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Ace Magician AMR5 im Test: Viel Mini-, wenig Gaming-PC

Mit dem Ace Magician AMR5 bringt der Hersteller aus China einen kompakten und optisch ansprechenden Mini-PC an den Start, der sich nicht nur dank seiner RGB-Beleuchtung an Gamerinnen und Gamer richten soll. Die Ausstattung kann sich nicht zuletzt dank eines AMD Ryzen 5 5600U sehen lassen. Warum der Mini-PC sich seinen Namen als Gaming-PC aber nicht verdient hat, klären wir in unserem Ace Magician AMR5 Test.

Technische Daten

Prozessor AMD Ryzen 5 5600U (6 Kerne; bis 4.200 MHz)
Grafikleistung AMD Radeon RX Vega 7
Abmessungen (H x B x T)  160 mm x 50 mm x 130 mm
Gewicht 631 Gramm
Speicherplatz 512 GB SSD M.2 2280
Arbeitsspeicher 16 GB DDR4-2666
Video HDMI, USB-C und DisplayPort bis 4K-Auflösung
Betriebssystem Windows 11 Pro
Konnektivität Wi-Fi 5, Gigabit-Ethernet,
Anschlüsse 4x USB 3.0 Typ A; 1x USB-Type-C; 1x 3,5-mm-Klinke; 1x HDMI 2.0; 1x DisplayPort; 1x Ethernet-LAN
Preis € 589,94 *

Ace Magician AMR5 Test: Der Lieferumfang

In einem dezenten, schwarzen Karton trifft der Ace Magician AMR5 für den Test in der Redaktion ein. Neben dem Mini-PC finden wir das benötigte Netzteil samt Stromkabel, ein (sehr kurzes) HDMI-Kabel und die obligatorische Anleitung im Lieferumfang.

Ace Magician AMR5 Lieferumfang

Ergänzend dazu legt der Hersteller einen Zettel bei, der die Kompatibilität des Arbeitsspeichers verschiedener Hersteller aufzeigt und uns zum Herunterladen der RGB Control Software ermutigt mit der wir die RGB-Beleuchtung anpassen können.

Design und Verarbeitung

  • Ungewöhnliches, modernes Design
  • Drehrad für verschiedene Betriebsmodi
  • Anpassbare RGB-Beleuchtung

Der Karton deutet schon an, was der erste Blick auf den Mini-PC bestätigt. Rein optisch hebt sich der Ace Magician AMR5 nämlich deutlich von vergleichbaren Konkurrenten ab. Hier erwartet dich kein kleiner grauer oder schwarzer Kasten, sondern ein aufrechtstehender kleiner Tower.

Mit einer Höhe von 160 mm, einer Tiefe von 130 mm und einer Breite von 50 mm ist der AMR5 definitiv noch Mini, fällt hinsichtlich der Abmessungen allerdings deutlich größer aus als viele andere Mini-PCs und lässt sich daher beispielsweise auch nicht an die Rückseite eines Monitors oder an die Wand montieren.

Doch nicht nur die reine Form unterscheidet sich von anderen Konkurrenten, auch das restliche Design weist ein paar spannende Kniffe auf. Da wäre beispielsweise der Power-Button, der als geriffeltes Rad an der oberen Seite der Frontpartie prangt.

Er ist drehbar und erlaubt so den Wechsel zwischen verschiedenen Betriebsmodi: Silent (für einen besonders leisen Betrieb), Performance (für die höchstmögliche Leistung) und Auto, bei der sich der ARM5 automatisch an die aktuellen Anforderungen anpasst – doch zu den Modi später mehr.

Das Power-Drehrad ist, genau wie die Modellbezeichnung auf der Oberseite sowie die dreieckigen Luftauslässe auf beiden Seiten des Mini-PC, zudem beleuchtet. Die RGB-Beleuchtung fällt dabei noch relativ dezent aus, markiert aber ein nettes optisches Detail.

Luftauslässe findest du an beiden Seiten, der Rück- sowie der Unterseite des Ace Magician AMR5. Anschlüsse sind vorne und hinten zu finden, während der Mini-PC auf gummierten Standfüßen einen sicheren Halt findet.

Wie gut ist die Verarbeitung des Ace Magician AMR5?

Das Design kann sich also absolut sehen lassen, doch wie steht es um die Verarbeitungsqualität? Die geht in Ordnung. Der Ace Magician AMR5 ist vollständig aus Kunststoff gefertigt, fühlt sich aber dennoch weitestgehend robust an.

