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Chipproduktion: Micron investiert 100 Milliarden US-Dollar

Der Aufbau einer autarken Chipproduktion geht in den USA immer weiter voran. Nun hat der große Hersteller Micron angekündigt, 2023 eine neue Fabrik im Bundesstaat New York zu errichten. Das Ganze soll insgesamt 100 Milliarden US-Dollar kosten. Angesichts der gegenwärtig eher schlechten wirtschaftlichen Lage des Unternehmens erstaunt diese hohe Investitionssumme dann doch.

Die Fördermittel fließen

Nachdem der US CHIPS Act eher schleppend angelaufen ist, scheint er nun volle Fahrt aufzunehmen. So beschwerte sich erst vor ein paar Monaten Intel darüber, dass die Gelder aus dem großen Fördertopf nicht ausreichend fließen würden. Das scheint die Attraktivität des Förderprogramms für Chipfabriken in den USA allerdings nicht zu schmälern. So möchte mit Micron nun ein weiterer namhafter Chipproduzent eine neue riesige Fabrik bauen. Dafür hat sich das Unternehmen den Bundesstaat New York ausgesucht. Im beschaulichen Onondaga County sollen in den nächsten zehn Jahren gleich mehrere Fabriken entstehen.

Hierfür möchte der Chiphersteller knapp 100 Milliarden US-Dollar investieren wie aus einem Bericht des Nachrichtenportals Bloomberg hervorgeht. Ursprünglich war die Rede von nur 40 Milliarden US-Dollar. Das Ganze dürfte Micron angesichts schlechter Umsatzzahlen aber nicht allein stemmen können. Aus diesem Grund bedient man sich in dem Fördertopf und möchte mehrere Milliarden US-Dollar an Subventionen aus der Staatskasse abschöpfen. Den Anfang macht eine Fabrik, in der künftig DRAM-Chips entstehen sollen. Der Bau, welcher knapp 20 Milliarden US-Dollar kosten soll, soll bereits im nächsten Jahr beginnen.

Micron erweitert bestehende Fabrik

Natürlich sind die Fabriken im Bundesstaat New York keine US-Premiere für das Unternehmen, das seinen Sitz selbst in den USA hat. Vielmehr besteht bereits eine Hauptfabrik in Idaho. An dem bereits bestehenden Standort möchte Micron zu Kosten von knapp 15 Milliarden US-Dollar eine neue Fabrik zur Chipfertigung bauen. So möchte Micron nach Möglichkeit die US-Produktion derart ausbauen, dass Ende der 2020er knapp 40 Prozent aller gefertigten Chips made in USA ist. Was durchaus vielversprechend klingt, scheint für Micron einer der letzten Strohhalme zu sein, an dem man sich noch über Wasser hält. So sorgt die wachsende Konkurrenz namhafter Unternehmen wie TSMC und Intel dafür, dass immer weniger Chips von Micron gekauft werden.

Chipkrise könnte für Aufwind sorgen

Angesichts des gegenwärtigen Halbleitermangels schlummern in den Investitionen von Micron auch große Chancen. So könnte sich in den nächsten Jahren eine noch weiter gesteigerte Nachfrage nach Chips ergeben. Insbesondere die stückweise Abnabelung von China als Chiplieferant dürfte dafür sorgen. Da in den USA auch andere Unternehmen wie Intel neue Fabriken bauen wollen, stellt sich die Frage, wann der Fördertopf des US CHIPS Act leer ist. Hier heißt es: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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