PC-Komponenten

HYTE Y70 Touch Test – Aquarium-Gehäuse mit Touchscreen

Hinter der Marke HYTE verbirgt sich ein Tochterunternehmen des Systemintegrators iBUYPOWER, der normalerweise ein umfangreiches Portfolio an vorkonfigurierten oder personalisierbaren PC-Systemen anbietet. Über die Marke HYTE versucht sich der Hersteller nun auch auf dem hart umkämpften Markt für PC-Komponenten sowie Zubehör einen Namen zu machen. Mit den Gehäusen HYTE Revolt 3, Y60 und Y40, welche wir bereits getestet haben, hat der Hersteller das bereits geschafft. Gerade die besonderen Features und das einzigartige Design waren bei allen drei Gehäusen sehr beeindruckend. Im Oktober 2023 hat HYTE nun mit dem HYTE Y70 Touch ein weiteres Gehäuse vorgestellt, welches wir heute im Test haben.

Das HYTE Y70 Touch ist der größere Bruder des Y60 und hat mit diesem auch optisch sehr viel gemeinsam. Grundsätzlich ist das Y70 nämlich einfach ein vergrößertes Y60, welches nun noch mehr Platz für Grafikkarten und sonstige Hardware-Komponenten bietet. Der „Aquarium-Look“ sowie das markante Seiten- bzw. Frontfenster aus Glas bleiben erhalten. Zusätzlich verbaut HYTE zwischen Front und Seite nun aber ein großes IPS-Display, welches sogar über eine Touchbedienung verfügt. Dieses Feature sich schlägt aber auf den Kaufpreis, der mit €359 (UVP) viele Geldbeutel sprengen dürfte. Farblich bietet HYTE das Y70 Touch in Schwarz, Rot-Schwarz, Weiß-Schwarz und Weiß an. Ob das HYTE Y70 sein Geld wert ist, lest ihr in diesem Test.

Technische Details

Modell: HYTE Y70 Touch
Gehäuse Typ: ATX
Abmessungen: 320 mm (B) x 470 mm (H) x 470 mm (T)
Gewicht: 13,2 kg
Material: Stahl, Kunststoff, Tempered Glass
Farbe: Weiß (Außen), Weiß (Innen)
Front-Anschlüsse: 1x USB 3.2 Typ-C, 2x USB 3.2 Gen 1 Typ-A, 1x HD-Audio-Comboport
Laufwerkschächte: 2x 3,5″ oder 4x 2,5″
Erweiterungsslots: 6x horizontal (Low-Profile), 4x vertikal
Formfaktoren: EATX, ATX, mATX, ITX
Belüftung: Heck: 1x 120 / 140 mm
Deckel: 3x 120 / 2x 140 mm
Seite: 3x 120 / 2x 140 mm
Boden: 3x 120 mm
Radiatoren: Heck: 1x 120 / 140 mm
Deckel: 1x 240 / 280 / 360 mm (max. 68 mm tief inkl. Lüfter)
Seite: 1x 240 / 280 / 360 mm (max. 150 mm tief inkl. Lüfter)
Boden: 3x 120 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe: 180 mm
Max. Grafikkartenlänge: 390 mm
Max. Grafikkartenhöhe: 105 mm
Max. Netzteillänge: 230 mm
Platz für Kabelmanagement: 90 mm
Preis: €359 (UVP)
Besonderheiten: Staubfilter, Kabelmanagement, Tempered Glass, integriertes IPS-Display mit 4K-Display, werkzeuglose Montage der Außenpanele, integrierte PCIe-4.0-Riserkarte für vertikale GPU-Montage

Technische Details: Display

Typ: IPS
Diagonale: 14,1 Zoll
Maße: 90,9 mm (B) x 340,3 mm (H) x 24,6 mm (T)
Auflösung: 1100 x 3840 Pixel
Bildwiederholrate 60 Hz
Videoeingang: 1x Mini-DisplayPort (auf DisplayPort)
Stromversorgung: 1x USB-C (auf SATA-Strom)
Steuerung: softwarebasiert (Nexus)
Sonstiges: Kapazitiver Touchscreen (10-Point Multi-Touch)

HYTE Y70 Touch: Der Lieferumfang

Trotz des recht hohen Preises verzichtet HYTE beim Y70 Touch auf eine aufwendig gestaltete Verpackung. Zum Einsatz kommt stattdessen ein schlichter brauner Karton, der mit schwarzer Farbe bedruckt wurde. Auf den zwei größeren Seiten der Verpackung lassen sich eine Explosionszeichnung sowie eine Nahaufnahme des Y70 Touch erkennen. Ein farbiger Aufkleber soll zudem die Display-Funktionalitäten des Gehäuses weiter hervorheben. Außerdem listet HYTE alle relevanten technischen Daten in Form einer übersichtlichen Tabelle auf.

