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AirPulse A300 Test: Riesig in Abmessungen und Klang

Edifier-Tochter AirPulse präsentierte Mitte des vergangenen Jahres eine ganze Reihe an hochwertigen Regallautsprechern. Nachdem uns die kompakten A100 im Test aus März 2023 bereits begeistern konnten, wird es nun deutlich größer – und das nicht nur hinsichtlich der Abmessungen. Unser AirPulse A300 Test fühlt den wuchtigen Regallautsprechern auf den Zahn.

Technische Daten

Produkt: AirPulse A300
Abmessungen (B x H x T): 225 mm x 385 mm x 340 mm
Gewicht: ca. 24 kg
Frequenzbereich: 40 Hz – 40.000 Hz
Rauschabstand: > 90 dB(A)
Empfindlichkeit: AUX: 700 ± 50 mV, Balance: 1150 ± 50 mV, USB: 550 ± 50 mFFs, Optisch: 500 ± 50 mFFs, Koaxial: 500 ± 50 mFFs Bluetooth: 500 ± 50 mFFs
Verstärker: Digital-Verstärker mit Xmos-Prozessor
Hochtöner: Horn Loaded Ribbon Tweeter
Mitteltieftöner: Aluminium Tubus; 6,5 Zoll
Leistung: 2x 10 Watt (Hochtöner); 2x 70 Watt (Mitteltieftöner)
Anbindung: Bluetooth 5.0 (Codec: SBC, aptX), AUX, USB, Balance-Eingang, optisch
Preis: € 1.099,99 *

AirPulse A300 Test: Design und Verarbeitung

  • Groß und schwer
  • Schickes Design in Holzoptik
  • Tadellose Verarbeitungqualität

Setzten die A100 von AirPulse noch auf eine schwarze Klavierlack-Optik, kommen die wuchtigen AirPulse A300 im Test mit einem Retro-Look daher, der ab der ersten Sekunde begeistert. Im Gegensatz zu den S1000W der Edifier-Mutter (unser Test), setzt AirPulse bei diesem Modell auf einen dunkleren Holzton, der damit gleichzeitig für ein wärmeres Auftreten sorgt und im Wohnzimmer oder Büro eine hervorragende Figur abgibt.

Das 25 mm dicke MDF-Gehäuse sieht nicht nur sehr edel aus, sondern hinterlässt auch hinsichtlich der Verarbeitung einen hervorragenden Eindruck. Die Übergänge zwischen dem Holz-Look, den die A300 vom kleineren Bruder A200 geerbt haben, zu der in schwarzer Farbe gehaltenen Frontpartie und Rückseite erfolgt nahtlos.

Wobei die technischen Komponenten an Front und Heck durch wuchtige Sechskant-Schrauben in Position gehalten werden. Keine Frage: Mit dem offenen Design der Mitteltieftöner machen die Lautsprecher optisch eine Menge her und werden auch hinsichtlich der Verarbeitung dem hohen Preis gerecht.

Optisch sticht vor allem der Aufbau der Frontpartie ins Auge, die sich aus horngeladenen Bändchenhochtönern und darunter liegenden Mitteltieftönern mit 16,5 Zentimetern Durchmesser zusammensetzt. Am rechten Lautsprecher finden wir zudem die IR-Fläche für die Kommunikation mit der Fernbedienung samt Display, sowie einen „Hi-Res Audio“ Aufdruck.

Mit einer Größe von 225 x 385 x 340 mm (Breite x Höhe x Tiefe) und einem Nettogewicht von 24 Kilogramm sind die Lautsprecher alles andere als dezent gehalten und nehmen entsprechend viel Platz in Anspruch. Das wirkt sich aber auch positiv auf die Akustik aus, wie wir später feststellen werden.

Anschlüsse, Bedienung und Einrichtung

  • Überzeugende Auswahl an Anschlüssen
  • Bluetooth 5.0 mit aptX-Codec
  • Tadellose Bedienung mit beiliegender Fernbedienung

Hinsichtlich der Anschlüsse lassen die AirPulse A300 nahezu keine Wünsche offen. Diese sind alle an der Rückseite des rechten Lautsprechers beheimatet, während die beiden Speaker über ein separat im Lieferumfang eingepacktes Lautsprecher-Kabel miteinander verbunden werden.

