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Urtopia Carbon One Test: Leichtes E-Bike mit Technik von Morgen

Es ist schon erstaunlich inwieweit sich die Fortbewegung im urbanen Raum innerhalb der letzten Jahre gewandelt hat. Bestimmten noch vor einiger Zeit lediglich Fußgänger, Fahrräder, private Pkw und Busse das Straßenbild, tummeln sich mittlerweile einige Fortbewegungsmittel mehr auf Straße und Fußweg. Neben immer mehr Fahrzeugen von Carsharing-Diensten sind es vor allem E-Roller und E-Bikes, die vermehrt zum Einsatz kommen. Insbesondere letztere erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, da sie dank praktischer Tretunterstützung ein komfortables Fortkommen ermöglichen.

Doch die Fahrräder mit Elektromotor haben in der Regel einen entscheidenden Nachteil – Sie sind unglaublich schwer. Dafür sorgt nicht nur der Motor, sondern allen voran der Akku. Dass das nicht sein muss, möchte nun das Urtopia Carbon One unter Beweis stellen. Dieses verspricht nämlich nicht nur, seinen Fahrer rasant von A nach B zu bringen. Obendrein wiegt es dank Carbonrahmen gerade einmal 15 kg. Damit ist es laut Herstellerangaben 30 Prozent leichter als die meisten anderen vergleichbaren Modelle der Konkurrenz. Was hinter den vielversprechenden technischen Daten steckt, wollen wir im ausführlichen Urtopia Carbon One Test für euch überprüfen.

Alles begann mit einer Crowdfunding-Kampagne

Dass das Urtopia Carbon One ein etwas anderes E-Bike ist, wird nicht nur am spannenden Design deutlich, das sich deutlich von der Konkurrenz abhebt. Außerdem ist das Startup noch ein sehr junges Unternehmen. Erst Ende letzten Jahres präsentierte man das E-Bike-Projekt, welches auf den Namen New Urban Utopia hörte. Sowohl Name als auch Ausstattung konnten viele Investoren von dem Projekt überzeugen. Schließlich klingt ein komplett aus Carbon gefertigter Rahmen in Kombination zu viel Leistung und modernster Technik mehr als vielversprechend. So verwundert es auch nicht, dass das Startup schnell die notwendigen Taler zusammen hatte und am Ende mehr als 3 Millionen US-Dollar einsammeln konnte. Der Produktion in hohen Stückzahlen stand damit nichts mehr im Weg. Nun attackiert das Startup Konkurrenten wie VanMoof und Cowboy, die ebenfalls mit E-Bikes für das urbane Terrain auf dem Markt vertreten sind.

Dieses Produkt ist nicht verfügbar.

Technische Daten

Motor Leistung: 250 Watt
Tretunterstützung: Bis 25 km/h
Leistungsstufen: Fünf Stufen
Antrieb Gates Carbon Drive Riemenantrieb
Zulässiges Gesamtgewicht 110 kg
Material Rahmen, Lenker, Gabel und Sattelstütze aus Carbon
Bremsen Hydraulische Scheibenbremsen
Anzeige Matrix LED Display mit Auskunft über Akku, Geschwindigkeit und Leistungsstufe
Akku Wechselbarer 360 Wh großer Lithium-Ionen-Akku (Ladezeit: 2,5 Stunden)
Gewicht und Maße Gewicht: 14 kg
Rahmenhöhe: 84 cm
Radgröße: 27 Zoll
Distanz laut Herstellerangaben bis zu 100 km
Preis Preis nicht verfügbar *

Urtopia Carbon One Test: Unkomplizierter Aufbau

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nie in meinem Leben einen Reifen gewechselt oder Räder von einem Fahrrad abmontiert habe. Umso gespannter war ich, ob ich das Urtopia Carbon One überhaupt aufgebaut bekomme. Wie sich herausgestellt hat, war der Aufbau überhaupt kein Problem. Nach einer kurzen Lieferzeit von gerade einmal drei bis fünf Werktagen kommt das E-Bike bei seinem Käufer an. Die Spedition brachte mir das E-Bike in einem überraschend kompakten Paket.

