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FeiyuTech SPG2 – Smartphone-Gimbal im Praxistest

Das in Deutschland noch relativ unbekannte chinesische Unternehmen Feiyu Tech hat uns für einen Praxistest sein derzeit für 159,00 Euro erhältliches Smartphone-Gimbal FeiyuTech SPG2 geschickt.

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Material, Verarbeitung und Lieferumfang

Der erste Eindruck des FeiyuTech SPG2 ist mehr als positiv. Trotz der noch existierenden Vorurteile gegenüber chinesischen Unternehmen kann FeiyuTech bei diesem Produkt mit guten Materialien und einer hochwertigen Verarbeitung glänzen, die sich bereits bei der Verpackung bemerkbar macht. Geliefert wird das Gimbal in einer Box aus einer Art stabilen Styropor, die auch zur Aufbewahrung und zum späteren Transport problemlos genutzt werden kann.

Das Gimbal selbst besteht hauptsächlich aus Metall, der Griff und die Smartphone-Halterung haben einen Überzug aus Gummi, der das Gerät griffiger macht und das verwendete Smartphone vor Kratzern schützt. Bauteile aus billigem Plastik oder anderen minderwertige Materialien sowie Verarbeitungsmängel sucht man bei diesem Gimbal vergeblich.

Im Vergleich zum DJI Osmo Mobile 2, das ich zufällig bei MediaMarkt ausprobieren konnte, wirkt das FeiyuTech SPG2 Gimbal deutlich hochwertiger.

Im Lieferumfang enthalten in die hochwertige Verpackung, das Gimbal, ein wechselbarer Akku und eine Verlängerung des Haltearms, der ausgeklappt auch als Stativ beziehungsweise Ständer genutzt werden kann. Außerdem ist ein MicroUSB-Kabel enthalten mit dem der Gimbal geladen wird.

Funktionen und Modi

FeiyuTech hat das SPG2 für alle Personen konzipiert, die mit ihrem Smartphone Videos ohne störende Bewegungen aufnehmen wollen. Obwohl die Hauptzielgruppe sicherlich Vlogger sind, bietet das Gimbal trotzdem einen Schutz gegen Spritzwasser, was einen problemlos Außeneinsatz zum Beispiel beim Skifahren ermöglicht. Im Test konnte das Gimbal seinen Hauptzweck, nämlich das Ausgleichen von Bewegungen mit Bravour meistern. Die verschiedenen Modi ermöglichen jedoch noch wesentlich mehr, als nur stabile Videos aufzuzeichnen.

Neben dem Smartphone gibt auch das Gimbal selbst Informationen über den aktuell verwendeten Modus, die Akkulaufzeit und weitere Dinge direkt über das gut ablesbare OLED-Display im Griff an den Nutzer weiter.

Um auch die Audioqualität zu steigern, kann zusätzlich zum Smartphone-Mikrofon ein weiteres Mikrofon über einen Klinkenstecker mit dem Gimbal verbunden werden. Weiteres Zubehör kann außerdem über zwei ¼ Zoll Gewinde am Gimbal montiert werden. Während der Nutzung wird das Gimbal hauptsächlich über das Multifunktions-Drehbar gesteuert, mit dem der Zoom, die Schärfte und die Bewegung der drei Drehachsen kontrolliert werden kann. Dank der guten Positionierung seitlich am Handgriff können alle wichtigen Funktionen mit einer Hand während der Nutzung gesteuert werden.

Der sogenannte Shadow Hunting-Modus reagiert besonders schnell auf Drehbewegungen des Nutzers, ohne dabei Bewegungen auszugleichen. Es lassen sich so auch schnelle Objekte aufzeichnen, was jedoch auf Kosten der Qualität geschieht.

Besonders für Freunde von Instagram, Facebook und Co. wurde außerdem der Vertikal-Modus integriert, bei dem mit nur einem Klick der Aufnahmemodus gewechselt werden kann.

Mein persönliches Highlight war jedoch der Follow-Modus der es in Kombination mit dem Anti-Shake-Algorithmus ermöglicht ein Objekt zu Fokussieren und dann in der Bewegung zu filmen. Die Software des Gimbals sorgt dann dafür, dass beispielsweise während der Träger läuft ein vorher fokussiertes Haus stets weiter im Fokus des Bildes verbleibt.

