fühlen sich gleichermaßen stabil und hochwertig an, Spaltmaße sucht ihr vergebens – hier knarzt und kracht nichts.

Die Verarbeitung präsentiert sich, ähnlich wie die Größe, auf Augenhöhe mit dem Konkurrenten Sony WF-1000XM4. Zudem bieten die Bose QuietComfort Earbuds eine IPX4-Zertifizierung, was sie gegen Feuchtigkeit und Schmutz schützt.

Das rund 76 Gramm schwere Ladeetui ist mit seiner Größe allerdings kaum mehr für die Hosentasche geeignet, fühlt sich dafür aber sehr hochwertig an. Hier liefert die Bedienung aber ein wenig Anlass zur Kritik, denn Bose setzt beim Case nicht auf einen magnetischen Schließmechanismus, sondern auf ein gefedertes Scharnier. Das sorgt für einen sicheren Verschluss aber eben auch dafür, dass man das Ladecase kaum mehr mit nur einer Hand öffnen kann. Der benötigte Kraftaufwand zum Öffnen des Scharniers fällt deutlich höher aus als bei anderen In-Ear-Kopfhörer, das hätte man besser lösen müssen.

Tragekomfort

Trotz großer Abmessungen und vergleichsweise hohem Gewicht kann der Tragekomfort der True-Wireless-Earbuds fast vollends überzeugen. Das erreicht Bose vor allem durch die komfortablen Ohrbügel, die in der Ohrmuschel Platz finden. Diese sind in nur wenigen Handgriffen ausgetauscht und individuell für beide Seiten anpassbar. So ist es beispielsweise möglich, am linken Ohr den M-Aufsatz zu verwenden und rechts die kleinere Variante in der Größe S zu nutzen. Praktischerweise liefert die Bose-Begleit-App für iOS und Android einen umfangreichen Guide, um den Tragekomfort zusätzlich zu verbessern.

Die Ear-Tips fallen im Vergleich zu den meisten Herstellern etwas kürzer aus und werden nicht komplett in den Gehörgang gesteckt, sondern liegen nur auf. Trotzdem erreichen die Earbuds einen sehr guten Halt. Auch bei intensiven Bewegungen oder beim Sport rutschen die In-Ear-Kopfhörer nicht aus den Ohren und sind in diesem Bereich den Sony WF-1000XM4 überlegen – ganz so komfortabel wie beispielsweise die Apple AirPods Pro liegen sie jedoch nicht im Ohr.

Trotzdem erreicht Bose bei den Earbuds eine hervorragende Dichtigkeit, was die effektive Außengeräuschunterdrückung (ANC) zusätzlich unterstützt. Dies erreicht man auch durch die ovale Formgebung der Ohraufsätze, die zusätzlich für einen engeren Sitz sorgen, ohne dabei zu drücken.

Tatsächlich kann der Tragekomfort der Bose QuietComfort Earbuds im Test vollends überzeugen und muss sich – trotz der schieren Größe der In-Ears – nicht hinter den AirPods Pro oder den Samsung Galaxy Buds Pro verstecken. Im direkten Vergleich zu den High-End-Pendants von Sony hat Bose in unseren Augen hier deutlich die Nase vorn.

Ausstattung und Akkulaufzeit

Doch nicht nur der hohe Tragekomfort sorgt im Dauerbetrieb für Freude, auch die Akkulaufzeit kann sich mehr als sehen lassen. Bis zu sechs Stunden halten die Lithium-Ionen-Akkus der Earbuds durch. Das Ladeetui ermöglicht zwei zusätzliche, vollständige Aufladungen – was 18 Stunden entspricht. Insgesamt kommen wir also auf gute 24 Stunden Laufzeit im kombinierten Betrieb. Ein guter, aber nicht überragender Wert, der nicht ganz an das aktuelle Premium-Modell von Sony heranreicht.

Im Ladecase sind die In-Ears in rund 2 Stunden wieder vollständig aufgeladen, während das Etui selbst rund 3 Stunden von 0 auf 100 Prozent benötigt. Praktisch ist aber vor allem die Schnelllade-Funktion, die die Earbuds in nur 15 Minuten Ladezeit für 2 Stunden Musikgenuss mit Saft versorgt. Geladen wird übrigens wahlweise mit oder ohne Kabel samt Qi-Standard.

