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Roborock Q7 Max+ im Test: Kann der Branchenprimus auch Mittelklasse?

Der Markt der Saugroboter wächst und gedeiht prächtig. Schließlich stellt ein smarter Haushaltshelfer für viele Personen die preisgünstige Alternative zu einer humanoiden Haushaltskraft dar. Zwar können sich die mobilen Sauger bislang nur um die Reinheit der Böden kümmern, doch wer weiß, was da noch auf uns zukommt. Auf dem breitgefächerten Markt der Saugroboter tummeln sich entsprechend viele Anbieter. Während zu Beginn nur teure Vertreter von westlichen Herstellern wie iRobot erhältlich waren, kann man seit geraumer Zeit auch auf günstigere Modelle zugreifen. Insbesondere aus Fernost kommen regelmäßig neue Geräte, die mit ihrem Preis-Leistungs-Verhältnis punkten können. Zu den eher hochpreisigen Vertretern aus China gehört Roborock.

Die Verpackung ist sehr hochwertig. Von Roborock kennen wir das aber auch nicht anders.

Die Xiaomi-Tochter hat im letzten Jahr mit ihrem Roborock S7 (Test) unter Beweis gestellt, wie ein nahezu perfekter Saugroboter mit Wischfunktion aussieht. Allerdings hatte das Ganze auch seinen Preis. Dass Roborock aber auch Mittelklasse kann, möchte der Hersteller mit seinem Anfang März vorgestellten Roborock Q7 Max+ unter Beweis stellen. Auf dem Papier liest sich das Gesamtpaket überaus gut. Zusätzlich zum leistungsstarken Saugroboter selbst, der dank 4.200 pa Saugkraft auch hartnäckigen Schmutz erwischen soll, gibt es eine praktische Absaugstation dazu. Diese soll die Nutzung des Saugroboters noch komfortabler gestalten. Wir wollen das neue Mittelklasse-Gerät von Roborock heute einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Technische Details

Modell Roborock Q7 Max+
Farben Schwarz, Weiß
Reinigungsfunktionen Staubsaugen und Wischen
Saugleistung 4.200 Pascal
Navigation LiDAR-Sensor, Absturzsensor, IR-Sensor, Bumper
Kartierung Bis zu vier Stockwerke 3D-Mapping
Fassungsvermögen Kombibehälter im Saugroboter: 370 ml + 470 ml, Absaugstation: Staubbeutel mit 2,5 l
Steuerung Bedieneinheit am Saugroboter, Sprachsteuerung und App-Steuerung
Reinigungsdauer 180 Minuten
Akkukapazität 5.200 mAh
Lautstärke 67 Dezibel
Preis Preis nicht verfügbar *
Roborock Q7 MAX+
Dieses Produkt ist nicht verfügbar.

Unsere Erwartungen

Wer sich im Segment der modernen Staubsauger ein wenig auskennt, der kommt gar nicht drum herum, Roborock zu kennen. Dabei steht das Unternehmen seit jeher eher für Premium-Geräte. Dies gilt sowohl für Akkusauger als auch für Saugroboter. Umso gespannter sind wir, wie sich der Q7 Max+ als ausgewiesenes Gerät der Mittelklasse schlägt. Im Grunde handelt es sich hierbei um eine abgespeckte Version des Flaggschiffs Roborock S7 MaxV Plus. Die Sperrspitze aus den eigenen Reihen punktet in jeder Disziplin, außer eben beim Preis. Folglich haben wir auch gleich die Zielgruppe für den Q7 Max+ ausgemacht. Roborock möchte all diejenigen ansprechen, die eben nicht knapp 1000 Euro für einen Saugroboter nebst Absaugstation zahlen wollen.

Praktischerweise weist der Hersteller mit einem kleinen Zettel unter dem Deckel auf die Zusammensetzung der Verpackung und die Einrichtung hin.

Es ist gerade die angesprochene Absaugstation, die im Bereich der Saugroboter quasi ein neues Zeitalter eingeläutet hat. Schließlich ermöglicht diese, dass man den Staubbehälter seines Saugroboter nicht mehr alle paar Tage leeren muss. Roborock gibt an, dass der Q7 Max+ nur alle sieben Wochen entleert werden muss. Dementsprechend wird die Nutzung eines Saugroboters mit Ergänzung durch Absaugstation noch weit komfortabler als es ohnehin schon der Fall ist. Neben der Absaugstation bietet der Q7 Max+ auch eine Wischfunktion. Ob der Preisunterschied von ca. 350 Euro im Vergleich zum S7 MaxV Plus auch in merklichen Leistungsunterschieden mündet, wollen wir überprüfen.

