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Raijintek Ponos MS4 – Luftiger Midi-Tower kommt gleich mit vier Lüftern

Die Marke Raijintek wurde 2013 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Taiwan. Ziel bei der Gründung war die Entwicklung von High-End-Produkten im Lifestyle- und IT-Hardware-Bereich. Dabei fokussiert sich der Hersteller überwiegend auf die Entwicklung von Gehäusen, CPU-Kühlern, Wasserkühlungen und Gehäuselüftern. Zu den bekanntesten Produkten von Raijintek gehören wohl die ITX-Gehäuse Metis und Ophion. Eine besondere Eigenschaft aller Chassis ist häufig das einzigartige Design, welches sich vom Rest der Masse deutlich abhebt.

Ähnlich ist das auch beim Raijintek Ponos. Das hängt aber von der Variante des Ponos ab. Das TG sticht vor allem bei der Optik hervor, da es sowohl seitlich als auch vorne eine über eine Scheibe aus Tempered Glass verfügt. Die Version MS besitzt ebenfalls ein Seitenteil aus Glas. Dafür ist das Frontpanel aber aus Mesh gefertigt und erlaubt dadurch einen höheren Luftstrom. Die sonstige Ausstattung ist identisch. So bietet das Ponos einen geräumigen Innenraum, Platz für Radiatoren und eine Netzteilabdeckung. Preislich startet dieser Midi-Tower bei 54,90 € und siedelt sich damit in einem hart umkämpften Segment an. Das hier getestete MS4 kommt zusätzlich mit vier RGB-Lüftern und kostet 30 € mehr. Ob es überzeugen kann, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details

Modell: Raijintek Ponos MS4
Gehäuse Typ: ATX
Abmessungen: 210 mm (B) x 485 mm (H) x 442 mm (T)
Gewicht: 7,2 kg
Material: Stahl, Kunststoff, Tempered Glass
Farbe: Schwarz
Front-Anschlüsse 1x USB 3.0 Typ-A, 2x USB 2.0 Typ-A, 1x Kopfhörer, 1x Mikrofon
Laufwerkschächte: 3x 3,5″/2,5″ (intern)
2x 2,5″ (intern)
Erweiterungsslots: 7x horizontal
Formfaktoren: ITX, µATX, ATX, E-ATX (bis 305 x 330 mm)
Belüftung: Vorderseite: 3x 120 / 2x 140 mm
Rückseite: 1x 120 mm
Deckel: 3x 120 / 2x 140 mm
Mainboard-Tray: 2x 120 mm
Netzteil-Shroud: 1x 120 mm
Radiatoren: Vorderseite: 1x max. 360 / 280 mm
Rückseite: 1x 120 mm
Deckel: 1x 280/ 240 mm
Mainboard-Tray: 1x 240 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe: 165 mm
Max. Grafikkartenlänge: 390 mm
Max. Netzteillänge: 160 mm
Maximale Tiefe Frontradiator + Lüfter 65 mm
Maximale Tiefe Topradiator + Lüfter 65 mm
Platz für Kabelmanagement 22 mm
Preis: € 84,90 *

Lieferumfang

Das sich Raijintek mehr auf das Produkt als auf die Verpackung fokussiert, erkennt man direkt. Versendet wird das Ponos MS4 in einem schlichten braunen Karton, der mit einem Produktbild, allen technischen Daten und den wichtigsten Features bedruckt wurde. Innerhalb des Kartons hat Raijintek den Midi-Tower mit zwei Blöcken aus festem Styropor und einer Folie aus Kunststoff umschlossen. Zudem wurde das Seitenfenster mit einer zusätzlichen Schutzfolie beklebt. Das Zubehör hat Raijintek in einer kleiner braunen Schachtel verstaut und diese im HDD-Käfig untergebracht. Vorhanden sind eine kurze Montageanleitung, einige Kabelbinder und alle Schrauben für den Einbau aller wichtigen Komponenten.