Urtopia Carbon One

Nachdem ich dessen Deckel abnahm war ich positiv überrascht ob der wenigen Kleinteile. So ist der Rahmen an sich bereits fest mit Antrieb, Motor und Hinterrad verbunden. Deine Aufgabe ist es eigentlich nur, dass Vorderrad anzubringen. Hier ist der im Vorteil, der einen Fahrradständer zuhause hat. Alternativ holt man sich, so wie ich, zwei weitere helfende Hände zur Unterstützung heran, die das Fahrrad während der Montage festhalten. Ist das Vorderrad angebracht, folgen Sattel und Pedale. So brauchte ich für den Aufbau nur knapp zehn Minuten.

Urtopia Carbon One

Da es sich hier aber um kein herkömmliches Fahrrad, sondern ein modernes und vor allem auch gut vernetztes E-Bike handelt, ist man mit dem klassischen Zusammenschrauben noch nicht fertig. Weiter geht es mit der Urtopia App. Diese dient gewissermaßen als Schnittstelle zwischen Fahrer und „Bordcomputer“. Eine Verbindung zwischen Smartphone und Urtopia stellst du über das Display her. Hier erscheint im Pairing-Vorgang ein QR-Code, den du mit deiner Smartphone-Kamera aufnimmst. In der Praxis funktionierte das richtig gut, weshalb die Einrichtung alles in allem knapp 20 Minuten in Anspruch nahm.

Urtopia Carbon One Test: Design und Verarbeitung

  • Fast alle Teile bestehen aus Carbon
  • Modernes Design mit geschwungenen Formen
  • Kaum sichtbare Kabel

Das Urtopia Carbon One ist sowohl auffällig als auch unauffällig. Fangen wir mit dem Auffälligen an – der Rahmenform. Auf den ersten Blick wirkt es durch seine geschwungenen Formen nämlich wie ein Konzeptfahrrad, das so gar nichts mit dem Durchschnitts-Design von herkömmlichen Fahrrädern zu tun hat. Grund hierfür ist vor allem die Tatsache, dass das Sitzrohr nicht geradewegs von Sattel herunter zum Tretlager wandert. Stattdessen knickt es nach hinten ab, was das E-Bike zu einem echten Hingucker macht.

So wurde ich bereits aufgrund der Rahmenform diverse Male von Passanten um mich herum angesprochen. Ganz zu schweigen von den Reaktionen auf technische Features – dazu aber später mehr. Du stellst dir die Frage, was angesichts des aufregenden Designs unauffällig an dem Urtopia sein soll? Bei diesem Fahrrad lässt sich kaum erkennen, dass es sich um ein E-Bike handelt.

Schließlich verstecken sich Kabel und Akku im Rahmen, weshalb man sich mit Blick auf das Fahrrad voll und ganz auf das besondere Aussehen konzentrieren kann. Beim genaueren Hinsehen lässt sich dann aber ein Schlüsselloch im Rahmen erkennen. Mithilfe des passenden Schlüssels kann man hier den Akku ausbauen. Das ist besonders praktisch, da man zum Laden des Bikes nicht das Urtopia in die Wohnung schleppen muss. Stattdessen baut man einfach den 2,2 kg leichten Akku aus und lädt ihn in den eigenen vier Wänden.

Ultraleichter Carbon-Rahmen

  • Mit 15 kg extrem geringes Gewicht
  • Deutlich leichter als die Konkurrenz
  • Spaltmaße beim Akku könnten schmaler sein

Beim Urtopia stimmt nicht nur die Optik, sondern auch die Verarbeitungsqualität. Dabei muss man einfach die Materialwahl hervorheben. Das Startup setzt bei seinem E-Bike hauptsächlich auf Kohlefaser – besser bekannt als Carbon. Diesen wertvollen Stoff kennen wir hauptsächlich von hochpreisigen Sportwagen. Und das kommt nicht von ungefähr. Schließlich bietet der teure Wertstoff viele Vorteile. So sorgt die Kohlefaser beim Urtopia nicht nur für ein extrem geringes Gewicht von knapp 15 kg.

