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Arctic F14 PWM PST Test – 140-mm-Lüfter mit Preis-Leistungs-Krone?

Arctic ist schon lange Zeit bekannt für Produkte mit einem sehr ordentlichen Preis-Leistungs-Verhältnis. Sei es die beliebte Wärmeleitpaste MX4, seien es Prozessorkühler bis hin zur gewaltigen 420-mm-AIO oder schlicht und einfach Lüfter: Arctic wird gerne empfohlen. Und so werfe ich einen Blick auf eine etwas aktualisierte Version des beliebten 140-mm-Lüfters Arctic F14. Hier in der Version PWM PST, also mit einem 4-Pin-PWM-Anschlusskabel und einem integrierten Splitter für eine vereinfachte Verkabelung.

Spezifikationen

Größe 140 x 140 x 25 mm
Drehzahl 200 – 1350 RPM
Luftstrom 126 m³/h
Statischer Druck 1.6 mm H₂O
Anschlüsse 4-Pin PWM und 4-Pin PWM-Sockel
Kabellänge 40 cm
Lüfterlager Fluid Dynamic Bearing
Gewicht 181 g
Garantie 6 Jahre
Preis € 10,99 * (einzeln)
€ 38,43 * (5er-Set)

Verpackung und Lieferumfang

  • Einfache Verpackung
  • Minimalistischer Lieferumfang

Die Verpackung ist denkbar einfach gehalten: Die Arctic F14 PWM PST stecken in einem simplen Karton. Dieser ist nicht weiter geschützt. Somit ist das Packmaß nicht nennenswert größer als ein 140-mm-Lüfter. Neben dem Lüfter findet sich im Lieferumfang nur ein kleines Päckchen mit vier Lüfterschrauben. Kurzum: Der Lieferumfang ist auf das Allernötigste reduziert. Zu diesem Preis durchaus allerdings keine Überraschung.

Verarbeitung und Design

  • Unauffälliges Design
  • Einfacher Rahmen ohne Gummierung
  • Solides Lüfterlager

Das Design wirkt herzlichst unspektakulär. Die Arctic F14 PWM PST bieten keine wirklichen Besonderheiten und sehen aus, wie man billige Lüfter erwarten würde. Das heißt, sie sind recht simpel in schwarz gehalten, haben einen regulären Lüfterrahmen und ein aufgeklebtes Arctic-Logo.

Arctic F14 PWM PST Test
Der Arctic F14 PWM PST ist vom Aufbau her ein recht einfacher Lüfter – absolut auf das Nötigste reduziert.

Der Rahmen besitzt keinerlei gummierte Auflageflächen. Auch das Kabel ist sehr simpel gehalten. Ein dünnes, unauffälliges, schwarzes Kabel wirkt jetzt nicht unbedingt nach gehobener Klasse, aber es lässt sich immerhin unauffällig verlegen. Außerdem hat die hier getestete PST-Variante einen integrierten Splitter. Das bedeutet, dass man das Kabel eines weiteren Lüfters an das Ende des ersten Lüfters anschließen kann. So kan man beispielsweise auch mit nur einem Header für Gehäuselüfter ein volles Pack an Arctic F14 PWM PST aneinander ketten.

Wo es bisher noch nicht spektakulär klingt, sei zumindest zu sagen, dass das Drehen der Lüfterblätter selbst sich recht solide anfühlt und somit besser, als man es von vielen günstigen Lüftern gewohnt ist. Außerdem zeigt die lange Herstellergarantie, dass Arctic ein ordentliches Selbstbewusstsein an den Tag legt, was die Qualität angeht.

Leistung als Gehäuselüfter

  • Sehr gute Leistung
  • Niedrige Lautstärke
  • Vergleich gegen preisähnliche Modelle

Für den Test als Gehäuselüfter schmeiße ich eine Ladung an Lüftern einer vergleichbaren Preisklasse in den Raum. Neben den Arctic F14 PWM PST finden sich auch beispielsweise die Arctic P14 PWM ( € 8,69 * ) und die be quiet! Pure Wings 2 140mm PWM (€ 9,99 *). Preislich etwas darunter finden sich die Xilence XPF140.R.PWM (€ 9,12 *) und preislich etwas darüber die Noctua NF-P14s redux-1500 PWM (€ 17,90 *). Alle diese Lüfter haben gemeinsam, dass sie keine gummierten Ecken oder andere Auflageflächen haben.

