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beyerdynamic MMX 200 wireless Test: Wie gut ist das Gaming-Headset?

Auf das fast schon legendäre MMX 300 ließ der deutsche Hersteller beyerdynamic erst im vergangenen Jahr zwei günstigere, kabelgebundene Gaming-Headsets folgen. MMX 100 und MMX 150 konnten uns im Test fast vollends überzeugen. Nun stellt man beiden Modellen eine kabellose Variante zur Seite, die mit einigen besonderen Vorzügen punkten soll. Ob das gelingt, klärt unser beyerdynamic MMX 200 wireless Test.

Technische Daten

Produkt MMX 200 wireless
Bauform Over-Ear
Treiber 40 mm
Frequenzbereich (Kopfhörer) 20 – 20.000 Hz
Impedanz 32 Ohm @ 1kHz
Mikrofontyp Omnidirektional; Kondensator (Elektret)
Frequenzbereich (Mikrofon) 50 Hz – 18.000 Hz
Kapselgröße 9,9 mm
Anschlüsse 3,5-mm-Klinke; USB-Typ-C
Gewicht 304 g
Kompatibilität PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox Series X/S, Xbox One, Mac, Smartphone
Preis € 308,25 *

beyerdynamic MMX 200 wireless Test: Design und Verarbeitung

  • Dezentes, leicht verspieltes Design
  • Angenehm griffige Textur
  • Hochwertige Verarbeitung

Das beyerdynamic MMX 200 wireless setzt auf ein ähnlich verspieltes Design, wie die kleineren Geschwister MMX 100 und MMX 150 und kommt ebenfalls wahlweise in schwarzer oder grauer Farbgebung daher.

So setzt auch das neue Headset auf recht kompakte Ohrmuscheln mit vergleichsweise dicken Kunstleder-Ohrpolstern und orangefarbene Designakzente. Auf den Außenseiten der Ohrmuscheln prangt das Herstellerlogo samt Produktbezeichnung.

Hier stechen zudem kleine Mikrofonschlitze ins Auge, die für den „Augmented“-Modus zuständig sind – das Pendant zum klassischen Transparenzmodus, den man normalerweise in Noise-Cancelling-Kopfhörern findet.

Das Headset ist weitestgehend aus Kunststoff gefertigt, hinterlässt allerdings dennoch einen hervorragenden und robusten Eindruck. Dabei wartet die Oberfläche mit einem strukturierten Finish auf, was für eine sehr angenehme Haptik sorgt.

Ein hochwertiger Aluminiumbügel unterstreicht die gelungene Verarbeitungsqualität, die keinerlei Anlass zur Kritik bietet. Die Ohrpolster sind übrigens abnehmbar und können durch eine Drehung im Uhrzeigersinn schnell und einfach ausgetauscht werden, sehr löblich.

Im Lieferumfang finden wir, neben dem Headset und separaten Mikrofonarm ein USB-C- auf USB-A-Kabel mit einer Länge von 2,4 Metern, sowie einen USB-C-Wireless-Receiver samt USB-A-Adapter.

Tragekomfort des beyerdynamic MMX 200 wireless

  • Angenehm dicke Ohrpolster
  • Recht straffer Sitz
  • Vergleichsweise kleine Ohrmuscheln

Geerbt hat das beyerdynamic MMX 200 wireless die wuchtigen, rund 25 mm dicken Ohrpolster, die gemeinsam mit der ebenfalls dicken und angenehm weichen Polsterung am Kopfband einen hohen Tragekomfort versprechen.

Mit 350 Gramm bringt das MMX 200 deutlich mehr Gewicht auf die Waage als die kleinen Geschwister und wiegt damit auch mehr als beispielsweise das HyperX Cloud III Wireless (unser Test) und minimal weniger als das Corsair HS80 Max (unser Test).

In Verbindung mit dem recht hohen Anpressdruck und den recht klein proportionierten Ohrmuscheln mit 55 mm x 55 mm innen kann das Headset hinsichtlich des Tragekomforts nicht ganz mit der Konkurrenz mithalten und richtet sich eher an Nutzerinnen und Nutzer mit kleinen bis mittelgroßen Ohren.

Dafür punktet die Größeneinstellung mit einer angenehmen Rasterung in insgesamt elf Stufen. Die dicken Ohrpolster bieten dabei eine hervorragende passive Abdichtung gegenüber Außengeräuschen, allerdings wird es bei längeren Gamingsessions darunter schnell warm.

