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Thermaltake Riing Trio RGB im Test – Folgt die Form der Funktion?

SSDs. Mauspads. Mainboards. Immer mehr Produkte am und im PC lassen sich im Jahre 2019 mit bunter Beleuchtung erwerben. Zu den „RGB-Klassikern“, die nun schon seit längerem auf dem Markt existieren, gehören aber zweifelsohne die Lüfter. Der taiwanesische Hersteller Thermaltake möchte uns nun die teuerste Inkarnation der hauseigenen Riing-Lüfter schmackhaft machen: die Riing Trio mit drei unabhängig ansteuerbaren RGB-Zonen.

Aber bieten die Riing Trio mehr als nur eine bunte Optik?

Die Verpackung

Die Thermaltake Riing Trio kommen in einem matt bedruckten, dunklen Karton daher. Auf der Vorderseite befindet sich eine Abbildung des Lüfters in Aktion. Außerdem werden einige besondere Features, wie die Integration in Razer Chroma, oder die drei unabhängig ansteuerbaren LED-Ringe pro Lüfter, genannt. Die Rückseite klärt über die Spezifikationen auf und beschreibt die besonderen Eigenschaften der Lüfter detailliert. Alle anderen Seiten sind relativ unspektakulär gehalten.

TT Riing Trio
Die Verpackung der TT Riing Trio

Der Lieferumfang

In der Box befinden sich die drei Lüfter. Ebenfalls mit an Bord sind je 12 normale Lüfter- und Radiatorbefestigungsschrauben. Zusätzlich liegt der Controller, der zur Steuerung der Lüftergeschwindigkeit und -beleuchtung benutzt wird, bei. Er wird mittels Klettverschluss im Gehäuse befestigt. Die Verpackung inkludiert noch die benötigte Hardware zum Betrieb des Controllers: Ein Molex-Kabel zur Stromversorgung, ein USB-auf Micro-USB-Kabel, der sowohl an einem internen USB-2.0-Port als auch am Controller angeschlossen wird, sowie ein Kabel, um zwei Controller miteinander zu koppeln. Abschließend liegt noch eine Schnellstart-Anleitung, die erklärt, wie man die Lüfter und den Controller anschließt, in der Packung.

Lieferumfang
Der Lieferumfang

Die Lüfter im Detail

Die Riing Trio bestehen aus einem semitransparenten Impeller sowie den beiden namensgebenden Ringen. In der Mitte des Impellers prangt ein Thermaltake-Logo, dessen Sticker leider nicht gut zentriert wurde. Der Impeller besitzt neun Lüfterblätter, welche ohne besondere Formen oder Oberflächenstrukturen daherkommen. Auffallend ist, dass die Nabe auf der Rückseite einen erheblich größeren Durchmesser als die Nabe des Impellers besitzt.

In jeder der vier Ecken befinden sich je zwei graue Gummientkoppler, um auftretende Vibrationen im Betrieb zu dämpfen.

Angeschlossen werden die Lüfter über ca. 90 cm lange, mit schwarzem Gummi-Sleeve ummantelten Kabel. Diese besitzen einen proprietären 9-Pin-Anschluss, wodurch die Lüfter nur mit dem TT-Controller betrieben werden können.

Der Controller im Detail

Die Oberseite des in schlichten rauen Kunststoff gehüllten Controllers schmückt ein Thermaltake-Logo. An den Seiten des Gehäuses befinden sich insgesamt fünf Anschlüsse für Lüfter. Ebenfalls seitlich integriert wurden der Anschluss für die Stromversorgung, ein MicroUSB-Konnektor zur Ansteuerung und eine Buchse für das In-Reihe-Schalten mehrerer Controller.

Ein Blick auf die Unterseite zeigt die Switche, mit denen ausgewählt wird, an welcher Stelle sich der Controller befindet, falls man mehrere der Kästchen miteinander verbindet.

Die Spezifikationen

Abmessungen Lüfter 120 x 120 x 25 mm
Lagertyp Hydraulik
zu erwartende Lebensdauer 40.000 h @ 25°C
Software-Kompatibilität Windows 7 / 8 / 8.1 / 10
Anzahl LEDs in den Ringen 30
Regelbereich (gemessen) 500 – 1650 U/min
Garantie 3 Jahre

Die Software

Um die Lüfter richtig nutzen zu können, wird die Thermaltake-eigene Software benötigt.

Nach dessen Download und Installation begrüßt den User sofort eine Epilepsie-Warnmeldung. Diese lässt sich durch das Setzen eines Hakens aber dauerhaft ausblenden.

Anschließend werden alle angeschlossenen Lüfter angezeigt. Jedem Luftschaufler kann ein eigens definierter Name zugeordnet werden.

Falls die Anpassung der Lüftergeschwindigkeit dem Controller überlassen sein soll, aktiviert man den „PWM-Modus“ in Verbindung mit einem der beiden vordefinierten Profile. Durch Aktivierung des „Performance“-Buttons legt die Lüftersteuerung eine aggressive Lüfterkurve an. Möchte man es lieber ruhig haben, so aktiviert man den „Silent“-Modus.

Als User kann man aber auch selbst ins Geschehen mit eingreifen; durch deaktivieren des Felds „PWM“. So lässt das Programm das Verändern der Lüfterdrehzahl in 10%-Schritten zu.

Leider fehlt die Möglichkeit, eine eigene Lüfterkurve anzulegen, oder wenigstens eine der vorgefertigten Kurven anzupassen.

Unterhalb der Lüftersteuerung findet der Nutzer die Einstellung der Beleuchtung vor.

Alle drei Zonen (Ring außen, Ring innen, Impeller) lassen sich unabhängig voneinander ansteuern; sowohl die Effekte als auch die Farbe und Leuchtstärke kann man getrennt voneinander regeln. Allerdings kann jede Zone auch die Beleuchtung einer anderen Zone kopieren. Wer möchte, kann die LEDs aber auch abschalten.

