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Huawei FreeBuds Pro 3 Test: Starke In-Ear-Kopfhörer

Mit den FreeBuds Pro 2 präsentierte Huawei im vergangenen Jahr einen starken In-Ear-Kopfhörer, der vor allem klanglich überzeugen konnte und in unserem Test den Gold-Award einheimste. Nun legt der chinesische Hersteller noch einmal nach und will bei der Neuauflage in allen Belangen zugelegt haben. Ob das gelungen ist, klärt unser Huawei FreeBuds Pro 3 Test.

Technische Daten

Produkt Huawei FreeBuds Pro 3
Bluetooth-Version 5.2
Bluetooth-Codecs SBC, AAC, LDAC
Maximaler Betriebsbereich 12m (ohne Hindernis)
Akkulaufzeit Bis zu 6,5 Std., insgesamt 31 Std. mit Ladeetui; (variiert je nach Lautstärkepegel und Audioinhalt)
Ladezeit 1,5 Std. (für Ladeetui via USB-C)
Größe Ladeetui (H x B x T) 46,9 mm x  65,9 mm x 24,5 mm
Gewicht  5,8 g pro Earbud; 58 g Ladeetui & Ohrhörer
Wichtigste Funktionen ANC; Transparenzmodus; Trageerkennung; Dual-Treiber; Multipoint
Preis € 169,90 *

Huawei FreeBuds Pro 3 Test: Design und Verarbeitung

  • schickes, auffälliges Design
  • tadellose Verarbeitungsqualität
  • recht anfällig gegenüber Fingerabdrücken

Aus optischer Sicht hat sich bei den Huawei FreeBuds Pro 3 nicht allzu viel verändert. Noch immer setzen die ANC-Earbuds auf ein auffälliges, glänzendes Design samt eines 25 mm langen Stiftes mit einer flachen Außenseite, die außen das Herstellerlogo und innen die Bezeichnung für das jeweilige Ohr trägt.

Die Mikrofone innen und außen sind in schwarz abgesetzt, während der Silikonaufsatz bei unserem Testmodell in der Farbe „Silver Frost“ in semi-transparentem Grau gehalten ist. Innen weisen die Stifte eine griffige Maserung auf, die ein besseres Erfühlen der Touchflächen ermöglicht.

Auch das Design des Ladecase erinnert mit seinen abgerundeten Kanten und den Abmessungen von 65 mm x 45 mm x 20 mm an das Modell des Vorjahres, allerdings soll es dank Nanoglas-Beschichtung rund 32 Prozent besser gegen Kratzer und Abnutzungserscheinungen geschützt sein und ist eine Spur kleiner, um besser in der Hosentasche Platz zu finden.

Huawei FreeBuds Pro 3 Ladecase
Das Ladeetui fällt kleiner und robuster aus als noch im Vorjahr.

Es weist erneut einen USB-C-Anschluss zum Laden, sowie einen Pairing-Button an der Seite auf. Der Metallbügel zum Öffnen wirkt robuster als noch im Vorjahr, was allgemein für die gesamte Verarbeitungsqualität der FreeBuds Pro 3 gilt.

Tragekomfort der Huawei FreeBuds Pro 3

  • vier Größen an Silikon-Ohreinsätzen
  • Tragekomfort verbessert …
  • – … aber noch nicht auf Augenhöhe mit der Konkurrenz

Den Huawei FreeBuds Pro 3 liegen insgesamt vier Paar Silikon-Ohreinsätze in den Größen XS, S, M (vorinstalliert) und L bei, damit jeder den perfekten Sitz finden kann. Mit einem Gewicht von 5,8 Gramm pro Earbud ist die dritte Auflage etwas leichter geworden, was dem Tragekomfort zu Gute kommt.

So sitzen die In-Ears angenehm fest im Ohr und das, ohne zu drücken oder bei schnellen Bewegungen herauszufallen. Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Tragekomfort allerdings spürbar verbessert.

Auch wenn die Huawei FreeBuds Pro 3 noch immer nicht ganz so tief im Ohrkanal sitzen, wie manch ein Konkurrent, fühlt es sich nicht mehr so an, als würden sie jederzeit verrutschen oder herausfallen. Das gefällt, wenngleich die besten In-Ear-Kopfhörer – wie beispielsweise sich die Sony WF-1000XM5 (unser Test) noch einmal komfortabler anfühlen.

Die Ausstattung der Huawei FreeBuds Pro 3

  • modernes Bluetooth inklusive Multipoint
  • hochauflösende Codecs an Bord

Hinsichtlich der Ausstattung lassen die Huawei FreeBuds Pro 3 nahezu keine Wünsche offen. Dank moderner Bluetooth-Konnektivität erreichen die In-Ears eine Reichweite von rund 12 Metern und lassen sich dank Multipoint sogar mit zwei Geräten gleichzeitig koppeln.

