PC- & Konsolen-Peripherie

HyperX Cloud Flight S Gaming-Headset im Test: Überzeugender Tragekomfort trifft schwache Audioperformance

Du bist Gamer durch und durch, aber Kabel nerven dich? Dann ist das HyperX Cloud Flight S eventuell genau das richtige Gaming-Headset für dich. Es wird nicht nur kabellos mit PC oder Playstation 4 verbunden, sondern kann auch noch kabellos aufgeladen werden. Hierzu setzt das Headset auf die verbreitete Qi-Technologie, die auch in vielen modernen Smartphones genutzt wird.

Die Features des Headsets hören sich schon mal spannend an, doch wie sieht es mit dem Rest aus? Können Klang, Aufnahmequalität und Komfort überzeugen? Reicht der Akku für lange Wochenendtage aus? Unser HyperX Cloud Flight S Test hält die Antworten bereit.

Treiber: Dynamisch, 50mm mit Neodym-Magneten
Typ: Ohrumschließend, geschlossen
Frequenzbereich: 10Hz–20kHz
Impedanz: 32 Ω
Schalldruckpegel. 99,5dBSPL/mW bei 1kHz
T.H.D.: < 1 %
Gewicht: 310 g
Gewicht mit Mikrofon: 320 g
Kabellänge und -typ: USB-Ladekabel (1m)
Mikrofon: Elektrolytkondensator Mikrofon
Polarisationscharakteristik Mikrofon: bidirektional, rauschunterdrückend
Frequenzbereich Mikrofon: 50Hz-18kHz
Empfindlichkeit Mikrofon: -40,5dB (1V/Pa bei 1kHz)
Batterielaufzeit: 30 Stunden
Drahtlose Reichweite: 2,4 GHz
Bis zu 20 Meter
Preis: € 109,00 *

Fehlt da nicht etwas?

Nach dem Auspacken der weiß-roten Verpackung hat man das Headset, einen USB-Empfänger, ein abnehmbares Mikrofon und ein MicroUSB-Ladekabel vor sich liegen und fragt sich: fehlt da nicht etwas?

Nein, es fehlt nichts. Das HyperX Cloud Flight S unterstützt zwar das kabellose Laden per Qi, es wird jedoch keine Ladestation mitgeliefert. Diese muss man zusätzlich erwerben. Es funktioniert jede handelsübliche Qi-Ladestation, die bei Amazon für ca. 10 Euro losgehen. Oder man nimmt die HyperX ChargePlay Base, für die 65 Euro fällig werden. Auch wenn hier gleich zwei Geräte geladen werden können, würde ich wohl zu einer günstigeren Alternative greifen, denn auch Dual-Qi-Ladestationen gibt es schon ab 25 Euro. Das Zubehör hat HyperX also deutlich zu hoch eingepreist. Konzentrieren wir uns lieber aufs Headset.

Schlicht oder eintönig?

Manch einer mag es ausgefallen, doch dann ist das HyperX Cloud Flight S die falsche Wahl. Das Gaming-Headset ist sehr zurückhaltend gestaltet. Es ist beinahe komplett in Schwarz gehalten, lediglich an den Ohrmuscheln gibt es einen kleinen „Lichtblick“ in der Dunkelheit. Hier sind HyperX-Logos zu finden, die als „Farbakzent“ dienen. Sie sind aber weder echte Lichtblicke, noch echte Farbakzente. Sie leuchten nicht und sind weiß. Wer auf schlichte Eleganz steht, ist mit dem HyperX Cloud Flight S also richtig bedient. So fügt es sich unauffällig in beinahe jede Umgebung ein.

Kunststoff mit Metallkern

Das HyperX Cloud Flight S besteht zum größten Teil aus Kunststoff. Lediglich der Kopfbügel besteht aus Metall, und ist mit Kunststoff und Kunstleder verkleidet. Grund hierfür dürfte sicherlich das geringe Gewicht gewesen sein. Die Verarbeitung des Headsets ist einwandfrei und das Kunststoff wirkt hochwertig. Nichts klappert und alles sitzt fest an der Stelle, an der es sein soll.

Einstecken und los geht’s

Angeschlossen wird das HyperX Cloud Flight S per USB. Für die Funkverbindung wird der mitgelieferte USB-Dongle genutzt. Dieser ist mit PC und PlayStation 4 kompatibel. Andere Geräte werden leider nicht unterstützt. Aufgrund der Größe und eines fehlenden Fachs kann der USB-Empfänger für den Transport leider nicht im Headset verstaut werden.

Nachdem der USB-Stick eingesteckt wurde, wird die Verbindung automatisch aufgebaut und man muss nichts weiter machen, sondern kann sofort loslegen. Zwar liefert HyperX auch ein MicroUSB-Kabel mit, dies ist jedoch nicht zur Datenübertragung geeignet, sondern nur zum Laden. Man kann das Headset während der Nutzung laden, braucht dann aber logischerweise zwei USB-Anschlüsse.