Entnimmt man die QuietComfort Earbuds aus dem Ladecase, befinden sich die In-Ears direkt im Pairing-Modus. Dank Bluetooth 5.1-Konnektivität ist die Verbindung mit Smartphone und anderen Geräten schnell und einfach hergestellt. Rund 10 Meter könnt ihr euch zudem von der Quelle entfernen, ohne dass die Verbindung dabei abbricht, außerdem verbinden sich die Earbuds beim erneuten Aktivieren automatisch mit dem zuletzt verwendeten Gerät.

Mithilfe des Knopfes am Ladecase können zudem weitere Quellen verbunden werden, die sich in der Bose Music-App auch in eine Geräteliste einfügen lassen. Die Verbindung mit mehreren Geräten gleichzeitig (Multipoint) ist hingegen leider nicht möglich.

Bedienung

Hinsichtlich der Bedienung setzt Bose wie die meisten True Wireless-Modelle auf Touchfelder an den Seiten beider Ohrhörer. Hier offenbart sich ein weiterer Vorteil der QuietComfort Earbuds, denn das Bedienkonzept ist dem der Konkurrenz mitunter deutlich überlegen, ohne dabei unnötig zu verwirren.

Mit einer doppelten Berührung auf dem rechten Ohrhörer lässt sich die Wiedergabe starten und pausieren, außerdem können so eingehende Anrufe angenommen werden. Dieselbe Geste bewirkt auf der linken Seite eine Änderung des ANC-Levels, für das werksseitig Optionen für 100 %, 50 % und 0 % eingestellt sind. Diese Optionen können allerdings mithilfe der App frei angepasst und abgespeichert werden. Per Tippen und Halten wird rechtsseitig der entsprechende Sprachassistent aktiviert, während auf der linken Seite mit derselben Geste ein individuell konfigurierbarer Shortcut festgelegt werden kann.

Bose QuietComfort Earbuds

Eine Besonderheit gibt es zudem nach dem Firmware-Update: Dank dieser Wischgesten sind die Bose QuietComfort Earbuds eines der wenigen True-Wireless-Modelle, mit denen sich die Lautstärke direkt am Ohrhörer anpassen lässt – nämlich durch ein Wischen nach oben beziehungsweis nach unten am rechten Hörer.

Audio-Qualität & ANC

Während sich die QC Earbuds im Test bis hier hin bereits in einigen Bereichen positiv von anderen Herstellern absetzen konnten, spielen die In-Ears hinsichtlich der Audio-Qualität und aktiven Geräuschunterdrückung (ANC) ihr volles Potenzial aus.

Tatsächlich verweisen die Bose beim aktiven Noise-Cancelling sämtliche anderen Earbuds in ihre Schranken und erreichen beinahe das Niveau von Premium-Over-Ear-Modellen. Vor allem alltägliche Geräusche wie Straßenlärm, Rasenmäher oder eine dröhnende Waschmaschine im Schleudermodus werden bei 100 % ANC nahezu vollständig ausgeblendet. Das funktioniert sogar so gut und zuverlässig, dass im direkten Vergleich die AirPods Pro und sogar die Sony-Modelle wirken, als verfügten sie über keine Geräuschunterdrückung.

Auf einen dedizierten Transparenz-Modus, dank dem Ansagen am Bahnhof oder Geräusche im Straßenverkehr besser hindurchgelassen werden, verzichten die Bose QC hingegen leider. Immerhin wird die Geräuschunterdrückung komplett heruntergeregelt, wenn man einen Ohrhörer herausnimmt.

Ein ANC-Wert von 0 Prozent kommt allerdings dem Transparenz- beziehungsweise Umgebungsmodus der AirPods Pro sehr nahe. Ärgerlich, dass dabei auch ein Grundrauschen deutlich wahrnehmbar wird, das jedoch schon ab 25 Prozent Geräuschunterdrückung nicht mehr zu hören ist.

Voluminöser Klang

Umgehauen hat uns im Test aber vor allem der neutrale und voluminöse Klang der Bose QuietComfort Earbuds, der sich an der Spitze im Bereich der In-Ear-Kopfhörer festsetzt. Dabei besticht die Akustik durch einen satten Körper, der Höhen und Mitten exzellent abbildet. Selbst bei komplexen Musikstücken werden Instrumentalisierung und Gesang klar definiert und sehr breit wiedergegeben.

Das resultiert (selbst bei maximaler Lautstärke) in einem vergleichsweise warmen und klaren Klangbild der QuietComfort, die dem Premium-Preis tatsächlich gerecht werden. Als Fan eines neutraleren Sound finde ich es zudem äußerst löblich, dass Bose seine Earbuds nicht ganz so basslastig aufstellt, wie es bei den Sony WF-1000XM4 der Fall ist.