Außeneindruck

Äußerlich gestaltet Raijintek das Ponos MS4 sehr klassisch und unaufgeregt. Die Front besteht vollständig aus Mesh, welches von einem stabilen Rahmen aus schwarzem Kunststoff umschlossen ist. Hinter dem Mesh-Gitter hat der Hersteller zudem eine weitere Matte als Staubfilter platziert. Diese Platzierung wirkt allerdings recht lieblos, da die Matte einfach lose hinter das Mesh gelegt wurde. Grundsätzlich ist ein Staubfilter an der Front aber sinnvoll. Raijintek hat beim MS4 nämlich gleich drei 120-Millimeter-Lüfter in der Front platziert, die zudem auch noch über digital adressierbare LEDs verfügen.

Im Deckel geht es luftig weiter. Auch dieser verfügt über ein großes Gitter mit Bohrungen für bis zu drei 120-Millimeter-Lüfter oder Montageschienen für einen Radiator. Darüber wurde zudem noch eine magnetische Mesh-Matte als Staubfilter platziert. Das I/O-Panel des Ponos findet sich im vorderen Bereich der Deckelpartie. Vorhanden sind hier drei USB-Ports (1x USB 3.0, 1x USB 2.0), zwei Buchsen für Kopfhörer sowie Mikrofon und zwei Taster für Power und die RGB-Steuerung.

Um seine Komponenten auch präsentieren zu können, darf auf der linken Seite das Seitenfenster aus Tempered Glass natürlich nicht fehlen. Das Glas ist leicht getönt und wird mit vier flachen Rändelschrauben am Korpus befestigt. Außerdem kann es eine Stärke von vier Millimetern vorweisen. Das rechte Seitenteil besteht aus Stahl mit einer Materialstärke von 0,55 Millimetern. Unüblicherweise erfolgt die Montage auch hier mit vier flachen Rändelschrauben. Das ist bei der Montage zwar etwas umständlicher, verbessert aber aufgrund der Symmetrie die Optik.

Die Rückseite des Ponos gestaltet sich wie erwartet. Das Netzteil wird unten platziert und darüber finden sich sieben Erweiterungsslots. Diese sind teilweise wiederverwendbar und teilweise zum Herausbrechen. Oberhalb der Erweiterungsslots wurde der vierte vorinstallierter Gehäuselüfter platziert. Auch dieser verfügt über digital-adressierbare LEDs.

Für einen sicheren Stand sorgen beim Ponos vier stabile Standfüße aus Kunststoff, die zur Minimierung von Vibrationen mit dünnen Streifen aus Gummi beklebt wurden. Des Weiteren hat Raijintek vor dem Netzteil einen einfachen Staubfilter befestigt.

Inneneindruck

Im Innenraum setzt Raijintek auf einen modernes Standard-Layout. So ist der Innenraum durch eine Netzteilabdeckung in zwei Kammern unterteilt. Die obere Kammer ist deutlich größer und bietet Platz für das Mainboard, Erweiterungskarten sowie Lüfter oder Radiatoren. Das Tray ist plan gestaltet und besitzt zahlreiche Öffnungen zur Durchführung von Kabeln. Eine Besonderheit ist die Montagemöglichkeit für zwei 120-Millimeter-Lüfter am Mainboard-Tray. Verbaut man hier jedoch beide Lüfter, verliert man fast alle Kabelmanagementöffnungen. Diese Gestaltung wirkt also nicht wirklich durchdacht. Optional könnte man hier aber auch einen Ausgleichbehälter mit Pumpe für eine Wasserkühlung montieren.

Wie bereits erwähnt, hat Raijintek das Ponos mit einer Netzteilabdeckung ausgestattet. Wie üblich verfügt diese über zahlreiche Öffnungen für Kabel und Radiatoren sowie Montagepunkte für Datenträger. Zuletzt ist noch ein Cut-Out für das Typenschild des Netzteils vorhanden.