Innerhalb der Kartonage umhüllt der Hersteller das Gehäuse mit einer Kunststofffolie sowie mit zwei Blöcken aus hartem Styropor. Den Einsatz von dicken, flexiblen Schaumstoffelementen wäre aufgrund der Menge an Glas und des allgemeinen Gewichts natürlich noch besser gewesen. Das verbaute Display wurde zusätzlich mit einer Schicht aus Pappe abgedeckt. Das Montagezubehör platziert HYTE im Inneren des Y70 Touch innerhalb einer kleinen Schachtel. Diese beinhaltet alle Montageschrauben sowie eine Nuss zum Eindrehen der Abstandshalter, 10 schwarze Kabelbinder, 5 Kabelbinder mit Klettverschluss, eine Montageanleitung und zwei Kabelklemmen. Außerdem gehören zum Lieferumfang das vorinstallierte Display mit Touchscreen sowie ein Staubfilter für den Gehäuseboden. Vorinstallierte Lüfter gibt es beim HYTE Y70 Touch leider keine.

Außeneindruck

Wie eingangs erwähnt, hat das HYTE Y70 Touch grundsätzlich sehr viel Ähnlichkeit mit seinem kleineren Bruder, dem HYTE Y60. Das Frontpanel zeichnet sich durch eine große, ungetönte Glasscheibe aus, die bei Bedarf auch vollständig entfernt werden kann. Befestigt ist die Scheibe über Push-Pins sowie drei Schrauben an den rechten Seite. Oberhalb und unterhalb wird das Temperglas vom lackierten Korpus des Y70 eingerahmt.

Richtet man seinen Blick leicht nach links, dann fällt direkt die markante, abgeschrägte Vorderkante ins Auge. Anders als beim Y60 platziert HYTE beim Y70 Touch hier aber nicht nur eine normale Glasscheibe, sondern ein 14,1″-IPS-Display mit Touchscreen, welches über eine Software angesteuert und personalisiert werden kann. Bei Bedarf kann das Touchscreen-Element auch ausgebaut werden. Unterhalb des Displays lässt sich das I/O-Panel erkennen. Dieses verfügt über einen USB 3.2 Typ-C sowie zwei USB 3.2 Gen 1 Typ-A Anschlüsse, einen weiß-beleuchteten Power-Button sowie einen HD-Audio-Comboport. Der Power-Button hat leider eine merkwürdige bzw. sehr weiche Haptik, die einen exakten Druckpunkt vermissen lässt.

Der Deckel des HYTE 70 besteht aus Stahl, welcher von innen mit einer zusätzlichen Schicht Kunststoff verstärkt wurde und über einen integrierten Staubfilter verfügt, der leider nicht ausgebaut werden kann. Die Verbindung zwischen Korpus und Top-Panel erfolgt über Push-Pins aus Kunststoff, was eine werkzeuglose Demontage ermöglicht. Optisch bleibt HYTE sich treu und stattet das Panel mit einem auffälligen Belüftungsgitter aus, welches aus länglichen Öffnungen besteht, die der Form des Gehäuses folgen. Unterhalb des Panels erkennen wir einen modularen Halterahmen für drei 120-mm- oder zwei 140-mm-Lüfter bzw. entsprechend große Radiatoren.

Die Gestaltung der Seitenteile könnte unterschiedlicher nicht sein. So besteht das linke Seitenteil aus Temperglas. Das Glas wurde dabei auf einen zusätzlich Stahlrahmen geklebt, der ebenfalls über Stahlnasen für die Push-Pin-Befestigung am Korpus verfügt. Das rechte Seitenteil besteht aus Stahl und verfügt auf der Innenseite ebenfalls über eine zusätzlich Schicht Kunststoff. Auch hier wurde in das Kunststoffelement ein Staubfilter eingearbeitet. Optisch setzt sich das Design des Deckels an der Seite fort: große, längliche Belüftungsöffnungen laufen erst nach unten und machen dann einen scharfen Knick nach rechts zum Heck des Gehäuses. Zuletzt verfügt das rechte Seitenteil ebenfalls über Push-Pins.