Das ist im Vergleich zu anderen E-Bikes ein überragender Wert. So bringt das VanMoof S5 beispielsweise stolze 23 kg auf die Waage. Obendrein gilt der Stoff als überaus robust. Angesichts einer maximalen Nutzlast von 110 kg kann man dies hier durchaus bestätigen. Ein wenig Anlass zur Kritik gibt das schnittige Fahrrad in Sachen Verarbeitung mir dann doch. So hätte ich es beispielsweise besser gefunden, wenn der Akku noch unsichtbarer mit dem Rahmen vereint worden wäre.

Schließlich trüben die Spaltmaße das ansonsten so cleane Design des Rahmens ein wenig. Auch mit dem Ladeanschluss, der sich am E-Bike selbst befindet, bin ich nicht vollauf zufrieden. Urtopia setzt hier auf eine Abdeckung aus Gummi, die mit der Zeit dazu neigen dürfte, etwas lose am Rahmen zu hängen. Das mag nach Meckern auf hohem Niveau klingen, aber man darf nicht vergessen, dass wir hier ein Fahrrad mit einer UVP von knapp 3.300 Euro vor uns haben. Da muss man auch mal etwas pingelig sein.

Wo wir gerade beim Preis sind, muss ich auch ein wenig über die Ausstattung meckern. So mag das E-Bike zwar mit diversen technischen Spielereien daherkommen, manche Basics vermisst man allerdings. So hätte Urtopia angesichts des gepfefferten Preises ruhig ein Paar Schutzbleche nebst Fahrradständer beilegen können. Beide Zubehörteile muss man sich bei Bedarf bei Urtopia selbst zu nicht unerheblichen Preisen nachbestellen.

Urtopia Carbon One Test: Die Wahl der richtigen Version

Beim Urtopia hat man die Wahl zwischen drei verschiedenen Farbvariationen. Uns stand zum Test die Version „Midnight in Paris“ zur Verfügung. Diese setzt auf die Grundfarbe Grau und verziert den Rahmen mit Streifen in den Farben Grün, Rot und Gelb. Alternativ bekommt der graue Rahmen weiße (Lyra) oder orange und weiße Farbstreifen (Sirius) spendiert. Neben der richtigen Farbe musst du auch die passende Größe wählen.

Hier bietet Urtopia mit M und L zwei unterschiedliche Ausführungen. Während M für Personen mit einer Körpergröße zwischen 165 und 180 cm geeignet sein soll, soll L für Personen mit einer Größe zwischen 175 cm und 190 cm passen. Ich entschied mich für das Urtopia Carbon One in der Ausführung L und empfand dies mit 180 cm Körpergröße als absolut passend. Wer also größenmäßig wie ich genau zwischen den beiden Größen liegen sollte, dem rate ich entschieden zur größeren Version.

Verträgt es sich mit dem Straßenverkehrsrecht?

  • Blinker könnte man als rechtliche Grauzone sehen
  • An Vorder- und Hinterrad fehlt ein Katzenauge
  • Urtopia verspricht, dass das E-Bike konform mit der StVZO ist

Wer sich ein E-Bike kauft, das mit derlei technischen Spielereien ausgestattet ist, sollte sich selbstverständlich über die Konformität zur Gesetzeslage in Deutschland schlau machen. Schauen wir uns doch einmal an, was das Urtopia Carbon One zu bieten hat. Da wäre zum einen das fest verbaute Licht an der Vorderseite. Dieses bietet einen breiten Lichtkegel, was nicht nur dafür sorgt, dass der Weg vor einem gut beleuchtet wird. Obendrein ist das Urtopia sehr gut vom Gegenverkehr zu erkennen.

Urtopia Carbon One

Am Heck befindet sich wiederum das Rücklicht, welches sich ummittelbar unter dem Sattel an der Sattelstange befindet. Spannender als rote Rücklicht sind aber die beiden Begleiter, welche sich rechts und links davon befinden. Hierbei handelt es sich um zwei Projektoren, welche links und rechts vom Hinterrad als Blinker agieren und den Verkehrsteilnehmern hinter dir einen Fahrtrichtungswechsel anzeigen sollen. Das mag ein echtes Highlight des Fahrrads sein, könnte mitunter aber zu unangenehmen Fragen von Verkehrspolizisten führen.

