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CX 400BT: Sennheiser möchte (ausnahmsweise) im Mittelfeld mitspielen

Der deutsche Hersteller von Audiotechnik Sennheiser ist für außergewöhnliche Klangqualität und für saftige Preise bekannt. Letztere sind in den meisten Fällen gerechtfertigt. Inwiefern Preis und Leistung bei den Wireless-In-Ears CX 400BT stimmig sind, werden wir in dieser Review auf den Punkt bringen.

Die CX 400BT sollen kein „billiger“ Abklatsch der MOMENTUM-Ohrhörer sein, welche die Flaggschiffe des Traditionsunternehmens sind und in Sachen Leistung immer ganz vorne mitspielen. Vielmehr hat Sennheiser ein Produkt kreiert, dass den hohen Erwartungen entsprechen kann, aber preislich im Mittelfeld mitspielen soll. Dass dadurch Abstriche gemacht werden mussten, ist selbsterklärend.

Wie die Abstriche aussehen, was die Sennheiser CX 400BT als neuestes Mitglied der Wireless-Audiofamilie können und ob sie ihr Geld Wert sind, haben wir auf den Prüfstand gestellt. Kleiner Spoiler: Wir haben festgestellt, dass Sennheiser niemals in Sachen Klang enttäuschen kann – auch nicht für 125 Euro.

Technische Daten

Bauart In-Ear mit Touch-Bedienelement
Treiber 7 mm dynamischer Treiber
Frequenzgang 5 – 21.000 Hz
Klirrfaktor bei 1 kHz <0,08 % (1 kHz = 94 dB)
Frequenzgang (Mikrofon) 100 bis 10.000 Hz
Akkulaufzeit Bis zu 7 Stunden bei Musikwiedergabe / Bis zu 20 Stunden Musikwiedergabe mit Ladebox
Ladezeit 1,5 Stunden für volle Ladung / 10 Minuten für 1 Stunde
Verbindung Bluetooth 5.1
Audio-Codecs SBC, ACC, aptX
Anschluss USB-C
Kompatibilität iOS, Android
Abmessung (Box) 59 x 33,8 x 42,3 mm
Gewicht 49 g (insgesamt) / 6 g (ein Kopfhörer)
Material Kunststoff / Silikon (Ohradapter)
Farben Schwarz, Weiß
Preis € 115,00 *

Was ist drin

Die CX 400BT liefert Sennheiser in einer schmalen, unscheinbaren Verpackung, welche mit anderem Namen darauf zahlreich im Elektroladen zu finden ist. Aber es zählt auch in diesem Test das Innere.

Ausgepackt finden wir die In-Ears in dem dafür vorgesehenen Etui, das gleichzeitig als Ladestation dient. Zusätzlich wird der Lieferumfang durch vier Ohradapter in den Größen XS, S, M und L ergänzt; womit so ziemlich jeder Ohrtyp abgedeckt ist. Außerdem beinhaltet die Verpackung noch das USB-Ladekabel und natürlich die obligatorische Anleitung.

Am Ende steckt das drin, was zu erwarten ist – nicht mehr und nicht weniger.

Rein äußerlich hübsch anzusehen

Beim Gehäuse der Ohrhörer hat sich Sennheiser für ein etwas kompakteres, fast klobigeres Aussehen entschieden, als man es vielleicht von den MOMENTUM-Hörern gewohnt ist. Generell sehen sie aber dennoch hochwertig und edel aus, wie man es von Produkten aus dem Hause Sennheiser kennt. Entsprechend sehen und fühlen sich selbst Budget-In-Ears des Unternehmens noch besser an als viele andere in der Preisklasse.

Die Ohrhörer sind viereckig, aber abgerundet gebaut und das Sennheiser-Logo prangt auf der Außenfläche. Diese dient zeitgleich als Touch-Bedienelement, wozu wir später noch kommen. Das komplette Gehäuse ist aus robustem Kunststoff.

Auf der Innenseite sind die Kontaktpunkte zum Laden zu sehen sowie eine kleine Status-LED. Ansonsten sind die Ohrhörer in beiden Farben – Schwarz und Weiß – absolut schlicht gehalten. Man verzichtet auf Material-Highlights oder sonstige Akzente.

