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Berlin stattet Gefängnisse mit Internetzugang für Gefangene aus

Um die Resozialisierung zu erleichtern, bieten Berliner Gefängnisse fortan einen Internetzugang für Gefangene an. Damit sollen sich unter anderem bestimmte Webseiten aufrufen oder E-Mails verschicken lassen.

Internetzugang für Gefangene: Berlin startet Pilotprojekt

In der Justizvollzugsanstalt (JVA) für Frauen in Stadtteil Lichtenberg ist Anfang Dezember ein Pilotprojekt gestartet, das den Insassinnen den Zugang zum Internet ermöglicht. Mit dem sogenannten Haftraummediensystem erhalten die Häftlinge die Möglichkeit, auf verschiedene Webseiten zuzugreifen und E-Mails zu verschicken.

Das Projekt kündigte man bereits vor ziemlich genau einem Jahr an, die Umsetzung erfolgte aber nun erst zum 01. Dezember 2022.

Ziel ist es, die Gefangenen auf ein Leben nach der Haft vorzubereiten. Im Oktober 2023 soll das Projekt dann voraussichtlich auf andere Berliner Gefängnisse ausgeweitet werden. Berlins Justizsenatorin Lena Kreck lobt den Schritt der Digitalisierung und teilt mit, dass man den Resozialisierungsauftrag sehr ernst nehme.

Nicht das gesamte Internet ist zugänglich

Mit dem neuen Projekt wolle man die Eigenständigkeit und die Vernetzung der Inhaftieren fördern und ihnen einen Zugang zur digitalen Welt ermöglichen – bislang konnten Häftlinge lediglich Radio hören, Fernsehen und telefonieren.

Nun soll der Zugang zu digitalen Bildungsangeboten und Internetseiten von Medien ermöglicht werden. Soziale Netzwerke, Internetforen oder Chats bleiben dabei aber vorerst gesperrt, wie es heißt. Allerdings seien auch Online-Spiele möglich.

Während bestimmte Dienste wie ein Terminkalender, Datenbanken und einige Internetseiten im Rahmen des JVA-Basis-Paketes kostenlos angeboten werden, fällt beispielsweise für Videotelefonate der Insassen eine Gebühr an. Auch der Versand von E-Mails kostet Geld. Zudem behält sich das Personal vor, die elektronische Post anlassbezogen auch zu kontrollieren.

Insgesamt 3.530 Menschen seien in den sieben Haftanstalten Berlins aktuell inhaftiert, für Frauen gäbe es derzeit insgesamt 146 Haftplätze – im Gefängnis in Lichtenberg sind derzeit 86 Frauen in Haft.

Natürlich trifft das Pilotprojekt auch auf Kritik. So ist Holger Krestel, FDP-Sprecher für Recht und Verfassungsschutz, beispielsweise der Ansicht, die Justiz solle moderner und digitaler, die Haftanstalten sicherer gemacht werden, statt sich auf einen Internetzugang zu konzentrieren.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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