Schließlich ist es als fraglich, ob Fahrräder Blinker haben dürfen. Ein explizites Verbot dieser Technik gibt es allerdings auch nicht. Da die Projektoren definitiv für mehr Sicherheit sorgen, werden aber wohl die wenigsten etwas dagegen sagen. Weit problematischer ist, dass Vorder- und Hinterrad jeweils nur über einen Reflektor verfügen. Das entspricht nicht den Vorgaben der StVO, was bei pingeligen Gesetzeshütern zu einer Verwarnung führen kann. Hierbei handelt es sich allerdings nur um Kleinigkeiten, die wohl den wenigsten Polizisten ein Dorn im Auge sein werden. Da das Urtopia Carbon One bei 25 km/h seine Unterstützung durch den E-Motor abriegelt, ist das wichtigste Kriterium für Legalität nämlich erfüllt.

Urtopia Carbon One Test: Hoher Fahrkomfort dank E-Motor

  • Hochwertiger Gates Carbon Drive Riemenantrieb
  • Elektromotor mit 35 Nm Drehmoment
  • Fünf Leistungsstufen
  • Pannensichere Reifen von Kenia

Was zeichnet ein E-Bike aus? Richtig – ein Elektromotor. Dieser sitzt beim Urtopia im Hinterrad und sorgt für einen Drehmoment von 35 Nm. Dieses spürst du vor allem in der höchsten der insgesamt fünf verfügbaren Leistungsstufen. Die Unterschiede zwischen den verschieden starken Stufen bemerkt man bei der Tretunterstützung auf Anhieb. An der maximalen Geschwindigkeit mit Motorunterstützung ändert sich dadurch hingegen nichts.

Urtopia Carbon One

Hier entspricht das Urtopia den gesetzlichen Normen, sodass bei 25 km/h Schluss ist. Wer die nötige Muskelkraft hat, kann natürlich auch schneller fahren. Das non-plus-ultra bei Fahrrädern, egal ob E-Bike oder normales Bike, sind Riemenantriebe. Schließlich sind diese nicht nur langlebiger als klassische Kettenantriebe. Obendrein muss man sie quasi nie warten. Die Technik erlaubt es nämlich, dass sie gänzlich ohne Öl und andere Schmierstoffe bestens funktionieren.

Als Premium-E-Bike lässt sich natürlich auch das Urtopia nicht lumpen und kommt mit einem Riemenantrieb bestehend aus Carbon daher. Dieser treibt die beiden Räder des Modells Kenda Kwest an. Selbige sind für ihre Pannensicherheit berühmt berüchtigt. Nicht nur die Beschleunigung, sondern auch der Bremsweg des ultraleichten E-Bikes kann sich sehen lassen. Dafür sorgen die beiden Hydraulik-Scheibenbremsen, die das junge Unternehmen sowohl Vor- als auch Hinterrad spendiert.

Erstaunlich leichter Akku

  • Akku wiegt nur 2,2 kg
  • Volle Ladung innerhalb von 2,5 Stunden
  • Angegebene Reichweite von 100 km etwas hoch gegriffen

Ein Bestandteil der Erfolgsformel des Urtopia ist der ultraleichte Akku, den man mithilfe des passenden Schlüssels bequem ein- und ausbauen kann. Er wiegt gerade einmal knapp 2,2 kg und bietet eine Kapazität von 360 Wh. Urtopia gibt an, dass dieser für eine Reichweite von knapp 100 km sorgen soll. In der Praxis zeigte sich das Fahrrad aber nicht wirklich so ausdauernd. In meinem Ausdauertest radelte ich durchgehend im Eco-Modus (Stufe 1) und schaffte dennoch nur knapp 60 km Distanz bevor der Akku in die Knie ging.