Die Temperaturmessungen werden als Delta in Kelvin angegeben. Das bedeutet, dass hier der Unterschied zur Raumtemperatur gemessen wurde. Bei einem Delta von 35 K und einer Raumtemperatur von 22°C muss man diese also zusammenzählen und man landet bei einer Temperatur von 57°C des gemessenen Teils. Die besten und schlechtesten Ergebnisse (und solche im Toleranzbereich) werden farblich markiert.

Für den Testablauf wurde ein 3DMark Night Raid Belastungstest durchgeführt, wobei die Lüfter von CPU (AMD Ryzen 5 3600X, gekühlt mit einem DeepCool AK400) und einer GeForce GTX 960 auf einer konstanten Drehzahl festgesetzt wurde, um eine Beeinflussung durch Automatiken zu verhindern. Das System sitzt in einem DeepCool CH510 Mesh Digital. Die Lautstärkemessung beschreibt das Gesamtsystem im Raum.

Test bei 800 RPM

Für den ersten Test wurden die Lüfter so nah wie möglich auf eine Drehzahl von 800 RPM festgesetzt und dann wurden Lautstärke und Leistung gemessen.

Bild Lüfterbezeichnung Temperaturdelta Lautstärke
Arctic F14 PWM PST Arctic F14 PWM PST 33,8 K (GPU) & 27,4 K (CPU) 31,2 dB(A)
Arctic P14 PWM 140mm Lüfter Arctic P14 PWM 35,8 K (GPU) & 28,1 K (CPU) 30 dB(A)
be quiet! Pure Wings 140mm pwm be quiet! Pure Wings 2 140mm PWM 35,1 K (GPU) & 27,6 K (CPU) 32,4 dB(A)
Xilence Performance C 140mm PWM Lüfter Xilence XPF140.R.PWM 34,9 K (GPU) & 28 K (CPU) 33,4 dB(A)
Noctua NF-P14 redux-1500 PWM 140mm Lüfter Noctua NF-P14s redux-1500 PWM 33,9 K (GPU) & 27,3 K (CPU) 35,5 dB(A)

In diesem Test sind rein leistungsmäßig die Arctic F14 und die Noctua NF-P14s redux-1500 die Gewinner. Hierbei sind die Arctic-Lüfter jedoch wesentlich leiser. Leistungsmäßig etwas schwächer sind die drei anderen Lüfter im Test, die recht ähnlich performen. Die Arctic P14 arbeiten dabei noch etwas leiser.

Test bei 31 dB(A)

Für den zweiten Test wurde nicht die Drehzahl als Grundlage genommen, sondern eine geringe Lautstärke an der Hörbarkeitsschwelle.

Bild Lüfterbezeichnung Temperaturdelta Drehzahl
Arctic F14 PWM PST Arctic F14 PWM PST 34 K (GPU) & 28,2 K (CPU) 730 RPM
Arctic P14 PWM 140mm Lüfter Arctic P14 PWM 35,3 K (GPU) & 26,7 K (CPU) 940 RPM
be quiet! Pure Wings 140mm pwm be quiet! Pure Wings 2 140mm PWM 35,4 K (GPU) & 28,5 K (CPU) 720 RPM
Noctua NF-P14 redux-1500 PWM 140mm Lüfter Noctua NF-P14s redux-1500 PWM 35,8 K (GPU) & 29,3 K (CPU) 550 RPM

Der Xilence-Lüfter ist aus diesem Test geflogen, da er die so geringe Lautstärke durch eine Mindestdrehzahl nicht erreichen konnte. Die Arctic P14 PWM holen den Leistungsvorsprung der Arctic F14 PWM PST aus dem vorigen Test auf, indem sie sich schneller drehen können, bis sie die gemessene Lautstärke erreichen. Die Arctic F14 PWM PST verlieren minimal an Leistung. Die vorherigen Mit-Leistungssieger Noctua NF-P14s redux-1500 PWM müssen such zum Erreichen der niedrigen Lautstärke so langsam drehen, dass sie hinter die anderen Lüfter zurückfallen. Die be quiet! Pure Wings 2 140mm PWM performen solide, hängen aber hinter der Leistung der Arctic-Lüfter.

