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Backforce versus Maxnomic: Zwei-Klassen-Kampf zwischen jungem und altem Hersteller

Mit über 30 verschiedenen Stühlen im Angebot und mehr als 10 Jahren Herstellung von Gaming-Stühlen hat Maxnomic dem Team von Backforce auf dem Blatt Papier einiges voraus. Sprechen wir in Preisklassen, fängt es bei Backforce dort an, wo es bei Maxnomic aufhört. Am Ende zählt aber immer nur, was in den Stühlen steckt, wie und vor allem wo sie verarbeitet wurden und welche Funktionen sie mitbringen.

Um abseits von Preis und Angebotspalette herauszufinden, welcher Hersteller die besseren Stühle bastelt, haben wir erneut einen Vergleich angestellt. Bisher hat sich Backforce gegen DXRacer, Gamechanger, Recaro, SecretLab und noblechairs durchgesetzt – wenn auch bei dem ein oder anderen Namen nur knapp – und führt somit 5:0. Nun wird sich also herausstellen, ob der deutsche Hersteller Maxnomic noch einen Ehrensieg holt.

Verglichen haben wir dabei verwendete Materialien, Verarbeitung, Komfort, Auslegung in Bezug auf Gewicht und Körpergröße, Garantieanspruch sowie individualisierbare Extras und Kooperationen bzw. Sponsorings mit E-Sport-Organisationen und Content-Creatorn. Lassen wir den Kampf beginnen!

Eckdaten zu den Unternehmen

  Backforce Maxnomic
Gründung 2019 2011
Herkunftsland Deutschland Deutschland
Markt-Segment Premium Mittelklasse/Premium
Zielgruppe (Größe) 150 – 192 cm 165 – 210 cm
Zielgruppe (Gewicht) Bis zu 130 kg Bis zu 150 kg
Preisspanne aller Stühle 499 – 629 Euro 319 – 569 Euro
Besondere Features 5D-Armlehnen, flexible Lordosestütze, markantes Rückenschild, individualisierbare Extras Lordosenstütze (bei Officemodellen), 4D-Armlehnen, Kaltschaumformteile, mehrschichtiges Kunstleder

Backforce: Jung, innovativ und mit geballter Erfahrung im Background

Seit nun fast zwei Jahren dominiert Backforce mehr oder weniger den Gaming-Chair-Markt. Angefangen mit dem One setzte sich die Erfolgsgeschichte binnen kürzester Zeit mit dem One Plus fort. Das Erfolgsrezept? Die Marke ist nicht von 0 auf 100 aus dem Boden gestampft worden, sondern gehört der Interstuhl-Gruppe an. Ein Hersteller für qualitativ hochwertige und handgefertigte Stühle mit mehr als 60 Jahren Erfahrung.

Und eben die sind in den ersten Backforce-Stuhl 2019 geflossen. Dabei hat man noch nicht alles bedacht und verbaut, das kam erst mit dem One Plus. Dabei liegt auch bei den Backforce-Stühlen die Betonung auf Handarbeit und das Made in Germany. Beides kostet natürlich seine Taler, aber wir können mit gutem Gewissen sagen, dass jeder einzelne Cent beste Investition ist.

Das macht sich vor allem mit der Tatsache bemerkbar, das Backforce auf jeden seiner Stühle 10 Jahre Garantie gibt. Einzigartig auf dem gesamten Markt! Rechnet man das herunter, bezahlt man am Ende knapp über 5 Euro pro Monat, wo man doch frühestens in 11 Jahren einen neuen Stuhl benötigt.

Es wird eine Zeit kommen, da wird ein Gaming-Stuhl entwickelt, der besser sein wird als der Backforce One Plus. Wenn der Hersteller sich selbst nicht schlägt, wird es eine andere bestehende oder neue Marke sein. Doch bis dahin ist Backforce das Nonplusultra auf dem Gaming-Chair-Gebiet, wenn es um Preis-Leistung geht. Und genau das werden wir nun kurz zusammenfassen.

Was die Gaming-Stühle von Backforce auszeichnet

Besonders auffällig ist das differenzierte Design, welches erstens vom typischen Rennschalensitz abweicht und zweitens eine völlig neuartige Form präsentiert. Im Mittelpunkt stehen optisch die Patches auf den Schultern der Rückenlehnen, das große mehrschichtige Kunststoffschild, der Gamer Pulse an der Rückseite sowie die rauen und gesteppten Parts aus Alcantara-Leder.