USB, AUX, Balanced-Eingänge, ein optischer und ein koaxial-Eingang stehen zur Verfügung. Alternativ können die A300 allerdings auch kabellos via Bluetooth 5.0 bespielt werden. Die digitalen Eingänge erlauben dabei eine Auflösung von bis zu 192 kHZ, während die analogen Eingänge mit einem hochwertigen ADC-Klangabnehmer daherkommen.

AirPulse A300
Hinsichtlich der Anschluss-Auswahl bleiben keine Wünsche offen.

Um auch bei kabelloser Bespielung nicht auf hochauflösenden Klang verzichten zu müssen, verfügen die Lautsprecher über einen Qualcomm-Chipsatz, der über einen Decoder auch die Wiedergabe im Qualcomm aptX-Codes unterstützt.

Sämtliche potenziell benötigten Kabel legt der Hersteller, fein säuberlich einzeln verpackt, dem Lieferumfang bei. Auch finden wir hier ein paar Samthandschuhe, um die A300 zu bewegen, ohne Fingerabdrücke darauf zu hinterlassen (wenngleich der Korpus ohnehin recht unanfällig gegenüber Andrücken ist.)

Die Bedienung selbst erfolgt dann mithilfe der beiliegenden Fernbedienung, die der der Edifier S1000W zum Verwechseln ähnlich sieht – nur eben mit AirPulse-Aufdruck. Sie erfüllt ihren Zweck, dürfte aber gerne noch etwas griffiger sein.

Ansonsten finden wir auf der Rückseite drei Drehregler, die wir in ähnlicher Form bereits von anderen Lautsprechern des Herstellers kennen. Mit diesen können wir Lautstärke, Bässe und Höhen getrennt voneinander regulieren. Bässe und Höhen können dabei jeweils um bis zu 3 dB verstärkt oder verringert werden.

Allerdings wartet lediglich der Lautstärker-Regler mit einer Rasterung für jeden Zwischenschritt auf – das hätte man gerne auch den beiden anderen Bedienelementen spendieren können. Schön wäre es zudem gewesen, Bässe und Höhen auch über die Fernbedienung justieren zu können. So müssen wir die wuchtigen Boxen drehen, um an die Rückseite zu gelangen. Auf der anderen Seite ist diese Feinjustierung eigentlich auch nur bei der Ersteinrichtung notwendig.

AirPulse A300
Mithilfe der Drehregler passen wir den Sound an die eigenen Vorlieben an.

Eingerichtet sind die Lautsprecher dabei in nur wenigen Handgriffen. Einfach beide Speaker miteinander verbinden, die Stromzufuhr herstellen und schon kann es losgehen. Das Bluetooth-Pairing lässt sich über das Gedrückt halten der entsprechenden Taste auf der Fernbedienung und klappt in der Praxis gleichermaßen schnell wie zuverlässig. anstoßen.

Klangtest: Beeindruckender Sound in den AirPulse A300

  • Hochwertige Hoch- und Mitteltieftöner
  • Leistungsstarker Audioprozessor und Verstärker
  • 160 Watt Leistung

Wenig überraschend punkten die AirPulse A300 auch aus klanglicher Sicht, hatten doch bereits die kleineren A100 hier sehr gut vorgelegt. Dem 300er Modell kommt natürlich darüber hinaus die zusätzliche Größe zu Gute, die die Regal- und Studiolautsprecher in einen noch besseren Sound ummünzen.

Oder, um es zunächst einmal mit den Spezifikationen auszudrücken, stattet der Hersteller die Lautsprecher mit horngeladenen Bändchenhochtönern aus, die direkt aus dem eigenen Flaggschiff 7001 stammen.

Ein 65 mm langes und 0,12 mm dünnes Aluminiumbändchen verbindet die beiden großen Neodym-Magneten. Vorteil: Das Bändchen fungiert gleichzeitig auch als Membran und ist in der Lage, die Luft zu bewegen, was das Einschwingverhalten verbessert und damit direkte Auswirkungen auf den Klang hat.

Dies kombiniert AirPulse mit 6,5 Zoll großen Aluminiummembran-Mitteltieftöner, die mit einer besonders geringen Verzerrung aufwarten. Ein 16-Kern-Audioprozessor, der XMOS XU216, und drei TAS5754 Class-D Verstärker von Texas Instrument runden das Klangbild dann bei geringem Hintergrundrauschen und niedrigen Verzerrungen gekonnt ab.

So ergibt sich insgesamt eine Ausgabeleistung von 160 Watt und das bei einem Frequenzgang, der mit 40 Hz bis 40.000 Hz tiefer in das Basssegment hineinreicht als bei den A100 oder Edifier S1000W. Und das hört man dann tatsächlich auch.

