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US-Spezialkräfte möchten Deepfakes gezielt einsetzen

Deepfakes gelten schon lange nicht mehr als „Streiche“, die man im Internet finden kann. Mittlerweile wird die einstige technische Spielerei auch genutzt, um Personen von Rang und Namen Worte in den Mund zu legen, die sie gar nicht gesagt haben. Insbesondere im Rahmen des Ukrainekriegs konnte man diese Taktik als Mittel russischer Propaganda häufiger beobachten. Doch offenbar finden auch andere Stellen Gefallen an Deepfakes. So auch das US-Militär. Dieses möchte die Fälschungen künftig auch als Mittel digitaler Täuschung nutzen.

Forderung nach Deepfakes von US-Spezialkräften

Im Ukrainekrieg nutzt Russland für die inländische Propaganda zunehmend Deepfakes. Und dieses Vorgehen wird auch stolz öffentlich präsentiert. So ließ sich laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung aus dem November 2022 Wladimir Putin im Rahmen einer Technologiemesse ein Deepfake-Video von Bundeskanzler Olaf Scholz vorspielen. Hier hielt Scholz eine Rede deren Inhalt nie über die echten Lippen des Kanzlers gingen. Stattdessen sorgte eine ausgeklügelte Technologie dafür, dass ein lebensecht wirkender Olaf Scholz die Worte sprach, die ihm ein Programmierer bzw. eine KI in den Mund legte. Eine solche Fälschung kann auf mehreren Ebenen erfolgsversprechend sein.

Zum einen kann hierdurch die Moral im eigenen Land gestärkt werden. Auf der anderen Seite kann man auf diesem Wege gefälschte Videobotschaften verbreiten. So geschehen im Sommer 2022 als die (noch) amtierende Bürgermeisterin Berlins, Franziska Giffey (SPD), einen Fake-Anruf von Vitali Klitschko erhielt. Zu der mithilfe von Deepfake gefälschten Videokonferenz bekannte sich anschließend ein aus Russland stammendes Komikerduo. Die Wirksamkeit solcher Fälschungen scheint aber nicht nur auf Kritik zu stoßen. Das Special Operations Command (SOCOM) der Vereinigten Staaten von Amerika sieht in der Technologie vielmehr eine Wunderwaffe der Gegenwart und Zukunft. Insbesondere im Informationskrieg ließe sich die Manipulation von Videos, Bildern, aber auch Tonmitschnitten als starke Waffe einsetzen.

Ein fataler Schritt in die falsche Richtung?

Die einzelnen Deepfake-Attacken seitens Russland offenbaren, dass Wladimir Putin und mit ihm das russische Militär offenbar viel von der Technologie halten. Um nicht den Anschluss zu verlieren, fordert die SOCOM nun, dass man mehr Geld in entsprechende Manipulationstechniken investieren müsse. Einen Forderungskatalog hat nun das Magazin The Intercept veröffentlicht. Ziel der Deepfakes soll es demnach sein, die Pressstationen und sozialen Medien in einem Land zu beeinflussen. Das Medienecho auf die im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg veröffentlichten Deepfakes macht deutlich, dass das problemlos möglich ist. Allerdings wurde immer recht schnell klar, dass es sich bei den Videos um Fälschungen handelt. Wenn es nach dem SOCOM geht, möchte man deshalb die Manipulationen von Bild und Ton auf ein gänzlich neues Level bringen.

Dabei möchte man offenbar auch nicht vor Hacking-Attacken auf regionale Smart-TVs oder andere Geräte mit dem Internet verbundene Geräte zurückschrecken. Man stelle sich nur vor, dass eine Plattform wie YouTube plötzlich voll von gefälschte Deepfakes ist. Von dieser Zukunftsmusik sind jedoch nicht alle begeistert. Vor allem nicht in den USA. Schließlich betonte man seitens der Regierung stets, dass man an Gegenmitteln arbeiten müsse. Auch aus der Branche des Machine Learning werden Gegenstimmen laut. So hat beispielsweise der KI-Experte Chris Meserole im Bericht von The Intercept betont, dass man im Bereich der Desinformation „nicht Feuer mit Feuer bekämpfen“ dürfe. Schließlich würden die Manipulationen von Audio und/oder Bilddateien „das Fundament der Demokratie selbst“ zerstören.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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