Das Ladeetui zieht die schlichte Nummer ebenfalls durch. Lediglich ein Streifen rund um den Rand der Öffnung ist glänzend Gehalten. Ansonsten wurde auch hier die Farbe matt gehalten. Was besonders auffällt, ist die Größe des Etuis. Mit gerade einmal 59 Millimetern Länge passt sie in jede Jackentasche. Hier wurde wirklich nur das Minimum an Material verbraucht, damit beide Ohrhörer und ein Akku hereinpassen. Eine Luxusverpackung ist bei dem Preis natürlich nicht zu erwarten.

Gewohnte Klangwelt by Sennheiser

Die Sennheiser CX 400BT sind mit einem maßgeschneiderten 7-Millimeter-Treiber ausgestattet, der einen gewohnt guten Sound auf die Ohren bringt. Wobei gut auch im Falle der CX 400BT untertrieben ist. Zwar müssen diese In-Ears auf Active Noise Cancellation (ANC) verzichten, aber dennoch bekommt man einen hervorragenden Klang zu hören, ohne dass die In-Ears einen Fokus auf einen Frequenzbereich legen – auch dank einem Klirrfaktor von unter 0,08 Prozent. Ganz gleich ob basslastige, mittlere oder klare hohe Töne: die CX 400BT werden dem Namen ihres Erschaffers gerecht und balancieren den Sound bestens aus.

Und dank der Bauweise sorgen die Ohrhörer, nachdem man sie mit einer kleinen Drehung in den Ohren angebracht hat, schon dafür, dass ein Großteil der Außengeräusche ausgegrenzt wird. Da fällt das fehlende ANC nicht weiter auf. Die restlichen Geräusche werden mit der Lautstärke übertönt, wenn es denn gewollt ist; laut sind die beiden Hörer allemal.

Bluetooth und verschiedene Codecs regeln

Verbunden werden können Smartphones und Tablets durch Bluetooth 5.1 mit den Sennheiser CX 400BT. Unterstützt wird die Vereinigung durch die Codecs SBC, AAC und aptX, damit der klare, hochauflösende Sound über die Treiber auch 1:1 kabellos übermittelt wird. Außerdem werden dadurch sowohl iOS- als auch Android-Geräte unterstützt.

Was den ein oder anderen vielleicht stören wird, ist die Tatsache, dass die Ohrhörer nur mit einem Gerät gleichzeitig verbunden werden können. Für fleißige Unternehmer mit mehreren Smartphones eignen sich die CX 400BT also nicht. Was die Sache vielleicht wieder gut macht: Die Hörer können auch eigenständig verwendet werden und sind nicht aufeinander angewiesen.

Um nicht ständig das Handy zücken zu müssen, besitzen die CX 400BT jeweils ein Touch-Bedienelement an der Außenseite der Ohrhörer. Dieses kann individuelle mit je zwei verschiedenen Funktionen gleichzeitig programmiert werden. Behilflich ist dabei die Smart Control-App, zu der wir noch in einem separaten Part kommen.

Vom Werk aus ist die Bedienoberfläche bereits mit Funktionen versehen. Dazu gehört die Steuerung der Musik, Anrufannahme und die Aktivierung des Sprachassistenten des jeweiligen Gerätetyps.

Bis hierhin sind wir mit den CX 400BT von Sennheiser absolut zufrieden. Der Klang ist gut, Außengeräusche sind nicht wesentlich störend, trotz fehlendem ANC, und Verbindung sowie Bedienung sind ebenfalls zufriedenstellend. Bleibt abzuwarten, was Mikrofon, Akku und die App alles draufhaben.

Mikrofon kommt ohne Transparent Hearing bestens aus

Mikrofontechnisch ist nichts Weltbewegendes verbaut, aber es reicht für klare und deutliche Stimmübertragung in einem Frequenzbereich von typischen 100 bis 10.000 Hz. Alle Testcalls in der Redaktion waren zufriedenstellend. Wie immer nehmen In-Ear-Mikrofone jedoch verhältnismäßig viele Nebengeräusche auf. In lauten Umgebungen kann man also weniger gut telefonieren.

Das Mikrofon des CX 400BT dient, wie es heute üblich sein sollte, zudem für die Kommunikation mit Sprachassistenten. Unterstützt werden die Gängigsten wie beispielsweise Siri oder Google Assistant. Auch die funktionierte in unseren Tests einwandfrei.