Der 5.000 mAh große Akku soll eine Laufzeit von etwa 14 Stunden ermöglichen. Das Aufladen per USB dauert etwa 2 Stunden. Eine ganztägige Nutzung ist also problemlos möglich. Außerdem kann der Akku auch unterwegs über eine optional erhältliche Powerbank geladen werden.

Anzumerken ist auch das relativ hohe Gewicht, das zusammen mit einem Smartphone bei etwa 700 g liegt. Persönlich fand ich dies aufgrund des guten Griffs zwar nicht störend, einige Personen werden sicherlich jedoch ein leichteres Gimbal aus Kunststoff bevorzugen.

Software

Die Steuerung erfolgt über eine Kombination der Buttons und des Steuerrads am Gimbal und der Feiyu On Software, die für Android– und iOS-Smartphones verfügbar ist.

Leider ist die Software im Vergleich zur sehr guten Hardware ein deutlicher Kritikpunkt. Den mit gutem Willen noch mittelmäßigen Urteilen im Google Play Store mit 2,2 von maximal 5,0 Punkten bei 1.246 abgegebenen Bewertungen und im Apple App Store mit 1,4 von maximal 5,0 Punkten bei 74 abgegebenen Bewertungen muss ich leider beipflichten.

Bei der ersten Nutzung der App wird eine Registrierung per E-Mail-Adresse verlangt. Hier kann aus Datenschutzgründen auch eine nicht vorhandene E-Mail-Adresse genutzt werden, da keine Bestätigung erforderlich ist und die App trotzdem genutzt werden kann. Ebenfalls kritisch sind die umfangreichen Berechtigungen, die die App bei der Installation verlangt, darunter auch voller Zugriff auf die Standortdaten des Smartphones und das Verwalten von Telefonaten, die die App eigentlich nicht benötigt, um ihre Funktionen zu erfüllen.

Insgesamt macht die von mir genutzte Android-Version der Software, obwohl sie bereits in der Version 3.0.19 vorliegt und auf mehr als 100.000 Smartphones installiert wurde, einen sehr unfertigen Eindruck. Dies macht sich besonders bei der Bluetooth-Verbindung bemerkbar, die beim Start teilweise aus nicht erkennbaren Gründen nicht herstellbar war und während des Betriebs öfters abgebrochen ist.

Kompatibilität

Das FeiyuTech SPG2 Gimbal ist mit einer Reihe von Smartphones kompatibel. Während meines Tests habe ich hauptsächlich ein Samsung Galaxy S8 genutzt, mit dem keine Probleme aufgetreten sind. Mit einem zugegebenermaßen inzwischen deutlich veralteten Huawei P8 Lite konnte das Gimbal nur sehr eingeschränkt genutzt werden.

Der Hersteller selbst gibt an, dass das Gimbal mit Smartphones genutzt werden, die maximal 300 g wiegen und zwischen 57 und 95 mm breit sind.

Getestet hat das Unternehmen folgende Smartphones:

  • iPhone 6, 6s, 7, 7 Plus, 8, 8 Plus, X
  • Oppo R9S, R15
  • Vivo X20 Plus, X21A, Y85A
  • Huawei P9, Mate 10 Pro, P20
  • Xiaomi Mi 8, MIX 2S
  • Samsung Galaxy S8+, S9+
  • OnePlus 5T
  • LG V30+
  • HTC U11+

Grundsätzlich sollte der Gimbal jedoch mit praktisch jedem aktuellen Mittel- oder Oberklasse-Smartphone, das in die Halterung passt, problemlos nutzbar sein.

Fazit zum FeiyuTech SPG2 Gimbal

Der FeiyuTech SPG2 Gimbal hinterlässt einen gespalteten Eindruck. Sowohl das Material als auch die Verarbeitung der Hardware wirken qualitativ sehr gut. Leider kann aufgrund der vielen Softwarefehler und der benötigten Berechtigungen, die die App mit zahlreichen „Spionagefunktionen“ ausstattet, keine uneingeschränkte Kaufempfehlung gegeben werden. Sollte Feiyu Tech die Softwareprobleme in Zukunft beheben können, würde ich den SPG2 Gimbal bedenkenlos empfehlen. Derzeit sollten nur Nutzer zugreifen, die mit gelegentlichen Aussetzern des Bluetooth-Verbindung und anderen Bugs zurechtkommen.

FeiyuTech SPG2

Verarbeitung
Funktionsumfang
Software
Preis-Leistungs-Verhältnis

Sehr gute Hardware mit derzeit noch großen Softwareproblemen.

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robert

Öfters hier

642 Beiträge 72 Likes

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