Der Lieferumfang

Ein Blick in den würfelförmigen Karton des Q7 Max+ fördert neben dem Saugroboter selbst auch weiteres praktisches Zubehör zutage. Da wäre zum einen die Absaugstation sowie ein weiterer Staubbeutel für eben jene. Des weiteren finden wir hier die Wischplatte mit passendem Mop-Tuch und natürlich den üblichen Papierkram wie Bedienungsanleitung und Garantiekarte vor.

Design und Verarbeitung

Als Besitzer als Roborock S7 gefällt mir seit jeher die Designsprache, die das Unternehmen spricht. Insbesondere die Kombination aus Weiß und den farbigen orangeroten Akzenten habe ich zu lieben gelernt. Auch den Q7 Max+ haben wir in unserer Testversion in der Farbe Weiß zuschickt bekommen. Alternativ kann man den Saugroboter aber auch in der Farbe Schwarz erwerben. Im Vergleich zum S7 gibt sich der Q7 Max zurückhaltender. So ist der LIDAR-Sensor nun beispielsweise nicht mehr in grellem Orangeton, sondern zurückhaltendem schwarz gehalten. Lediglich Feinheiten wie beispielsweise die Knöpfe für das Abmontieren der Wischtuchhalterung erstrahlen in auffälliger Farbe.

Die Verarbeitung aller Komponenten ist auch bei Roborocks Mittelklasse-Modell über jeden Zweifel erhaben.

In der weißen Version kommt die Absaugstation in einer Kombination aus Schwarz und Weiß daher. Anders sieht es beim schwarzen Q7 Max+ aus. Hier setzt Roborock bei der Station auf eine Kombination aus Schwarz und Grau. Zugegebenermaßen hätte ich eine rein weiße Absaugstation schöner gefunden. Aber das ist Geschmacksache und bleibt deshalb in der Wertung außen vor. Viel wichtiger ist da die Verarbeitungsqualität. Diese ist auf allerhöchstem Niveau. Unterschiede kann ich hier gegenüber dem Roborock S7 nicht feststellen. Hier knarzt es an keiner Stelle und alles fühlt sich wunderbar wertig an.

Gewohnte Rundungen

Auch bei seinem Q7 Max+ setzt Roborock auf sein gewohnt rundes Design. Dies verwundert angesichts der Vorteile im Gelände kaum. Schließlich neigt der kreisförmige Saugroboter weit weniger zum Feststecken als es ein viereckiges Pendant tun würde. Beim Blick auf die Oberseite des Gerätes sieht man außerdem das ikonische Türmchen, welches erhaben leicht versetzt zur Mitte auf dem Sauger thront. Hier drin verbirgt sich die LIDAR-Technik, dessen Lasermodul nun nicht mehr Orange, sondern schwarz ist.

Weiterhin befinden sich hier die Gerätetasten, welche alternativ zur App als Bedieneinheit genutzt werden können. Die im edlen Silber gehaltenen Knöpfe lassen dich den Q7 Max+ an- und ausschalten, zur Absaugstation zurückfahren oder aber den gegenwärtigen Umkreis säubern. Obendrein können hier Eltern bequem eine Kindersicherung aktivieren, welche eine Eingabe über die Knöpfe verhindert. Gegenüber vom LIDAR-Turm und den Tasten befindet sich das altbewährte Roborock-Logo.

Ein Kombibehälter für Wischwasser und Staub

So weit, so bekannt. Unterschiede fördert der Sauger dann aber doch zutage, wenn man mal einen Blick unter die Haube wirft. Hier hat Roborock ganz offensichtlich eine andere Aufteilung gewählt. Während beim S7 ein separater Wassertank und Schmutzbehälter vorhanden sind, setzt der Hersteller bei seinem Mittelklasse-Modell auf eine Kombilösung. Wassertank mit 370 ml Fassungsvermögen sowie Staubbehälter mit 470 ml Volumen befinden sich nun in einem Behälter.

Der Kombibehälter punktet mit einem großen Fassungsvermögen.