Der Akku kann lange (genug)

Der Strom im Ladeetui und in den In-Ears wird mithilfe von Lithium-Ion Akkus gespeichert. Sind beide Ohrhörer erst einmal voll aufgeladen, kann man 7 Stunden Musik bei 50-prozentiger Lautstärke hören. Hat man die Ladebox dabei, reicht der dort eingebaute Akku für weitere zwei Aufladungen. Dadurch verlängert sich die Akkulaufzeit der Hörer auf insgesamt bis zu 20 Stunden.

 

Eine volle Ladung dauert dabei 1,5 Stunden, während man für 10 Minuten eine Stunde bekommt. Unserer Meinung nach schnell und ausreichend.

Die Smart Control-App macht die CX 400BT persönlicher

Die App ist kein Muss, um die Features der CX 400BT voll auszukosten. Sie funktionieren auch ohne mit iOS- und Android-Geräten.

Aber die Smart Control-App von Sennheiser hat das ein oder andere spannende Feature in petto. Da wäre zunächst einmal der Equalizer, mit welchem man sich den Sound perfekt auf die eigenen Ohren abstimmen kann. Dazu kann dieser entweder grafisch, für die vereinfachte Bedienung, oder klassisch mit Reglern angezeigt werden.

Außerdem bietet die App wie erwähnt die Möglichkeit die Funktionen des Touch-Bedienfeldes selbst zu konfigurieren. Dazu lassen sich je für den linken und rechten Ohrhörer zwei Funktionen aus insgesamt acht auswählen.

CX 400BT vs. MOMENTUM True Wireless 2

Jetzt möchte man doch meinen, dass die CX 400BT alles können, was die MOMENTUM True Wireless 2 auch können. Laut dem Preis kann das nicht stimmen und dem ist auch nicht so. Das ein oder andere Feature fehlt den CX 400BT und deshalb rangieren diese beabsichtigt nur in der Mittelklasse.

Neben der fehlenden Geräuschunterdrückung (ANC) bieten die CX 400BT auch kein Transparent Hearing, also die Ausbalancierung von Stimme und Nebengeräuschen beim Verwenden des Mikrofons. Zudem wurde es nicht IPX-zertifiziert, was die Ohrhörer weder wasser- noch schweißresistent macht. Wir empfehlen die Verwendung der Sennheiser CX 400BT somit auf die Verwendung bei gutem Wetter und Schritttempo zu beschränken.

All das bringt dem Sound und der sonstigen Qualität der Sennheiser CX 400BT keinen Abbruch ein. Vielmehr kommt man für 125 Euro günstiger in den Genuss herausragender Audioqualität, die seit Jahrzehnten mit das Beste ist, was man auf dem Markt bekommt. Wir hatten mit mehr Abstrichen gerechnet.

Fazit

Eigentlich haben wir schon zwischendrin durchblicken lassen, dass wir vollkommen zufrieden mit den Sennheiser Budget-Ohrhörern sind. Man bekommt für deutlich weniger Geld, als die MOMENTUM True Wireless 2 kosten, die gleiche herausragende Klangqualität, ein zufriedenstellendes Mikrofon, ein elegantes Design sowie die Möglichkeit anhand der Smart Control-App die CX 400BT zu personalisieren.

Unterm Strich ist in unseren Augen, pardon, Ohren ein exzellentes Produkt herausgekommen, womit Sennheiser nun auch der Mittelklasse-Konkurrenz das Fürchten lehrt.

Wer auf ANC und IPX-Zertifizierung verzichten kann, sollte die Sennheiser CX 400BT mit in den Produktvergleich aufnehmen. Von uns gibt es eine klare Kaufempfehlung!

Sennheiser CX 400BT

Verarbeitung
Tragekomfort
Soundqualität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

92/100

Die Sennheiser CX 400BT können als minimal abgespeckte Version der MOMENTUM-Serie gesehen werden. Die Betonung liegt jedoch auf „minimal“: Kann man auf Geräuschunterdrückung und Wasserresistenz verzichten, bekommt man für verhältnismäßig wenig Geld die hochauflösende Klangwelt von Sennheiser ins Ohr gespielt.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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