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Autohäuser wollen Innovationsprämie nicht erst bei Zulassung

Elektroautos sind so beliebt wie nie. Das liegt nicht nur daran, dass sie komfortablen und sportlichen Fahrspaß garantieren. Obendrein fördert der Staat die umweltfreundliche Alternative zu Verbrennern mit verschiedenen Instrumenten. Neben umfangreichen Steuervorteilen sorgt beispielsweise auch die sogenannte „Innovationsprämie“ dafür, dass sich mittlerweile fast jeder ein Auto mit Elektromotor leisten kann. Allerdings muss der Käufer dabei noch immer in Vorkasse treten. Seitens der Autoverkäufer wird nun gefordert, dass eine Ausschüttung der Prämie bereits bei der Bestellung stattfinden soll.

Lange Wartezeiten dämpfen Freude am Autokauf

Du planst, ein neues Auto zu kaufen oder zu leasen? Solltest du dich dabei für einen Verbrenner mit Diesel- oder Benzinmotor interessieren, kannst du sicherlich kurze Zeit nach dem Kauf in dein neues Gefährt einsteigen. Anders sieht es hingegen aus, wenn du dich für ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybrid interessierst. Da diese modernen Antriebstechniken äußerst begehrt sind und der grassierende Chipmangel noch immer schwerwiegende Auswirkungen hat, sind lange Wartezeiten hier vorprogrammiert. Nicht selten muss man nach Bestellung ein oder gar anderthalb Jahre auf seinen Neuwagen warten.

Das frustriert nicht nur potentielle Käufer, sondern natürlich auch die dazugehörigen Händler. Trotz großer Nachfrage können diese nämlich keine Autos absetzen. Geht es nach dem Kfz-Gewerbe müsse man aus diesem Grund neue Anreize schaffen, damit Interessenten dennoch neue Autos kaufen und die Wartezeiten in Kauf nehmen. Eine Idee: Die sogenannte Innovationsprämie müsse bereits jetzt ausgeschüttet werden. Ansonsten droht den Bestellern von Autos mit Elektromotor oder Plug-in-Hybriden der Wegfall der staatlichen Unterstützung.

Fällt die Kaufprämie nächstes Jahr weg?

Die Kunden sind aus mehreren Gründen verunsichert. Da wäre zum einen die nachvollziehbare Frage, ob innerhalb der langen Wartezeiten nicht bereits weit modernere Elektrofahrzeuge vorgestellt werden oder sogar auf den Markt kommen. Viel wichtiger als diese Frage ist jedoch die nach der Sicherheit der Innovationsprämie. Die staatliche Unterstützung, die derzeit bis zu einer Höhe von 9.000 Euro (E-Auto) bzw. 4.500 Euro (Plug-in-Hybrid) reicht, soll nämlich 2023 umgebaut werden. Was das im Einzelnen bedeutet, ist gegenwärtig noch unsicher. Es ist gerade diese Unsicherheit, die derzeit Kunden vom Kauf eines solchen Autos abhält.

Plug-in-Hybride lassen sich optisch häufig nicht von Verbrennern unterscheiden. Leider ist deren Ökobilanz bei falscher Nutzung auch nicht weniger umweltschädlich. Hier ist die Hybrid-Flotte von VW zu sehen. (Bild: Volkswagen)

Da man die Prämie nämlich nicht mit Bestellung, sondern erst mit Zulassung des entsprechenden Fahrzeugs beantragen kann, droht im schlimmsten Fall ein Wegfall der gesamten Innovationsprämie. Aus dem vermeintlichen Schnäppchen, das viele Elektroautos derzeit noch sind, wird dann ein teures Vergnügen. Da verwundert es auch kaum, dass sich nun der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) für eine zügige Ummodellierung der Innovationsprämie ausspricht. Diese müsse bereits beim Kauf ausgeschüttet werden, damit für den Käufer Anreize geschaffen werden.

Der Blick in die Glaskugel

Dass das geplante „Neudenken“ rund um die Innovationsprämie negativen Einfluss auf das Kaufverhalten interessierter Kunden hat, förderte jüngst eine Umfrage in Autohäusern zutage. Hier ließ der ZDK anfragen, wie sich potentielle Käufer eines Elektroautos zu Beginn des Jahres verhielten. Laut Aussagen der befragten Verkaufsstandorte hätten sich etwa 50 Prozent der Interessenten gegen einen Kauf entschieden. Zu groß ist die Unsicherheit, wie der Preis des Fahrzeugs nach einem Jahr Wartezeit aussehen wird, wenn die Innovationsprämie womöglich wegfällt.

Thomas Peckruhn, Vizepräsident des ZDK sagte hierzu:

„Weder die Händler noch die Kunden sind zurzeit in der Lage, einen korrekten Fahrzeugpreis zu kalkulieren, weil nicht sicher ist, mit welcher Förderung dann zu rechnen ist“

Zittern müssen wohl vor allem all diejenigen, die über die Anschaffung eines Plug-in-Hybrids nachdenken. Schließlich sind diese Umweltschützern seit längerem ein Dorn im Auge. Viele Besitzer der Kombi-Lösung vernachlässigen nämlich die Möglichkeit, den Elektromotor des Fahrzeugs zu nutzen. Stattdessen profitieren sie von der staatlichen Unterstützung und fahren das Auto wie einen klassischen „Benziner“. Ein Wegfall der Förderung dieser Fahrzeugtypen könnte deshalb durchaus denkbar sein.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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