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70mai Tera 1000 Test: Ein echter Geheimtipp?

Der Siegeszug von Powerstations ist unaufhaltsam. Angesichts der vielen verschiedenen Einsatzgebiete der praktischen mobilen Energiespeicher verwundert das nicht. Heute wollen wir einen Blick auf einen Hersteller werfen, der in unseren Gefilden eher unbekannt ist – 70mai. Im 70mai Tera 1000 Test habe ich ein tragbares Kraftwerk auf Herz und Nieren geprüft, das nicht nur mit einer hohen Funktionalität überzeugen möchte. Obendrein trumpft dieses Modell mit einem Aufsehen erregenden Preis-Leistungs-Verhältnis auf. Ausgestattet mit einer Kapazität von 1000 Wh, einem 1200 W starken Wechselrichter und diversen Anschlüssen bringt das portable Kraftwerk der Xiaomi-Tochter zumindest auf dem Papier alles mit, was eine gute Powerstation bieten können sollte. Ob sich das auch in der Praxis bewahrheitet? Wir schauen es uns an!

Technische Daten

Ein Blick auf das Datenblatt der Powerstation ließen meine Erwartungen im Vorfeld des Tests durchaus nach oben steigen. Da sich Hersteller 70mai bislang eher mit Dashcams einen Namen in der Technikwelt machen konnte, betritt er mit seiner Tera 1000 nun gewissermaßen Neuland. Insgesamt 10 Anschlüsse für elektronische Geräte, eine Kapazität von 1000 Watt sowie Features wie eine Schnellladefunktion lassen hier jedoch auf einen echt guten Allrounder hoffen. Wir haben die technischen Daten für euch einmal tabellarisch zusammengefasst.

Akkukapazität 1043,9 Wh
Konstante Leistung 1200 W
Vorübergehende Spitzenleistung 2400 W
Ladezeit AC (Schnelllademodus) ca. 2 Stunden
Ladezyklen 70% Gesamtkapazität nach 1000 Zyklen
Solar-Input max. 200 W (ca. 6 Stunden Ladezeit)
Maße 300 x 225 x 287 mm
Gewicht 12,5 kg
Anschlüsse 2x USB-A (QuickCharge 3.0), 2x USB-C (1x 18 W, 1x 60 W), 2x DC (13,6 V), 1x Pkw-Ausgang (13,6 V), 2x Schuko-Steckdosen
Bedienung Steuereinheit am Gerät oder App-Bedienung
Preis 1.099,00 $

Lieferumfang

70mai tera 1000 test

  • Powerstation
  • AC-Netzkabel
  • Auto-Ladekabel
  • Kabeltasche

70mai Tera 1000 Test: Design und Verarbeitung

In Sachen Design traut sich 70mai durchaus einiges. So lässt sich der Energiespeicher auf den ersten Blick gar nicht als solcher erkennen. Vielmehr macht die Powerstation den Anschein einer Boombox. Das liegt nicht nur an den geschwungenen Linien in der Formgebung. Auch die kompakten Maße von 30 x 23 x 30 cm tragen dazu bei, den Eindruck zu verstärken. Für einen gewissen Retrocharme sorgt der praktische große Tragegriff. Dieser kommt im auffälligen Orange daher und liegt dank ergonomischem Design und rutschsicherem Silikon bestens in der Hand. Die 12,5 kg leichte Powerstation lässt sich so bequem von A nach B tragen – auch über längere Distanzen hinweg.

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Anders als bei der Jackery Explorer 1000 Pro (Test) lässt sich der Griff hier nicht einklappen. Das stört in der Praxis aber keineswegs. Schließlich hat 70mai den praktischen Handgriff in der Oberseite des Gehäuses eingelassen. Du kannst also Dinge auf ihr abstellen, wodurch sie sich auch platzsparend im Kofferraum deines Autos unterbringen lässt. Beim genaueren Beäugen wird deutlich, dass 70mai auf eine gute Verarbeitung wert gelegt hat. Hier knackt und knarzt es an keiner Stelle. Langlebigkeit verspricht auch die Materialwahl. Basis der Powerstation bildet ein widerstandsfähiger Stahlrahmen.