Facetten- und detailreicher Klang

  • Exzellenter, detailreicher Klang
  • Luftige Höhen, hervorragende Räumlichkeit
  • Digital fast auf demselben Niveau wie analog

Da bereits die kleineren Geschwister des A300 klanglich überzeugen konnten verwundert es nur wenig, dass auch das größere Modell hier punktet. Tatsächlich machen sich die Lautsprecher die zusätzliche Größe zu Nutze, um einen noch detailreicheren und lebendigeren Klang zu realisieren.

Überraschend gut kommt dabei bereits die Grundeinstellung daher, wenn alle drei Regler in mittiger Position Platz finden. Hier geben die A300 einen detailreichen, räumlichen Klang wieder, der die Betonung leicht in Richtung der Höhen und Bässe verlagert.

Das Ergebnis ist eine überzeugende Brillanz bei – nach meinem Geschmack – minimal überpräsenten Bässen. Allerdings muss man das differenziert sehen, denn ich bin grundsätzlich kein großer Fan von wuchtigen Bässen und regele diese, wenn möglich, immer etwas herunter.

Doch klangliche Vorlieben sind subjektiv und es ist hervorragend, dass der Hersteller hier die Möglichkeit für Feintuning bietet. Ich persönlich habe den für mich besten Klang mit -1 Treble und -3 Bässen herausgeholt.

Beeindruckend fällt, unabhängig von der Einstellung, die Dynamik der Lautsprecher aus. Leise Passagen stehen dabei lauten Arrangements in nichts nach, während die Mitten (und damit die Instrumentalisierung sowie der Gesang) sehr verzerrungsarm und klar wiedergegeben werden.

In komplexen Arrangments bestechen die Lautsprecher durch einen exzellenten Detailgrad. In der Bridge von „Verdandi“ der isländischen Viking-Metal-Band Skakmöld fördern die Lautsprecher beispielsweise das Wellenrauschen und selbst feinste Orgel-Klänge zu Tage, die viele andere Speaker gerne verschlucken.

Ähnliches lässt sich im komplexen Gospel-Black-Metal-Mischwerk „Götterdämmerung“ von Zeal & Ardor erblicken, in dem die A300 ebenfalls stark aufspielen. Auch das atmosphärische „Origins“ Intro der schweizerischen Folk-Metal-Band Eluveitie gefällt. Erreicht wird dadurch eine hervorragende Räumlichkeit, in der sich die einzelnen Instrumente und Stimmen präzise verorten lassen.

AirPulse A300
Bild: AirPulse

Positiv überrascht hat mich zudem, wie gering die Unterschiede zwischen analogem und digitalem, sogar kabellosem Klangbild ausfallen. Via USB (und vor allem Bluetooth) büßen die AirPulse A300 nichts an ihrem dynamischen Klang ein, sind allerdings eine kleine Spur weniger präzise aufgestellt. So wenig allerdings, dass der Unterschied den meisten Hörerinnen und Hörern gar nicht auffallen dürfte.

AirPulse A300 Test: Fazit

Dass Edifier und AirPulse hervorragende Lautsprecher bauen, haben wir nun bereits mehrfach im Test selbst feststellen können. Die AirPulse A300 markieren dabei erfreulicherweise keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil, denn wer genügend Platz für diese zugegebenermaßen ziemlich wuchtigen Speaker aufbringen kann, wird durch eine exzellente Akustik inklusive Hi-Res-Klang belohnt.

Und das über sämtliche Anschlussmöglichkeiten hinweg – egal ob analog oder digital – von denen die Lautsprecher erfreulicherweise auch etliche bieten.

Hinzu kommen das schicke Design und die tadellose Verarbeitungsqualität. Ein Schnäppchen sind die AirPulse A300 zweifelsohne nicht, allerdings punkten die Stereo-Lautsprecher mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis, der den hohen Preis durch eine durch die Bank überzeuge Leistung absolut rechtfertigt.

AirPulse A300 Test: Gold Award

AirPulse A300

Design und Verarbeitung
Ausstattung
Bedienkomfort
Soundqualität
Preis-Leistungs-Verhältnis

94/100

Enorm hochwertige Studio-Lautsprecher, die ihre wuchtige Größe in einen satten, detailreichen und präzisen Klang ummünzen und mit exzellenter Konnektivität begeistern.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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