Wenden wir uns nun der Rückseite des Mainboard-Trays zu. Neben 22 Millimetern Platz für Kabel, gibt es hier auch jede Menge Ösen zur Befestigung von Kabelbindern. Im unteren rechten Bereich wird das Netzteil platziert. Auf eine Entkopplung verzichtet Raijintek hier jedoch komplett. Vor dem Netzteil wurde zusätzlich ein modularer HDD-Käfig untergebracht. Dieser kann nach der Entfernung von sechs Schrauben entweder verschoben oder vollständig entfernt werden.

In Bezug auf Datenträger passen in das Ponos insgesamt fünf Datenträger. In den HDD-Käfig unterhalb der Netzteilabdeckung gibt es Platz für zwei 3,5″- oder 2,5″-Festplatten. Die Montage erfolgt über einen Rahmen aus Kunststoff, der in den Käfig geschoben wird. Zwei zusätzliche 2,5″-SSDs können über spezielle Gummiringe auf der Netzteilabdeckung montiert werden. Eine dritte 2,5″-SSD kann auf der Rückseite des Mainboard-Trays platziert werden.

Systembau im Raijintek Ponos MS4

Nun kommen wir zum Systemeinbau. Als Hardware verwenden wir einen  AMD Ryzen 5 1400 auf einem MSI B350 PC Mate mit 16GB Crucial Ballistix Sport LT grau DDR4-2666. Der Ryzen wird von einem LC-Power Cosmo Cool LC-CC-120-RGB gekühlt und ist auf 3,8 GHz (1,25V) übertaktet. Für die Bildausgabe ist eine GTX 1060 6GB von Gigabyte AORUS zuständig. Die Stromversorgung erledigt das vollmodulare LC-Power LC550 V2.31 Platinum mit einem Effizienzgrad von 80 Plus Platinum.

Der Einbau von Komponenten war im Raijintek Ponos sehr einfach und schnell erledigt. Durch die Gestaltung der Hauptkammer und die großzügigen Platzverhältnisse im Deckelbereich, ließ sich das Mainboard innerhalb kürzester Zeit platzieren und verkabeln, obwohl ein großer CPU-Kühler montiert war. Auch hinter dem Mainboard-Tray gibt es in Bezug auf das Raumangebot keine Beanstandungen. Der Abstand zum Seitenteil ist ausreichend um auch dickere Kabelstränge verlegen zu können. Zudem helfen die zahlreichen Ösen sehr gut beim Festzurren der Kabel. Zuletzt haben auch die vorinstallierten Abstandhalter die Montage beschleunigt.

Generell muss sich das Ponos auch in Bezug auf die Hardwarekompatibilität nicht verstecken. Für CPU-Kühler stehen 165 Millimeter und für Grafikkarten 390 Millimeter Platz zur Verfügung, wenn sich in der Front kein Radiator befindet. Denn davon können im Ponos gleich zwei verbaut werden. Die sinnvollste Kombination ist dabei ein 360er-Radiator in der Front und ein 240er im Deckel. Mit HDD-Käfig sollte das Netzteil nicht länger als 150 Millimeter sein. Ohne den Käfig gibt es auch für das Netzteil keine wirkliche Begrenzung.

Ab Werk kommt das Ponos MS4 mit vier 120-Millimeter-Lüftern vom Typ Raijintek BDL12025S. Diese Lüfter verfügen über einen schwarzen Rahmen, der an der Vorderseite mit einem weißen LED-Ring ausgestattet wurde. Damit das Licht effektvoll reflektiert wird, sind die elf Lüfterblätter des Rotors transparent gehalten. Die Maximaldrehzahl der Lüfter liegt bei 1200 Umdrehungen pro Minute. Der Anschluss am Mainboard erfolgt jeweils über einen 3-Pin-Anschluss oder alternativ über einen Molex-Stecker. Die Verbindung mit der RGB-Platine zur Ansteuerung der LED wurde durch einen herkömmlichen 5V-3Pin-Stecker realisiert.

