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NZXT Function 2 Test: Hochwertige optische Gaming-Tastatur

Hersteller NZXT traf mit der mechanischen Gaming-Tastatur Function vor rund zwei Jahren bereits voll ins Schwarze, heimste das edle Keyboard doch in unserem Test den Gold-Award ein. Nun schickt sich der Nachfolger an, die wenigen Schwächen des Erstlings auszumerzen – und erweitert den Funktionsumfang dabei nicht nur deutlich, sondern setzt auch auf schnellere optische Schalter. Was das Teil auf dem Kasten hat, klärt unser NZXT Function 2 Test.

Technische Daten

Produktbezeichnung NZXT Function 2
Schalterart Optisch
Tastenschaltertyp NZXT Swift Optical Switches; anpassbar (1,0 mm; 1,5 mm)
Angebotene Schaltertypen Linear
Schalter austauschbar Ja
Tastenkappen austauschbar Ja
Material Aluminium
Abmessungen (L x B x H) 442 mm x 127,8 mm x 40,3 mm
Gewicht 910 Gramm
Onboard-Speicher 4 Profile
Kabelanschluss USB-Typ-C
Rollover-Technologie N-Key Rollover
Tastenkappen PBT Double-Shot
Betriebsmodi Tippen; Gaming
Abtastarate 8.000 Hz
Besonderheiten Anpassbarer Auslösepunkt; Magnetische Handballenauflage; Tastenkappen und Schalter austauschbar
Farben Schwarz
Preis € 169,14 *

NZXT Function 2 Test: Der Lieferumfang

  • Handballenauflage enthalten
  • Brauchbarer Switch- und Keycap-Puller

Wie immer beim Hersteller, kommt auch die NZXT Function 2 in einem schicken weiß-lilafarbenen Karton daher und der hat erstaunlich viel Inhalt zu bieten. Nicht nur angesichts des Preises von rund 140 Euro.

Im Inneren finden wir neben der Tastatur selbst eine magnetische Handballenablage, sowie ein stoffummanteltes USB-A- auf USB-C-Kabel. Hinzu kommen jeweils ein Keycap- und ein Switch-Puller, mit denen sich die Tastenkappen beziehungsweise verbauen Schalter schnell und einfach auswechseln lassen.

Abgerundet wird der Lieferumfang durch jeweils vier lineare optische Switches in den Farben Rot und Gelb die mit einer Betätigungskraft von 45g beziehungsweise 35g daherkommen. Hier kann also, im Vergleich zu den bereits vorinstallierten optischen Schaltern, ein wenig ausprobiert werden.

NZXT Function 2 Test: Design und Verarbeitung

  • Schlichtes, schwarzes Design
  • Tadellose Verarbeitung; anfällig für Fingerabdrücke
  • Praktische, gut erreichbare Seitentasten

Beim grundlegenden Design der NZXT Function 2 hat sich im Vergleich zum Vorgänger erst einmal nichts getan, zumindest auf den ersten Blick. So setzt auch die neue Tastatur auf eine matt-schwarze Farbgebung mit einer eloxierten Oberfläche, die edel anmutet, allerdings auch recht anfällig für Fingerabdrücke ist.

Alternativ bietet der Hersteller die Tastatur aber auch in Matt weiß, sowie als kompaktere MiniTKL-Variante an, falls dir das mehr zusagen sollte.

Unser Full-Size-Testmodell ist 442 mm breit, 127,8 mm tief und 40,3 mm hoch. Das Gewicht liegt bei ordentlichen 910 Gramm. Die Handballenauflage fügt dem Gesamtpaket noch einmal zusätzliche 307 Gramm hinzu. Auch hier gibt es also keinerlei Änderungen im Vergleich zum Vorgänger.

Ansonsten sticht an der Oberseite das glänzend abgesetzte NZXT-Logo am rechten oberen Rand hervor, daneben finden wir die drei üblichen Status-LEDs. So setzt auch die Function 2 auf ein angenehm schlichtes Design.