Test bei voller Power

Manchmal ist die Lautstärke weniger Relevant und es geht um die maximal erreichbare Leistung. Das ist dieser Test.

Bild Lüfterbezeichnung Temperaturdelta Drehzahl & Lautstärke
Arctic F14 PWM PST Arctic F14 PWM PST 30,4 K (GPU) & 24,5 K (CPU) 45,5 dB(A) @ 1360 RPM
Arctic P14 PWM 140mm Lüfter Arctic P14 PWM 32,3 K (GPU) & 22,3 K (CPU) 44,5 dB(A) @ 1700 RPM
be quiet! Pure Wings 140mm pwm be quiet! Pure Wings 2 140mm PWM 34,6 K (GPU) & 27,4 K (CPU) 34,7 dB(A) @ 940 RPM
Xilence Performance C 140mm PWM Lüfter Xilence XPF140.R.PWM 34,4 K (GPU) & 25,3 K (CPU) 48,9 dB(A) @ 1480 RPM
Noctua NF-P14 redux-1500 PWM 140mm Lüfter Noctua NF-P14s redux-1500 PWM 32,7 K (GPU) & 23,4 K (CPU) 52,1 dB(A) @1530 RPM

In diesem Test landen die beiden Arctic-Lüfter bei einer vergleichbaren Leistung und Lautstärke. Die Noctua NF-P14s redux-1500 PWM sind leistungsmäßig auch gut, dabei aber weitaus lauter als die Arctic-Lüfter. Auch die Xilence-Lüfter sind sowohl lauter als auch schwächer. Die be quiet! Pure Wings 2 140mm PWM verlieren zwar das Rennen um die Leistung, aber das liegt an der niedrigen Höchstdrehzahl. Dafür sind die Lüfter auf Höchstgeschwindigkeit weitaus leiser als alle anderen. Wer also keinen funktionierenden Lüftercontroller besitzt und die Lüfter daher immer auf voller Leistung laufen, findet mit den Pure Wings also die einzig realistische Möglichkeit des Tests für einen leisen Dauerbetrieb. In diesem Test gewinnen die Arctic P14 PWM minimal vor den F14 PWM PST. Der praktische Unterschied ist bei den beiden jedoch zu vernachlässigen.

Leistung als Radiatorlüfter

  • Gute Leistung
  • Vergleichbares Ergebnis zum Noctua NF-P14s redux-1500

In diesen Tests kommt der AMD Ryzen 9 5950X zum Einsatz, der mit einem Arctic Liquid Freezer II 280 mm gekühlt wird. Das Ganze sitzt in der Front eines Fractal Design Pop XL Air.

AMD Ryzen 9 5950X
Der für den Test eingesetzte Prozessor ist übertaktet und wird bei einer Stromaufnahme von ca. 160 Watt gekühlt.

Dafür wird die AIO-Wasserkühlung 10 Minuten lang aufgeheizt durch die Dauerschleife einer hohen Last in Cinebench R23, anschließend wird eine Minute lang die Temperatur des Prozessors gemessen und, wie auch in den Gehäuselüfter-Tests, um die Raumtemperatur bereinigt. Ansonsten folgen die Tests demselben Konzept.

Test bei 800 RPM

Bild Lüfterbezeichnung Temperaturdelta Lautstärke
Arctic F14 PWM PST Arctic F14 PWM PST 39,6 K 35,1 dB(A)
Arctic P14 PWM 140mm Lüfter Arctic P14 PWM 41 31,2 dB(A)
be quiet! Pure Wings 140mm pwm be quiet! Pure Wings 2 140mm PWM 40,9 35,5 dB(A)
Xilence Performance C 140mm PWM Lüfter Xilence XPF140.R.PWM 41,4 35,5 dB(A)
Noctua NF-P14 redux-1500 PWM 140mm Lüfter Noctua NF-P14s redux-1500 PWM 39,7 35,5 dB(A)

Wie bereits im Gehäuselüfter-Test liegen hier die Arctic F14 PWM PST und die Noctua NF-P14s redux-1500 PWM leistungsmäßig im Toleranzbereich zueinander und diesmal auch bei der Lautstärke näher beieinander, wobei die Noctua-Lüfter noch immer minimal lauter ausfallen. Die Arctic P14 PWM sind weitaus leiser, aber verlieren auch bei der Leistung. Die Gesamtverlierer des Tests sind die Xilence-Lüfter.