Urtopia Carbon One

Allerdings herrschten während meines Testzeitraums auch Temperaturen zwischen 0 und 10 °C. Diese Regionen sind der Ausdauer von Akkus erfahrungsgemäß nicht zuträglich. Dennoch halte ich die von Urtopia angegebene Reichweite für nicht wirklich machbar. Wobei man auch hier ähnlich wie bei den WLTP-Werten von Elektroautos von den bestmöglichen Bedingungen ausgehen müssen.

Sei es wie es ist – für mich reichen die 60 km auch vollkommen aus. Wer mehr benötigt, kann hier ganz einfach vorsorgen. Angesichts des handlichen Designs des Akkus lässt sich nämlich für weitere Distanzen auch ein Ersatzakku einpacken. Dieser kostet bei Urtopia 499 Euro. Ist der Akku einmal leer, lässt er sich erstaunlich schnell wieder aufladen. Nach knapp zweieinhalb Stunden konnte das Netzteil mit 168 Watt Leistung den Akku wieder komplett voll laden.

Urtopia Carbon One Test: Technik sorgt für hohen Bedienkomfort

  • Matrix LED Display
  • Knopf mit Fingerabdrucksensor dient als Klingel
  • Digipad kann frei belegt werden

In der Theorie klingen die bisherigen Eckdaten sehr gut. Doch wie schlagen sie sich in der Praxis? Beim ersten Einschalten des E-Bikes wird schnell klar, dass das mittig am Lenker sitzende Display quasi als Kommandozentrale dient. Hier behältst du immer die Übersicht über gegenwärtige Geschwindigkeit sowie die gerade ausgewählte Leistungsstufe. Obendrein zeigt es dir den gegenwärtigen Blinker an und hat für spezielle Features coole Animationen parat.

Die Große Zahl entspricht der Geschwindigkeit, der Balken zeigt den Akkustand, die Zahl rechts neben dem Akku die gegenwärtige Leistungsstufe.

So erscheint bei Aktivierung des Turbomodus beispielsweise eine kleine Rakete. Der Hersteller setzt hier auf ein stylisches Matrix LED Display, dessen Optik mir richtig gut gefällt. In manchen Punkten würde ich mir aber etwas mehr Aussagekraft wünschen. So zum Beispiel bei der Anzeige des Restakkus. Anstelle des Balkens würde ich mir hier eher einen Zahlenwert wünschen.

Den Lenker selbst hat man dank hochwertiger Gummigriffe immer bestens im Griff. Auf der linken Lenkerseite befindet sich ein Digitalpad, das vier Richtungspfeile bietet. Über diese lassen sich unterschiedliche Funktionen aktivieren. Während die Pfeile nach links und rechts den jeweiligen Blinker aktivieren, kannst du mit den Pfeilen nach oben und unten die Leistungsstufe ändern. Hier sind jedoch Anpassungen innerhalb der App möglich.

Urtopia Carbon One
In der praktischen Rahmentasche hat man das nötige Werkzeug immer griffbereit bei sich. Urtopia legt diese dem Lieferumfang bei.

Um das Fahrrad zu entsperren, nutzt du den Fingerabdrucksensor am rechten Handgriff. Während der Fahrt dient er wiederum als Klingel, wenn du den Knopf kurz drückst oder aber zur Aktivierung des Sprachassistenten beim langen Drücken. Richtig gehört. Du kannst dem E-Bike auch Sprachbefehle geben und so mit deiner Stimme beispielsweise den Blinker aktivieren. Das funktionierte in der Praxis sehr gut, kann aber für schräge Blicke von Passanten sorgen.

Hohe Anpassungsfähigkeit dank Urtopia App

  • App für iOS und Android
  • Viele Infos für Statistikfans
  • Viele Anpassungsmöglichkeiten
  • Ortung des Fahrrads dank eSIM möglich

Natürlich bietet das junge Startup passend zu seinem stylischen E-Bike auch eine maßgeschneiderte App an. Die Urtopia-App, die es sowohl für Android- als auch iOS-Geräte gibt, zeigt sich in der Praxis überaus facettenreich. So dient sie nicht nur der Einrichtung des Fahrrads inklusive Speicherung des Fingerabdrucks. Obendrein lässt sich Grundsätzliches wie beispielsweise Lautstärke der Systemsounds festlegen.