Wagt man ein Blick auf die Rückseite des HYTE Y70 Touch, dann erkennt man schnell, dass im Inneren kein typisches Layout auf uns wartet. Das Netzteil wird vertikal an der linken Seite montiert. Auf der rechten Seite finden wir hingegen einen unbestückten Lüfterplatz für einen 120-mm- oder 140-mm-Lüfter sowie den Ausschnitt für die Anschlüsse des Mainboards. Im unteren Bereich wird es nun sehr untypisch. Vorhanden sind hier vier vertikale Erweiterungsslots sowie sieben horizontale Slots, die aber nur halbhoch (Low-Profile) sind. Darüber hinaus lassen sich neben den obligatorischen Lüftungsschlitzen auch zwei Schraubenlöcher pro Low-Profile-Blende erkennen.

Als Gehäusefüße kommen beim HYTE Y70 Touch zwei Kunststoffelemente zum Einsatz, die an der Front sowie am Heck nahezu die gesamte Gehäusebreite einnehmen. Auch hier spielt der Hersteller wieder mit den Formen und winkelt die Standfüße an den gegenüberliegenden Seiten ab. Zusätzlich wurden, zum Schutz des Untergrunds, die Kunststoffelemente mit vier Gummistreifen beklebt. Des Weiteren lassen sich ein großer, modularer Staubfilter sowie eine große Belüftungsöffnung erkennen. Der am Boden platzierte Lüfterrahmen ist modular und bietet Platz für drei 120-mm oder zwei 140-mm-Lüfter.

Inneneindruck

HYTE setzt, wie beim Y60, auf ein Zwei-Kammer-Layout, bei dem die Kammern durch das vertikale Mainboard-Tray getrennt werden. Die große Hauptkammer beherbergt dabei ein Mainboard bis zum EATX-Format, eine vertikal orientierte Grafikkarte sowie einen CPU-Luftkühler oder Radiatoren. Das Mainboard-Tray ist plan gestaltet und knickt an der rechten Seite nach hinten ab. In diesem Knick sowie ober- als auch unterhalb, lassen sich große und gummierte Kabelmanagementöffnungen im Mainboard-Tray erkennen.

Im vorderen Bereich des Innenraums gibt es nur Glas. Um dennoch eine Frischluftzufuhr ermöglichen zu können, platziert HYTE rechts neben dem Mainboard-Tray einen Montagrahmen für drei 120-mm- oder zwei 140-mm-Lüfter oder einen entsprechend großen Radiator. Auch oberhalb des Mainboard-Trays gibt es mehr als genug Platz für einen Radiator und für bis zu drei Lüfter.

Die Bodenpartie im Innenraum folgt der Optik des Deckels. Längliche Lüftungsschlitze sollen gewährleisten, dass die optionalen Lüfter an der Unterseite die vertikal orientierte Grafikkarte mit genügend Frischluft versorgen können. Ermöglicht wird die vertikale Montage durch ein hochwertiges und optisch sehr ansprechendes PCIe-4.0-Riser-Kabel, dessen Stecker in der Gehäusefarbe lackiert wurde. Zusätzlichen Support erhält das Steckmodul außerdem durch zwei Schrauben an der Rückseite der halbhohen Slotblenden.

Nun wenden wir uns der separaten Kammer hinter dem Mainboard-Tray zu. Diese bietet Platz für ein 230 Millimeter lange Netzteil und beherbergt zwei leere Festplattenkäfige. Das Netzteil wird im unteren Bereich platziert und ruht zur zusätzlichen Unterstützung auf einer stabilen Halterung aus Kunststoff. Entsprechende Belüftungsöffnungen im rechten Seitenteil sorgen dafür, dass das Netzteil nicht ersticken muss. Ansonsten lassen sich in der Kammer zahlreiche Kabelmanagementöffnungen, Ösen für Kabelbinder und, am Boden, wiederverwendbare Kabelbinder mit Klettverschluss erkennen.

