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Sennheiser Memory Mic: Kabelloses Mikrofon fürs Smartphone im Test

Mit dem kabellosen Mikrofon Memory Mic stattet Sennheiser Streaming-Begeisterte, Instagram-Nutzende und Co mit einem neuen Gadget aus. Wer gerne Videos von sich aufnimmt und dabei Wert auf die Tonqualität legt, hat möglicherweise bereits Ausschau nach einem solchen Gerät gehalten, bisher jedoch vergeblich. Sennheiser betritt also eine Marktnische und sorgt damit für Aufsehen – Grund genug, das neue Gerät einmal ausgiebig zu testen.

Lieferumfang

Neben dem kleinen Mikrofon finden sich in der Packung ein USB-C-Ladekabel, eine Bedienungsanleitung und ein Zettel mit Sicherheitshinweisen. Nebeneinander ausgebreitet mutet der Packungsinhalt recht spartanisch an; tatsächlich ist jedoch einfach nicht mehr nötig, um das Gerät zu betreiben. Lediglich ein USB-Poweradapter hätte man noch beilegen können, aber den hat vermutlich sowieso jeder.

Technische Daten

Betriebsart kabellos
Maße 51 x 37 x 16 mm
Gewicht ca. 30 Gramm
Richtcharakteristik Kugel
Akku 360 mAh
Max. Schalldruckpegel 119 dB SPL @ 1 kHz
Wandlerprinzip Dauerpolarisiertes Kondensatormikrofon
Ladezeit 70% aufgeladen = 1 h
100% aufgeladen = 2 h
Ersatzgeräuschpegel A-bewertet n. DIN IEC 651 28 dB(A) SPL
HF-Ausgangsleistung 10 mW
Betriebszeit 4 Stunden
Frequenzbereich 2.4 bis 2.4835 GHz
Übertragungssystem Bluetooth 4.1 oder höher
WLAN IEEE 802.11 b/g/n
Temperaturbereich Betrieb: 0°C to +40°C
Lagerung: –20°C to +70°C
Audio-Frequenzgang 100–20,000 Hz
(Data Stream) Bit-Auflösung 48 kHz / 16 bit
Preis € 89,00 *

Design & Verarbeitung

Zunächst fällt die geringe Größe des Mikrofons auf. Es ist mit Maßen von 51 x 37 x 16 Millimetern etwa so groß wie eine Streichholzschachtel und kann problemlos in der Hosentasche verstaut werden. Das Gewicht des Geräts liegt bei etwa 30 Gramm – auch in dieser Hinsicht präsentiert es sich also zurückhaltend. Gefertigt ist es aus robustem Kunststoff, der bei Druck jedoch ein wenig knirscht.

Rückseitig verfügt das Mikrofon über einen kleinen Clip, mit dessen Hilfe es beispielsweise am Hemdkragen befestigt werden kann. Diese Art der Befestigung funktioniert problemlos. Hierbei kommt dem Mikrofon auch sein geringes Gewicht zugute: Beim Tragen fällt es kaum und schon gar nicht störend auf. Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass der Clip magnetisch funktioniert. Wer einen Herzschrittmacher trägt, sollte von der Nutzung des Mikrofons also Abstand nehmen, da der Magnet die Funktionsweise des Schrittmachers beeinträchtigen könnte.

Die Mikrofonkapsel befindet sich auf der Oberseite hinter einem kleinen Metallgitter. Rechtsseitig findet sich eine einzelne Taste, über die das Mikrofon ein- und ausgeschaltet werden kann.

Farblich wagt Sennheiser keine Experimente und setzt auf Weiß. Das Memory Mic kann also als in jeder Hinsicht unauffällig bezeichnet werden. Es ist klein, handlich und kann aufgrund des zurückhaltend-minimalistischen Designs beinahe übersehen werden. Dennoch hätten wir uns gewünscht, dass es einen Anschluss für ein externes Mikrofon gibt, um ein noch unauffälligeres Laveliermikrofon anschließen zu können.