Ich persönlich bin gespannt, wie sich dieses Umdenken in der Praxis schlagen wird. Schließlich bin ich ein großer Freund der Möglichkeit, Wischwasser beim S7 auffüllen zu können, ohne die Klappe öffnen zu müssen. Das war es übrigens noch nicht mit den Änderungen. Weiterhin verzichtet Roborock auf ein Reinigungswerkzeug, das sonst üblicherweise unter der Haube Platz findet. Allerdings braucht man dieses angesichts der überarbeiteten Hauptbürste auch gar nicht.

Die Lasertechnik des LIDAR-Sensors ist nun schwarz und nicht mehr so farbenfroh wie bei anderen Saugrobotern von Roborock.

Da diese nun gänzlich auf einzelne Bürsten verzichtet und stattdessen auf Gummilamellen setzt, kann sich hier gar nichts verfangen. Damit der freibleibende Platz nicht zu „nackig“ daherkommt, platziert Roborock hier kurzerhand noch einmal das eigene Logo. Ansonsten erblick man im Inneren die übliche Technik. So befinden sich hier neben der LED für den WIFI-Status auch der Reset-Button für das Zurücksetzen des Gerätes. Dank des praktischen QR-Codes kannst du dir außerdem direkt die App herunterladen. Zu dieser aber später mehr.

Verzicht auf moderne Sensoren

Wirft man einen Blick von der Seite auf das Gerät, kann man zum ersten Mal deutlich erkennen, wo Roborock gespart hat. Während der S7 nämlich über eine optische Hinderniserkennung verfügt, setzt der Q7 Max+ auf die zuverlässige, mittlerweile aber etwas veraltete IR-Technik.

Selbige befindet sich seitlich des Aufprallschutzes. Weiterhin befindet sich dort ein spezieller Sensor, der Wände erkennen soll. Ansonsten gibt es in der Seitenansicht nur die Schlitze für das Ableiten der Abluft zu sehen.

Zuverlässige Hauptbürste

Auf die wartungsfreie Hauptbürste des Roborock S7 muss man auch beim Q7 Max+ nicht verzichten. Diese besticht insbesondere durch das Material. Anstelle von anfälligen Schmutzfängern in Form klassischer Borsten, setzt der Hersteller hier nämlich auf mehrere Lamellen, die aus Gummi bestehen.

Verkeilte Tierhaare oder dergleichen muss man hier also nicht befürchten. Auch bei der Seitenbürste setzt Roborock wieder auf Gummi. Beim genaueren Hinsehen kann man hier auch die Sensoren erkennen, die Stürze des Saugroboters vermeiden sollen.

Licht- und Schattenseiten des Kombibehälters

Es war eine mutige Entscheidung von Roborock, Wasser- und Staubbehälter in einer Kombilösung zu vereinen. Insbesondere das riesige Volumen bringt große Vorteile mit sich. Der Beiname „Max“ kommt schließlich nicht von ungefähr. Fraglich ist aber, ob man dieses Volumen angesichts der regelmäßigen Leerung durch die Absaugstation überhaupt braucht? Sinnvoller wäre dann vielleicht doch gewesen, stattdessen den Wasserbehälter ein wenig größer zu machen.

In der Praxis konnte ich feststellen, dass sich der Staubbehälter viel sauberer entleeren lässt als es bei meinem S7 der Fall ist. Beim Befüllen des Wasserbehälters bin ich wie gesagt zwiegespalten, da ich separate Lösungen bevorzuge. Da man den Q7 Max+ aber ohnehin nicht unter einem Schrank oder anderem Möbelstück verstecken kann, dürfte es auch problemlos möglich sein, jederzeit die Haube öffnen zu können, um den Behälter auszubauen. Das Wasser lässt sich übrigens ganz leicht über Öffnen des Gummiverschlusses auffüllen.

Wischplatte an der Unterseite

Bei der Wischplatte selbst lassen sich wieder Parallelen zum Roborock S7 erkennen. Hier setzt der Hersteller abermals auf eine kinderleichte Montage an der Unterseite des Geräts. Einmal in die Führungsschiene eingesetzt, deutet ein Klicken nebst freundlicher Stimme darauf hin, dass die Wischeinheit installiert wurde. Umgekehrt muss man nur die beiden orangefarbenen Knöpfe Drücken und daran ziehen, um sie auszubauen. Auch dieser Vorgang wird vom Roboter per Sprachausgabe bestätigt. Je nach dem, ob du die Wischeinheit installierst oder nicht, registriert der Saugwischer dies also.