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Während sich seitlich die Lüftungsgitter befinden, findest du an der Front wiederum die Anschlüsse für deine elektronischen Geräte sowie die Ladeeingänge vor. Über diesen Ports sitzt ein Farb-TFT-Display. Hier kannst du die Powerstation nicht nur bedienen. Obendrein gibt der Bildschirm wertvolle Statusinformationen aus. Neben der Akkukapazität lassen sich auch Eingangs- wie Ausgangsleistung ablesen. Die 70mai hinterlässt beim Design und der Verarbeitungsqualität einen guten Eindruck und muss sich hinter der zum Teil deutlich teureren Konkurrenz nicht verstecken.

70mai Tera 1000 Test: Anschlüsse

Die Anschlussvielfalt der Powerstation kann sich durchaus sehen lassen. Hier kannst du insgesamt zehn Geräte zeitgleich laden. Mit von der Partie sind 2x USB-A (QuickCharge 3.0), 2x USB-C (1x 60 W, 1x 18 W), 2x DC, 1x Pkw-Anschluss (10 A mit 13,6 V) und 2x Schuko-Steckdosen. Einzig bei den Steckdosen hätte ich mir durchaus noch mehr gewünscht.

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Die Konkurrenz stellt unter Beweis, dass das in dieser Größenordnung mittlerweile durchaus Gang und Gäbe ist. Zum Aufladen des Energiespeichers befinden sich insgesamt drei verschiedene Möglichkeiten an dem Gerät. Neben dem klassischen AC-Eingang für das Laden über die Haushaltssteckdose an der Rückseite findest du noch einen Pkw-Anschluss sowie einen Anderson-Anschluss für das Laden über ein Solarpanel an der Front.

70mai Tera 1000 Test: Ein echter Allrounder in der Praxis

Im Dauerbetrieb bietet die Tera 1000 eine konstante Leistung von 1200 W. Doch auch der Betrieb von leistungshungrigeren Geräten ist möglich – vorübergehend zumindest. So bietet die handliche Powerstation im Stoßbetrieb 2400 W. Geht es nach 70mai, soll sich die handliche Powerstation gleich für mehrere Einsatzgebiete bestens eignen. Am häufigsten werden wohl Camper oder Van-Lifer zu Modellen dieser Größe greifen. Schließlich sorgt das geringe Gewicht dafür, dass du immer und überall deine elektronischen Geräte mit dem notwendigen Strom versorgen kannst. Egal, ob Toaster, Fön oder Grill – hier musst du auch im Zelturlaub auf keinen Komfort verzichten. Dank Pass-Trough-Technologie kannst du die Powerstation obendrein dauerhaft mit der Energie deines Fahrzeugs versorgen.

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Doch auch in den eigenen vier Wänden erweist sich die Powerstation als praktischer Begleiter. Hersteller 70mai sieht in der Powerstation gewissermaßen ein Backup für den Falle eines Stromausfalls. Besser als stinkende, mit Diesel betriebene Notstromaggregate ist das allemal. Obendrein erweist sich die Powerstation durch ihr robustes Design als perfekter Stromlieferant für Heimwerker-Könige. Insbesondere bei Projekten im Garten kannst du die Powerstation bequem anstelle einer Kabeltrommel für Bohrmaschine, Flex und Co. nutzen. So umgehst du nervigen Kabelsalat, der dem einen oder anderen gerne mal die Nerven raubt. Im Außenbereich kommen auch die praktischen LED-Lichter der Powerstation zum Tragen. Diese beleuchten nicht nur Baustelle, sondern bei Bedarf auch Campingplatz oder Sitzecke vor dem Van.