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Beim Gamer Pulse dreht es sich um eine batteriebetriebene LED-Leuchte, auf denen das Backforce-Logo gepinnt ist. Selbstverständlich kann das auch mit dem eigenen Logo versehen werden. Ebenso können die Patches beim Kauf des Stuhls individuell beschriftet werden. Zu haben gibt es die Backforce-Chairs in Rot, Blau, Grün, Gelb, Orange und Grau. Hinzukommen zwei Sondereditionen, da Backforce Sponsor des BIG-Clans sowie des YouTubers Paluten ist.

Jetzt aber zum Eingemachten. Farben und Äußeres sind ja schön und gut, was zählt ist, was ein Gaming-Stuhl kann. Der Komfort bei den Backforce-Stühlen wird durch mehrere Faktoren beeinflusst. Zum einen sind zwei Schaum-Komponenten in der Sitzfläche verbaut, sodass der Hintern an den richtigen Stellen etwas härter und an den anderen etwas weicher gestützt wird. Das ist gut für das Steißbein und langes bequemes Sitzen. Zum anderen ist eine Formholzplatte verbaut, die sich dem persönlichen Gewicht, der Körpergröße und der Sitzhaltung entsprechend „mitbewegt“. Die Alternative ist ein Stahlgerüst, welches unflexibel und hart ist. Gepolsterte 5D-Armlehnen sowie eine in der Tiefe und Höhe flexibel einstellbare Lordosenstütze bringen den Komfort beim Backforce One Plus auf den Punkt.

Damit man auch wirklich stundenlang ununterbrochen in den Stühlen sitzen kann, bringt nicht nur guter Komfort etwas, sondern atmungsaktive Stoffe sind ebenfalls wichtig. Begrüßenswerterweise verzichtet Backforce auch Echtleder, welches den Ruf hat besonders gut im Sommer beim Zocken zu supporten. Alcantara-Leder kann das auch und stammt nicht vom Tier, sondern wird künstlich erzeugt. Wer dann noch ein Nackenkissen vermisst, kann das separat im Shop von Backforce kaufen. Allerdings vermuten wird, dass 90 Prozent der Käufer keines mehr benötigen.

Weitere Features sind die Synchronmechanik, bei der sich die Rückenlehne an die Bewegung der Sitzfläche orientiert, und die Sitztiefen- und Sitzneigverstellung, was ebenfalls noch eine Seltenheit unter Gaming-Chairs ist. Und weil Backforce der Schutz der Umwelt ein Anliegen ist, hat das Interstuhl-Team dahinter darauf geachtet jede einzelne Komponente der Stühle aus recyclebaren Materialien herzustellen. 10 Jahre Garantie bauen darauf auf, da nach zwei Jahren nicht gleich ein neuer Stuhl hermuss, wie es bei anderen gewissen Marken der Fall ist.

Was die Gaming-Stühle von Maxnomic auszeichnet

Bei Maxnomic kann man nicht alle Stühle über einen Kamm scheren; zu vielfältig ist die Auswahl. Der Hersteller aus Deutschland unterscheidet dabei auch zwischen Stühlen für Pro-Gamer, Hobby-Gamer, Office-Tätigkeiten oder große Menschen. Je nach Sparte sind unterschiedliche Extras eingebaut. In den meisten Fällen sind 4D-Armlehnen Standardausrüstung. Ebenso ist in jeder Rückenlehne ein Stahlrahmen verbaut, der mit Elastikbändern verbunden ist. Diese sorgen für den nötigen Rückhalt. Sind diese Bänder aber erst einmal „ausgeleiert“, müssten sie ausgetauscht werden. Anderenfalls tun sie nicht mehr ihren Dienst, was nicht optimal für den Rücken ist.

Das Office-Modell Ergoceptor OFC ist zudem noch mit einer flexibel einstellbaren Lordosenstütze versehen. Ansonsten besitzen die meisten Modelle von Maxnomic eine Wippmechanik, die anhand fünf Feststellpositionen eingestellt werden kann – je nachdem, was man gerade macht, hat man die richtige Position inne.

Ansonsten sind Kaltschaumformteile als Polsterung gewählt worden sowie mehrschichtiges PU-Kunstleder. Auch das ist atmungsaktiv und ist bestens verarbeitet – allerdings nicht von Hand und nicht in Deutschland, sondern in China. Vor allem das erklärt den verhältnismäßig günstigen Preis. Bedenkt man aber, wie wenig Funktionen ein Maxnomic mitbringt, sind die durchschnittlichen 400 Euro schon ein wenig zu viel.

