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NZXT Relay Audio: Headset im Test

Mit der Relay-Reihe wagt NZXT den Einstieg in den Markt für Audioprodukte. Nachdem wir uns zuletzt bereits die beiden neuen Lautsprecher des Unternehmens angesehen haben, geht es heute um das zeitgleich vorgestellte NZXT Relay Headset.

Für eine UVP von rund 100 Euro (aktuell: € 63,05 *) soll dieses unter anderem mit einem guten Tragekomfort und einer hohen Klangqualität punkten. Zudem wird das kabelgebundene Relay Headset mit einem vielfältigen Zubehör und optionalen Klanganpassungen per Software beworben.

Inwiefern die gebotene Kombination ausreicht, um sich am Headset-Markt zu behaupten, klären wir im folgenden Test. Geprüft wurde das NZXT Relay Headset dabei in schwarzer Farbe. Alternativ bietet das Unternehmen auch ein preislich und technisch identisches Modell mit weißer Farbgebung an.

Technische Details

Abmessungen (BxHxT): 169 x 196 x 94 mm
Gewicht: 270 g
Treiber: 40 mm, Neodym
Frequenzgang (Mikrofon): 20 – 40.000 (100 – 10.000)
Klirrfaktor (Mikrofon): <1% @ 1 kHz (<1% @ 1 kHz)
Empfindlichkeit (Mikrofon): 113 dB @ 1 kHz
Impedanz: 32 Ω
Materialien: Aluminium (Gabel), Kunststoff (Bügel), Memory-Foam / Kunstleder (Ohrpolster)
Varianten: Schwarz, Weiß
Preis: 100 €, aktuell € 63,05 *

Lieferumfang des NZXT Relay Headset

Das Headset präsentiert sich so, wie man es von NZXT gewohnt ist. Es wird in einem Karton mit weiß-lilaner Farbgebung geliefert, in dem sich neben dem Gerät selbst noch einiges an Zubehör befindet. Mitgeliefert werden eine Hinweiskarte für die digitale Anleitung, das abnehmbare Mikrofon, ein Klinkenadapter für Systeme mit zwei getrennten Audiobuchsen, eine USB-Soundkarte und das Anschlusskabel selbst. Damit kann das Relay Headset an allen üblichen Systemen mit Kabelverbindung genutzt werden.

Design & Verarbeitung

Beim grundlegenden Aufbau werden keine Experimente gemacht. Wie üblich setzt NZXT beim Relay Headset auf zwei Ohrmuscheln, die seitlich durch zwei drehbare Verbindungen an Haltearmen befestigt sind. Diese führen wiederum zum Bügel, aus dem sie in 9 Stufen um insgesamt rund 4 cm herausgezogen werden können. Noch weiter oben am Bügel trifft man anschließend auf die Polsterung. Wie an den Ohrmuscheln handelt es sich dabei um Memory-Foam mit Kunstlederbezug.

Das Relay Headset wird über die rechte Ohrmuschel angeschlossen, dort kann das Gerät mit einem einzelnen TRRS-Stecker verbunden werden. An der linken Seite befindet sich zudem ein Anschluss für das abnehmbare Mikrofon. Dieses ist wie meist umgesetzt: Das eigentliche Mikrofon ist an einem flexiblen Arm untergebracht und von einem Popschutz umgeben, der Störgeräusche vermeiden soll.

Optisch gibt sich NZXT, wie schon bei den Relay-Lautsprechern, sehr schlicht. Das Headset ist komplett in Schwarz gehalten, wobei abseits des Bügels mattschwarzer Kunststoff zum Einsatz kommt. Lediglich das Herstellerlogo ist auf den beiden kantig gehaltenen Ohrmuscheln sowie am Kopfband leicht hervorgehoben. Es ist zwar ebenso schwarz, im Gegensatz zum Rest aber glänzend.

Dasselbe schlichte Design lässt sich auch an der Kabelfernbedienung sowie der USB-Soundkarte finden. Beide sind weitgehend in Mattschwarz gehalten und setzen auf quaderförmige Gehäuse. Die USB-Soundkarte wird dabei einfach per USB-A angeschlossen und mit einem TRRS-Stecker verbunden. Die fest montierte Kabelfernbedienung verfügt hingegen über einen Mute-Schalter und ein analoges Drehrad, mit dem die Lautstärke angepasst werden kann. Zudem ist dort ein Clip vorgesehen, um die Fernbedienung gegebenenfalls an der Kleidung zu befestigen. Das funktioniert, wie die üblichen Funktionen der Kabelfernbedienung, problemfrei.

Mit Hinblick auf die Verarbeitungsqualität schlägt sich NZXT gut. Die Beschichtungen der Oberflächen sind sauber umgesetzt und liegen angenehm in der Hand. Die Spaltmaße sind gleichmäßig, und optische wie haptische Fehlstellen lassen sich nicht ausmachen. Dem aufgerufenen Preis wird NZXT in diesem Punkt damit durchaus gerecht.

Tragekomfort

Das NZXT Relay Headset verfügt zwar über die besagte, neunstufige Höhenverstellung, und auch die Ohrmuscheln lassen sich individuell neigen. Im Vergleich zu manch anderen Headsets derselben Preisgruppe fehlt aber ein eigenes Drehgelenk an den Hörern. Beim Tragekomfort macht das zwar nur einen geringen Unterschied, doch ganz kann das Relay Headset damit nicht mit dem Tragegefühl von Produkten mit dem zusätzlichen Freiheitsgrad mithalten.