Die Software

Die Beleuchtung

Thermaltake lässt den User aus einer beträchtlichen Anzahl an Effekten wählen.

Da aber ein Bild (oder 60 in der Sekunde) mehr sagt als tausend Worte, könnt ihr euch das folgende Video anschauen:

Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube.com anzuzeigen

Die Beleuchtung lässt sich via TT-Software, der hauseigenen App, Razer Chroma und einen Alexa-Skill steuern.

Die Lautstärke

Die Riing Trio sind bei geringen Drehzahlen schön leise. Von ca. 500-700 U/min vernimmt man kaum ein Geräusch. Auch die Lager von zweien der drei Lüfter geben keine Nebengeräusche von sich. Lediglich eines schleift leicht; ein Unding für solch teure Lüfter, hierauf sollte man nach dem Kauf achten und ggf. einen RMA-Fall beim Verkäufer eröffnen.

Bei höherer Drehzahl (bis ca. 1000 U/min) verrichten die Luftschaufler ihren Dienst mit gut hörbarem Luftrauschen und leichten Antriebsgeräuschen.

Mit noch höherer Drehzahl wird der Lüfter laut. Das Antriebsgeräusch tritt nun verstärkt hervor.

Die Leistung

Die Riing Trio müssen in dieser Kategorie gegen folgende Konkurrenten antreten: den Phobya NB-Eloop als für niedrige Drehzahlen optimierter Lüfter; den Noctua NF-P12 PWM, ein hochwertiger Klassiker; den Arctic F12 PWM, ein beliebter Low-Budget-Lüfter und den regulären Thermaltake Riing, um zu schauen, ob Thermaltake Fortschritte bei der Entwicklung gemacht hat.

Kommen wir aber zuerst zum Testsystem:

CPU Intel Core i7-4790 @ 0,97 V
Mainboard ASRock Fatal1ty Z97 Killer
Gehäuse Phanteks Enthoo Pro M (offen, ohne Lüfter)
Wärmeleitpaste Thermal Grizzly Kryonaut
CPU-Kühler Thermalright Macho Rev B
Testprogramm Prime95 29.1 SmallFFTS, 15 min lang, Temperatur aller Kerne kumuliert und durch 4 geteilt = Ergebnis
wdt_ID Lüfter Min. Drehzahl Max. Drehzahl
1 TT Riing Trio 500 1.650
2 Phobya NB-Eloop 340 1.020
3 Noctua NF-P12 250 1.200
4 Arctic F12 335 1.320
5 TT Riing grün 410 1.580
wdt_ID Lüfter Temperatur bei 500 rpm Temperatur bei 1000 rpm Temperatur bei max. rpm
1 TT Riing Trio 82,00 66,00 59,50
2 Phobya NB-Eloop 73,75 62,25 62,25
3 Noctua NF-P12 75,00 63,00 61,75
4 Arctic F12 72,50 62,25 57,75
5 TT Riing grün 76,50 66,50 61,25

Thermaltakes bunter Lüfter wird bei nur 500 U/min von jedem anderen Lüfter im Test klar geschlagen. Niedrige Drehzahlen scheinen ihm nicht zu liegen. Mit doppelt so vielen Umdrehungen in der Minute schafft er es immerhin, mit dem „alten“ Riing gleichzuziehen. Wird der Riing Trio voll aufgedreht, muss er sich lediglich dem Arctic F12 unterordnen.

Das Fazit

Die Thermaltake Riing Trio beeindrucken mit vielfältiger Beleuchtung. Ebenfalls schön ist der leise Betrieb bei niedrigen Drehzahlen, was leider auf Kosten der Leistung geschieht. Dreht man die Lüfter allerdings auf, so werden sie schnell laut. Bei der Flexibilität zeigen die Lüfter zwei Gesichter: einerseits lassen sie sich mit vielen verschiedenen Softwarelösungen steuern, andererseits werden sie mittels proprietären Kabeln an einem speziellen Controller angeschlossen.

Der hohe Kaufpreis von aktuell € 74,90 * kann so am Ende das Zünglein an der Waage sein. Wer auf eine sehr effektvolle und einzigartige RGB-Beleuchtung verzichten kann oder ein zu geringes Budget hat, greift besser zu anderen Lüftern.

Wer hingegen aus seinem PC ein leuchtendes Kunstwerk erschaffen möchte, kann bei den Thermaltake Riing Trio zugreifen. Sie machen sich zum Beispiel im Thermaltake Versa J24 TG ARGB gut.

Thermaltake Riing Trio

Lieferumfang
Verarbeitung
Regelbereich
Lautstärke
Leistung
Beleuchtung
Preis-Leistungs-Verhältnis

Zu einem hohen Preis bietet der Riing Trio eine auffällige RGB-Beleuchtung, die Leistung ist aber schwach.

Thomas Stoffel

Seit über 8 Jahren beschäftige ich mich nun mit Hard- und Software - sowohl in meiner Freizeit als auch beruflich.

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thoasterino

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Aber bieten die Riing Trio mehr als nur eine bunte Optik?
Die Verpackung
Die Thermaltake Riing Trio kommen in einem matt bedruckten, dunklen Karton daher. Auf der Vorderseite befindet sich eine Abbildung des Lüfters in Aktion. Außerdem werden einige besondere Features, wie die Integration in Razer Chroma, oder die drei unabhängig ansteuerbaren LED-Ringe pro Lüfter, genannt. Die Rückseite klärt über die Spezifikationen auf und beschreibt die besonderen Eigenschaften der Lüfter detailliert. Alle anderen Seiten sind relativ unspektakulär gehalten...

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