70mai Tera 1000 Test: Leistungsstarkes Lüftungssystem

Was mir in der Praxis überaus positiv auffiel, sind die leisen Lüfter. Diese sind auch beim schnellen Aufladen oder hoher Leistungsabgabe erfreulich ruhig. Das lässt sich auf das spezielle „Anti-Overheating-Design“ zurückführen, das der Hersteller seinem kompakten Energiespeicher spendiert.

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Als erste Powerstation auf dem Markt kommt sie mit drei eingebauten Lüftungsräumen daher. Obendrein setzt 70mai hier auf einen Kühlkörper aus Aluminiumdruckguss. Das sorgt für eine effektive Wärmeableitung und führt dazu, dass die Tera 1000 bis zu 50% weniger Hitze produziert als die Konkurrenz. Infolgedessen haben die Lüfter weniger zu tun und arbeiten erfreulich leise.

70mai Tera 1000 Test: Veraltete Lithium-Ionen-Technik

Was mir sauer aufstößt, sind die verbauten Batteriezellen. Hier setzt 70mai auf klassische Lithium-Ionen-Akkus. Damit entscheidet sich das Unternehmen für eine im Bereich der Powerstations mittlerweile veraltete Technik. Deutlich im Vorteil ist die LiFePO4-Technologie. Schließlich besticht diese durch deutlich höhere Langlebigkeit und bietet darüber hinaus mehr Sicherheit als Lithium-Ionen-Akkus. Das mag in der Praxis vielleicht nur den wenigsten auffallen. Dennoch ist es in ökologischer Hinsicht fragwürdig. So soll die Tera 1000 laut Herstellerangaben 1000 Ladezyklen durchhalten können, bis die Gesamtkapazität auf 70% sinkt.

Wer die Powerstation täglich lädt, muss dann nach noch nicht einmal drei Jahren mit einem deutlichen Einbruch bei der Ausdauer des Akkus rechnen. Infolgedessen wird man sich schnell wieder eine neue Powerstation zulegen. Nachhaltig ist das nicht. Wie man es besser macht, stellt beispielsweise die EcoFlow Delta 2 (Test) unter Beweis. Dank LiFePO4-Batteriezellen ist deren Gesamtkapazität nach 3000 Ladezyklen noch immer bei 80%. Sie ist also mehr als dreimal so langlebig wie die Tera 1000. Wenigstens setzt 70mai hier auf ein zuverlässiges Battery Management System (BMS). Das sorgt für zusätzliche Sicherheit und kümmert sich gestützt durch einen Algorithmus dafür, dass es beispielsweise zu keiner Überhitzung des Gerätes kommt.

70mai Tera 1000 Test: Praktische App-Bedienung

Die Tera 1000 verfügt über ein praktisches Display, das die wichtigsten Statusinformationen einsehen lässt. Aber manchmal ist es einfach praktischer, remote auf das Gerät zuzugreifen. Zum Glück verbaut 70mai eine Bluetooth-Schnittstelle in seiner Powerstation und ermöglicht so eine App-Steuerung. Die Smartphone-Anwendung punktet mit einer guten Übersicht und sorgt für einen zusätzlichen Bedienkomfort.

Hier kannst du per Smartphone die wichtigsten Parameter wie Akkustand und Leistungsdaten einsehen. Richtig cool finde ich auch die Angabe, wie viel CO² man bereits eingespart hat. Insbesondere in Kombination zu einem Solarpanel kann man mithilfe einer Powerstation nämlich eine deutlich Verkleinerung des eigenen CO²-Fußabdrucks vornehmen. Obendrein lassen sich per Fernsteuerung wichtige Einstellungen vornehmen.

70mai Tera 1000 Test: Laden über Steckdose, Pkw oder Solar

Früher oder später ist auch einmal der knapp 1000 Wh fassende Akku der Powerstation leer. Dann gilt es, diesen wieder zu neuem Leben zu erwecken. Die Tera 1000 lässt sich über drei unterschiedliche Möglichkeiten laden.