Statistikfreunde werden sich wiederum daran erfreuen, dass man in der App detailliert seine Fahrten nachverfolgen kann. Neben zurückgelegter Strecke, Durchschnittsgeschwindigkeit und verbrannten Kalorien verschafft dabei auch die Angabe des eingesparten CO²s ein gutes Gefühl. Wer sich für den Kauf des exklusiven Carbon-Fahrrads entscheidet, muss sich außerdem nicht davor fürchten, es zu verlieren.

Schließlich lässt es sich dank integrierter eSIM jederzeit über die App orten. Sollte sich ein Langfinger also ausgerechnet dein Fahrrad aussuchen, kannst du dieses wieder bequem über die App ausfindig machen. Um diesem außerdem eine abschreckende Warnung zu geben, lässt sich ein Alarm-Sound abspielen. Dieser dürfte dafür sorgen, dass die allermeisten wieder die Finger von dem ultraleichten E-Bike lassen.

Urtopia Carbon One Test: Der perfekte Begleiter in der Stadt

  • Tolles Fahrgefühl auf ebener Strecke
  • Fehlende Federung macht sich bei unebenem Untergrund schnell bemerkbar

Aber wie schlägt sich das stylische E-Bike nun auf der Straße? Beim Urtopia Carbon One handelt es sich um ein klassisches Urban Bike. So bekommst du hier keine wirkliche Federung geboten. Einzig die naturgegebene Flexibilität des Carbonrahmens sorgt dafür, dass das Fahrrad leichte Unebenheiten zuverlässig abdämpft. Dennoch solltest du im Hinterkopf behalten, dass dieses Fahrrad vorrangig für den Straßenverkehr entwickelt wurde. Wer regelmäßig durch unwegsames Gelände muss, wird schnell den Spaß an dem Urtopia verlieren.

Umso schöner ist das Gefühl, wenn man auf einer gut asphaltierten Strecke unterwegs ist. Dann fährt das E-Bike unglaublich ruhig und bietet maximalen Komfort. Selbst die Ohren werden geschont, da sowohl Carbonriemen als auch Elektromotor extrem leise arbeiten. Das ist alles andere als selbstverständlich. Ich persönlich bin mit dem Sattel äußerst zufrieden, der dem Fahrrad ab Werk beiliegt. Wer mehr möchte, kann sich aber für Mehrkosten von 65 Euro auch einen noch weicheren Extra-Komfort-Sattel hinzukaufen.

250 Watt für ein Halleluja an der Ampel

  • Schnelle Beschleunigung dank Turbomodus

Was sich in der Praxis für mich als weiterer großer Vorteil ergeben hat, ist das geringe Gewicht des Urtopia. Da es gerade einmal 15 kg auf die Waage bringt, kannst du es auch bequem mal ein Stockwerk nach oben tragen. Ich durfte dieses Szenario im Rahmen meines Tests mehrfach problemlos durchspielen, da ich das Fahrrad aus Sicherheitsgründen in meiner Wohnung abstellte. Spricht man von Komfort, muss man natürlich auch noch einmal auf den Elektromotor eingehen. Dieser bietet eine Leistung von 250 Watt und zeigt sich vor allem beim Anfahren äußerst leistungsstark.

Urtopia Carbon One

Wie eine Rakete auf zwei Rädern fühlst du dich dann im Turbomodus. Da habe ich an der Ampel sogar das eine oder andere „Drag-Race“ gegen Autos gewonnen – zumindest die ersten zehn Meter. Sollte einmal eine Steigung anstehen, kommst du auch auf Stufe 1 nicht umhin, einmal etwas kräftiger in die Pedale zu treten. Spätestens dann lohnt es sich, die Leistungsstufe zu erhöhen. Auf maximaler Stufe sind die Steigungen dann kein Problem mehr. Und auch ansonsten macht der Sport-Modus jede Menge Spaß. Schließlich bekommt hier jeder Tritt in die Pedale mächtig Schub vom Motor.