Ace Magician AMR5 Verarbeitung

Lediglich die beiden Seite geben unter Druck leicht nach. Zudem sind manche der USB-A-Ports ein wenig unsauber gearbeitet, was das Einstecken eines USB-Sticks oder -Kabels mitunter etwas erschwert. Ansonsten gibt es aber nicht viel zu beanstanden. Die Kunststoff-Bauweise hält zudem das Gewicht angenehm niedrig. Lediglich 631 Gramm bringt der Mini-PC auf die Waage, was ihn natürlich entsprechend mobil macht.

Anschlüsse des Ace Magician AMR5

Bei der Auswahl an Anschlüssen des Mini-PCs bleiben eigentlich kaum Wünsche offen. Die Ports verteilen sich auf die Vorder- und Rückseite des Ace Magician AMR5. Insgesamt stehen dir ganze vier USB-A-Anschlüsse, ein 3,5-mm-Klinkenanschluss, einmal HDMI und einmal DisplayPort, sowie ein Gigabit-LAN-Ethernet-Port zur Auswahl.

Abgerundet werden die Anschlüsse durch einen USB-C-Port an der Front, der auch für die Bildausgabe genutzt werden kann. Ein oder zwei weitere USB-C-Anschlüsse und ein SD-Kartenleser wären noch schön gewesen und auch Thunderbolt 4 wird leider nicht unterstützt, aber im Großen und Ganzen kann die Anschlussvielfalt überzeugen.

Ace Magician AMR5
Bild: Ace Magician

Ausstattung und Wartungsmöglichkeiten

  • Starke CPU
  • Einfache Wartung durch magnetisches Seitenteil
  • zwei SSD-Steckplätze und RAM austauschbar

Wie bereits erwähnt, setzt der Ace Magician AMR5 auf eine – zumindest für Mini-PCs – recht starke CPU in Form des AMD Ryzen 5 5600U mit sechs Kernen und 12 Threads. Hinzu gesellen sich 16 GB an DDR4-2666 Arbeitsspeicher, sowie eine 512 GB große M.2 2280-SSD.

Hier gibt es nun eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte Nachricht: Damit greift der Mini-PC auf die integrierte AMD Radeon RX Vega 7 Grafikeinheit der CPU zurück, die mit maximal 1.800 MHz getaktet ist und mit 512 MB VRAM Gaming im besten Fall nur in niedrigen Detaileinstellungen ermöglicht.

Wer von dem beworbenen „Mini Gaming PC“ also erwartet, auch aktuelle Games wenigstens in mittleren Details spielen zu können, dürfte bitter enttäuscht werden.

Doch es gibt auch eine gute Nachricht. Denn das rechte Seitenteil des Ace Magician AMR5 kann ganz einfach entfernt werden. Dann erhältst du Zugang zu den beiden RAM-Modulen, sowie der SSD, die du beide ersetzen und austauschen kannst. Das Seitenteil wird einfach magnetisch befestigt, die Komponenten lassen sich ganz simpel mit nur wenigen Handgriffen entfernen. Die Wartungsmöglichkeiten des Mini-PC fallen also hervorragend aus.

Praxistest, Lautstärke und Wärmeentwicklung

  • Angenehm leise im normalen Betrieb, teils sogar lautlos
  • Unter Last jedoch relativ laut
  • Niedrige Temperaturen
  • Überzeugend geringer Stromverbrauch (20-25 Watt im Durchschnitt)

Der Ace Magician AMR5 wird mit Windows 11 Pro ausgeliefert und ist entsprechend schnell eingerichtet und auch der Verbindungsaufbau per Wi-Fi klappt tadellos. Doch wie verhält es sich mit der Lautstärke und der Wärmeentwicklung des Mini-PCs?

Hier kommen jetzt die bereits angesprochenen Betriebsmodi Silent und Performance ins Spiel. Diese haben tatsächlich deutliche Auswirkungen auf die Lautstärke, aber relativ überschaubare Veränderungen der Performance zur Folge.

Im Silent-Modus arbeitet der Mini-PC angenehm leise und mitunter sogar vollständig lautlos. Im Idle-Betrieb oder beim Surfen und anderen weniger anspruchsvollen Aufgaben messen wir eine Lautstärke von knapp über 30 dB(A) in der Spitze.