Bose QuietComfort Earbuds
Vier Mikrofone sorgen für eine hervorragende Geräuschunterdrückung und klare Stimmübertragung

Equalizer-Einstellungen sucht man bei Bose hingegen vergebens. Doch das ist nicht weiter tragisch, denn die Earbuds setzen auf die patentierte Active EQ-Technologie, die permanent in die Akustik eingreift. Dabei werden Bässe und Höhen automatisch abhängig von der Lautstärke angehoben beziehungsweise abgesenkt – das Ergebnis überzeugt auf ganzer Linie: Selbst bei niedriger Lautstärke überzeugt die Dynamik, während die Höhe zu keinem Zeitpunkt schrill klingen.

Überzeugendes Mikrofon

Auch hinsichtlich der rechtsseitig verbauten Mikrofone (4 an der Zahl) zeigen sich die Bose QC Earbuds überragend und lassen die gesammelte Konkurrenz im Bereich der True-Wireless-Kopfhörer hinter sich. Die eigene Stimme wird kristallklar wiedergegeben, während Umgebungsgeräusche und Wind effektiv herausgefiltert werden.

App-Anbindung

Während sich die Bose QuietComfort Earbuds werksseitig bereits sehr variantenreich zeigen, hebt die kostenlose Bose Music-App die Funktionen der In-Ears auf ein ganz neues Level. Zumindest, nachdem ihr euch bei Bose registriert habt – andernfalls ist die App leider nutzlos.

Danach stehen euch aber umfangreiche Funktionen zur Verfügung. Das beginnt bei einer umfangreichen Trageerkennung für die Earbuds und gipfelt in einer Anpassung der Geräuschunterdrückung in ganzen 10 Stufen, von denen sich drei als Favoriten direkt auf den In-Ears abspeichern lassen.

Die App ist sehr übersichtlich aufgebaut und wartet zudem mit umfangreichen Erklärungen der einzelnen Funktionen auf, sodass auch Neulinge von der Fülle an Möglichkeiten nicht erschlagen werden. Als praktisch empfanden wir zudem auch die Möglichkeit, die Intensität der eigenen Stimmwiedergabe bei Anrufen in vier Stufen anzupassen. Damit lässt sich sicherstellen, dass man seine Gegenüber auch in lauten Umgebungen nicht unnötigerweise anschreit.

Fazit

Wer über 200 Euro für In-Ear-Kopfhörer in die Hand nimmt, erwartet eine entsprechende Qualität. Erfreulicherweise werden die Bose QuietComfort Earbuds diesem Anspruch voll und ganz gerecht. Während die mittlerweile legendären Over-Ears Bose QuietComfort 35 (unser Test) nicht ganz in der obersten Liga mitspielen konnten, liefern sich die True-Wireless-Earbuds mit den Sony WF-1000XM4 ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Spitzenplatz.

Die ANC-Funktion ist schlicht und ergreifend die beste, die ich jemals im In-Ear-Bereich gehört habe. Doch auch die Sound-Qualität kann vollends überzeugen und punktet mit einem kristallklaren und dabei recht neutralen Klangbild. Trotz der enormen Größe stimmt auch der Tragekomfort. Selbst nach einigen Stunden finden die Earbuds bequem im Ohr Halt und drücken zu keinem Zeitpunkt. Dabei sitzen sie gleichzeitig deutlich sicherer als beispielsweise die Apple AirPods Pro oder die Sennheiser Momentum True Wireless 2.

Dass es trotzdem nicht ganz für unseren Platin Award reicht, hat vor allem zwei Gründe: Einerseits fällt das Ladecase viel zu groß aus und ist daher kaum Hosentaschen-tauglich. Auch hinsichtlich des schwergängigen Schließmechanismus müssen die Bose Federn lassen. Andererseits vermisse ich einen dedizierten Transparenz-Modus, denn die Lösung von Bose funktioniert nicht ideal – zumal ohne ANC ein recht lautes Grundrauschen wahrzunehmen ist.

Wer aber vor allem Wert auf einen möglichst guten Klang und eine hervorragende aktive Geräuschunterdrückung legt, wird mit den Bose QuietComfort Earbuds exzellent bedient. Erstklassige Kopfhörer, die dem Premium-Ansatz hinsichtlich Verarbeitung, Optik, Sound und Features absolut gerecht werden.

Bose QuietComfort Earbuds Award

Bose QuietComfort Earbuds

Verarbeitung
Tragekomfort
Soundqualität
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

94/100

Beeindruckende Premium In-Ear-Kopfhörer mit überragendem ANC, erstklassigem Ton und exzellenter Verarbeitung.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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