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Tesla: Massenentlassung in Nevada zwingt Autohersteller vor Gericht

Über 500 Tesla-Mitarbeiter wollen in den USA gerichtlich gegen den Elektroautohersteller vorgehen. Sie werfen dem Unternehmen vor, grundlos und rechtswidrig entlassen worden zu sein. Was steckt hinter den Behauptungen, die in einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters veröffentlicht wurden? Wir schauen es uns an.

Gigafactory in Nevada betroffen

Die Negativ-Schlagzeilen um Tesla reißen nicht ab. Insbesondere das fragwürdige Verhältnis zwischen Firma und Mitarbeitern, das offenbar so gar nicht zum lockeren Silicon-Valley-Stil anderer US-Unternehmen passt, wirft mitunter ein fragwürdiges Licht auf das Unternehmen. So wurde erst vor ein paar Tagen bekannt, dass der US-Autohersteller mutmaßlich seine Mitarbeiter überwachen soll. Nicht minder im Fokus steht dabei auch die schillernde Tech-Ikone an der Spitze des Unternehmens. Dieser liefert sich seit Wochen ein verwirrendes Katz-und-Maus-Spiel mit Twitter. Seit er sich dazu durchgerungen hat, den Kurznachrichtendienst zu kaufen, versucht er mit kruden Theorien über mögliche Massen an Fake-Accounts den Preis zu drücken. Möglicherweise könnte sein „Bot-Problem“ die Kaufpläne tatsächlich auf den Zielgeraden zunichte machen.

Und nun gibt es erneut Ärger. Gerüchten zufolge, über die wir bereits vor ein paar Wochen berichteten, soll es bei Tesla zu einem gigantischen Stellenabbau kommen. Möglicherweise kommt einer Gigafactory in Nevada, USA, nun eine Premierenrolle zu. Hier kündigte das Unternehmen offenbar über 500 Mitarbeitern. Zwei der Gekündigten wollten ihren erzwungenen Abgang von Tesla allerdings nicht ohne eine angemessene Reaktion hinnehmen. Dementsprechend zogen sie vor das örtliche Gericht, um Klage gegen die Kündigung einzureichen. Im Laufe des Verfahrens stellte sich heraus, dass sie nicht die einzigen Arbeitnehmer waren, denen gekündigt wurde. Die Kündigungswelle im Juni betraf über 500 Mitarbeiter.

Tesla verstößt mutmaßlich gegen Bundesgesetze

Als Grundlage für ihre Klage legten die beiden Tesla-Mitarbeiter das in Nevada geltende Gesetz über Massenentlassungen vor. Dieses sei von Tesla schlichtweg missachtet worden. Insbesondere der Gesetzesabschnitt bei dem es um eine Frist zur angemessenen Benachrichtigung geht, habe Tesla nicht eingehalten. Laut Gesetz müsse man dem betroffene Arbeitnehmer 60 Tage vor Kündigung benachrichtigen. Tesla hingegen schien vielmehr kurzen Prozess gemacht zu haben. So lässt sich der Klageschrift entnehmen, dass das Unternehmen seinen betroffenen Mitarbeitern lediglich mitgeteilt habe, dass die Kündigungen ab sofort wirksam seien. Damit entzog sich das Unternehmen zumindest der Pflicht einer Lohnzahlung für die knapp zwei Monate lange Frist. Nun schauen sich die beiden Tesla-Mitarbeiter nach Leidensgenossen um. Gemeinsam mit den etwa 500 anderen Betroffenen möchte man Sammelklage gegen den Elektroautohersteller einreichen.

Es ist ziemlich schockierend, dass Tesla so eklatant gegen das Bundesarbeitsrecht verstößt, indem es so viele Beschäftigte entlässt, ohne die erforderliche Ankündigung zu machenShannon Liss-Riordan, Anwältin der Kläger

Elon Musk bleibt entspannt

Den umstrittenen Tesla-Chef Elon Musk scheint die Klage selbst alles andere als schlaflose Nächte zu bereiten. Überraschenderweise äußerte er sich zu den jüngsten Anschuldigungen nicht auf Twitter, sondern in Persona bei einem Wirtschaftsforum in den Arabischen Emiraten.

Es scheint, dass alles, was mit Tesla zu tun hat, eine Menge Klicks bekommt, egal ob es trivial oder bedeutend ist. Die Klage, auf die Sie sich beziehen, würde ich in die Kategorie trivial einordnen.Elon Musk

Allerdings sollte er sich durchaus Sorgen um den Ruf seines Unternehmens machen. Schließlich hagelt es derzeit Negativschlagzeilen. Anhand des Vorgehens des Herstellers im Fall der Massenkündigung in Nevada scheint man sich dessen auch bewusst zu sein. So hat die Anwältin auf Klägerseite, Shannon Liss-Riordan, öffentlich gemacht, dass das Unternehmen versucht habe, die Gekündigten mit der Zahlung eines Wochenlohns abzufrühstücken. Vielen wird das einschlägige Bundesgesetz möglicherweise gar nicht bewusst gewesen sein. Um die damit einhergehende Einverständniserklärung zu stoppen, geht die Anwältin gegen deren Gültigkeit nun ebenfalls vor.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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