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Dreame L10s Pro Test: Auch ohne Absaugstation Spitze?

Saugroboter zählen sicherlich zu einer der größten Revolutionen, die es in den letzten Jahren im Bereich der Haushaltsgeräte gab. Waren sie zu Beginn für viele noch unbezahlbar, sind sie mittlerweile auch in den Haushalten der breiten Masse angekommen. Der letzte große Evolutionsschritt, den Saugroboter vollbracht haben, ist das Hinzukommen einer Wischfunktion. So erhält man mittlerweile kaum noch ein Gerät in dieser Produktkategorie, das nicht saugen und wischen kann. Doch eine integrierte Wischfunktion bedeutet keineswegs, dass der smarte Haushaltshelfer auch tolle Wischergebnisse abliefert.

Dreame L10s Pro Test

Hier gibt es zum Teil gravierende Unterschiede. So findet man im unteren Preissegment häufig lediglich starre Wischplatten vor, die mit einem herkömmlichen Wischmopp keinesfalls mithalten können. Einen anderen Weg geht der Dreame L10s Pro. Dieser kommt nicht mit Wischplatte, sondern zwei rotierenden Mopps an seiner Unterseite daher. Was diese zu leisten im Stande sind und wie sich der vollautomatische Saugwischer sonst noch so schlägt, wollen wir heute im Dreame L10s Pro Test unter die Lupe nehmen.

Du bist auch auf der Suche nach einem neuen Saugroboter? Auf Testbericht.de findest du eine Übersicht zu allen Saugrobotern mit Test.

Technische Details

Technische Daten 5.300 Pa
Akkukapazität 5.200 mAh
Kapazität Wassertank 190 ml
Kapazität Staubbehälter 450 ml
Navigation und Sensorik LiDAR-Sensor, 3D-Kamera, Absturzsensoren, Teppicherkennung
Wischfunktion zwei rotierende Wischpads, die bei Teppichen automatisch um 7 mm angehoben werden
Hauptbürste vollgummierte Bürste
Preis € 519,99 *

Lieferumfang

Dreame L10s Pro Test

Neben dem Sauger selbst findet man im handlichen Karton auch die Ladestation samt Netzkabel, eine Seitenbürste, die beiden Wischpads, ein Reinigungswerkzeug sowie die Bedienungsanleitung vor.

Dreame L10s Pro Test: Design und Verarbeitung

  • Klassische Kreisform
  • Schwarz und Grau
  • Deckel ist abnehmbar

Schick ist er, der vornehmlich auf die Farben Schwarz und Grau setzende Saugroboter. Auf den ersten Blick wird deutlich, dass Dreame hier auf das klassische Kreis-Design setzt, welches wir bereits von vielen anderen Geräten kennen. Dies ist auch bei der Größe der Fall. Mit einem Durchmesser von 35 cm, einer Höhe von 9,7 cm und einem Gewicht von 4,2 kg ordnet er sich im Mittelfeld der Saugroboter ein. Betrachtet man die Oberseite des Roboters erblickt man den LiDAR-Sensor, der mit Lasernavigation das Herzstück für die Orientierung bei Tag und Nacht darstellt. 

Dreame L10s Pro Test

Obendrein befinden sich hier drei Knöpfe, die allerdings nur eine rudimentäre Steuerung ermöglichen. So kannst du den Roboter mithilfe derer in seine Dockingstation schicken, die Reinigung starten oder stoppen und eine sogenannte Zonen-Reinigung in die Wege leiten.Andere Wege als die Konkurrenz geht Dreame dann bei der Wartungsklappe. Diese lässt sich nämlich nicht über einen klassischen Klappmechanismus öffnen, wie wir es beispielsweise vom Roborock S7 (Test) kennen. Stattdessen setzt die Xiaomi-Tochter hier auf einen magnetisch befestigten Deckel, den man komplett abnehmen kann. Das kommt uns vom Ecovacs Deebot X1 OMNI (Test) bekannt vor.

Ob man das mag oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Ich persönlich bevorzuge nach wie vor die klassische Wartungsklappe, da man diese nicht irgendwo ablegen muss, wenn man einmal Zugang zum Inneren benötigt. Und das muss man regelmäßig tun. Schließlich befindet sich hier nicht nur der Staubbehälter mit 450 ml Fassungsvermögen. Obendrein versenkt Dreame hier den Wasserbehälter, der Platz für 190 ml Frischwasser bietet. Schade ist nicht nur das geringe Fassungsvermögen, das der Frischwassertank bietet.

Dreame L10s Pro Test
Staub- und Wasserbehälter sind schnell ausgebaut.

Obendrein finde ich es fragwürdig, dass dieser nicht bequem von hinten eingeschoben werden kann, wie es bei vielen anderen Saugwischern der Fall ist. So muss man beim Nachfüllen des Wassers immer auch den Deckel abnehmen. Weiterhin versteckt der Hersteller unter der Haube ein praktisches Reinigungswerkzeug sowie den QR-Code, mit dessen Hilfe man den smarten Haushaltshelfer ins heimische Netzwerk einbinden sowie die App nutzen kann.

