PC-Komponenten

Sharkoon SilentStorm 120 RGB und BW120 – Abwechslung gefällig?

Sharkoon ist eine deutsche Marke für Gaming-Produkte. Im Sortiment sind neben Gehäusen, Netzteilen, Kühlern, RGB-Komponenten und Peripherie auch Lüfter. So wie auch die recht günstigen Sharkoon SilentStorm, die hier dem Test unterzogen werden. In diesem Test kombinieren wir die Sharkoon SilentStorm 120 RGB-Lüfter und die BW120.

Spezifikationen

Sharkoon SilentStorm BW120

Größe 120 x 120 x 25 mm
Drehzahl 450 – 1400 RPM
Anschlüsse 4-Pin-PWM (male + female)
Gewicht 132 g
Max. Airflow 89,06 m³/h
Max. Luftdruck 1,31 mm H₂O
Preis € 14,57 *

Sharkoon SilentStorm 120 RGB

Größe 120 x 120 x 25 mm
Drehzahl 400 – 1400 RPM
Anschlüsse 4-Pin-PWM
Gewicht 150 g
RGB-Anschluss Standard-ARGB (50 cm langes Kabel)
RGB-LEDs 9
Max. Airflow 93,6 m³/h
Max. Luftdruck 1,91 mm H₂O
Preis € 10,99 *

Verpackung und Lieferumfang

  • Einfache Verpackung in glänzendem Schwarz
  • Neben den Lüftern finden sich Gehäuselüfterschrauben und Wechselecken im Lieferumfang

Einfache, glänzende Verpackungen bewirten die Sharkoon SilentStorm-Lüfter. Darin finden sich neben den Lüftern die obligatorischen Lüfterschrauben und eine Box mit… Ecken. Ja, man kann die Ecken der Sharkoon SilentStorm-Lüfter wechseln! Dazu später mehr.

Design und Verarbeitung

  • Gehäuse fühlt sich nach günstigem Plastik an
  • Ordentlich helle RGB-Beleuchtung
  • Dünne Kabel sind einfach zu verlegen

Die Verarbeitung der Sharkoon SilentStorm-Lüfter wirkt sehr unauffällig, aber zu der recht geringen Preisklasse hätte ich auch keine Premium-Qualität erwartet. Insgesamt besitzen sie jedoch einige interessante Features. So sind die Ecken zur Vibrationsreduzierung gummiert, was bei preisähnlichen Modellen, wie den Arctic F12, Arctic P12 oder be quiet! Pure Wings nicht zu finden sind.

Dazu kommen auch die Anschlüsse, denn hier finden sich zusätzlich zu den regulären Anschlüssen an den BW120 noch Buchsen, die ein Daisy-Chaining ermöglichen. So kann man mit einem Lüfter-Header auf dem Mainboard gleich mehrere Lüfter anschließen. Das ist gerade bei günstigeren Lüftern ein sehr cooles Feature, denn auf günstigeren Mainboards finden sich selten viele Lüfteranschlüsse. An der RGB-Version sucht man dieses Feature jedoch vergebens. Hier findet sich nur ein regulärer PWM-Anschluss.

Die RGB-Anschlüsse an den Sharkoon SilentStorm 120 RGB-Lüftern sind einmal ein regulärer Standard-ARGB-Anschluss und ein VDG-Anschluss, wie er heutzutage kaum noch zu finden ist.

Leuchtender RGB Lüfter
Die Sharkoon SilentStorm mit RGB können eine ordentliche Beleuchtung ins Gehäuse bringen.

Die Form und Größe der Lüfterblätter weisen auf eine ziemlich fokussiert-druckoptimierte Konstruktion hin, die recht gut mit Widerständen klarkommen dürfte.

Die Kabel der Sharkoon SilentStorm Lüfter sind recht dünn und waren in dem Test somit gut zu verlegen.

Rahmenwechsel

  • Sehr fest sitzende Ecken
  • Unterschiedliche Farbkombinationen bei den Sharkoon SilentStorm BW120 und den 120 RGB

Die Besonderheit der Sharkoon SilentStorm-Lüfter ist der Wechsel der Lüfterecken. Und es ist nicht so, dass man das sofort erkennen würde – die Ecken sitzen schon sehr fest und ordentlich. Wären keine anders gefärbten Ecken im Lieferumfang, wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass man sie hätte wechseln können.

Die Sharkoon SilentStorm BW120 haben abseits der regulären schwarzen Ecken noch schwarz-weiße dabei. Die RGB-Lüfter kommen neben den schwarzen Standard-Ecken mit dunkelgrauen Ecken zum Wechseln. Das führt dazu, dass der Rahmen komplett anders wirkt.

Schwarz-weiße Lüfter
Einmal die Ecken gewechselt, sehen die Sharkoon SilentStorm BW120 PWM komplett anders aus.