Auch so ist NZXTs Erstlingswerk aber durchaus angenehm zu tragen. Die vorgesehenen Verstellmöglichkeiten bieten genügend Spiel für verschiedene Kopfformen und auch für Spieler mit großen Köpfen. Zudem empfanden wir den Anpressdruck als sehr angenehm, sodass man das Headset über einen längeren Zeitraum hinweg bequem tragen kann. Zu bedenken ist dabei natürlich noch die Hitzeentwicklung aufgrund der geschlossenen Bauweise, doch das ist auch bei allen anderen Headsets dieser Kategorie der Fall.

Aufnahme- und Wiedergabequalität

NZXT bewirbt das Relay Headset unter anderem auch mit einer guten Klangqualität, die mit einer neutralen Abstimmung und einem großen Frequenzbereich von 20 bis 40.000 Hz erreicht werden soll. Ob diese extrem hohen Frequenzen tatsächlich abgespielt werden, ist dabei wohl irrelevant – denn das menschliche Ohr kann selbst im besten Fall nur die Hälfte auflösen. Limitierend ist stattdessen meistens der Tieftonbereich. Wenn man hier die Lautstärke deutlich hochdreht, ist ab knapp über 20 Hertz ein sehr zurückhaltender Bass zu hören. Erst gegen 35 Hertz geht es dann zunehmend richtig los. Vergleichen mit anderen Headsets ist das ein durchaus guter Wert.

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Insgesamt hat das NZXT Relay Headset damit zwar einen durchaus präsenten Tieftonbereich, dieser bleibt aber vergleichsweise unaufdringlich. Viele andere Headsets betonen im Vergleich eher den Bass, was NZXT mit dem Verweis auf die neutrale Abstimmung nicht beabsichtigt. Tatsächlich können wir bestätigen, dass die Treiber einen über den ganzen Frequenzbereich detaillierten Klang bieten. Mitten und Höhen kommen gut rüber, es sind stets viele Details gleichzeitig wahrnehmbar.  Wer sich am Hören ebendieser Details erfreut, der kommt somit gut auf seine Kosten. In Spielen könnte diese Abstimmung zudem durchaus ihre Vorteile haben. Die am Markt weitgehend etablierte Betonung des Tieftonbereichs gibt es aber natürlich nicht grundlos. Viele Höher empfinden einen (teils deutlich) überhöhten Bass als angenehm. Hier entscheidet unterm Strich deshalb der individuelle Geschmack.

Auf diesen lässt sich das Headset auch noch etwas feiner einstellen, sofern man die USB-Soundkarte verwendet. Diese lässt sich über die CAM-Software von NZXT noch etwas weiter konfigurieren. Neben drei in Echtzeit arbeitenden Reglern für Wiedergabe-, Aufnahme- und Crossover-Lautstärke kann dort auch ein EQ definiert werden. Ein Basswunder wird das Headset aber auch mit diesem nicht, der Fokus liegt eher auf den Details in Mitten und Höhen.

Die höheren Frequenzbereiche kommen übrigens auch bei der Aufnahmequalität zur Geltung. NZXT beziffert das Mikrofon zwar nur auf maximal 10.000 Hertz, in einer kurzen Testaufnahme wurden aber Frequenzen im gesamten hörbaren Spektrum aufgezeichnet, ohne allzu stark abzufallen. Damit konnte das Mikrofon im Praxistest einen durchaus guten Klang erzielen. Ein Grundrauschen ist quasi nicht vorhanden, und Sprache lässt sich klar und deutlich verstehen. Einzig die Klangfarbe ist nicht ganz perfekt, doch das ist in dieser Bauform auch nicht anders zu erwarten.

Fazit zum NZXT Relay Headset

Das erste Headset ist NZXT durchaus gelungen. Für einen Startpreis von rund 100 Euro (aktuell: € 63,05 *) bietet das Relay Headset eine tadellose Verarbeitungsqualität und viel gut umgesetztes Zubehör. Zudem kann NZXTs Erstlingswerk auch beim Tragekomfort überzeugen: Ein zusätzliches Drehgelenk hätte diesen zwar noch einen Tick verbessern können, doch auch so sitzt das Relay über lange Zeit angenehm.

Lobenswert ist zudem auch der Klang. In der Wiedergabe ist dieser detailreich und vergleichsweise neutral abgestimmt, wodurch er gerade in Mitten und Höhen seine Stärken ausspielt. Auf eine Überhöhung des Bassbereichs wurde hingegen verzichtet. Damit eignet sich das Relay Headset eher zum Heraushören von Details als für beispielsweise Actionfilme.

Gut gefallen hat uns zudem auch die Aufnahmequalität. Die Aufzeichnungen sind nicht verrauscht, jedes Wort lässt sich gut verstehen und auch die Klangfarbe ist solide. Übliche Ansprüche von Spielern werden damit vollends abgedeckt.

Insgesamt dürfte mit dem Relay Headset damit jeder gut bedient sein, der wummernde Bässe nicht vermissen würde. Denn abseits dieser kleinen Besonderheit bei der Abstimmung bietet das Relay schlicht ein rundum gut umgesetztes Gesamtpaket, das mit vielfältigem Zubehör garniert wird. Am Ende reicht es somit haarscharf für unseren Gold-Award.

NZXT Relay Headset: Award

NZXT Relay Headset

Verarbeitung
Tragekomfort
Soundqualität
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

90/100

Ein rundum gut gelungenes Headset, das sich keine Schwächen leistet.

Valentin

Durchgeknallter Vollzeitnerd

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