Aufgemotzt werden können die Stühle gegen Aufpreis nur mit anderen Rollen und einem anderen Drehkreuz. Außerdem lässt sich für 50 Euro der Namen auf den Stuhl sticken. Letztendlich erinnert die Optik aller Maxnomic-Modelle stark an die eingangs erwähnten typischen Rennschalen. Zugutehalten lässt sich die Tatsache, dass der Hersteller bei den letzten beiden releasten Stühlen die Seiten an den Sitzflächen weggemacht hat, sodass man nicht so eingeengt sitzt. Ebenso müssen wir die Verarbeitung und die Qualität der Materialien lobend erwähnen

Wir sind aber ganz ehrlich: Auf den ersten Blick scheint es für Backforce ein Sieg auf ganzer Linie zu werden und das mit Leichtigkeit. Aber nicht zu voreilig; Maxnomic hat noch ein Ass im Ärmel. Die MIG-Serie ist das, was wir in der Eckdaten-Tabelle als Premium betitelt haben. Maxnomic ist somit nicht nur ein Konkurrent für den Mittelklasse-Hersteller DXRacer, sondern auch für Backforce. Als ebenbürtigen Gegner haben wir daher natürlich einen Stuhl der MIG-Serie gegen den One Plus von Backforce antreten lassen.

Topmodelle: Der BACKFORCE One Plus im Vergleich zum MAXNOMIC Hexaboss MIG

In diesem Fall wird tatsächlich auf Augenhöhe gekämpft. Beide Topmodelle sind mit einer flexibel einstellbaren Lordosenstütze ausgestattet. Und wie die Backforce-Stühle auch wird auch die gesamte MIG-Serie in Deutschland hergestellt (MIG = Made in Germany). Ansonsten bietet der Maxnomic Hexaboss deutlich mehr Freiraum, ein höhenverstellbares Kissen und eine optimierte, mehrschichtigen Sitzfläche aus PU-Schaumpolsterung.

Dank Wippmechanik und Verstellhebel lässt sich der Stuhl von Maxnomic gut an die persönlichen Bedürfnisse anpassen. Die Lehnen lassen sich in vier verschiedene Richtungen einstellen und haben die übliche Finger-Ablage bekommen. Für eine robuste Konstruktion sorgen ein Fußkreuz aus Aluminium und ein Stahlrohrrahmen in der Lehne. Gewählt werden kann zudem zwischen Rollen für Hart- oder Weichböden. Zusätzlich kann die Größe der Sitzfläche bestimmt werden: kurze Sitzfläche mit 50 cm und lange Sitzfläche mit 54 cm; ganz der individuellen Oberschenkellänge entsprechend.

Letztere Wahl bietet der One Plus von Backforce nicht, dafür aber 10 Jahre Garantie und eine Formholzplatte im Rücken – was, wie wir nun so oft schon geschrieben haben, das beste für einen gesunden Rücken ist.

Ausstattungstechnisch begegnen sich beide Modelle auf Augenhöhe. Äußerlich sind wir immer noch ein kleinwenig mehr Fan von Backforce – aber das ist wie immer Geschmackssache. Preislich sind wir auch auf Augenhöhe: Während der Hexaboss von Maxnomic 689 Euro bzw. 719 Euro mit größerer Sitzfläche kostet, reichen Backforce 629 Euro. Dafür erhält man die genannten Features, 5D-Armlehnen, Made in Germany und ganze 10 Jahre Garantie. Außerdem lässt der frisch gebackene Hersteller einem die Wahl bei der Farbe und hat noch das ein oder andere optische Extra aufzubieten.

Fazit

Unterm Strich gewinnt Backforce diesen Vergleich in unseren Augen. Aber diesmal lassen wir ein Unentschieden gelten, da die jahrelange Erfahrung, Qualität und der Ruf von Maxnomic angerechnet werden. Der deutsche Hersteller ist nicht umsonst eine halbe Ewigkeit im Gaming-Geschäft und wird da auch noch eine Weile bleiben. Der Grund: Maxnomic geht mit der Zeit und hat sich einen Kuchen vom Premium-Segment abgeschnitten.

Wir würden uns für die Zukunft allerdings noch weitere Möglichkeiten der Individualisierung der MIG-Serie wünschen. Ansonsten fühle wir uns sowohl im Hexaboss als auch im One Plus von Backforce pudelwohl – besonders aus ergonomischer Sicht gesehen. Das Unentschieden kann maximal durch die Preis-Leistung und die Garantiezeit aufgehoben werden. In diesen beiden Dingen ist Backforce weiterhin ungeschlagen und zurecht an der Spitze der besten Gamingstühle in diesem Jahr – wie wir unlängst in unserer aktualisierten Topliste festgehalten haben.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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Simon

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