Die erste Design-Neuerung finden wir hingegen auf der linken Seite. Denn dort nehmen erneut das gummierte Lautstärke-Scrollrad sowie zwei zusätzliche Tasten Platz. Diese sind bei der Neuauflage jetzt allerdings beschriftet.

Mithilfe der oberen Taste lässt sich der Ton schnell stummschalten (Mute), die mittlere Taste deaktiviert auf Wunsch die Windows-Taste und der untere Button reguliert die Helligkeit der RGB-Beleuchtung in drei Stufen oder schaltet diese vollständig aus.

Den USB-C-Anschluss für das Kabel verbaut der Hersteller an der Oberseite. Unten gibt es abseits der rutschfesten Gummipads und der beiden zweistufigen gummierten Standfüße nicht allzu viel zu sehen.

Die Handballenauflage ist keilförmig und dockt magnetisch an der Unterseite der Tastatur an. Sie weist eine angenehm griffige Gummierung auf und findet dank zehn großzügiger Gummi-Pads sicher auf dem Schreibtisch halt.

Ein schönes Detail der NZXT Function 2 darf allerdings nicht unerwähnt bleiben. Die optischen Kontakte, die zum Vorschein kommen, wenn du die Tastenkappen und Schalter ausgebaut hast, weisen eine Beschriftung der jeweiligen Taste auf.

So kannst du beim Wechsel der Switches und Keycaps sofort erkennen, wo „ü“, „+“ oder „#“ hingehören. Ein praktisches und nettes kleines Detail, das ich so noch bei keiner anderen Tastatur gesehen habe.

NZXT Function 2

Verbesserte Verarbeitungsqualität

  • Robuste und hochwertige Verarbeitung
  • Griffige Double-Shot-PBT-Keycaps

Einen großen Schritt nach vorne macht die NZXT Function 2 hinsichtlich der Verarbeitung, wenngleich es hier beim Erstling schon wenig zu beanstanden gab. So setzt die Tastatur auf eine 3 Millimeter dicke Metallplatte aus Aluminium in Luftfahrqualität.

Der darunter liegende Schaumstoff wartet nun mit gleich zwei Lagen auf, was die Geräuschentwicklung beim Tippen spürbar reduziert. Die etwas billigen ABS-Tastenkappen des Erstlings schmeißt NZXT erfreulicherweise ebenfalls über Bord und ersetzt diese durch angenehm griffige Double-Shot PBT Keycaps, die entsprechend deutlich langlebiger sein dürften.

Die Switches sind zudem bereits vorgeschmiert, was man normal auch nur bei deutlich teureren Keyboards vorfindet. Auch die Stabilisatoren überzeugen und halte auch längere und größere Tasten fest in Position.

Allgemein liegt die Verarbeitungsqualität der NZXT Function 2 auf hervorragendem Niveau. Auch unter Belastung knarzt und knackt hier nichts. Lediglich das Kunststoff-Scrollrad mutet im Vergleich zum Rest ein wenig billig an. Hier wäre eine Metall-Variante noch das i-Tüpfelchen gewesen.

Die NZXT Function 2 im Praxistest

  • Schneller und einfacher Wechsel von Keycaps und Switches
  • Optische Schalter mit zwei verschiedenen Auslösepunkten
  • 8.000 Hz Polling-Rate

Auch im Praxistest gibt die NZXT Function 2 eine sehr gute Figur ab. Interessant ist dabei vor allem der Wechsel der Funktionsweise im Vergleich zum Erstling. Setzte die Function seinerzeit noch auf (lineare) mechanische Schalter, kommen in der Neuauflage optische Switches zum Einsatz.

Diese optischen Schalter stammen von Gateron und warten mit einer lilanen Farbe auf. Optisch muten sie damit wie die mechanischen Gateron Zealio-Schalter an, sind allerdings scheinbar eine Eigenentwicklung von NZXT.

NZXT Function 2
Die optischen Schalter stammen von Gateron, sind aber eine Eigenentwicklung von NZXT.

Und eine spannende noch dazu: Denn einerseits handelt es sich um lineare Schalter mit einer Auslösekraft von 40g sowie einer Reaktionszeit von 0,2 ms und einer Lebensdauer von 100 Millionen Tastenanschlägen. Andererseits verfügen sie über einen in zwei Stufen anpassbaren Auslösepunkt.