Wie auch das Netzteil, werden die Datenträger beim HYTE Y70 Touch in der Kammer hinter dem Mainboard-Tray verstaut. Dazu stellt der Hersteller zwei Montagerahmen aus Stahl zur Verfügung. Die Montage der Datenträger erfolgt unentkoppelt und erfordert, unabhängig von der Größe der Festplatte, einen Schraubendreher. Die zwei Rahmen bieten Platz für jeweils eine 3,5″- oder zwei 2,5″-HDDs bzw. SSDs. Zur Bestückung müssen die Halterahmen nach hinten aus dem Gehäuse gezogen und die Datenträger verschraubt werden. Anschließend können die Käfige wieder in das Gehäuse hineingeschoben und mit jeweils zwei Rändelschrauben befestigt werden.

Verarbeitung

Die Verarbeitungsqualität des HYTE Y70 Touch ist grundsätzlich gut. Die verwendeten Materialien (Stahl, Glas, Kunststoff) fühlen sich größtenteils wertig an und wirken stabil. Anders sieht es da bei der Lackierungsqualität aus. Bei näherer Betrachtung haben wir Bauteile gefunden, die nicht ganz sauber lackiert wurden. Dazu gehörten z.B. die Lüfterrahmen im Boden und im Deckel oder die HDD-Schlitten. Das sind zwar Bereiche, die man beim fertigen System sowieso nicht sieht, trotzdem sollte das bei einem Gehäuse dieser Preisklasse nicht passieren. Dafür sind die Farbunterschiede der Weiß-Töne bei Stahl und Kunststoff sehr gering und fallen kaum auf.

Ebenfalls unschön ist erneut der hohe Einsatz von Kunststoff. So wurde sowohl hinter das Seiten- als auch das Top-Panel eine Schicht Kunststoff geklebt, in welche der Staubfilter intergiert wurde. Dadurch erhält das Panel zwar eine etwas höhere Stabilität, wirkt aber weniger wertig und solide als beim Einsatz eines stärkeren Stahlpanels. Beim Top-Panel wurden leider sogar die Push-Pins aus Kunststoff gefertigt und könnten über einen längeren Nutzungszeitraum eventuell eine Schwachstelle darstellen. Darüber hinaus besteht auch der gesamte untere Bereich des Innenraums aus Kunststoff.

HYTE Y70 Touch: Einbau der Komponenten

Nun kommen wir zum Systemeinbau beim HYTE Y70 Touch Test. Als Hardware verwenden wir einen AMD Ryzen 5 1400* auf einem ASUS TUF Gaming B550M-Plus* mit 16GB Crucial Ballistix Sport LT grau DDR4-2666*. Der Ryzen wird von einem Alpenföhn Brocken 4* gekühlt und ist auf 3,8 GHz (1,175 V) übertaktet. Für die Bildausgabe ist eine Gigabyte AORUS GTX 1060 6GB zuständig. Die Stromversorgung erledigt das vollmodulare LC-Power LC550 V2.31 Platinum*.

Der Einbau aller Komponenten war sehr einfach und schnell erledigt. Überall gibt es auch für große Hände genug Platz. Hilfreich waren außerdem die vorinstallierten Abstandshalter sowie der modulare Aufbau des Y70. So können zum Einbau von Radiatoren oder besonders großen Komponenten alle Front-, Seiten und Deckelelemente entfernt, bestückt und dann wieder eingebaut werden. Der sehr positive Eindruck bleibt auch bei der Verkabelung bestehen. Alle Kabelöffnungen wurden sinnvoll platziert und dimensioniert, sodass sämtliche Kabel einfach verlegt werden konnten. Die große Netzteilkammer auf der Rückseite des Mainboard-Trays bietet zudem sehr viel Platz für überflüssige Kabel. Das Gesamtergebnis wirkt schick und ordentlich, wenn auch etwas leer. 1-2 Radiatoren oder zumindest Lüfter an der Seite und im Deckel sind allein schon aus optischen Gründen eigentlich Pflicht.

