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Arctic F12 PWM PST Test – einfach ein Lüfter?

Arctic ist eine deutsche Marke, die insbesondere für Kühler und Lüfter bekannt ist. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer also am unteren Preisende nach Lüftern sucht, wird relativ bald auf Arctic stoßen, darunter die beiden 120-mm-Lüfter F12 und die P12. Die Arctic F12 in der Version PWM PST stehen im Fokus dieses Tests. Dieses Modell ist ein wenig teurer als die günstigste Version des Lüfters. An der Leistung wird sich hier, bezogen auf die erreichte Drehzahl, dennoch nicht wirklich etwas verändern. Im Arctic F12 PWM PST Test ziehen wir einen Vergleich zu anderen günstigen Lüftern und analysieren diese auf Leistung und Lautstärke.

Spezifikationen

Größe 120 x 120 x 25 mm
Drehzahl 230 – 1350 RPM
max. Luftstrom 90,1 m³/h
max. statischer Druck 1mm H2O
Lager Hydrodynamisches Lager
Gewicht 109 g
Kabellänge 40 cm
Garantie 6 Jahre
Preis € 8,49 * (PWM PST))
€ 28,33 * (PWM PST 5er-Pack)
€ 6,80 * (reguläre PWM-Version)

Verpackung und Lieferumfang

  • Kompakte, einfache Verpackung
  • Einziges Zubehör sind Gehäuselüfter-Schrauben

Die Verpackung des Arctic F12 PWM PST ist – dem geringen Preis entsprechend – auf das Nötigste reduziert. Der blaue Karton ist kaum größer als der Lüfter und ist völlig ungepolstert. Abgesehen vom Lüfter werden nur die obligatorischen Gehäuselüfter-Schrauben und eine Karte mit einem QR-Code, der den Link auf die Support-Seite von Arctic anzeigt, mitgeliefert.

Design und Verarbeitung

  • Sehr simples Design
  • Gute Verarbeitung, aber reduziert auf das Minimum
  • Sehr selbstbewusste, langjährige Garantie

Zunächst einmal zum Namen des Arctic F12 PWM PST. Der Unterschied zum günstigeren PWM-Modell ist das „PST“, was „PWM Sharing Technology“ bedeutet. Das ist die Lüfteranschluss-Buchse, die neben dem PWM-Stecker sitzt. Hiermit kann man weitere Lüfter anschließen („Daisy Chaining“) und kommt so mit weniger Lüfter-Headern auf dem Mainboard aus. Wer genug Header besitzt, was auf teureren Mainboards häufiger passiert als auf günstigeren, der könnte mit der normalen PWM-Version des Lüfters etwas sparen. Das Kabel des Artic F12 PWM PST ist dünn und schwarz gehalten. So kann es einfach und unauffällig verlegt werden.

Ansonsten ist der Arctic F12 PWM PST unspektakulär. Er entspricht dem, was man sich unter „günstiger Computerlüfter“ vorstellt. Der Rahmen besteht aus schwarzen Kunststoff, wie auch die Lüfterblätter. Es gibt keine vibrationsdämpfenden Gummi-Flächen in den Ecken und der Eindruck wird auch durch das geringe Gewicht betont. Die Kanten des Kunststoffs sind allerdings sauber verarbeitet; es gibt keine Grate oder scharfen Stellen. Der Abstand der Lüfterblätter zum Rahmen ist relativ groß, aber die Drehung der Lüfterblätter läuft ruhig und fühlt sich solide an.

Insgesamt ist das Auftreten des Lüfters gut, aber unspektakulär. Selbstbewusst ist die Garantie von 6 Jahren gewählt. Eine solche Garantiezeit findet man eher bei teuren Premium-Lüftern und außer bei Arctic selten im günstigen Bereich.

Lautstärke und Leistung im Vergleich zu anderen Lüftern

  • Gute Leistung als Gehäuselüfter
  • Konkurrenz von Sharkoon und Xilence bieten mehr Leistung auf Kühlkörpern

Kommen wir zum wichtigsten Bereich: Der Leistung. Lüfter anderer Marken, die einem in diesem Preisbereich von unter 10€ über den Weg laufen könnten, sind beispielsweise die Xilence XPF120X.B.PWM, die be quiet! Pure Wings 2 und nur knapp teurer die Sharkoon Silent Storm BW120.

