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Razer Kiyo: Streamer-Webcam mit Beleuchtungsring im Test

Die Webcam Kiyo aus dem Hause Razer soll gemeinsam mit dem Mikrofon Seiren X einen kostengünstigen Einstieg in die Streamingwelt ermöglichen. Das Gerät ist für einen Preis von rund 110 Euro erhältlich und strebt an, unkompliziert und ohne Vorkenntnisse zu bedienen zu sein, wobei nicht auf Qualität verzichtet werden soll.

Inwiefern die Kiyo den Bedürfnissen von Einsteigern und Profis entspricht, soll im folgenden Testbericht geklärt werden. Hierzu wird die Webcam hinsichtlich ihrer Verarbeitung, Ausstattung, Bildqualität und Einstellmöglichkeiten bewertet.

Verarbeitung, Design, Materialien

Die Webcam ist erwartungsgemäß unauffällig. Die verwendeten Materialien sind für die Preisklasse der Webcam typisch. Die Verarbeitung erscheint tadellos. Die kleine Kamera kann aufgrund der Halterung problemlos befestigt werden. Bereits auf den ersten Blick fällt der Beleuchtungsring auf, der im weiteren Verlauf des Testes näher betrachtet werden wird.

Das Design der Kiyo ist für eine Webcam typisch, wird jedoch durch den Lichtring dominiert. Angeschlossen wird die Webcam mittels USB-Kabel. Insgesamt lassen sich im Bereich der Verarbeitung und des Aussehens keine Kritikpunkte finden.

Ausstattung

Wie bereits erwähnt, wird die Kiyo durch den Lichtring, der sie umgibt, dominiert. Durch diese Beleuchtungseinheit soll eine optimale Ausleuchtung des Gesichts erreicht werden, was in vielen Aufnahmesituationen hilfreich ist. Laien dürfte die Ausleuchtung des eigenen Gesichtes vor allem vom Fotografen bekannt sein. Auch dort wird das Gesicht mit einem recht hellen Licht angestrahlt, um es für eine Bildaufnahme möglichst ideal ausleuchten zu können. Der Lichtring der Webcam funktioniert prinzipiell exakt wie die Leuchten eines professionellen Fotografen.

Im praktischen Einsatz erweist die kreisrunde Beleuchtungseinheit sich tatsächlich als sehr nützlich. Bei ausgeschaltetem Licht erscheint das Gesicht in der Aufnahme sehr dunkel – dies könnte bei etwaigen Zuschauern mutmaßlich zu Unbehagen führen und wirkt nicht sonderlich seriös. Wird der Lichtring jedoch eingeschaltet, erstrahlt das Gesicht in neuem Glanze – die Beleuchtung ist tatsächlich hervorragend. Die Qualität des Videos wird durch die Ausleuchtung des Gesichtes enorm gesteigert.

Eine Software liegt der Webcam nicht bei, was einen eindeutigen Schwachpunkt darstellt. Die Einstellungsmöglichkeiten des Gerätes werden dadurch stark limitiert, was sich auch auf die Bildqualität auswirkt – dazu später mehr. Windows-Nutzer können auf OBS zurückgreifen und so zumindest grundlegendste Einstellungen manuell verändern. Die Möglichkeiten blieben jedoch auch hier stark limitiert. Insgesamt dient die spartanische Ausstattung der Kamera vor allem der Benutzerfreundlichkeit für Laien. Einsteiger können mit der Kiyo direkt loslegen und müssen sich nicht erst mit technischem Feintuning und den verschiedensten Kameraeinstellungen befassen. Für erfahrenere Streamer stellt die Abwesenheit dieser Möglichkeiten jedoch einen klaren Nachteil dar.

Bildqualität

Dem vorherigen Abschnitt lässt sich bereits entnehmen, dass die Darstellung des Gesichts bei ausgeschaltetem Lichtring bestenfalls mittelmäßig ist. Davon abgesehen bietet die Kiyo jedoch eine überraschend gute Bildqualität, die sich durch das Einschalten des Lichtrings weiter steigern lässt.