Einrichtung der App

Bevor wir loslegen können, müssen wir eine App des Herstellers installieren. Die App steht sowohl im Google Play Store als auch im App Store von Apple kostenlos zur Verfügung. Sobald sie heruntergeladen ist, kann das Mikrofon eingerichtet werden. Hierfür muss es sich in direkter Nähe zum Smartphone befinden, da eine Bluetooth-Verbindung hergestellt werden muss. Steht die Verbindung, startet der Einrichtungsprozess automatisch. Wir mussten lediglich fünf Punkte durcharbeiten, was innerhalb weniger Minuten erledigt ist. Da einer dieser Punkte in einem Soundtest besteht, sollte die Einrichtung in einer eher ruhigen Umgebung vorgenommen werden. Ist die Einrichtung erfolgreich abgeschlossen, ist das Mikrofon bereit für den Einsatz.

Funktionen & Features

Die Hauptfunktion des Mikrofons liegt auf der Hand: Es soll Töne aufnehmen. Wer ans Werk gehen will, muss wieder zwingend auf die Sennheiser-App zurückgreifen. Hier kann ausgewählt werden, ob eine reine Audio- oder eine kombinierte Audio- und Videoaufnahme erfolgen soll. Wer Videos mit qualitativ hochwertigem Ton aufnehmen will, was wohl der häufigste Beweggrund für den Kauf des Mikrofons sein dürfte, wählt die kombinierte Aufnahme auf. Wir haben uns darüber gewundert, dass es danach erstaunlich kompliziert weiterging.

Aufnahme

Das Video kann ausschließlich mit der Sennheiser-App aufgenommen werden. Diese ist funktionsmäßig leider sehr beschränkt, so ist es wirklich nur möglich das Video aufzunehmen. Es gibt keine weiteren Funktionen, auch Zoomen ist nicht möglich. Doch das ist nicht alles: Der Ton wird getrennt vom Video aufgenommen.

Was unnötig kompliziert erscheint, dient vermutlich dem Vermeiden von Verbindungsabbrüchen, die auftreten und eine Aufnahme ruinieren könnten, wenn Smartphone und Mikrofon während der Aufnahme verbunden wären.

Die Empfindlichkeit des Mikrofons während der Aufnahme kann in drei Stufen eingestellt werden, um auf unterschiedliche Umgebungssituationen zu reagieren.

Export

Im nächsten Schritt müssen Video und Audio zusammengeführt werden. Hierzu wird zunächst eine WLAN-Verbindung zwischen Smartphone und Mikrofon aufgebaut. Steht die Verbindung, kann die Audioaufnahme exportiert werden, woraufhin sie in der App mit dem Video zusammengefügt wird. Die Dauer dieses Synchronisationsprozesses ist abhängig von der Länge sowie von der Qualität der Aufnahme. Er kann zwischen wenigen Sekunden und einigen Minuten dauern. Für ein vier minütiges Video haben wir ca. 40 Sekunden gebraucht, um die Verbindung aufzubauen und die Aufnahme aufs Smartphone zu übertragen. Die Übertragung an sich hat dabei nur wenige Sekunden gedauert.

Anschließend kann man die Mikrofonaufnahmen des Memory Mics noch mit der Audioaufnahme des Smartphones abmischen.

Soll das so entstandene Video anschließend aus der App in die gewöhnliche Videobibliothek exportiert werden, muss mit einem weiteren zeitraubenden Exportprozess gerechnet werden – hier ist standardmäßig mit einigen Minuten zu rechnen. Auf unserem leistungsstarken Huawei Mate 20 Pro haben wir für das 4-Minuten-Video eine Minute zur Umwandlung gebraucht. Die Full-HD-Videoaufnahme war nach dem Export 514 MB groß. Eine reine Audioaufnahme (WAV) hingegen 21,9 MB. Anders als beim Video betrug die Bitrate bei der Audioaufnahme nicht 269 kBit/s sondern 767 kBit/s.