Bei eingebauter Einheit wird das angebrachte Wischtuch durch Wasserdüsen des Wischwasserbehälters permanent befeuchtet. Entscheidest du dich dafür, die Wischeinheit nicht zu montieren, fließt auch kein Wasser durch die Öffnungen. Übrigens verfügt die Wischeinheit des Q7 Max+ abermals über die besondere Federtechnik älterer Flaggschiffe von Roborock. Hier wird der Mop nicht einfach über den Boden gezogen, sondern mit satten 300 Gramm Druck auf den Boden gefedert. Dies soll für eine effizientere Reinigung sorgen.

Absaugstation ist alles andere als Mittelklasse

Wischfunktion und LIDAR-Technik sind mittlerweile auch bei anderen Herstellern in der Mittelklasse angekommen. Die Absaugstation, die der Q7 Max+ bietet, hat allerdings kaum noch etwas mit Mittelklasse zu tun. Sie ist es, die das Maximum an Komfort aus dem Saugroboter herausholt. Lasst uns mal einen genauen Blick hinein werfen.

Die sogenannte „Pure“ verfügt über einen Staubbeutel. Dieser ist unerlässlich für den Betrieb. Nach jeder Reinigungstour kehrt der Q7 Max+ in die Absaugstation zurück. Dort angekommen, saugt die „Pure“ die gesammelten Schmutz wieder aus dem Saugroboter heraus. Gesammelt wird dieser dann in einem Behälter mit stolzen 2,5 Liter Volumen.

Die Installation des Staubbeutels ist spielend leicht.

Laut Roborock selbst soll der Beutel sieben Wochen durchhalten können, bis ein Entleeren ansteht. Selbst Saugroboter der Oberklasse muss man je nach Verschmutzung und Größe der Wohnung gut und gerne einmal in der Woche entleeren. Hier wird deutlich wie praktisch so eine Absaugstation ist. Allerdings ist es auch die schiere Größe der Station, die die Achillesferse darstellt.

Dank Kabelmanagement muss man keinen Kabelsalat fürchten.

Wenn man wie ich einen Saugroboter gerne unter flachen Möbeln versteckt, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass dies beim Q7 Max+ nicht möglich ist. Da Roborock hier allerdings ein umfangreiches Kabelmanagement auf der Rückseite versteckt, kann man sich wenigstens darüber freuen, dass alles aufgeräumt aussieht.

Gute Orientierung dank LIDAR

Wie bereits angesprochen, verbirgt sich unter dem kleinen Türmchen des Roborock Q7 Max+ die Lasertechnik für die sogenannte LIDAR-Navigation. Diese sorgt dafür, dass sich der Sauger bestens in deinen eigenen vier Wänden zurechtfindet. Im Rahmen seiner Reinigungstour fährt er dann in der Regel zunächst die Ränder eines Raumes ab, um anschließend in klassischen S-Kurven die Raummitte zu reinigen. Dies mag bei der ersten Fahrt noch etwas ungeschmeidig wirken. Davon sollte man sich aber nicht beirren lassen. Schließlich muss der Sauger erstmal eine Karte der Umgebung erstellen, bevor er nach System fahren kann. Insbesondere die Echtzeiterkennung kann sich sehen lassen. So registriert das Gerät auf Anhieb hinzugekommenen Möbel oder andere Hindernisse und kartiert diese direkt neu.

Die vier Absturzsensoren sorgen dafür, dass der Sauger nicht die Treppe herunterfällt.

Einzig flache Hindernisse wie liegen gelassene Bücher kann der Q7 Max+ nicht auf Anhieb erkennen. Hier ist eine Kollision meist unausweichlich. Dies liegt daran, dass das Mittelklasse-Gerät „nur“ Infrarot-Sensoren und keine optischen Sensoren zum Erkennen von Hindernissen besitzt. Vor Wänden oder Möbeln machte er aber stets zuverlässig Halt. Hier sind die Sperrspitzen des Roborock-Lineups dann doch überlegen. Die sonstigen Sensoren leisten hingegen einen sehr guten Job. Dank Sturzsensoren muss man sich vor keinen Treppenstürzen fürchten und ein Sensor am Laserturm verhindert das Festkeilen unter Möbeln. Jeder hat mal Feierabend – selbst ein Saugroboter. Hat der Roborock Q7 Max+ seine Reinigungstour erledigt, fährt er wieder zurück zu seiner Lade- und Absaugstation. Im Test hat er dies immer zuverlässig bewerkstelligen können. Zu Irrfahrten kam es nicht.