Das ein so großes Gehäuse ordentlich Platz für Hardware bietet, war eigentlich zu erwarten. In Zahlen bedeutet dass eine Kompatibilität für CPU-Kühler mit einer Höhe von maximal 180 Millimetern und für Grafikkarten mit einer Länge von maximal 390 bzw. Breite von maximal 105 Millimetern. In der separaten Netzteilkammer kann zudem ein maximal 230 Millimeter langes Netzteil verbaut werden. Für Radiatoren bietet das HYTE Y70 Touch zwei Montageplätze, die gleichzeitig mit jeweils einem 360-mm oder 280-mm-Wärmetauscher bestückt werden können. Der Radiator im Deckel darf inklusive Lüfter 68 Millimeter und der seitliche Radiator inklusive Lüfter 105 Millimeter tief sein. Das sollte für eine performante Wasserkühlung mehr als ausreichend sein.

Belastungstest

Zuletzt kommen wir noch zu den Temperaturen, die im HYTE Y70 Touch erreicht wurden. Während des Belastungstests wurden bei einer Raumtemperatur von 20 °C 15 Minuten lang Prime95 und FurMark ausgeführt. Außerdem wurde der Test ohne Lüfter (Werksausstattung) sowie mit zwei verschiedenen Lüftergeschwindigkeiten durchgeführt.

Szenario
Temperatur
CPU: 50% PWM (950rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
Open-Air-Benchtable (keine weiteren Lüfter)
CPU: 58,3 °C
GPU: 58,2 °C
CPU: 50% PWM (950 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
ohne Lüfter (Werksausstattung)
CPU: 73,6 °C
GPU: 71,6 °C
CPU: 50% PWM (950 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 120 mm 50% PWM (950 rpm) im Heck
CPU: 65,4 °C
GPU: 68,6 °C
CPU: 50% PWM (950 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 120 mm 100% PWM (1800 rpm) im Heck
CPU: 60,9 °C
GPU: 64,5 °C

Wie zu erwarten war, sind die Temperaturen im HYTE Y70 Touch mit Serienausstattung (ohne Lüfter) nicht gerade berauschend. Es liegen zwar noch keine kritischen Werte vor, dafür sind die eingebauten Komponenten aber auch nicht gerade hitzig. High-End-Hardware dürfte es im Y70 Touch ohne Lüfter logischerweise schwer haben. Verbaut man im Heck einen einzelnen Lüfter, dann verbessern sich die Temperaturen schlagartig. Besonders die CPU profitiert von einem Hecklüfter. Platziert man an der Seite bzw. im Boden noch weitere, einblasende Lüfter, dann sollten sich auch High-End-Komponenten ganz gut kühlen lassen.

HYTE Y70 Touch: Display und Software

Ab Werk kommt das HYTE Y70 Touch mit einem 14,1-Zoll Display im Bereich der Front. Das Display hat eine Bildwiederholrate von 60 Hz sowie eine Auflösung von 1100 x 3840 Pixeln. Außerdem ist im Bildschirm ein kapazitiver Touchscreen (10-Point-Multitouch) integriert. Der Anschluss erfolgt über ein USB-C- auf SATA-Strom-Kabel sowie über ein Mini-DisplayPort- auf DisplayPort-Kabel. Das DisplayPort-Kabel terminiert an der untersten Slotblende in einer DisplayPort-Buchse, welche über das kurze DisplayPort-Kabel im Lieferumfang mit der Grafikkarte verbunden werden kann.

Grundsätzlich kann auf dem Bildschirm jede beliebige Applikation bzw. jedes beliebiges Fenster platziert werden. Aufgrund des ungewöhnliches Formats sieht das Ergebnis in den meisten Fällen aber nicht so gut aus. Um dort Abhilfe zu schaffen, stellt HYTE die Software NEXUS zur Verfügung. Diese kam auch bereits beim HYTE Y60 mit Display zum Einsatz. Die Software verfügt über viele Konfigurationsoptionen bzw. Widgets und macht aus dem Bildschirm eine Art Homescreen wie bei einem Smartphone. Für das Y70 Touch wurde zudem das neue Modul „Faces“ entwickelt.

