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Apple unterstützt bezahlbares Wohnen in Kalifornien mit Milliardenprojekt

Apple möchte offenbar ins Immobilienbusiness einsteigen. Insgesamt 1,3 Milliarden US-Dollar hat der Tech-Konzern bereits in den Kauf von Wohnungen in Kalifornien gesteckt. Und das ist erst der Anfang. Damit möchte der iPhone-Erfinder eigenen Angaben zufolge die grassierende Wohnungsnot des US-Bundesstaates bekämpfen.

Apple lässt Worten Taten folgen

Wirklich überraschend kommt das Projekt des Tech-Konzerns nicht. Vielmehr hatte Apple seine umfangreiche Investition bereits 2019 angekündigt. Damals war die Rede von einer Gesamtinvestition in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar. Allerdings möchte sich das Unternehmen damit keine Wohnungen für die eigene Belegschaft sichern. Ziel sei es eher, der Wohnungsnot den Kampf anzusagen. Offenbar nimmt die Initiative von Apple nun auch Form an. Von den angepeilten 2,5 Milliarden hat Apple wohl bereits 1,3 Milliarden investiert. Folglich dürfte es nicht mehr allzu lange dauern, bis die Gesamtsumme ausgegeben und die angepeilte Menge an bezahlbarem Wohnraum geschaffen wurde.

Ein neuer Geschäftszweig für Apple?

Natürlich stellt sich die Frage, was der Tech-Konzern mit seiner umfangreichen Investition bezweckt. Wenn man ihm gute Absichten unterstellen möchte, dann dürfte an der Bekämpfung der Wohnungsnot durchaus etwas dran sein. Diese ist in Kalifornien so schlimm wie an wenigen anderen Orten der Erde. Hier bezahlbaren Wohnraum zu bekommen, ist für Normalverdiener nahezu undenkbar. Schuld daran ist aber nicht die wunderschöne Natur und beeindruckende Städte. Metropolen wie San Francisco rufen vielmehr utopisch hohe Mieten auf, weil sie sich in unmittelbarer Umgebung des Silicon Valley befindet. Hier haben sich die namhaftesten Big-Tech-Unternehmen niedergelassen.

Mit deren Ansiedlung kamen vom Rest der Welt IT-Experten angereist, die ihrerseits natürlich auch Wohnraum benötigten. Die Gehälter der Firmen stiegen ins unermessliche und mit ihnen auch die Mieten in der Umgebung. Folglich tragen Apple, Google und Co. zumindest eine Mitschuld an den rasant gestiegenen Wohnpreisen. Wenn man einen Blick auf den derzeitigen Immobilienmarkt in der Region wirft, kann einem ganz anders werden. Immobilienmogule und Schwerreiche werfen hier im Rahmen von Wohnungs- oder Hauskäufen mit Unsummen um sich. Die Folge ist eine homogene Bewohnerschaft, die keiner Region gut tut. Apple möchte dieses Problem nun angehen.

Fokus auf verschiedene Gesellschaftsschichten

Apple hat sein Projekt nicht in Eigenregie in die Wege geleitet. Bei seiner Initiative hat sich der Konzern vielmehr Unterstützung von Experten geholt. Genauer gesagt die Vereine Destination: Home und Housing Trust Silicon Valley stehen dem iPhone-Erfinder zur Seite. Gemeinsam mit den Immobilienexperten hat Apple bislang 1,3 Milliarden US-Dollar in den Bau sowie die Entwicklung neuen Wohnraums gesteckt. Potentiellen Käufern möchte das Unternehmen ebenfalls helfen. Schließlich steckt dahinter ein weiteres großes Problem, das die explodierenden Mieten immer weiter befeuert. So sind es in den seltensten Fällen Privatpersonen, die in dem begehrten US-Bundesstaat Wohnungen und ganze Häuser erwerben.

Vielmehr kaufen sich milliardenschwere Immobilienunternehmen immer mehr Wohnraum. Dementsprechend möchte Apple gemeinsam mit seinen Partnern dafür sorgen, dass interessierten Erstkäufern der Zugang zur ersten Immobilie erleichtert wird. Über das Problem, genug Geld für den Kauf einer Immobilie zu haben und keine zu bekommen, können diejenigen, die auf der Straße leben natürlich nur müde lächeln. Da die Zahl der Obdachlosen insbesondere in der Region Los Angeles und San Francisco unermüdlich wächst, möchte Apple auch hier einen Teil seines Investitionskapitals einfließen lassen.

Fast 2000 neue Wohneinheiten

Das Wohnungsprogramm von Apple soll knapp 2000 Wohnungen betreffen. Diese verteilen sich quer über den gesamten Bundesstaat.

Wir sind unglaublich stolz darauf, dass Familien und Nachbarn als Ergebnis unserer Partnerschaft mit Organisationen für bezahlbaren Wohnraum in ganz Kalifornien in neue Häuser einziehen.[…]Apple hat sich verpflichtet, echte Lösungen zu finden, die unseren Gemeinden helfen, zu gedeihen, und diese neuen Projekte sind ein greifbarer Fortschritt, um dieses Versprechen für so viele unserer kalifornischen Mitbürger Wirklichkeit werden zu lassen.Kristina Raspe, Vice President Global Real Estate and Facilities von Apple

Einsatz für untere Bevölkerungsschichten

Anders als Deutschland gilt in den USA seitens des Staates nicht das Sozialstaatsprinzip. Dies äußert sich unter anderem in einer schwachen Unterstützung unterer Bevölkerungsschichten durch den Staat. Insbesondere Veteranen und Arbeitslose fallen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten häufig durchs Raster. Nicht selten mündet das in der Obdachlosigkeit. Auch hier möchte sich Apple engagieren. Und der Konzern kann bereits von ersten Erfolgen berichten. Der sogenannte Veterans Square in Pittsburgh soll als erschwinglichen Wohnraum für eben jene Personen gelten. Das Wohnprojekt gibt es bereits seit März diesen Jahres und der Erfolg scheint hoch zu sein. Dies lässt sich zumindest aus den Worten des Leiters des Gebäudes heraushören.

„Partnerschaften wie diese mit Apple sind lebenswichtig. Abgesehen davon gibt es nicht viel für Menschen, die kein festes Einkommen haben oder keinen Zugang zu familiären Ressourcen – das ist herzzerreißend. Aber ich bin so froh, dass ich dazu beitragen kann, unseren Bewohnern einen Neuanfang zu ermöglichen“Marcus Ferdinand, Servicekoordinator des Veterans Square

Das Projekt von Apple unterstreicht offenbar die Firmenpolitik eines sozialeren Umgangs miteinander sowie der Unterstützung einkommensschwacher Personen. Erst im Mai kündigte Apple beispielsweise auch an, den Mindestlohn der Mitarbeiter in den App Stores zu erhöhen. Egal, welcher Grund hinter dem Projekt steckt. Es scheint eine Bereicherung für den unbezahlbaren Immobilienmarkt Kaliforniens zu sein. Obendrein lenkt es von Problemen ab, die Apple derzeit plagen. Beispielsweise muss das Unternehmen satte 50 Millionen US-Dollar Schadensersatz an verärgerte Kunden wegen seiner anfälligen Butterfly-Tastatur zahlen.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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