Der Wechsel erfordert eine gewisse Menge an Kraft, sodass ich zunächst Angst hatte, etwas zu zerbrechen, aber auch bei mehrfachen Wechseln im Laufe des Testzeitraums gab es letztendlich keine Probleme. Wer die Ecken eines Sharkoon SilentStorm BW120 nimmt, kann diese auch an den RGB-Lüftern anbringen und umgekehrt. Aber mitgeliefert wird immer nur ein Farbset an Wechselecken pro Lüfterversion. Ich muss zugeben, dass mich hier die Entscheidung wundert, graue Ecken bei den RGB-Lüftern mitzuliefern. Schwarze Rahmen sind bei den SilentStorm 120 RGB ab Werk also nicht geplant, obwohl sie einfacher mit den meisten Farbkonzepten zu vereinen wären.

Lüftertest

  • Entgegen der Annahme durch die Spezifikationen eine extrem ähnliche Leistung
  • Vereinheitlichter Testprozess ermöglicht Vergleich zu vielen Lüftern

Für die Test kommt ein vereinheitlichter Prozess zum Einsatz. Eine große Anzahl Lüfter wurden in unterschiedlichen Szenarien getestet – als Gehäuselüfter, als Radiatorlüfter und auf einem Luftkühler.

Eine Frage, die aufgekommen ist, war, wie es zu den großen Unterschieden in den Spezifikationen zwischen den Sharkoon SilentStorm 120 PWM mit RGB-Beleuchtung und den BW120 PWM kommt. Denn die Maße, die Form der Lüfterblätter und die prinzipielle Drehzahl sind ähnlich. Und ein Spoiler im Voraus: Auch die Leistung in den praktischen Tests sind im Rahmen der Messtoleranz recht nah beieinander. Sowohl bei der Lautstärke als auch der Leistung.

Einsatz als Gehäuselüfter

  • Performance vergleichbar mit deutlich teureren Lüftern
  • Solide Leistung den niedrigen Preis

Lässt man die Lüfter auf einer einheitlichen Drehzahl von 1100 RPM drehen, landen die Sharkoon SilenStorm 120 recht weit unten im Leistungsvergleich. Positiv gesehen: Das hat nicht direkt etwas mit dem Preis zu tun. Selbst deutlich teurere Lüfter, wie die NZXT F120 RGB oder die Thermaltake SWAFAN EX12 RGB finden sich auf einem ähnlichen Leistungsniveau.

Zwei leuchtende Sharkoon SilentStorm 120 RGB PWM Lüfter
Die Sharkoon SilentStorm 120 PWM RGB Lüfter in diesem Test gehören zu den günstigen RGB-Lüftern auf dem Markt.

Aber gut – der meist interessanteste Bereich ist der bei einer einheitlichen Lautstärke. Wenn alle Lüfter soweit geregelt werden, dass sie 31 dB(A) erreichen, verlieren gerade lautere Lüfter schnell an Leistung. Die 120-mm-Lüfter schlagen sich hier ins mittlere Leistungsfeld und liegen hier nun in etwa im Effizienzbereich der Noctua NF-F12 PWM oder der Seasonic MagFlow 1225 PWM. Das sieht doch schon deutlich besser aus.

Lässt man die Lüfter voll aufdrehen, werden alle Modelle der Sharkoon SilentStorm-Reihe durch die geringe Höchstdrehzahl zurückgehalten. Das ist einerseits gut, denn hierdurch werden sie auch nicht zu laut, wenn man keine Ahnung von der Einstellung von Lüfterkurven hat. Andererseits ist die Höchstleistung eben eher gering. Dieses Konzept ist aber ähnlich bei einigen Lüftern, wie auch den Corsair SP120 Elite oder den Arctic F12 PWM PST. Wo die beiden Lüfter bei den ersten beiden Tests nahezu identisch performen, erreichen die Sharkoon SilentStorm BW120 PWM im Highspeed-Test eine etwas höhere Leistung, da sie – im Rahmen der Fertigungstoleranzen – eine höhere Drehzahl erreichen.

Als Gehäuselüfter ist die Performance nicht überragend, aber durch den geringen Preis ist eine Vollbestückung erreichbarer als bei teureren Lüftern.

Einsatz als Radiatorlüfter

  • Solide Mittelklasse-Performance
  • Annehmbare Lautstärke
  • Geringe Höchstleistung

Wo die Sharkoon SilentStorm Lüfter im Test als Gehäuselüfter bei einheitlicher Drehzahl noch im eher geringen Leistungsbereich saßen, sieht das auf dem Radiator anders aus. Hier starten sie bei 1100 RPM im soliden Mittelfeld. Damit bestätigt sich die druckoptimierte Konstruktion. Auch bei der Lautstärke werden sie hier nicht allzu auffällig und werden bei dem Testablauf mit einem 38 mm starken Radiator auf der einen und einem engen Mesh-Filter auf der anderen Seite beispielsweise nicht lauter als die be quiet! Pure Wings oder Noiseblocker NB-eLoop X bei der Geschwindigkeit.