Haushaltssteckdose

Da wäre zum einen das Laden über die Haushaltssteckdose. Hier fällt auf, dass 70mai auf ein Netzkabel ohne externes Netzteil setzt. Stattdessen befindet sich dieses in der Powerstation selbst.

Das sorgt für einen unkomplizierten Transport. Über die Steckdose benötigt der mobile Energiespeicher 2 Stunden für eine komplette Ladung. Das mag nicht rasend schnell sein, dürfte den meisten aber sicherlich genügen.

Pkw-Anschluss

Deutlich mehr Geduld musst du beim Laden über ein Auto mitbringen. Hier dauert es knapp 15 Stunden, bis der Akku der Powerstation wieder komplett aufgeladen ist.

Solarpanels

Wer seine Powerstation gänzlich CO²-neutral betreiben möchte, lädt den Akku kurzerhand mithilfe von Sonnenenergie. Für den Test schickte uns 70mai gleich die passenden Solarpanels mit. Diese erinnern in ihrem Design ganz klar an die Modelle aus dem Hause Jackery. Das betrifft nicht nur die Farbkombination aus Schwarz und Orange.

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Obendrein verfügen sie über einen klassischen Magnetmechanismus wodurch sie sich bequem zusammenklappen und im Anschluss tragen lassen. In Kombination zu einem geringen Gewicht von gerade einmal 5 kg sind sie damit der perfekte Begleiter für die Tera 1000.

70mai tera 1000 test

Spielt das Wetter mit und scheint die Sonne ausgiebig, ist das Panel dann blitzschnell aufgebaut. Du musst es einfach nur aufklappen und entsprechend der Sonne ausrichten. Das Solarpanel bringt es auf eine maximale Leistung von guten 110 W. Die Powerstation ist zu einer Leistungsaufnahme von bis zu 200 W über den Solareingang in der Lage. Damit dauert eine komplette Ladung bei strahlendem Sonnenschein insgesamt 6 Stunden.

Fazit

Das Steckenpferd der 70mai Tera 1000 ist zweifelsohne das Preis-Leistungs-Verhältnis. So bekommst du hier eine grundsolide Powerstation geboten, die nicht nur mit einem schicken, zurückhaltenden Design und einer guten Verarbeitungsqualität punktet. Auch in einer der Kerndisziplinen punktet sie – der Anschlussvielfalt. Obendrein sorgen das gut erkennbare Display und die passende App für hohen Bedienkomfort. Ein echtes Highlight ist meines Erachtens auch das Kühlsystem. Hier hat die Tera 1000 gegenüber vielen Modellen der Konkurrenz die Nase vorn. Doch das Ganze hat auch seine Schattenseiten. Das beginnt bereits bei der Leistung. Die Konkurrenz bietet sowohl bei der Dauerleistung als auch bei der vorübergehenden Spitzenleistung mitunter deutlich mehr.

Der AC-Eingang befindet sich auf der Rückseite.

Auch die Ladezeiten mögen gut sein, gegenüber anderen Modellen der Größenordnung muss sich die Tera 1000 allerdings ebenfalls geschlagen geben. Was mich am meisten stört ist die Wahl von Lithium-Ionen-Akkus. Würde die 70mai Tera 1000 mit zukunftssicheren LiFePO4-Batteriezellen daherkommen, würde man als Käufer deutlich länger Freude an dem Gerät haben. Da kommt man schlussendlich auch nicht um die Frage herum, ob man die Tera 1000 tatsächlich als Schnäppchen bezeichnen muss, wenn die Konkurrenz zum Teil bis zu dreimal langlebiger ist. Das sind allerdings Gedanken, die sich lediglich Power-User machen sollten. Wer seine Powerstation maximal einmal in der Woche auflädt, hat auch an der Tera 1000 viele Jahre Freude.

70mai Tera 1000

Verarbeitung und Design
Bedienkomfort
Leistung
Preis-Leistungs-Verhältnis

85/100

Die Tera 1000 hinkt der Konkurrenz in einigen Disziplinen hinterher, punktet aber dennoch mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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