PC- & Konsolen-Peripherie

Western Digital My Passport SSD mit 512 GB im Test

Bereits seit längerer Zeit stellt „Western Digital“ nicht mehr ausschließlich HDDs her. Mit der „My Passport“-SSD erschien vor einiger Zeit die erste externe SSD des Herstellers. Ob der früher im HDD-Bereich erfolgreiche Konzern nun auch mit seiner ersten externen SSD punkten kann, soll unser ausführlicher Testbericht klären. Hierzu haben wir das mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 190 Euro (aktuell: Preis nicht verfügbar *) versehene 512-GB-Modell der „My Passport“-SSD untersucht.

Design und Verarbeitung

Die externe SSD von „Western Digital“ ist klein und kompakt, was durchaus einen Vorteil darstellen kann. Im Test ist sie mit ihren Maßen von 45 x 90 x 10 Millimetern in jedem Falle gut unterzubringen. Sie passt in jede Jackentasche und ist somit äußerst einfach zu transportieren. Dabei ist sie nicht so klein, dass sie übersehen oder vergessen werden könnte.

Gefertigt ist die SSD im Übrigen vollständig aus Kunststoff, was zunächst ein wenig schade ist. Der Hersteller sorgt mit dem Design jedoch dafür, dass die SSD eher hochwertig wirkt. So ist sie in zwei Hälften unterteilt. Eine dieser beiden Hälften ist mattschwarz, während die andere optisch an gebürstetes Metall erinnert. Hier beweist „Western Digital“ guten Geschmack und Können – die SSD imitiert hochwertigeres Material und rückt sich so in ein besseres Licht.

Auffällig ist das mit 41 Gramm recht leichte Gewicht, das trotz der geringen Größe kaum zu erwarten ist. Hier profitiert die SSD auch vom Kunststoffgehäuse, das kaum Gewicht mit sich bringt.

Insgesamt ist die SSD gut verarbeitet und hinsichtlich des Designs ansprechen. Hier gibt es also keine echten Kritikpunkte. Lediglich die Tatsache, dass außen ausschließlich Kunststoff zu finden ist, schmälert den sehr positiven Gesamteindruck. Hierdurch wird jedoch das geringe Gewicht möglich, was wiederum einen klaren Pluspunkt darstellt.

Anschlussmöglichkeiten

Angeschlossen wird die externe SSD über den kompakten USB-C-Anschluss. Mit diesem wird sichergestellt, dass die SSD auch mit neuesten Notebooks, PCs und Smartphones verwendet werden kann. Mit älteren Rechnern lässt sie sich auf diesem Wege leider nicht verbinden, hierzu wird aber auch ein USB-A-Adapter mitgeliefert.

Leistung und Geschwindigkeit

Der größte Vorteil einer externen SSD gegenüber einen externen HDD besteht in der Geschwindigkeit. Von SSDs wird erwartet, dass sie auch große Datenmengen im Handumdrehen zu kopieren in der Lage sind. Auch die „My Passport“ von Western Digital muss diese Erwartungen erfüllen können, um konkurrenzfähig zu sein.

Der Hersteller gibt die Transferraten von bis zu 540 MB pro Sekunde an. Im Test können diese Werte unerwarteterweise nicht erreicht werden. Bisher konnten alle von uns getesteten SSDs die Herstellerangaben in den Benchmarks teilweise übertreffen – oder haben diese zumindest erreicht.

Die ermittelten Werte liegen beim Lesen maximal bei etwa 500 MB pro Sekunde, beim Schreiben bei etwa 520 MB/s. Damit reicht sie nicht ganz an Konkurrenzprodukte an, ist aber auf einem ähnlich Niveau wie interne SATA-SSDs. Diese erreichen Spitzengeschwindigkeiten von 560 MB/s. Problematisch ist aber leider die schlechte Abführung der Abwärme.

AS SSD Benchmark

ATTO Disk Benchmark

Crystal Disk Mark

HD Tune Pro

Temperatur

Überhitzungsprobleme

Der einzige wirkliche Kritikpunkt findet sich in der Betriebstemperatur. Wird die SSD dauerhaft und über längere Zeiträume hinweg eingesetzt, steigt diese enorm an. In unserem Test wurden bereits im Leerlauf Temperaturen von etwa 47 Grad erreicht (bei 22 Grad Zimmertemperatur). Unter Last stieg die Temperatur auf 75 Grad an. Auch 75 Grad sind zwar noch unbedenklich, leider hat die SSD dann jedoch gedrosselt, um nicht noch wärmer zu werden. Hier sank die Geschwindigkeit in den Benchmarks auf ca. 130 Megabyte pro Sekunde – also so schnell wie eine handelsübliche externe HDD.

In der Praxis ist die Überhitzung jedoch weniger relevant. Beim Verschieben von großen Ordnern mit zahlreichen Dateien wird aufgrund vieler kleiner Dateien niemals die maximale Geschwindigkeit erreicht. Hierbei überhitzt die SSD somit nicht.

Problematischer sind große Dateien. Wir haben hierzu ein großes ZIP-Archiv verwendet. Die ersten 60 Gigabyte wurden mit etwa 300 Megabyte pro Sekunde übertragen (also deutlich unter denen im Benchmark gemessenen Werten). Nach 60 Gigabyte wurden jedoch die 75 Grad erreicht und die SSD hat immer kurzzeitig auf ca. 75 Megabyte pro Sekunde gedrosselt.

Insgesamt gilt jedoch festzuhalten, dass im normalen Betrieb keine Probleme zu erwarten sind.

Fazit

Western Digital präsentiert mit „My Passport“ eine schnelle und leistungsfähige SSD auf Niveau von internen SATA-SSDs. Für den alltäglichen Einsatz ist die Western Digital My Passport SSD sehr gut geeignet, für den professionellen Einsatz aufgrund der Temperaturentwicklung jedoch weniger.

Leider hat Western Digital mit Samsung jedoch eine sehr starke Konkurrenz. Eine Empfehlung für die Western Digital My Passport SSD fällt somit schwer. Punktet die SSD in Zukunft mit einem vergleichsweise günstigen Preis, ist sie jedoch durchaus empfehlenswert.

Western Digital My Passport SSD 512GB

Verarbeitung
Transferrate (Lesen)
Transferrate (Schreiben)
Preis-Leistungs-Verhältnis

Eine äußerst schnelle SSD mit nur kleinen Schwächen – und einem zu hohen Preis.

Western Digital WDBKVX5120PSL-WESN My Passport Por
Dieses Produkt ist nicht verfügbar.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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Simon

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