Letztlich bleibt die Frage, ob diese komplizierten Aufnahme- und Exportprozesse durch die Unmöglichkeit einer abreißenden Verbindung tatsächlich zu rechtfertigen sind. Wir denken, auf einer Messe oder ähnlichen Veranstaltungen, auf denen man meist nur einen Versuch hat, ist das tatsächlich sehr hilfreich. Auch ist die dortige kabellose Signalqualität meistens nicht ausreichend für eine problemfreie Übertragung. Sicherlich werden jedoch auch private Nutzer in den heimischen vier Wänden genervt von Verbindungsabbrüchen und nicht-synchronen Aufnahmen sein. Dennoch wäre es praktikabler, wenn die App dies automatisch im Hintergrund erledigen würde.

Aufnahmequalität

Die Soundqualität ist natürlich der entscheidende Faktor an einem Mikrofon. Zunächst sollen hier noch einige technische Details betrachtet werden: Es handelt sich um ein Kondensatormikrofon, das mit Kugelcharakteristik ausgestattet darauf ausgerichtet ist, Töne rundherum einzufangen. Das ist insoweit wichtig, als dass die Richtcharakteristik Rückschlüsse auf Vor- und Nachteile zulässt. Die verwendete Kugelcharakteristik ist beispielsweise sinnvoll, wenn ein besonders natürlicher Klang erreicht werden soll, was bei den meisten Aufnahmen, sofern es sich nicht gerade um Musikaufnahmen handelt, gewünscht ist. Ferner ist es, wie bereits erwähnt, besonders gut geeignet, wenn Töne aus allen Richtungen gleichermaßen eingefangen werden sollen.

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In der Praxis konnte das Memory Mic uns tatsächlich überzeugen. Hintergrundrauschen war nur in akzeptablem Maße zu hören, während Stimmen sehr klar und deutlich aufgenommen wurden. Schwierig sind jedoch Aufnahmen in lauten Umgebungen: Sind laute Hintergrundgeräusche zu hören, was bei Menschenmengen im Rahmen von großen Events der Fall ist, kann die Aufnahmequalität leider nicht sonderlich überzeugen.

In ruhigen und mäßig lauten Umgebunden ist das Memory Mic hingegen wirklich überzeugend. Selbst bei Wind gelingen hochwertige Aufnahmen ohne unschönes Rauschen.

Akkulaufzeit

Der Akku des Mikrofons fasst 360 mAh hält etwa vier Stunden. Eine automatische Abschaltung gibt es leider nicht, wenn keine Aufnahme läuft. Man muss also darauf achten, das Mikrofon auch abzuschalten.

Trotz der geringen Akkugröße dauert es etwa zwei Stunden bis der Akku wieder voll ist. Positiv haben wir den USB-C-Anschluss bewertet.

Fazit

Das kleine Mikrofon überzeugt mit seiner Kompaktheit, seiner unbeschränkten Einsatzfähigkeit, einem starken Akku und einer in ruhigen und mäßig lauten Umgebungen sehr guten Aufnahmequalität. Weniger überzeugend finden wir die nötige Zusammenführung von Audio und Video im Anschluss an die Aufnahme, die Aufnahmequalität in lauten Umgebungen und den hohen Preis von 199 Euro. Zugutehalten sollte man dem Memory Mic, dass es ein Problem, das viele Menschen, die gerne Videos machen, bisher hatten: Es ist das erste portable und unbeschränkt einsatzfähige Mikrofon für das Smartphone, das eine angemessene Aufnahmequalität ermöglicht. Die Idee ist also absolut lobenswert, Sennheiser hat eine lukrative Marktlücke entdeckt und darf sich vermutlich auf einen großen Ansturm freuen. Die Ausarbeitung ist jedoch noch ein wenig verbesserungsfähig.

Sennheiser Memory Mic

Design und Verarbeitung
App
Funktionen
Aufnahmequalität
Akku
Preis-Leistungs-Verhältnis

Ein innovatives Produkt, das trotz Verbesserungsbedarf überzeugt.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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Simon

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Neben dem kleinen Mikrofon finden sich in der Packung ein USB-C-Ladekabel, eine Bedienungsanleitung und ein Zettel mit Sicherheitshinweisen. Nebeneinander ausgebreitet mutet der Packungsinhalt recht spartanisch an; tatsächlich ist jedoch einfach nicht mehr nötig, um das Gerät zu betreiben. Lediglich ein USB-Poweradapter hätte man noch beilegen können, aber den hat vermutlich sowieso jeder.

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