Dieser liegt wahlweise bei 1,0 mm oder bei 1,5 mm und kann innerhalb der Begleit-Software eingestellt werden. Damit geht man bei der Function 2 nicht ganz so weit wie andere Hersteller, die beispielsweise im Fall der Razer Huntsman V3 Pro (unser Test) eine Anpassung zwischen 0,1 mm und 4,0 mm erlauben.

Dennoch erweist sich diese Anpassbarkeit in der Praxis als durchaus nützlich und verändert das Ansprechverhalten spürbar. Und seien wir mal ehrlich: Alles unterhalb von einem Millimeter ist, gerade beim Schreiben, ohnehin nicht praktikabel.

Kompetitive Spielerinnen und Spieler dürften sich zudem freuen, dass die Abtast- beziehungsweise Polling-Rate nun von 1.000 Hz auf satte 8.000 Hz angestiegen ist. Die Polling-Rate gibt an, wie schnell die Tastatur Informationen an den PC sendet. Je höher die Rate, desto häufiger erfolgt der Austausch, womit Tastendrücke schneller verarbeitet werden.

Bei 8.000 Hertz werden Daten also 8.000 Mal pro Sekunde zwischen Tastatur und PC ausgetauscht, womit die Latenz sinkt. Gerade in kompetitiven Shootern kann das von Vorteil sein. Allerdings lastet eine höhere Polling-Rate die CPU stärker aus.

Einmal mehr gefällt das durchdachte Layout der Tastatur. Denn sowohl die Zusatztasten links als auch Zweit-Funktionen (Profil-Wechsel auf F1-F4, sowie Mediensteuerung auf Druck, Rollen und Pause) lassen sich hervorragend erreichen.

Etwas ärgerlich ist, das man nichts an den LEDs der Zusatztasten verändert hat. Eine Aktivierung von Win-Lock wird noch immer durch eine konstant weiß leuchtende LED anzeigt, die Stummschaltung blinkt allerdings nur einmal rot auf. Warum nicht auch hier ein konstantes Leuchten?

Schreib- und Tippgefühl

  • Angenehmes Schreibgefühl
  • Gelungene Haptik
  • Vier Profile im Onboard-Speicher; Makros möglich

Tippen und Schreiben auf der NZXT Function 2 klappt weitestgehend hervorragend. Tastenanschläge werden akkurat und schnell umgesetzt. Dabei erinnert das Tippgefühl stark an lineare mechanische Schalter, Eingaben werden durch die optische Bauweise allerdings einen Hauch schneller umgesetzt.

Einen Unterschied wie Tag und Nacht solltest du allerdings nicht erwarten, die Auslösegeschwindigkeit von 0,2 Millisekunden ist allerdings eine Hausnummer. Beispielsweise auch im Vergleich zur schnellen ASUS ROG Strix Scope II RX (unser Test) mit 1,0 ms.

Die Tastenauslösung erfolgt angenehm straff, inklusive vollem Anti-Ghosting und N-Key-Rollover bleiben hier also keine Wünsche offen. Vor allem, wer den niedrigeren Auslösepunkt mit 1,0 mm wählt, spürt die Geschwindigkeit deutlich, ohne dass dies beim Schreiben zu Ungenauigkeiten führt.

Wer mag, kann zudem bis zu vier unterschiedliche Profile im Onboard-Speicher ablegen und per FN-Tastenkombination dazwischen wählen. Auch komplexe Makros lassen sich anlegen, die dann per Knopfdruck abgespielt werden. Das alles ist aber leider nur mit dem Umweg über die Begleit-Software möglich.

Hinsichtlich der Lautstärke ist die Function 2 ebenfalls recht gut aufgestellt. Hier spürt man die Vorteile der neuen zweilagigen Dämmung deutlich. Die Tastatur ist recht leise, lediglich die etwas schriller nachhallende Leertaste sticht hier hervor.