Die Reichweite ist mit bis zu 20 Metern als sehr gut einzuschätzen, mit Wänden dazwischen sinkt die Reichweite natürlich, sodass bei mehrere Altbauwände bei mir die Reichweite unter 10 Meter gesenkt haben. Der Wiederaufbau der Verbindung klappte jedoch jederzeit ohne Verzögerung oder Verbindungsprobleme.

Weitere Verbindungsmöglichkeiten außer die Funkverbindung gibt es nicht. Einen Klinkenanschluss oder eine Bluetooth-Schnittstelle besitzt das HyperX Cloud Flight S nicht.

Bedienung per Buttons & Software

Da kein Kabel vorhanden ist, sind alle Bedienelemente direkt am Headset zu finden. An der rechten Seite befindet sich lediglich das Lautstärkerad.

Die anderen Bedienelemente befinden sich alle an der linken Ohrmuschel. Neben einem Ein-/Ausschalter befindet sich hier auch ein Button für den 7.1-Surround-Sound-Modus. Auch der MicroUSB-Anschluss (leider kein USB-C) befindet sich in der Button-Reihe.

Doch es gibt noch mehr Buttons an dieser Ohrmuschel. Diese befinden sich jedoch nicht am Rand, sondern an der Außenseite. Voreingestellt sind hier: Mikrofonüberwachung, Mikrofonstummschaltung, Game-Chat-Balance (zwei Buttons). Die Belegung dieser Buttons kann über die HyperX NGENUITY Software geändert werden.

Der Funktionsumfang der HyperX NGENUITY Software, die nur über den Microsoft Store bezogen und somit nur mit Windows 10 genutzt werden kann, ist stark beschränkt. Der einzige sinnvolle Einsatzzweck ist die Änderung der Buttonbelegung, wenn man dies denn überhaupt benötigt. Allerdings muss die Software dann auch immer im Hintergrund laufen, ansonsten ist die Standardbelegung wieder aktiv. Da ein Equalizer oder andere Zusatzfunktionen fehlen, würde ich auf den Einsatz der Software verzichten. Aber wer weiß, ob HyperX hier noch nachliefert, denn die Software befindet sich noch in der Beta.

Fester Sitz, angenehm zu tragen

Das HyperX Cloud Flight S hat einen relativ hohen Anpressdruck, wodurch es fest auf dem Kopf sitzt. Der Anpressdruck ist jedoch nicht unangenehm hoch, sondern genau richtig.

Damit das Headset auf verschiedene Kopfformen passt, lässt sich der Kopfbügel ausziehen. Auf beiden Seiten ist eine Erweiterung um ca. 3,5 Zentimeter möglich. Außerdem sind die Ohrmuscheln um 90 Grad drehbar sowie um ca. 20 Grad neigbar.

Die mit Kunstleder überzogene Polsterung am Kopfbügel ist sehr dünn und weich, aber absolut ausreichend. Dicker ist die Polsterung der Ohrmuscheln. Diese beträgt etwa 2,3 cm. Die Innenabmessungen der Ohrpolster betragen 6,5 x 4 x 2 cm, sodass auch große Ohren Platz haben dürften. Durch die weiche Polsterung der Ohrmuscheln ist das Headset auch für Brillenträger geeignet.

Im Inneren der Ohrmuschelpolsterung sind vier kleine Einschnitte im Kunstleder zu finden. Diese sorgen für eine bessere Belüftung der Ohren, wodurch man auch nach mehreren Stunden keine zu warmen Ohren bekommt. Das hat mir sehr gut gefallen.

Akkubetrieben & kabellos geladen

Der Akku des HyperX Cloud Flight S soll für eine Laufzeit von bis zu 30 Stunden reichen. Das hängt natürlich von der Nutzungslautstärke, aber auch dem Empfang ab. 25 bis 30 Stunden sind aber durchaus realistisch. Möglich wird dies unter anderem durch die Abwesenheit einer (RGB-)Beleuchtung.

Eine LED gibt es dennoch am Headset. Diese zeigt den aktuellen Ladestand an. Zwischen 90 und 100 Prozent leuchtet die LED dauerhaft grün, darunter fängt sie an sie blinken und leuchtet unter 15 Prozent Akkustand dann dauerhaft rot. Über die HyperX NGENUITY Software kann auch jederzeit der Akkustand in Prozent ausgelesen werden.

Das Laden des Akkus dauert. Etwa drei Stunden dauert es, bis der Akku wieder voll ist. Da man das Headset währenddessen jedoch nutzen kann, ist das nicht weiter schlimm. Eventuell braucht man dafür noch ein längeres MicroUSB-Kabel, denn das mitgelieferte ist nur einen Meter lang.

Praktischer ist es jedoch das Headset bei Nichtnutzung immer wieder auf eine Qi-Ladestation zu stellen. Wir haben dazu die HyperX ChargePlay Base genutzt, die bis zu 15 Watt liefert. Packt man zwei Geräte drauf, sinkt die Ladegeschwindigkeit entsprechend. Wenn man das Headset immer wieder kurz drauflegt, wird es trotzdem schwierig den Akku leer zu bekommen.