Geboten wird darüber hinaus eine IP54-Zertifizierung, dank der die Earbuds auch vor Regenschauern geschützt sind. Außerdem gibt es einen Mono-Modus, in dem auch nur ein Ohrhörer gleichzeitig verwendet werden kann, sowie eine Trageerkennung, bei der die Wiedergabe beim Herausnehmen automatisch pausiert und beim Einsetzen fortgesetzt wird.

Einige Features wie Proximity Sharing der die Möglichkeit, Audio mit einer anderen Person zu teilen, stehen leider nur im Huawei-Ökosystem mit Smartphones, die auf das EMUI-Betriebssystem setzen, zur Verfügung.

Ansonsten versprechen die Huawei FreeBuds Pro 3 dank L2HC 2.0, LDAC und Hi-Res Audio Wireless einen überzeugenden und hochauflösenden Klang, doch dazu später mehr.

Bedienung

  • präzise und gelungene Touch-Steuerung
  • praktische Wischgesten

Die Bedienung der Huawei FreeBuds Pro 3 erfolgt über die bewegungsempfindlichen Touch-Flächen an den Stiften der Earbuds. Hier sind zwei- und dreimaliges Drücken, Wischen oder Zusammendrücken möglich.

Kommandos werden dabei durch einen leisen Ton im Ohr bestätigt. In der Praxis klappt die Steuerung deutlich präziser und zuverlässiger als es noch beim Vorgänger der Fall war.

Sowohl die Berührungen als auch die Wischgesten zum Erhöhen und Verringern der Lautstärke werden besser erkannt, sodass es hier absolut nichts mehr zu beanstanden gibt – top!

Huawei FreeBuds Pro 3
Die Bedienung über die Touchflächen klappt tadellos.

Innerhalb der Begleit-App kann die Bedienung zudem angepasst werden, wenngleich die Möglichkeiten hier stark begrenzt sind. Bei den meisten Kommandos lässt sich die Aktion lediglich deaktivieren, nur beim Gedrückt halten der Touchflächen kann der Wechsel zwischen den Modi durch eine Aktivierung des Sprachassistenten ersetzt werden.

Akkulaufzeit der Huawei FreeBuds Pro 3

  • gute Akkulaufzeit von bis zu 6,5 Stunden ohne ANC

Die Akkulaufzeit der In-Ear-Kopfhörer geht vollkommen in Ordnung, kann allerdings nicht mit den besten Konkurrenten mithalten. Ohne aktive Geräuschunterdrückung kommen die In-Ears immerhin auf gut 6,5 Stunden Musikwiedergabe – 31 Stunden sind in Verbindung mit dem Ladecase möglich.

Mit aktiver Geräuschunterdrückung hingegen geht den Pro 3 nach rund 4 Stunden die Puste aus, 22 Stunden Laufzeit sind hier samt Ladeetui drin. Das sind beides ordentliche, aber keineswegs überragende Werte.

Huawei FreeBuds Pro 3

Hier haben die Konkurrenten von Sony und insbesondere Creative mit den Outlier Pro (unser Test) deutlich die Nase vorn, Huawei präsentiert sich jedoch auf Augenhöhe mit Apple.

Audioqualität, ANC und Mikrofone

  • sehr guter, detailreicher Klang
  • hoher Frequenzgang
  • angenehme, warme Abmischung

Bereits die Vorgänger boten dank dualer Treiber einen überzeugenden Klang, wenig überraschend setzen auch die Huawei FreeBuds Pro 3 auf zwei Treiber pro Earbud, die in Verbindung mit dem hochauflösenden LDAC-Codec einen Frequenzbereich von 14 Hz bis 48.000 Hz abdecken und einen detailreichen Sound realisieren sollen.

Die Zusammenarbeit mit Devialet, die beim Vorgängermodell noch prominent auf Verpackung oder Ladecase beworben wurde, scheint allerdings beendet zu sein – Hinweise darauf finden sich bei dem aktuellen Modell jedenfalls keine mehr.

Dennoch wirkt das Klangbild angenehm rund und detailreich. Die Mitten stehen auf einer breiten Bühne und auch das Bassfundament ist schön ausgeprägt und klar akzentuiert.

Dafür stehen die Höhen etwas hinter Mitten und Bässen zurück, zudem kann es bei hohen Stimmen und maximaler Lautstärke gerne mal etwas schrill werden. Freddy Mercurys Gesang in „Bohemian Rhapsody“ ist ein Beispiel dafür. Also etwas leiser einstellen und schon passt das Ganze:

Der Grundklang gefällt in der werksseitigen Einstellung sehr gut und die Räumlichkeit, die die In-Ears zu Tage fördern, ist ziemlich eindrucksvoll.

Huawei FreeBuds Pro 3
Klanglich liefern die beiden Treiber der Huawei FreeBuds Pro 3 einen überzeugenden Job ab.

Klanglich präsentieren sich die FreeBuds Pro 3 ab Werk besser abgestimmt als viele deutlich teurere Kopfhörer und haben beispielsweise auch im Duell gegen die Sony WF-1000XM5 die Nase vorn – zumindest, bis du das Sony-Modell feingetunt hast.