Der Praxistest

Nach der ganzen Theorie geht es jetzt ans Eingemachte. Die Königsdisziplin eines jeden Saugroboters ist natürlich die Reinigungsleistung. Da der Q7 Max+ über eine Saug- und Wischfunktion verfügt, wollen wir natürlich einen Blick auf beide Fähigkeiten werfen. Hier hat der smarte Haushaltshelfer durchaus einen Ruf zu verlieren. Schließlich stehen die Geräte von Roborock eigentlich für eine sehr gute Reinigung. Wir sind gespannt.

Der Saugtest

Zunächst wollen wir einen Blick auf die wichtigste Funktion werfen – das Staubsaugen. Ein Blick aufs Datenblatt lässt hier sehr viel Hoffnung aufkeimen. Schließlich bietet der Q7 Max+ mit einer Saugleistung von 4.200 pa ordentlich Power unter der Haube. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass eine große Leistung nicht viel bringt, wenn das Gerät sie nicht auch umsetzen kann. Und das kann der Q7 Max+ aber mal so richtig. Auf jedem Boden hat mich die Saugleistung ab der ersten Minute überzeugt. Dabei konnte ich seine Performance auf Parkettboden, Fliesen und Teppichboden beobachten.

Die Absaugstation saugt den angesammelten Schmutz des Saugroboters unten ab.

Ich gehe davon aus, dass insbesondere das spezielle Design der wartungsfreien Hauptbürste dafür sorgt, dass der Q7 Max+ seine Leistung bestens auf den Boden übertragen kann. Da diese sich maßgeschneidert an den Untergrund anpasst, wird hier ein vakuumähnlicher Zustand erreicht. Selbst mein herausfordernder Langfloorteppich konnte den Saugroboter nicht stoppen. Dank der Teppicherkennung schaltete er hier umgehend in die stärkste Stufe und hinterließ einen sehr sauberen Untergrund zurück. Im Bereich des Saugens gab mir das neue Mittelklasse-Modell folglich keinen Grund zum Meckern.

Der Wischtest

Während eine Wischfunktion bei vielen Herstellern von Saugrobotern nicht mehr als ein „nice to have“ ist, hat Roborock es mit seinen Flaggschiffen geschafft, Kombigeräte auf die nächste Stufe zu heben. Dafür ist unter anderem der spezielle Federmechanismus verantwortlich, welcher das Wischtuch nicht einfach flach auf dem Boden behält, sondern wirkliche Wischbewegungen vollführen lässt. Die Technik, welche beim Q7 Max+ zum Einsatz kommt, kennen wir bereits von mittlerweile etwas betagten Flaggschiffen wie dem Roborock S5 Max.

Die Wischeinheit lässt sich unkompliziert ein- und ausbauen.

Inzwischen bietet Roborock mit seinem S7 eine neue Stufe der Wischleistung, die auf Vibrationstechnik setzt. Folglich kann das Wischergebnis des Mittelklasse-Geräts auch nicht mit dem gegenwärtigen Flaggschiff mithalten. Das bedeutet aber keineswegs, dass die Wischleistung schlecht ist. Man kann sie vielmehr als perfekte Ergänzung zum Saugvorgang sehen. Schließlich sammelt sie den feinporigen Staub auf, den der Sauger liegen lässt. Anders als beim S7 würde ich den Q7 Max+ aber nicht auf eine alleinige Wischtour durch die Wohnung schicken. Dafür ist die Wischleistung nicht effektiv genug. Doch der Q7 Max+ hat gegenüber dem S7 auch einen entscheidenden Vorteil.

Die Wischeinheit wird durch zwei Düsen an der Unterseite mit Wasser befeuchtet.