Wie ist der Sound des HyperX Cloud Flight S?

HyperX gibt den Frequenzbereich des Gaming-Headsets mit 10 mit 20.000 kHz an. Das entspricht dem der meisten Gaming-Headsets. Zum Einsatz kommen 50-mm-Neodym-Treiber. Auch das entspricht der Norm. Es kommt also hauptsächlich auf die Kalibrierung an.

Das HyperX Cloud Flight S hat leider trotz seines recht hohen Preises keinen überragenden Klang. Hoch- als auch Mitteltonbereich sind leider wenig ausgeprägt, sodass wiedergegebene Musik ein wenig eintönig klingt. Der Bass hingegen ist deutlich stärker ausgeprägt, wie man es von vielen Gaming-Headsets kennt.

Auch wenn sich das HyperX Cloud Flight S also nicht für Musik eignet, ist es fürs Gaming geeignet. Schritte in Shootern sind beispielsweise gut hör- und ortbar. Das geht jedoch auch ohne 7.1-Modus. Dieser kann nicht überzeugen, er nimmt überall den Bass raus, Töne werden höher und die Soundwiedergabe somit gefühlt lauter. Das Klangbild wird jedoch deutlich flacher, was sich einfach nicht schön anhört.

Da die HyperX NGENUITY Software leider keinen Equalizer bietet, ist eine Nachjustierung leider nur mit einer Drittanbieter-Software möglich. Potenzial hat die Hardware des Cloud Flights S auf jeden Fall, vielleicht liefert HyperX hier ja noch mit einem Firmware- und Software-Update etwas nach.

Beim Mikrofon wird gemogelt

Der Frequenzbereich des Mikrofons ist laut Datenblatt bei 50 bis 18.000 Hz. Leider kommt das jedoch nicht am PC an. Bei unserer Testaufnahme sieht man recht deutlich, dass alles über 7.000 Hz abgeschnitten wird. Das liegt voraussichtlich an der kabellosen Übertragung, die ansonsten überlastet wäre.

Daraus resultiert jedoch leider ein leicht nasaler Klang, der ein wenig an alte Telefonate erinnert.

Abgesehen davon ist die Aufnahmequalität jedoch als gut zu bezeichnen. Die Stimme wird klar und deutlich aufgenommen, Nebengeräusche wie Tastatureingaben werden erfolgreich unterdrückt. Obwohl das Mikrofon keinen Poppschutz besitzt, ist auch das kein Problem. Doch hört selber:

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Der Mikrofonarm ist abnehmbar, falls man ihn nicht verwenden möchte. Sofern man das Mikrofon per Tastendruck stummschaltet, leuchtet eine rote LED am Mikrofonkopf auf. Diese ist nicht aufdringlich und stört nicht. Das liegt auch daran, dass der Mikrofonarm relativ kurz ist und das Mikrofon somit sowieso kaum im Blickfeld ist.

Fazit zum HyperX Cloud Flight S Test

Mein Eindruck vom HyperX Cloud Flight S ist durchwachsen. Der Tragekomfort gefällt mir richtig gut, genauso wie die schlichte Optik. Beim Klang muss das Gaming-Headset aber leider Kritik ernten. Die Soundwiedergabe ist verwaschen und die Aufnahmen werden bei 7 kHz abgeschnitten. Beides ist bei einem Headset natürlich extrem wichtig. Und da das HyperX Cloud Flight S stolze € 109,00 * kostet, sollte es diese Kernbereiche eigentlich meistern. Rechnet man die Qi-Ladestation hinzu landet man sogar bei 240 Euro. Hierfür gibt es deutlich bessere kabellose Headsets. Das Corsair Virtuoso RGB Wireless wäre eine Alternative, die ohne die Qi-Ladestation auf einem ähnlichen Preisniveau ist. Rechnet man die Qi-Ladestation mit, lohnt sich schon ein Blick auf das SteelSeries Arctis Pro Wireless.

Sofern HyperX durch Firmware- und/oder Software-Updates nicht nochmal nachliefert würde ich eher zu den genannten Alternativen greifen. Ich denke aber auch, dass HyperX die Möglichkeit hat hier nochmal nachzuarbeiten.

HyperX Cloud Flight S

Verarbeitung
Tragekomfort
Soundqualität
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

83/100

Das HyperX Cloud Flight S verspricht mehr als es liefert. So sind Mikrofonaufnahmen bei 7 kHz abgeschnitten und die Soundwiedergabe klingt sehr detailarm. Trotz des hohen Tragekomforts reicht es somit nicht für eine Empfehlung. Vielleicht kann HyperX durch Firmware-/Software-Updates noch nacharbeiten.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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ML1984

Öfters hier

250 Beiträge 41 Likes

Toller Ausführlicher Testbericht mit sehr gute Fotos über des HyperX Flight Gaming Headset BasicTutorials @Simon ????

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