Ähnlich gut bleiben die Sharkoon SilentStorm Lüfter bei der einheitlich geringen Lautstärke. Hier sitzen sie weiterhin im guten Mittelfeld und schlagen viele Lüfter mit großen Namen, wie die Noctua NF-P12 redux, die be quiet! Pure Wings 120mm und Light Wings 120mm sowie die NZXT F120 und Corsair QL120.

Zwei Sharkoon SilentStorm 120 Lüfter im Test
Die Leistung der Sharkoon SilentStorm 120 Lüfter ist im Test solide, aber nicht außerordentlich.

Auf Höchstleistung zeigt sich wieder die recht niedrige Höchstdrehzahl der Sharkoon-Lüfter. Damit werden keine Rekorde gebrochen, aber dafür fallen auch keine Ohren ab.

Wer also eine AIO gekauft hat und an der zu hohen Lautstärke der Lüfter mehr verzweifelt als an der Leistung, der kann in den Sharkoon SilentStorm Lüftern durchaus eine akzeptable und günstige Lösung für das Problem finden.

Einsatz auf dem Luftkühler

  • Vergleichbar mit dem Einsatz auf dem Radiator
  • Solide Leistung der Mittelklasse

Der Einsatz auf dem Radiator hat einen Trend gezeigt, der sich hier fortsetzt. Werden die Lüfter auf einheitliche 1100 RPM eingestellt, bringen die Sharkoon SilentStorm BW120 und 120 RGB eine solide Mittelklasse-Leistung und werden nicht zu laut. Und es zeigt sich erneut, wie ähnlich die beiden Modelle sind: Das Temperaturergebnis fällt identisch aus.

Stellt man alle Lüfter im Test auf eine einheitliche Lautstärke ein, finden sich die beiden Lüfter wieder im Bereich der Messtoleranz zueinander im Mittelfeld der Testergebnisse aus insgesamt 40 verschiedenen Lüftern. Das ist keine schlechte Position, wenn man bedenkt, dass sie preislich weit unter dem Durchschnitt liegen.

Die Höchstleistung geht den Trend der vorigen Tests: Durch die geringe Höchstdrehzahl ziehen fast alle anderen Lüfter vorbei, werden dabei aber auch tendenziell lauter.

Insgesamt performen die Sharkoon SilentStorm Lüfter in diesem Test so, dass sie durchaus eine Option sind, wenn man billige 120-mm-Luftkühler entweder mit einer RGB-Beleuchtung versorgen will oder einen defekten Lüfter wechseln muss. Ein großes Leistungsupgrade ist nicht zu erwarten, aber durchaus ein brauchbares Ergebnis.

Fazit

Die Sharkoon SilentStorm sind keine herausragenden Lüfter, aber das würde man in dieser Preisklasse auch nicht erwarten. Die Möglichkeit, die BW120 in Reihe zu schalten, macht sie gerade bei einem begrenzten Budget dennoch interessant. Und insbesondere die RGB-Version ist als Einstieg in die Welt der RGB-Lüfter geeignet und kann trotzdem mit der soliden Kühlleistung zum niedrigen Preis punkten. Insgesamt sind diese 120-mm-Lüfter also eine gute Lösung für PC-Bastler, die mit einem begrenzten Budget auskommen müssen oder wollen.

Der Wechsel der Ecken ist schon etwas Besonderes, aber auch ein Knackpunkt. Üblicherweise wählt man eine Farbkombination und lässt die Lüfter so. Selten wird man zukünftig noch die Farben der Ecken wechseln und dann müsste man diese natürlich auch irgendwo lagern und bei Bedarf wieder finden. Da muss ich persönlich zugeben, dass ich mir die Lüfter noch ’nen Euro günstiger gewünscht hätte und dafür hätte ich auf diese Spielerei verzichtet. Da hätte ich den Weg bevorzugt, den andere Hersteller ebenfalls gegangen sind: Zwei fertige Farbvarianten zum Kauf anbieten.

Sharkoon SilentStorm Lüfter

Verarbeitung
Ausstattung
Kühlleistung
Lautstärke
Preis-Leistungs-Verhältnis

84/100

Die Sharkoon SilentStorm BW120 die RGB-Versionen in 120 mm sind Lüfter mit Alleinstellungsmerkmalen durch die wechselbaren Ecken. Leistung und Lautstärke sind für den Preis durchaus respektabel.

Simon Deobald

Schon zu Kindertagen, noch bevor ich wirklich lesen konnte, wusste ich unter DOS, was einzutippen ist, um "Die Siedler" zu starten. Wenige Jahrzehnte später beschäftige ich mich auch weit intensiver mit PCs und entsprechender Hardware, bin ansonsten als Feuerwehrmann, (Produkt-)Fotograf und Redakteur tätig, wie auch ein Gitarren-Nerd.

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