Während ich bei meinem Flaggschiff nämlich vor jedem neuen Wischvorgang das Wischtuch befeuchten muss, sorgen die Wasserdüsen beim Mittelklasse-Modell dafür, dass bereits nach wenigen Sekunden das gesamte Wischtuch nass ist. Dadurch wird ermöglicht, dass der Saugwischer auch wirklich die gesamte Breite der Wischfläche ausnutzt. Insgesamt soll der Roborock Q7 Max+ übrigens bis zu 180 Minuten durchhalten können. Angesichts des 5.200 mAh großen Akkus finde ich dies durchaus realistisch. Dabei muss man selbstverständlich immer von der niedrigsten Leistungsstufe ausgehen. Selbst große Wohnungen dürfte der Saugroboter aber sicherlich in einem Reinigungsdurchlauf schaffen.

Siri ist Roborocks beste Freundin

Wenn wir über smarte Haushaltshelfer sprechen, müssen wir natürlich auch auf die entsprechenden Features eingehen. Da wäre beim Q7 Max+ zum einen die Möglichkeit der Sprachsteuerung. Mit der Unterstützung der üblichen Verdächtigen (Alexa, Siri und Google Assistant) lässt sich der Saugroboter im eigenen Netzwerk ganz einfach per Sprachbefehl steuern. Zumindest in der Theorie.

Flache Hindernisse werden leider nicht umfahren, sondern vielmehr weggeschoben. Dies ist dem Einsatz einfacher IR-Sensoren zuzuschreiben.

Ich probierte Alexa und Siri aus und war von Amazons Assistentin enttäuscht. Insbesondere der Funktionsumfang war hier sehr gering. Vielleicht rüstet Roborock bzw. Amazon hier noch einmal nach. Anders sah es im Test bei Siri aus. Apples KI verstand sich bei mir bestens mit dem Q7 Max+. So konnte ich ihn beispielsweise gezielt in Räume schicken.

Gigantischer Umfang in der Roborock-App

Als Nutzer des Roborock S7, ist die App für mich nicht neu. Deshalb habe ich mich auch direkt heimisch gefühlt. Wer noch kein Gerät von Roborock in der App eingepflegt hat, muss sich allerdings damit anfreunden, einen Account anlegen zu müssen. Sowas finde ich immer nervig, aber heutzutage ist dies bei so gut wie jedem Anbieter der Fall. In Sachen Funktionsumfang kann hier wirklich keiner meckern. Ich möchte euch nur einige wenige Highlights näher erläutern.

Bild: Apple App Store

Da wäre zum Einen die Kartierung des Saugroboters. Unter Zuhilfenahme der LIDAR-Technik erstellet der Q7 Max+ nämlich einen detaillierte Grundriss deiner eigenen vier Wände. Besonders cool: Innerhalb der App wird deine Wohnung automatisch in unterschiedliche Räume unterteilt. Sollte dies aufgrund eines exotischen Grundrisses einmal nicht klappen, kann man hier problemlos innerhalb der App nachbessern. Die Einteilung ermöglicht dir die gezielte Reinigung von einzelnen Räumen. Insbesondere in der Küche kann es durchaus vonnöten sein, dass der Saugroboter mehrfach am Tag auf Reinigungstour geht.

Der Q7 Max+ erstellt eine umfangreiche Karte deiner Wohnung.

Innerhalb der Karte kannst du dann unterschiedliche Anpassungen vornehmen. Beispielsweise lassen sich Möbel einsetzen, um den Saugroboter dazu anzuhalten, mit genügend Abstand um diese herumzufahren. Außerdem kannst du jedem Raum auch einen bestimmten Bodentyp zuweisen. Besitzer eines Hauses oder einer mehrstöckigen Wohnung freuen sich außerdem darüber, dass sich in der App gleich vier unterschiedliche Etagen speichern lassen. So lässt sich der Q7 Max+ auch auf mehreren Etagen einsetzen.

Individuelle Reinigung

Da Saugroboter allerdings (noch) keine Treppen steigen können, musst du ihn natürlich zwischen den einzelnen Stockwerken hin und her tragen. Innerhalb der App kannst du jede Reinigungsfahrt individuell einstellen. Da wäre zum einen die freie Wahl der zu reinigenden Orte. So lässt sich die gesamte Wohnung oder aber eine gezielte Zone reinigen. Letztere kannst du innerhalb der Karte in der App einzeichnen. Während der Q7 Max+ seine Kreise durch deine Wohnung zieht, kannst du ihn in Echtzeit in der App verfolgen.

Insbesondere auf Fliesen erweist sich die Wischfunktion durchaus als praktisch.