Urtopia Carbon One Test: Fazit

Beim Urtopia Carbon One handelt es sich um ein ganz besonderes Stück Technik. Da wäre zum einen das Design. Mit seinen gebogenen Formen fällt es im Straßenverkehr sofort auf. Durch den Carbonrahmen ist es für ein E-Bike obendrein erstaunlich leicht und dabei auch noch überaus robust. Nimmt man dann einmal Platz auf dem Sattel des schicken E-Bikes, überzeugt es mit seinen hochwertigen Komponenten. Der Gates Carbon Drive Riemenantrieb trifft auf pannensichere Reifen von Kenda und hochwertige Scheibenbremsen. Für überzeugende Leistung sorgt der Motor an der Hinterradnabe. Dieser verpasst jedem Tritt ins Pedal einen angenehmen Schub und punktet im Turbo-Modus mit richtig viel Power.

Mit den im Test erreichten 60 km dürften wohl die meisten zufrieden sein. Wem die Reichweite nicht genügt, der kann sich aber einfach einen handlichen Ersatzakku hinzukaufen und in den Rucksack als Reserve stecken. Die Bedienung über Digikreuz und Knopf mit integriertem Fingerabdrucksensor geht leicht von der Hand, die Anzeige auf dem stylischen Matrix LED Display hätte ich mit ab und zu aber etwas aussagekräftiger gewünscht. Insbesondere bei der Akkuanzeige wünsche ich mir für die Zukunft ein Software-Update, das den Akkustand etwas genauer (vielleicht mittels Zahlen?) anzeigt. Die sonstige Technik überzeugt aber vollumfänglich. So schützt die integrierte eSIM beispielsweise vor Diebstahl, da sich das Fahrrad bequem orten lässt.

Mein heimliches Highlight ist aber definitiv die Lichtanlage. Hierbei muss man nicht nur das leuchtstarke Vorderlicht hervorheben, das dir den Weg leuchtet und dafür sorgt, dass du bestens vom Gegenverkehr gesehen wirst. Richtig beeindruckend ist das Rücklicht mit seinen beiden Projektoren, die als Blinker fungieren. Da die beiden Projektoren während der Fahrt permanent eingeschaltet waren, bemerkte ich, dass Autos mehr Abstand zu mir hielten, da sie die Projektion als eine Art Abstandsvorgabe verstanden. Folglich sorgte die Lichtanlage für mich gefühlt für mehr Sicherheit, die vor allem für Fahrradfahrer in der Großstadt überaus wichtig ist.

Das Einzige worüber man beim Urtopia Carbon One vielleicht wirklich meckern kann, ist die Preispolitik. Versteht mich nicht falsch – Die üppige technische Ausstattung rechtfertigt die UVP von 3.299 Euro aus meiner Sicht allemal. Allerdings finde ich, dass man wenigstens einen Fahrradständer hätte beilegen können. Diesen muss man sich bei Bedarf aber genauso wie die passenden Schutzbleche im Shop von Urtopia nachkaufen. Dass ausgerechnet solche Basics fehlen, passt irgendwie nicht zu der ansonsten picke packe vollen Ausstattung. Doch hierbei handelt es sich nur um einen kleinen Wermutstropfen angesichts des ansonsten so positiven Gesamtbildes, das das Urtopia Carbon One im Test hinterlassen hat.

Urtopia Carbon One Test: Gold Award

Urtopia Carbon One

Verarbeitung
Design
Leistung
Reichweite
Preis-Leistungs-Verhältnis

92/100

Das Urtopia Carbon One ist ein E-Bike, das nicht nur mit ultraleichtem Design, sondern auch modernster Technik überzeugt, die wegweisend für andere Hersteller sein könnte.

Dieses Produkt ist nicht verfügbar.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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Es ist schon erstaunlich inwieweit sich die Fortbewegung im urbanen Raum innerhalb der letzten Jahre gewandelt hat. Bestimmten noch vor einiger Zeit lediglich Fußgänger, Fahrräder, private Pkw und Busse das Straßenbild, tummeln sich mittlerweile einige Fortbewegungsmittel mehr auf Straße und Fußweg. Neben immer mehr Fahrzeugen von Carsharing-Diensten sind es vor allem E-Roller und E-Bikes, die … (Weiterlesen...)

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