Ace Magician AMR5 Praxis

Unter Last und im Performance-Modus wird der AMR5 allerdings deutlich lauter und kommt auf bis zu 52 Dezibel – das ist deutlich mehr als bei den meisten anderen Mini-PCs. Der GEEKOM MiniAir 11 (unser Test) kommt beispielsweise maximal auf 40,4 Dezibel. Bietet aber im Vergleich dazu auch eine deutlich schlechtere Performance.

Angenehm fällt in beiden Modi die Temperaturentwicklung aus. Selbst unter Dauerlast im Performance-Modus wird das Gehäuse nicht unangenehm warm und auch der Airflow kann sich sehen lassen.

Einer der Vorteile eines solchen Mini-PCs liegt natürlich im recht niedrigen Stromverbrauch. Das ist auch beim Ace Magician AMR5 nicht anders. Im Idle-Betrieb oder Silent-Modus genehmigt er sich maximal 15 Watt, im Peformance-Modus oder bei durchschnittliche automatischer Nutzung stehen am Ende im Durchschnitt 20-25 Watt zu Buche. In der Spitze können es auch mal kurzzeitig rund 45 Watt werden.

System- und Gamingleistung: Benchmarktests

Natürlich muss sich der Ace Magician AMR5 auch in verschiedenen System- und Gamingbenchmarks und anderen Tests unter Beweis stellen. Immerhin verspricht die CPU hier, gerade im Segment der Mini-PCs, eine Menge.

Ace Magician AMR5
Über das Drehrad wählst du zwischen drei Betriebsmodi.

Bevor es an die Auswertung der Ergebnisse geht, noch ein Hinweis zu den Unterschieden zwischen dem Silent- und Performance-Modus. Diese haben Auswirkungen auf die CPU und deren maximale TDP.

Im Silent-Betrieb ist diese auf 15 Watt begrenzt, im Performance-Modus darf sich der SoC maximal 28 Watt zu Gemüte führen. Das hat natürlich eine Steigerung der Performance zur Folge, die sich in kurzen Benchmark-Tests nur bedingt, in längeren Stresstests aber mitunter deutlich zeigt.

SSD-Test

Zunächst schauen wir uns die verbaute, 512 GB große SSD des Ace Magician AMR5 an, von der sich knapp 477 Gigabyte frei verwenden lassen. Die Werte fallen allerdings leider vergleichsweise bescheiden aus, wenngleich man sich minimal über der SSD des GEEKOM Mini-PC positioniert.

Rund 505 MB/s lesend und 458 MB/s schreibend, sowie ein Gesamtscore von 778 Punkten stehen am Ende zu Buche. Immerhin bietet der AMR5 die besseren 4K- und 4K-64Thrd-Werte, was in einer besseren Gaming-Performance resultieren dürfte. Dennoch solltest du, wenn du über den Kauf nachdenkst, schnellstmöglich eine zweite SSD verbauen oder die vorhandene austauschen.

Ace Magician AMR5 AS SSD

System-Benchmark: Cinebench R23 und PCMark 10

  • Durch die Bank überzeugende Systemleistung

Die Systemleistung des Ace Magician AMR5 messen wir anhand des CPU-Benchmarks Cinebench R23 und dem Allround-Test PCMark 10. Beide Tests habe ich im Silent- und Performance-Modus ausgeführt, gehe hier aber im Detail nur auf die Ergebnisse des Performance-Tests ein.

Hier liegt der ARM5 auf dem Niveau, das man von der CPU so auch erwarten darf und lässt die anderen bislang von uns getesteten Mini-PCs deutlich hinter sich.

Bei Cinebench R23 stehen am Ende gute 8.008 Punkte im Multi Core- und 1.366 Punkte im Single Core-Test zu Buche, womit man in der Multi-Core-Leistung beispielsweise auch einen Intel Core i7-1260P hinter sich lässt, der dafür aber die schnellere Single Core-Leistung bietet.

Gerade im Multi-Tasking und mit anspruchsvollen Rechenaufgaben kommt der Ryzen 5 also sehr gut zurecht. Das Ergebnis bestätigt sich dann auch in PCMark 10, bei dem der Mini-PC im Essentials- und Productivity-Test jeweils deutlich oberhalb von 9.000 Punkten einläuft.

