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Bund möchte 2,7 Milliarden Euro für Chip-Branche bereitstellen

Lieferkettenprobleme im Allgemeinen und die Halbleiterkrise im Besonderen haben dafür gesorgt, dass sich viele Staaten in ihrer Produktion wichtiger Güter von Zulieferern unabhängiger machen wollen. Dies gilt nicht zuletzt auch für Deutschland. Nun ist bekannt geworden, dass der Bund beim Ausbau von Unternehmen mit Bezug zur Mikroelektronik kräftig in die Taschen greifen möchte. Insgesamt 2,7 Milliarden Euro Subventionsgelder sollen fließen. Eines der wichtigsten Projekte, das es zu unterstützen gilt, befindet sich in Magdeburg.

Finanzspritze für mehr Unabhängigkeit

Noch heute, über 30 Jahre nach der Wiedervereinigung, gibt es teils gewaltige Unterschiede zwischen Ost und West. So galten beispielsweise die neuen Bundesländer über viele Jahre hinweg als Brachland, das sich für moderne Industrie schlicht nicht eignet. Lediglich altgediente Fabriken wie Kohlekraftwerke oder aber die derzeit in den Medien präsente Ölraffinerie in Schwedt sorgten für eine gewisse Wirtschaftskraft. Dieser Missstand hat sich aber spätestens mit der Gigafactory von Elektroautobauer Tesla im brandenburgischen Grünheide bei Berlin geändert. Nun erlebt der Osten einen echten Boom. Erst kürzlich gab beispielsweise Intel als einer der weltweit größten Chiphersteller bekannt, dass man in Magdeburg eine Gigafactory errichten möchte.

Da dies nicht nur gut für die Wirtschaft ist, sondern auch künftigen Problemen wie einer weiter andauernden Halbleiterkrise vorbeugt, unterstützt dies auch der Staat. Carsten Schneider von der SPD kündigte nun an, dass man Subventionen für die Mikroelektronik-Branche tätigen möchte. Das Budget soll für das Jahr 2022 knapp 2,7 Milliarden Euro betragen. Dies verkündete der Ostbeauftragte im Rahmen seines gestrigen Besuchs in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg. Doch die im Haushalt beschlossenen Fördergelder sollen auch über 2022 hinaus fließen. Es ist die Rede von insgesamt 12 Milliarden Euro in den folgenden Jahren.

Tech-Konzerne erobern den Osten

Nachdem man in Brandenburg bereits kräftig dafür gekämpft hat, dass sich Tesla mit seiner Gigafactory ansiedelt, sieht es in Sachsen-Anhalt nicht anders aus. Das erfahrungsgemäß eher strukturschwache Bundesland sucht seit Jahren händeringend nach passenden Unternehmen, die sich in der Region ansiedeln möchten. Für Intel gilt das Industriegebiet rund um Magdeburg schon allein aufgrund seiner sehr guten Infrastruktur als Top-Standort. Schließlich erreicht man blitzschnell Berlin und andere Metropolen Deutschlands. Das Vorhaben scheint insbesondere auch für die Bevölkerung vor Ort lukrativ zu sein. So sollen im Zuge des Baus von gleich zwei Halbleiterwerken gleichsam auch viele neue Arbeitsplätze entstehen. Ob dieser Plan aufgehen wird, werden wir spätestens ab 2027 sehen.

Dann soll die Produktion in den beiden großen Fabriken nämlich anrollen. Baubeginn von Intels Gigafactory soll hingegen bereits im nächsten Jahr sein. Da Intel um die Nachfrage von Chipproduktion weiß, zeigt sich natürlich auch der US-Tech-Konzern investitionsfreudig. So möchte man eigenen Angaben zufolge knapp 17 Milliarden Euro in das Projekt stecken. Das soll aber erst der Anfang sein. Nach einem erfolgreichen Anlaufen können wir also mit noch höheren Summen rechnen. Dabei scheint Intel seinerseits wohl auch erst der Beginn eines neuen Erfolgsstandorts zu sein. Schließlich gab Schneider bei seinem Besuch ebenfalls zu verstehen, dass man bereits mit anderen Investoren über mögliche weitere Produktionsstätten für Mikroelektronik sprechen würde.

Magdeburg wird zum europäischen Mekka für Chiptechnik

Schneider zeigte sich bei seinem Auftritt fast schon begeistert über die positive Wirkung, die Intels Ansiedlung in Magdeburg für Deutschland, aber insbesondere auch Ostdeutschland haben wird. Und das völlig zu Recht. Schließlich dürfte sich die ehemals strukturschwache Region damit zum wichtigsten Standort für die Mikroelektronik in ganz Europa entwickeln. Doch Sachsen-Anhalt muss seinerseits auch einiges tun. Schließlich leidet das Bundesland seit der Wende unter einem stetigen Wegzug qualifizierter Fachkräfte. Dementsprechend müsse man laut Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in den folgenden Jahren auch kräftig für Werbetrommel für Magdeburg und Umgebung rühren. Nur so lassen sich externe Arbeiter für die IT-, aber auch ganz andere Branchen, die im Zusammenhang mit Intels Gigafactory stehen, anziehen.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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