Bedienung und Praxistest

  • Bedienelemente direkt am Headset
  • Bedienung arbeitet nicht immer zuverlässig

Bedient wird das beyerdynamic MMX 200 wireless über verschiedene Elemente direkt am Headset. Auf eine Touchsteuerung oder Begleit-App verzichtet das Gaming-Headset konsequent. An der Unterseite der rechten Ohrmuschel finden wir den Power-Button, mit dem sich das Headset auch auf die Werkseinstellungen zurücksetzen lässt.

Links finden wir, neben USB-C-Port zum Laden und 3,5-mm-Klinkenanschluss für die Verbindung des Mikrofons, ein angenehm gerastertes und klickbares Lautstärkerad sowie einen runden Knopf, mit dem wir zwischen Bluetooth- und USB-Betrieb wechseln.

Letzterer stößt auch das Bluetooth-Pairing an (dreimal kurz drücken), was sich in unserem Test als etwas zickig präsentierte und erst nach mehreren Versuchen das entsprechende Smartphone als Quelle aufzeigte. Letztlich klappte das Pairing dann aber.

Der Knopf dient im Bluetooth-Betrieb auch für die Anrufsteuerung und soll in der Theorie auch die Musik pausieren beziehungsweise die Wiedergabe fortsetzen können – was im Praxistest allerdings nicht immer zuverlässig funktionierte. Ein Springen zum nächsten oder vorangegangenen Song ist hingegen leider gar nicht möglich.

beyerdynamic MMX 200 wireless in der Praxis

  • Vielfältige Konnektivität
  • Bluetooth-Modus
  • Duale Verbindung leider nur via Kabel

Ansonsten gibt das beyerdynamic MMX 200 wireless in der Praxis eine gute Figur ab. Geboten wird zudem ein Low Latency-Modus, der die Verzögerung zwischen Bild und Ton verringern soll – wenngleich ich diese auch ohne diesen dedizierten Modus als sehr gering erachte.

Der Augmented Mode lässt durch die beiden außenliegenden Mikrofone zusätzliche Geräusche in das Innere hindurch. Das kennen wir in ähnlicher Form von den meisten ANC-Kopfhörern und bietet einen unverfälschten, realitätsnahen Klang – wenn Musik gespielt wird oder das MMX 200 anderweitigen Ton wiedergibt, hört man von den zusätzlichen Außengeräuschen allerdings nichts.

Der Hybrid Mode ist an sich eine sehr nette Idee, da hier Spielesound und Anrufe via Bluetooth im Verhältnis 50/50 abgemischt und gleichzeitig wiedergegeben werden können.

Das Ganze funktioniert allerdings leider nur, wenn das Gaming-Headset mithilfe eines analogen Kabels (das nicht im Lieferumfang enthalten ist) mit PC und Konsole verbunden wird. Andere Konkurrenten bekommen das auch bei einer Wireless-Connection hin.

beyerdynamic MMX 200 wireless
Der Lieferumfang des beyerdynamic MMX 200 wireless

Selbiges Kabel benötigt man übrigens auch, um das beyerdynamic MMX 200 wireless an Xbox-Konsolen verwenden zu können. Diese lassen nämlich keine kabellose Verbindung zu. An PC, PlayStation 4 und 5, sowie Nintendo Switch klappt das mithilfe des Dongles allerdings tadellos.

Reichweite und Akkulaufzeit

  • Durchschnittliche Akkulaufzeit

Das beyerdynamic MMX 200 wireless funkt im modernen Bluetooth 5.3-Standard und unterstützt die Bluetooth-Profile A2DP, HFP, SBC, LC3. Damit wird eine hervorragende Wireless-Reichweite von bis zu 15 Metern realisiert.

Die Akkulaufzeit liegt auf ordentlichem, aber keineswegs überragendem Niveau. Bis zu 35 Stunden hält das Headset maximal durch, bevor es wieder mit Energie versorgt werden möchte. Hier kommt die namhafte Konkurrenz mitunter auf das Vierfache.

Wiedergabe- und Aufnahmequalität

  • Sehr gutes, detailreiches Klangbild
  • Wuchtige, präzise Bässe
  • Kein Equalizer

beyerdynamic verspricht einen Klang in Studioqualität, der sich zwischen dem MMX 100/150 und dem MMX 300 einordnen soll. Realisieren sollen das 40 mm große Studio-Treiber, die bei einer Impedanz von 32 Ohm ein Frequenzband von 20 Hz bis 20.000 Hz abdecken.

Zum Vergleich: Alle anderen (kabelgebunenen) Headsets der MMX-Reihe reichen mit 5 Hz – 30.000 Hz deutlich tiefer in das Basssegment hinab und weiter in die Höhen hinauf.