Klangtest NZXT Function 2:

Klangtest ASUS ROG Strix Scope II RX:

Klangtest Razer Huntsman V3 Pro:

RGB-Beleuchtung und Software

  • Überzeugende, gleichmäßige RGB-Beleuchtung
  • Kompakte Begleit-App
  • Etwas enttäuschender Funktionsumfang

Eine Gaming-Tastatur ohne RGB-Beleuchtung? Das geht gar nicht. Entsprechend kommt natürlich auch die NZXT Function 2 mit dem typischen Bling-Bling daher. Auch hier sind Anpassungen nur in Verbindung mit der NZXT CAM-App möglich, dann aber immerhin auf Wunsch sogar für jede Taste einzeln.

In Kombination mit den durchsichtigen optischen Schaltern kann die RGB-Beleuchtung auf ganzer Linie punkte und setzt das Keyboard hervorragend in Szene. Auch die Ausleuchtung größerer Tasten weiß zu gefallen.

Die App ist schnell und einfach eingerichtet und kommt erfreulicherweise ganz ohne Registrierungszwang daher. Überschaubar fällt hingegen der Funktionsumfang aus.

Ganz oben kannst du zwischen vier integrierten Profilen wechseln. Die Einstellungen beschränken sich allerdings lediglich auf die Anpassung der RGB-Beleuchtung, bei der dir verschiedene farblich anpassbare Effekte zur Auswahl stehen, sowie eine Neuzuordnung der Tasten. Auch hier ist es lediglich möglich, die Funktion bestimmter Tasten durch eine andere zu ersetzen.

Zusätzlich kannst du die Helligkeit der Beleuchtung regulieren und einstellen, dass die Beleuchtung nach einer gewissen Zeit der Inaktivität automatisch gedimmt wird. Weiter unten wählst du zwischen den beiden einstellbaren Auslösepunkten, legst due Polling Rate fest und deaktivierst auf Wunsch die FN- und Windows-Taste.

Den Abschluss bildet die Möglichkeit, Makros abzuspeichern. Hier bist du allerdings lediglich auf Tastendrücke beschränkt. Mausbewegungen und Klicks, die sich bei manch einem anderen Hersteller in die Makros integrieren lassen, bleiben hier außen vor.

Im Kern geht der Funktionsumfang also vollkommen in Ordnung, andere Hersteller bieten jedoch deutlich mehr Möglichkeiten, die Tastatur an die eigenen Wünsche anzupassen.

NZXT Function 2 Test: Fazit

Die NZXT Function 2 ist nicht nur ein hervorragendes Upgrade des bereits gelungenen Vorgängers, sie markiert auch eine gelungene Gaming-Tastatur. Vor allem die hochwertige Verarbeitung und die vielen Individualisierungsmöglichkeiten gefallen, während man sich mit einem absolut attraktiven Preis am Markt positioniert.

NZXT stattet die Tastatur mit hochwertigen PBT-Tastenkappen und langlebigen, enorm schnellen (und zudem vorgeschmierten) optischen Schaltern aus, die zudem einen in zwei Stufen anpassbaren Auslösepunkt bieten – ein Feature, das man sonst nur in deutlich teureren Modellen findet.

Auch die RGB-Beleuchtung gefällt. Anlass zur Kritik liefern lediglich die überschaubare Begleit-App, sowie ein paar kleinere Details. Auch die Möglichkeit, Makros und weitere Einstellungen direkt auf dem Keyboard einzustellen, fehlt leider. Ansonsten gibt es aber nicht viel zu beanstanden.

Wer eine hochwertige und langlebige Gaming-Tastatur mit rasanten optischen Schaltern sucht, ist mit der NZXT Function 2 hervorragend bedient.

NZXT Function 2 Test: Gold Award

NZXT Function 2

Verarbeitung
Ausstattung
Ergonomie
Software
Preis-Leistungs-Verhältnis

93/100

Mit der 2. Auflage merzt NZXT die wenigen Kritikpunkte des Erstlings konsequent aus und liefert eine enorm hochwertige und exzellent verarbeitete Gaming-Tastatur mit anpassbaren optischen Schaltern zu einem fairen Preis.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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