Dieses zeigt z.B. Systeminformationen und -auslastungen, einen Taschenrechner, der Twitch-Chat des Livestreams, OBS-Informationen sowie Bilder an und sogar Spiele können auf dem Bildschirm gespielt werden. Weitere Widgets sind für „Faces“ zudem in Entwicklung. Für noch mehr Personalisierung kann der Bildschirmhintergrund geändert oder sogar animiert werden. Auch hierfür gibt es zahlreiche verwendbare Vorlagen. Insgesamt sind die Konfigurationsmöglichkeiten innerhalb von NEXUS sehr umfangreich, machen die Oberfläche stellenweise aber etwas unübersichtlich. Die initiale Einrichtung ist dennoch sehr einfach und verständlich aufgebaut. Ein Konto ist nicht zwingend notwendig, erweitert aber die Möglichkeiten.

HYTE Y70 Touch: Fazit

Auf den ersten Blick ist das HYTE Y70 Touch ein Y60, bei dem das schräge Glasfenster an der Front durch einen Touchscreen ausgetauscht wurde. Schaut man aber genauer hin, lässt sich sich vor allem anhand der Abmessungen erkennen, dass das Y70 etwas größer ist und damit auch mehr Platz für CPU-Kühler und vor allem Grafikkarten bietet. In Zeiten wo Triple-Slot-GPUs zum Standard geworden sind, hatte das Y60 irgendwann Probleme mit der Kühlung der GPU oder diese passte erst gar nicht mehr ins Gehäuse. Das Y70 bietet einen Erweiterungsslot mehr und ermöglicht somit eine bessere Kühlung, auch für tiefere Grafikkarten. Die größere Gehäusetiefe ermöglicht zudem den Einbau längerer Grafikkarten.

Neben der Geräumigkeit und der damit verbundenen hohen Kompatibilität für eine Wasserkühlung mit zwei vollwertigen 360-mm-Radiatoren, gehören wohl das generelle Design und insbesondere der Touchscreen zu den markantesten Merkmalen des Y70 Touch. Sie ermöglichen ein Höchstmaß an Personalisierung und machen dadurch (fast) jedes PC-System zu einem echten Hingucker. Dazu gesellen sich eine größtenteils gute Verarbeitung, das hochwertige PCIe-4.0-Riser-Kabel sowie ein durchdachtes Layout inklusiver werkzeugloser Montage für viele Gehäuseelemente.

Negative Punkte sind uns aber leider auch ein paar aufgefallen. Ein Kritikpunkt ist sicherlich wieder der Einsatz einiger Kunststoffelemente, deren Qualität zwar nicht schlecht ist, mit der besseren Haptik und Optik von Stahl und Aluminium aber nicht mithalten kann. Ohne Kunststoff an manchen Bauteilen, wäre deren Verwindungssteifigkeit zudem zu gering. Außerdem wirkt sich die Panelkonstruktion mit Kunststoff und integriertem Staubfilter, wie auch schon beim HYTE Y60, restriktiv auf den Airflow aus. Des Weiteren gab es bei unserem Sample vereinzelt Mängel im Bereich der Lackierung und die völlige Abwesenheit von Gehäuselüftern treibt sowohl die Temperaturen als auch den Kaufpreis weiter in die Höhe.

Größter Kostenfaktor dürfte beim HYTE Y70 Touch wohl das verbaute Displayelement mit Touchscreen sein. Ein solcher Touchscreen ist zwar ein außergewöhnliches Feature und ermöglicht viele Arten der Personalisierung. Für viele ist es aber höchstwahrscheinlich nur ein nettes „Gimmick“, welches letztendlich nur die Kosten in die Höhe treibt und auf Dauer keinen sinnvollen Mehrwert bietet. Eine Variante ohne Touchscreen und ein damit reduzierter Kaufpreis wäre also wünschenswert gewesen. Insgesamt gesehen ist das HYTE Y70 Touch also ein etwas geräumigeres Y60 mit Touchscreen, dafür ohne Lüfter und mit einem deutlich höheren Preis.

HYTE Y70 Touch

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

89/100

Das HYTE Y70 Touch kann mit einem schicken Optik, einem geräumigen Innenraum sowie einer sehr guten Ausstattung überzeugen. Zudem ist der verbaute Touchscreen ein echter Hingucker und quasi ein Alleinstellungmerkmal des Y70 Touch. Der Einsatz einiger Kunststoffelemente, die völlige Abwesenheit von Gehäuselüftern und vor allem der Kaufpreis könnten aber durchaus abschreckend wirken.

Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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