Dennoch gibt das beyerdynamic MMX 200 wireless klanglich eine sehr gute Figur ab und punktet mit einem klaren, druckvollen Klang samt detailreicher Höhen und angenehm satter Bässe.

Die runde Abmischung gibt bei Spielen, wie auch beim Anschauen von Filmen und Videos oder beim Musikhören eine gleichermaßen gute Figur ab, kompetitive Gamer werden mit dem präsenten Bass allerdings nur bedingt glücklich.

Sehr gut gefallen außerdem die detailreichen und klaren Mitten, die vor allem beim Musikhören Instrumentalisierung und Gesang angenehm in den Fokus rücken. Dafür fehlt es mir persönlich in den oberen Höhen etwas an Brillanz und Luftigkeit.

Gerade im Superhochton-Bereich (ab 10.000 Hz) klingt das MMX 200 etwas zu dünn, während die Bässe – obwohl schön klar und präzise – mir eine Spur zu präsent ausfallen. Das MMX 200 zeichnet ein gefälliges Klangbild ab. Eines, mit dem du leben musst, denn Einstellungen oder Equalizer bietet das Headset leider nicht.

Die Räumlichkeit des Stereo-Klangs gefällt, auf (virtuelle) Surround-Sound-Funktionen verzichtet der Hersteller jedoch konsequent. Zusammenfassend würde ich sagen, dass das MMX 200 wireless gut bis sehr gut klingt, mit einigen mitunter sogar günstigeren Konkurrenten jedoch nicht ganz mithalten kann.

Mikrofonqualität

  • Hervorragende Mikrofonqualität (für ein Wireless Headset)
  • Mikrofon abnehmbar

Das beyerdynamic MMX 200 wireless wartet mit einem META VOICE Mikrofon auf, das auf eine 9,9 mm große Kapsel setzt und einen klaren Klang verspricht. Tatsächlich bin ich von der Mikrofonqualität positiv überrascht.

beyerdynamic MMX 200 wireless
Das Mikrofon spielt hinsichtlich der Qualität bei Wireless-Headsets ganz vorne mit.

Tatsächlich kämpft das MMX 200 wireless um den Spitzenplatz hinsichtlich der Klangqualität im Bereich der Wireless-Headsets. Die Stimme wird schön klar, detailreich und lebensecht übertragen.

Bei scharfen S-Lauten treten zwar die üblichen Schwierigkeiten zu Tage, mit denen kabellose Headsets oft zu kämpfen haben – doch auch hier leistet das MMX 200 einen sehr guten Job. Lediglich bei der maximalen Lautstärke hätte das Mikrofon etwas mehr Gain vertragen können. Diese fällt vergleichsweise niedrig aus.

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beyerdynamic MMX 200 wireless Test: Fazit

Das beyerdynamic MMX 200 wireless markiert ein (fast) rundum gelungenes kabelloses Gaming-Headset, das vor allem hinsichtlich der Verarbeitung und Mikrofonqualität Ausrufezeichen setzen kann.

Auch klanglich gibt das Headset eine gute Figur ab. Zudem gefällt die duale Konnektivität via USB-Dongle und Bluetooth, sodass du nach dem Abnehmen des Mikrofonarmes einen überzeugenden Over-Ear-Kopfhörer erhältst, der auch beim Musikhören eine gute Figur ab.

ABER, und das ist ein großes aber, wirkliche Alleinstellungsmerkmale sucht man leider vergebens und auch das Bedienkonzept funktioniert leider nicht so problemlos und zuverlässig, wie man es sich wünschen würde.

Auch wenn sich das beyerdynamic MMX 200 wireless eigentlich keine groben Patzer leistet, liefern einige Konkurrenten einfach mehr für dasselbe oder sogar weniger Geld, sodass es uns schwer fällt, zum aktuellen Preis des Gaming-Headsets eine klare Kaufempfehlung auszusprechen.

Gerade im Preissegment um die 250 Euro bieten einige Konkurrenten einfach das stimmigere Gesamtpaket. Vor allem das Fehlen von Optionen, Anpassungen am Klangbild vorzunehmen, wiegt in meinen Augen schwer. Sollte der Preis allerdings fallen, ist das beyerdynamic MMX 200 wireless eine spannende Option.

beyerdynamic MMX 200 wireless Test: Silver Award

beyerdynamic MMX 200 wireless

Verarbeitung
Tragekomfort
Soundqualität
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

87/100

Das MMX 200 punktet mit hochwertiger Verarbeitung, dualer Konnektivität, gutem Klang und sehr gutem Mikrofon. Wirkliche Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale fehlen allerdings.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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