Test bei 31 dB(A)

Erneut konnte der Xilence XPF140.R.PWM den Test nicht antreten, da seine Mindestgeschwindigkeit zu einer zu hohen Lautstärke geführt hat. Bei diesem Test ist außerdem zu beachten, dass die Pumpe als weitere Geräuschquelle hinzukommt, wodurch die Lüfter generell langsamer drehen müssen, um dieselbe Lautstärke aus dem Gehäuselüfter-Test zu erreichen.

Bild Lüfterbezeichnung Temperaturdelta Drehzahl
Arctic F14 PWM PST Arctic F14 PWM PST 44 K 630 RPM
Arctic P14 PWM 140mm Lüfter Arctic P14 PWM 42,6 K 720 RPM
be quiet! Pure Wings 140mm pwm be quiet! Pure Wings 2 140mm PWM 47,5 K 570 RPM
Noctua NF-P14 redux-1500 PWM 140mm Lüfter Noctua NF-P14s redux-1500 PWM 44,1 K 600 RPM

Dieser Test fällt recht klar aus: Die besten sehr leisen Lüfter sind die Arctic P14 PWM. Die Arctic F14 PWM PST liegen hier erneut quasi gleichauf mit den Noctua NF-P14s redux-1500 PWM.

Test auf voller Leistung

Bild Lüfterbezeichnung Temperaturdelta Drehzahl & Lautstärke
Arctic F14 PWM PST Arctic F14 PWM PST 34,8 K 48,1 dB(A) @ 1290 RPM
Arctic P14 PWM 140mm Lüfter Arctic P14 PWM 34,4 K 47,2 dB(A) @ 1610 RPM
be quiet! Pure Wings 140mm pwm be quiet! Pure Wings 2 140mm PWM 39,6 K 37,2 dB(A) @ 890 RPM
Xilence Performance C 140mm PWM Lüfter Xilence XPF140.R.PWM 35,5 K 49,6 dB(A) @ 1350 RPM
Noctua NF-P14 redux-1500 PWM 140mm Lüfter Noctua NF-P14s redux-1500 PWM 34 K 53,4 dB(A) @ 1500 RPM

Leistungsmäßig sind die Noctua NF-P14s redux-1500 PWM die stärksten Modelle des Tests, aber auch weitaus die lautesten. Knapp gefolgt werden sie leistungsmäßig von den Arctic P14 PWM, die deutlich leiser sind. Die Arctic F14 PWM PST schneiden aber ebenfalls sehr solide ab und trotz der viel niedrigeren Drehzahl ist die Gesamtleistung nur unwesentlich schwächer als bei den P14. Erneut die leisesten und durch die niedrige Drehzahl schwächsten Lüfter des Tests sind die be quiet! Pure Power 2 140mm PWM.

Fazit

Die Arctic F14 PWM PST sind beeindruckende Lüfter für ihren Preis, insbesondere beim Einsatz als Gehäuselüfter. Und nicht nur für den Preis – auch generell ist die Leistung sehr hoch, sodass viele weitaus teurere Lüfter nicht mithalten können. Der Hauptkonkurrent kommt aus dem eigenen Hause mit dem Arctic P14, welcher beim Einsatz auf dem Radiator noch knapp die Nase vorne hat. Dennoch: Ein sehr respektables Ergebnis für den Arctic F14 PWM PST! Und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis wird im 5er-Set nur noch besser.

Arctic F14 PWM PST Test Gold Award

Arctic F14 PWM PST

Verarbeitung
Kühlleistung
Lautstärke
Preis-Leistungs-Verhältnis

91/100

Die Arctic F14 PWM PST sind einfache, recht leise 140-mm-Lüfter mit einer hohen Leistung - und das zu einem sehr guten Preis.

Simon Deobald

Schon zu Kindertagen, noch bevor ich wirklich lesen konnte, wusste ich unter DOS, was einzutippen ist, um "Die Siedler" zu starten. Wenige Jahrzehnte später beschäftige ich mich auch weit intensiver mit PCs und entsprechender Hardware, bin ansonsten als Feuerwehrmann, (Produkt-)Fotograf und Redakteur tätig, wie auch ein Gitarren-Nerd.

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