Auch gesprochene Inhalte stellen die Huawei In-Ears vor keine Probleme. Podcasts, Hörbücher oder Videos punkten mit einer klaren Stimmwiedergabe. Wer mag, kann zudem eines von sechs Equalizer-Presets nutzen – einen wirklichen Unterschied konnte ich dabei allerdings nicht heraushören. Auch die Erstellung eigener EQ-Presets in zehn Bändern ist möglich.

ANC und Transparenzmodus

  • hervorragendes, effektives ANC
  • guter Transparenzmodus

Bei ANC und Transparenzmodus hatte die zweite Auflage der Huawei-Earbuds noch Nachholbedarf. Entsprechend hat der Hersteller in diesem Bereich auch nochmal nachgelegt. Bei der aktiven Geräuschunterdrückung wurde laut Herstellerangabe der adaptive ANC-Algorithmus verbessert.

Das „intelligente ANC 3.0“ soll nun besser in Echtzeit auf Veränderungen reagieren und im Vergleich zu den FreeBuds Pro 2 um 50 Prozent mehr Geräusche herausfiltern.

Tatsächlich legen die Huawei FreeBuds Pro 3 hinsichtlich des ANC kräftig zu und präsentieren sich auf Augenhöhe mit den besten ANC-In-Ear-Kopfhörern. Vor allem dumpfe und monotone, tiefe Geräusche werden fast vollständig ausgeblendet. Beim Tippen dieses Tests höre ich zwar meine Tastenanschläge auf der mechanischen Tastatur noch, alles um mich herum wird aber perfekt in ein leises Gewand gehüllt – hervorragend.

Huawei FreeBuds Pro 3
Das ANC der Huawei FreeBuds Pro 3 kann mit den besten In-Ears mithalten.

Der Transparenzmodus, hier „Awareness“ genannt, leistet ebenfalls einen guten Job und verstärkt Umgebungsgeräusche wie Stimmen. Hier liefern aber beispielsweise Apple oder Sony die besseren Ergebnisse.

Mikrofonqualität

  • durchschnittliche Qualität des Mikrofons

Einen Rückschritt markiert in meinen Augen die Mikrofonqualität. Dabei werden zwar Umgebungs- und Windgeräusche sehr gut unterdrückt, allerdings mangelt es der Stimme an Dynamik und Detailreichtum. Zudem klingen Aufnahmen so, als wäre man unter Wasser.

Huawei FreeBuds Pro 3:

Sony WF-1000XM5:

App-Anbindung: Huawei Ai Life

  • übersichtliche App
  • ordentlicher Funktionsumfang

Als Begleit-App kommt, wie bereits beim Vorgänger, Huawei Ai Life zum Einsatz. Das Design ist aufgeräumt und klar strukturiert, der Funktionsumfang wartet mit den üblichen Möglichkeiten auf.

Neben einer Information über den Ladestand der Earbuds sowie des Case kannst du in der App zwischen den Modi (ANC, Transparenz oder normal) wechseln und beim adaptiven ANC noch einmal aus vier Optionen für leise, normale oder besonders laute Umgebungen wählen.

Zudem stehen hier verschiedene Equalizer und die Möglichkeit, eigene Presets zu erstellen zur Wahl. Neben der Möglichkeit, die Gestensteuerung (minimal) anzupassen, kannst du mit einem Klangtest den Sitz der In-Ears überprüfen, Firmware-Updates anstoßen oder die intelligente Trageerkennung sowie einen Modus mit niedriger Audiolatenz aktivieren oder deaktivieren.

Zudem besteht über „Gerät finden“ die Möglichkeit, einen Ton in einem oder beiden Earbuds wiederzugeben, solltest du sie mal verlegt haben.

Huawei FreeBuds Pro 3 Test: Fazit

Die Huawei FreeBuds Pro 3 machen noch einmal einen ordentlichen Schritt nach vorn und legen bei Verarbeitung, Bedienung und vor allem der aktiven Geräuschunterdrückung im Vergleich zum Vorgänger spürbar zu.

Damit liegen die neuen Earbuds in einigen Bereichen auf Augenhöhe mit der deutlich teureren Konkurrenz, die dafür mit weiteren Zusatz-Features punktet. Lediglich bei Mikrofonqualität und Tragekomfort reicht es nicht ganz für einen Platz auf dem Treppchen.

Und dennoch: Wer überzeugende und schicke In-Ear-Kopfhörer sucht, wird mit den Huawei FreeBuds Pro 3 sehr gut bedient – vor allem (aber nicht nur) in Verbindung mit einem Huawei-Smartphone.

Huawei FreeBuds Pro 3 Test: Gold Award

Huawei FreeBuds Pro 3

Verarbeitung
Tragekomfort
Soundqualität
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

91/100

Schicke und hochwertig verarbeitete In-Ear-Kopfhörer, die hinsichtlich Klang und ANC ganz vorne mitspielen, dafür aber bei Tragekomfort und Mikrofonqualität etwas Federn lassen. Dennoch: Für den Preis stimmt das Gesamtpaket.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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