Bei 30 Bildern pro Sekunde erfolgt die Aufnahme mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln, während sie bei 60 Bildern pro Sekunde bei 1.280 x 720 Pixeln liegt. Hinsichtlich der Werte ist die Webcam also durchaus mit weitaus teureren Geräten zu vergleichen, was im ersten Moment überraschend erscheint. Insgesamt kann die Bildqualität jedoch nicht mit der von Spitzenmodellen mithalten.

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Dies ist vor allem auf die fehlenden Einstellungsoptionen der Webcam zurückzuführen. Belichtung und Fokus werden automatisch angepasst. Der Aufnehmende hat kaum eine Möglichkeit, die Aufnahme zu beeinflussen. Dies bietet einerseits den Vorteil, dass Laien die Kamera ohne technische Kenntnisse oder Erfahrungen bedienen können. Andererseits ergibt sich jedoch der Nachteil, dass ein schlechtes Bild nicht manuell korrigiert werden kann, was vor allem erfahrene Anwender ärgern wird.

Selbst Nutzer einfachster Handykameras sind mitunter darauf angewiesen, den Autofokus der Kamera zu korrigieren, um ein ansehnliches Bild aufnehmen zu können. Nun verwehrt die Kiyo ihren Nutzern diese Möglichkeit. In den meisten Fällen arbeitet der Autofokus zwar recht gut und bringt ein ordentliches Bild zustande. Manchmal ist eine zufriedenstellende Aufnahme durch die fehlende Möglichkeit der Einflussnahme jedoch schlicht nicht möglich. Die Selbstregulierung der Kamera ist insgesamt Fluch und Segen zugleich. Während sie die Aufnahme bei guten Verhältnissen erleichtert, macht sie sie in schwierigeren Umgebungen komplett unmöglich. Profis, die bereits Erfahrungen mit verschiedenen Kameras gesammelt haben, werden mit der Kiyo daher vermutlich niemals zufrieden sein. Einsteiger finden hingegen eine pflegeleichte Kamera, die kein Know-How erfordert und meistens dennoch ein akzeptables Ergebnis produziert. Wie im vorherigen Abschnitt bereits erwähnt wurde, können Windows-Nutzer auf die Software OBS zurückgreifen, um zumindest einige grundlegende Einstellungen zu beeinflussen.

Diese Kritik an der Selbstregulierung der Kamera soll letztendlich jedoch weder vernichtend noch einseitig ausfallen. So ist positiv herauszuheben, dass die Nutzung für Laien erleichtert wird. Darüber hinaus sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Bildqualität – sofern die Aufnahmeumgebung für die selbstregulierende Kamera akzeptabel ist – ausgesprochen positiv ausfällt.

Fazit zur Razer Kiyo

Der Preis von 110 Euro ist für die Leistung der Kamera absolut angemessen. Sie befindet sich preislich im Mittelfeld und bietet eine solide, jedoch nicht herausragende Leistung. Preis und Leistung passen somit sehr gut zusammen. Selbstverständlich kann das Gerät nicht mit hochpreisigen Luxusmodellen mithalten. Dies kann von einer 110 Euro teuren Kamera jedoch auch nicht gefordert werden. Insgesamt überzeugt das Gerät, bietet mit dem Lichtring ein sehr gutes Extra, schwächt sich durch die Selbstregulierung jedoch leicht ab.

Razer Kiyo

Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Einstellmöglichkeiten
Preis-Leistungs-Verhältnis

Eine gute Streaming-Webcam für Einsteiger.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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Simon

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Die Webcam Kiyo aus dem Hause Razer soll gemeinsam mit dem Mikrofon Seiren X einen kostengünstigen Einstieg in die Streamingwelt ermöglichen. Das Gerät ist für einen Preis von rund 110 Euro erhältlich und strebt an, unkompliziert und ohne Vorkenntnisse zu bedienen zu sein, wobei nicht auf Qualität verzichtet werden soll.
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Verarbeitung, Design, Materialien
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