Lediglich bei der Digital Content Creation rangiert die verbaute CPU ungefähr auf Augenhöhe mit dem i7-1260P. Dennoch, mit 5.713 Punkten, ein wirklich sehr gutes Ergebnis. Selbst schnellere 8-Kern-CPUs kommen hier kaum auf bessere Werte und bei alltäglichen Aufgaben ist der Unterschied kaum spürbar.

Gaming-Benchmark: 3DMark und Spiele-Tests

  • Schwache interne GPU-Lösung
  • Ältere und weniger anspruchsvolle Games in minimalen Details spielbar
  • Mit aktuelleren Titeln überfordert

Der größte Kritikpunkt des Ace Magician AMR5 ist definitiv in der Grafikleistung zu finden, denn die schwachbrüstige, integrierte AMD Radeon RX Vega 7 Grafiklösung muss hier ganz allein ihren Dienst verrichten. Und hier zeigt sich sehr schnell, dass die GPU selbst auf minimaler Detailstufe mit nahezu allen Games überfordert ist.

Im 3DMark-Benchmark-Test verweigern Fire Strike und Time Spy mangels Kompatibilität die Durchführung des Tests, also muss der Sky Diver-Test für integrierte Grafiklösungen herhalten. Hier springen am Ende 11.923 Gesamtpunkte und ein Grafik-Score von 11.513 Punkten heraus, was für eine integrierte Grafiklösung wirklich gute Werte markieren.

Bei Spielen unter Realbedingungen zeigt sich, dass der AMR5 ältere oder weniger anspruchsvolle Games mit minimalen Details zwar durchaus stemmen kann, mit etwas moderneren Titeln wie Shadow of the Tomb Raider oder F1 22 allerdings komplett überfordert ist. Hier rangieren die durchschnittlichen Bildraten bei deutlich unter 20 FPS.

Spiele wie Tomb Raider (2013), DOTA 2 oder die Skyrim Special Edition kannst du aber durchaus in 720p-Auflösung und mit minimalen Details, teilweise auch in Full HD, einigermaßen flüssig spielen.

Ace Magician AMR5 Show of the Tomb Raider
Shadow of the Tomb Raider zeigt als Beispiel: Modernen Games ist der Mini-PC nicht gewachsen.

Ace Magician AMR5 Test: Fazit

Der Mini-PC Ace Magician AMR5 ist für mich ein zweischneidiges Schwert. Auf der Haben-Seite verbucht er sein schickes Design, die gute Port-Auswahl, hervorragenden Wartungsmöglichkeiten und eine performante CPU.

Gut gefällt mir zudem, dass das System im normalen alltäglichen Betrieb sehr leise und teils sogar komplett lautlos arbeitet und sich der Stromverbrauch in Grenzen hält. Für Office-Arbeiten, zum Surfen oder für Bild- und Videobearbeitung ist der Mini-PC damit sehr gut aufgestellt und bietet mehr als genügend Reserven.

Seiner Bezeichnung als „Mini Gaming PC“ wird er in meinen Augen aber nicht gerecht. Zumindest, wenn du unter Gaming-Tauglichkeit mehr verstehst, als ältere Games mit minimalen Details halbwegs flüssig darstellen zu können. Zu mehr ist die verbaute GPU leider nicht in der Lage. Für ältere Titel oder wenig anspruchsvolle Multiplayer-Games reicht die gebotene Leistung auf minimalem Detailgrad gerade noch aus. Hinzu kommen langsame SSD und Arbeitsspeicher, wobei du beide problemlos austauschen und erweitern kannst.

In der Summe seiner Teile macht der Ace Magician AMR5 also eine ganze Menge richtig und ist sehr gut geeignet, wenn du einen platzsparenden und leistungsstarken Rechner suchst und eben keinen Wert auf Gaming legst. Ob dir die Mehrleistung gegenüber günstigen Mini-PCs allerdings einen deutlich höheren Preis wert ist, musst du selbst entscheiden.

Ace Magician AMR5 Test: Silver Award

Ace Magician AMR5

Design & Verarbeitung
Ausstattung
Leistung: System
Leistung: Gaming
Preis-Leistungs-Verhältnis

88/100

Schicker und vielseitiger Mini-PC mit leistungsstarker CPU, niedriger Lautstärke und guter Energieeffizienz. Lässt sich problemlos warten und erweitern, die Grafik-Leistung ist allerdings nur Durchschnitt.

Ace Magician AMR5 im Preisvergleich



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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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