Zuletzt kommen wir noch zu den Temperaturen, die im Raijintek Ponos MS4 erreicht wurden. Während des Belastungstests wurden bei einer Raumtemperatur von 18,5°C 15 Minuten lang Prime95 und FurMark ausgeführt. Außerdem wurde der Test mit zwei verschiedenen Lüftergeschwindigkeiten und ohne Seitenteil durchgeführt.

Szenario
Temperatur
CPU: 50% PWM (1300 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
4x 120 mm auf 50% (850 rpm)
CPU:  71 °C
GPU:  67 °C
CPU: 50% PWM (1300 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
4x 120 mm auf 100% (1200 rpm)
CPU:  67 °C
GPU:  66 °C
CPU: 50% PWM (1300 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
4x 120 mm auf 100% (1200 rpm)
ohne Seitenteil
CPU:  64 °C
GPU:  62 °C

Wie es für ein Gehäuse mit Mesh-Front zu erwarten war, konnte sich das Ponos MS4 durch seine vier Lüfter in diesem Worst-Case-Szenario gut schlagen. Bei der Maximaldrehzahl sind alle Lüfter gewiss hörbar, wirken aber nicht zu störend. Reduziert man die Spannung auf 7V, senkt man damit auch die Lautstärke der Lüfter. Dafür erhält man aber leider etwas höhere Temperaturwerte, die aber in keiner Weise als kritisch anzusehen sind.

Beleuchtungsoptionen im Raijintek Ponos MS4

Wie bereits erwähnt, stattet Raijintek das Ponos MS4 mit vier digital-adressierbaren RGB-Lüfter aus. Die Ansteuerung erfolgt über eine Platine, die auf der Rückseite des Mainboard-Trays angeklemmt wurde. Diese Platine wird per SATA-Stromstecker mit Strom versorgt. Über einen 5V-3Pin-Stecker kann die Platine Steuerbefehle vom Mainboard entgegen nehmen. Verfügt das Mainboard nicht über einen passenden Anschluss, dann ist der Wechsel der zahlreichen Modi auch über den Reset/RGB-Button im I/O-Panel möglich. Abschließend noch ein paar Impressionen der Beleuchtung.

Fazit zum Raijintek Ponos MS4

Da wir nun alle relevanten Punkte einmal betrachtet haben, kommen wir nun zum Fazit dieses Reviews. Das Raijintek Ponos MS4 kann uns in einigen Punkten klar überzeugen. So bietet es sehr viel Platz für CPU-Kühler, Grafikkarten oder aber eine Wasserkühlung. Zudem kommt es gleich mit vier RGB-Lüftern, die über eine Platine oder das Mainboard angesteuert werden können. Zusammen mit dem luftigen und offenen Layout des Ponos kann auch High-End-Hardware problemlos gekühlt werden können. Die grundsätzliche Verarbeitung des Chassis ist solide, sticht aber nicht aus der Masse heraus.

Leider hat das Raijintek Ponos MS4 aber auch ein paar Schattenseiten. So lassen sich stellenweise gewisse Einsparmaßnahmen erkennen. Dazu gehören unter anderem herausbrechbare PCI-Slotblenden oder der einzelne USB-3.0-Port im I/O-Panel. Das ist weder zeitgemäß, noch entspricht das den Erwartungen in der angepeilten Preisklasse. Auch die eingesetzten Staubfilter entsprechen eher der Qualität günstigerer Gehäuse.

Diese Vor- und Nachteile kosten rund 90 Euro (aktuell: € 84,90 *). Damit befindet sich das Raijintek Ponos MS4 in einer sehr schwierigen bzw. umkämpften Preisbereich, aus dem es sich durch die Einsparmaßnahmen grundsätzlich nur schwer absetzen kann.

Raijintek Ponos MS4

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

84/100

Das Raijintek Ponos MS4 ist ein in Teilen gut ausgestatteter Midi-Tower mit einem großzügigen Raumangebot, einem modern und airflow-freundlichen Layout und kommt ab Werk gleich mit vier Lüftern. Leider schmälern einige Einsparmaßnahmen das Gesamtergebnis.

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Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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