Natürlich lässt sich auch die Stärke der Saugleistung und Wischfunktion regulieren. Während du bei der Saugkraft zwischen vier unterschiedlich starken Leveln auswählen kannst, stehen dir beim Wischen 30 verschiedene Stufen zur Wahl. So eignen sich beispielsweise Fliesenböden bestens für die maximale Wasserzufuhr. Bei Holzböden sollte man wiederum eine geringere Stufe wählen. So wie du gezielte Reinigungszonen einstellen kannst, kannst du auch Sperrzonen innerhalb der App auswählen. Diese werden vom Saugroboter nicht befahren.

Insbesondere bei der Reinigung von Langfloorteppichen überzeugt der Q7 Max+. Du solltest allerdings die Wischeinheit im besten Fall abmontieren, wenn der Saugroboter auf Teppiche losgelassen wird.

Obendrein kannst du regulieren in welchen Bereichen er die Wischfunktion deaktivieren soll. Dies ist durchaus sinnvoll. Anders als der Roborock S7 kann der Q7 Max+ sein Wischtuch nämlich nicht anheben. Deshalb solltest du in Bereichen mit Teppichboden auf die Wischfunktion gänzlich verzichten. Auch die Arbeit der Absaugstation kannst du übrigens innerhalb der App einstellen. Diese lässt sich dabei nicht nur aktivieren bzw. deaktivieren. Obendrein kannst du die Saugkraft regulieren.

Ferngesteuertes Auto für Erwachsene

Solltest du als Kind gerne mit ferngesteuerten Autos gespielt haben, dann hast du sicherlich auch mit dem Q7 Max+ deine Freude. Schließlich kannst du den Saugroboter mithilfe der App wie ein ferngesteuertes Auto durch deine Wohnung manövrieren. In der Praxis stellt sich dies aber eher als kleine Spielerei ohne wirklichen Mehrwert dar. Ich empfand es jedoch als komfortabel, den Saugroboter vor meine Füße fahren zu lassen, wenn ich den Staubbehälter entfernen will. Darüber hinaus kann ich mir vorstellen, dass das Feature praktisch sein kann, wenn sich der Roboter einmal unter einem Möbelstück verirrt hat. Im Rahmen meines Tests passierte dies jedoch nie.

Fazit: Mehr Oberklasse als Mittelklasse

Im Test hat der Roborock Q7 Max+ einen sehr positiven Eindruck bei mir hinterlassen. Dies liegt zum einen an der unkomplizierten Bedienung. So kannst du den Saugrobotern wahlweise mithilfe der Knöpfe am Roboter selbst oder per Roborock-App steuern. Doch bei Saugrobotern steht und fällt natürlich alles mit der Reinigungsleistung. Und hier liefert der Q7 Max+ mal so richtig ab. Insbesondere in der Paradedisziplin, dem Staubsaugen, habe ich schlichtweg keinen Anlass, zum Meckern. Dafür sorgt sicherlich die Kombination aus der starken 4.200 pa Saugleistung und der wartungsfreien Hauptbürste mit Gummilamellen.

Nicht nur optisch, sondern auch in Sachen Leistung muss sich der Roborock Q7 Max+ (links) hinter dem Roborock S7 (rechts) nicht verstecken. Im Test fiel nur die schlechtere Wischleistung sowie die schwächeren Sensoren ins Gewicht.

In Sachen Wischleistung merkt man dem Q7 Max+ dann aber wieder an, dass er ein Mittelklasse-Gerät ist. Diese kann sich nicht merklich von der Konkurrenz absetzen und hinkt dem Roborock S7 weit hinterher. Die Absaugstation, welche für das „+“ im Namen steht, rundet das Gesamtpaket ab. Es ist einfach überaus praktisch, dass man nur etwa alle sieben Wochen den Schmutzbehälter leeren muss. Alles in Allem handelt es sich beim Q7 Max+ um ein Mittelklasse-Gerät, das man eher der Oberklasse zuordnen muss. Hierfür spricht nicht nur die Leistung, sondern leider auch der Preis.

Roborock Q7 Max+

Verarbeitung
Saugleistung
Wischleistung
Preis-Leistungs-Verhältnis

90/100

Mit dem Q7 Max+ stellt Roborock unter Beweis, dass sich Mittelklasse und sehr gute Leistung keineswegs ausschließen. Hier bekommt man die wichtigsten Features und Power der Flaggschiffe für einen weit niedrigeren Preis.

Roborock Q7 MAX+
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Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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