Als Gehäuselüfter bieten die Arctic F12 durchaus gerade bei niedriger Lautstärke eine etwas bessere Leistung als diese drei Konkurrenzen, wobei die Lüfter von Xilence und Sharkoon sehr knapp folgen und die be quiet! Pure Wings 2 mit einem größeren Abstand.

Auf dem Radiator wendet sich das Blatt. Hier ziehen der Xilence XPF120X.B.PWM und der Sharkoon Silent Storm BW120 an den anderen Lüftern vorbei und liegen weitestgehend gleichauf bei einer niedrigen Lautstärke, während der Arctic F12 PWM PST abrutscht und sich nur noch auf dem Niveau des be quiet! Pure Wings 2 findet.

Hier der Xilence XPF120X.B.PWM, der Sharkoon Silent Storm BW120 und der be quiet! Pure Wings 2 120mm:

Beim Einsatz auf dem Luftkühler liegt das Vergleichsfeld nah beieinander, wobei der schwarze Xilence-Lüfter tendenziell die Nase knapp vorne hat.

Leistung und Lautstärke im Vergleich zum P12

  • Arctic P12 schlägt den F12 in allen Punkten
  • Arctic P12 liegt auch preislich ähnlich zum F12

Der größte Konkurrenz zum Arctic F12 PWM PST kommt aus den eigenen Reihen. Der Arctic P12, den es ebenfalls in einer PWM-PST-Variante gibt, kostet weitestgehend dasselbe und schlägt den F12 in allen Belangen außer der Verarbeitungsqualität, bei der er auf demselben Stand ist. Er hat einen größeren Drehzahlumfang und ist stärker und leiser als der Arctic F12 PWM PST. Und das in allen Einsatzbereichen – egal, ob auf dem Radiator, als Gehäuselüfter oder auf dem Luftkühler. Damit holt sich der P12 den Gesamtsieg – und das teilweise deutlich.

Hier der Arctic F12 PWM PST im Vergleich zum Arctic P12:

Das heißt nicht, dass man den Arctic F12 PWM PST aus dem System schmeißen sollte, wenn man ihn bereits besitzt. Aber wenn man vor der Wahl steht, gibt es keinen Grund, zum F12 zu greifen statt zum P12. An dieser Stelle setzt der Arctic F12 PWM PST nicht ganz so den Siegeszug fort, den der größere Arctic F14 PWM PST angetreten hat.

Fazit

Bei der puren Leistung und Lautstärke kommen wir an den Punkt, der sowohl die Stärke als auch die Schwäche des Lüfters darstellt. Prinzipiell liefert der Arctic F12 PWM PST eine durchaus solide Leistung und wird auch nicht allzu laut. Das Problem liefert Arctic selbst: Die Version ohne PST kostet – einzeln gekauft – nicht viel mehr als die Hälfte. Und das zweite Problem liefert Arctic mit dem hauseigenen Modell P12. Der Arctic P12 ist einfach in allen Punkten besser als der F12 und liegt auch preislich im selben Bereich, sodass ich die Anschaffung eines Arctic F12 PWM PST alleine deswegen nicht empfehlen kann. Statt dessen deute ich ganz deutlich auf den Arctic P12, der schlicht und einfach das bessere Gesamtpaket darstellt. Wie gesagt: Wer den Arctic F12 PWM PST bereits im Rechner hat, muss sich keine Sorgen machen. Der Lüfter ist gut. Der P12 ist nur eben besser.

Arctic F12 PWM PST Test Bronze Award

Arctic F12 PWM PST

Verarbeitung
Ausstattung
Leistung
Lautstärke
Preis-Leistungs-Verhältnis

75/100

Der Arctic F12 PWM PST ist durchaus ein guter Lüfter, der mit der preisähnlichen Konkurrenz mithalten kann, aber Arctic hat mit dem P12 selbst einen besseren Lüfter zum selben Preis im Angebot.

Simon Deobald

Schon zu Kindertagen, noch bevor ich wirklich lesen konnte, wusste ich unter DOS, was einzutippen ist, um "Die Siedler" zu starten. Wenige Jahrzehnte später beschäftige ich mich auch weit intensiver mit PCs und entsprechender Hardware, bin ansonsten als Feuerwehrmann, (Produkt-)Fotograf und Redakteur tätig, wie auch ein Gitarren-Nerd.

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