Rotierende Wischpads und Vollgummi-Bürste auf der Unterseite

  • Zwei rotierende Wischpads auf der Unterseite
  • Hauptbürste ist komplett aus Gummi

Ein Blick auf die Vorderseite fördert nicht nur den branchentypischen Bumper zutage, der Roboter und deine Möbel vor Schäden bewahren soll. Obendrein verbaut Dreame hier eine 3D-Kamera, die Unterstützung von Licht erhält, um eine bessere Hinderniserkennung zu ermöglichen. Dreht man den Saugwischer dann einmal um, weicht er abermals von der Norm ab. Damit meine ich nicht die Absturzsensoren, welche mithilfe von Ultraschall den smarten Haushaltshelfer vor Treppenstürzen bewahren sollen und eine Teppicherkennung bieten. Ich spreche von den beiden kreisförmigen rotierenden Wischpads, welche magnetisch angebracht werden.

Konkurrenten in dieser Preisklasse setzen eher auf starre Wischplatten. Ob sich das etwas andere Design auszahlt, sehen wir später beim Wischtest. Positiv ist mir auch die Hauptbürste aufgefallen. Dreame setzt hier wie sein Konzernbruder beim Roborock S7 auf ein vollgummiertes Design. Das bringt viele Vorteile mit sich. So ist die Bürste nicht nur leichter zu warten und zu reinigen. Obendrein kommt sie besser mit Tierhaaren zurecht und minimiert das Risiko eingesogener Kabel oder anderer Kleinteile.

Nicht nur namentlich erinnert der Dreame L10s Pro ganz klar an den Dreame L10s Ultra (Test). Auch optisch ähneln die beiden Roboter wie ein Ei dem anderen. Den Unterschied zwischen den beiden Geschwistern erkennt man folglich auch nicht mit Blick auf den Saugwischer selbst. Dieser ist in beiden Versionen identisch. Anders sieht es beim Zuhause des smarten Haushaltshelfers aus. Während der Dreame L10s Ultra nämlich mit einer Station daherkommt, die den Roboter nicht nur vom gesammelten Schmutz befreit, sondern obendrein für Befeuchtung und Reinigung der beiden Wischpads sorgt, gibt es beim L10s Pro „nur“ eine herkömmliche Dockingstation. Diese kann den Saugroboter zwar nur mit neuer Energie versorgen, nimmt dafür aber auch viel weniger Platz ein. So lässt sich der L10s Pro auch bequem unter Sideboards oder anderen Möbeln verstecken.

Dreame L10s Pro Test: Einrichtung und APP-Nutzung

  • Einrichtung über Dreamehome App
  • Kartenfunktion mit automatischer Raumerkennung
  • Viele Reinigungseinstellungen

Die Einrichtung geht kinderleicht von der Hand. Hierfür müsst ihr euch einfach nur die Dreamehome App herunterladen. Im Test erkannte die App auf Anhieb den smarten Haushaltshelfer. Ein paar Klicks weiter hatte ich ihn im Netzwerk eingebunden und die Jungfernfahrt konnte losgehen. Bei seiner ersten Tour durch die Wohnung erstellt der Dreame L10s Pro zunächst einmal einen Grundriss deiner eigenen vier Wände. In der Karte kannst du die Reinigung des Roboters dann an deine individuellen Wünsche anpassen.

Das bedeutet, dass man hier nicht nur zwischen vier verschieden starken Saugstufen und drei unterschiedlich starken Wischstufen wählen kann. Genauso kannst du auswählen, ob du saugen, wischen oder beides möchtest. Diese Anpassungsfähigkeit ist vor allem für Personen wichtig, die unterschiedliche Böden in der Wohnung haben. Während ich bei meinem wasserunverträglichen Holzparkett-Boden mit der kleinsten Wischstufe arbeitete, kam in meiner gefliesten Küche sowie dem Badezimmer Stufe 3 zum Einsatz.

Dabei musst du deine Wünsche nicht jedes Mal aufs neue festlegen. Stattdessen kannst du bestimmten Räumen im Vorhinein auch die entsprechenden Parameter zuordnen. Startest du im Folgenden eine Reinigung, wird jeder Raum so gereinigt, wie du es festgelegt hast. Legt man dann noch fest, dass der Saugroboter täglich zu einer bestimmten Zeit fahren soll, ist die vollautomatische Reinigung perfekt. Bei Teppichböden kommt übrigens die Teppicherkennung zum Einsatz, die automatisch die maximale Saugstufe in Gang setzt.

Wer das nicht möchte, kann sie in der App deaktivieren. Obendrein kannst du innerhalb des Grundrisses auch No-Go-Areas einrichten, die der Saugwischer meiden soll. Beispielsweise bieten sich Orte wie der Futterplatz des Haustieres hierfür an. Umgekehrt kannst du den Dreame L10s Pro aber auch gezielt bestimmte Zonen reinigen lassen. Doch natürlich lässt sich der Sauger über die App auch unkompliziert starten und stoppen oder zurück zur Dockingstation schicken.

Dreame L10s Pro Test: Navigation

  • LiDAR-Technik und Hinderniserkennung
  • Kleine Gegenstände werden mitunter übersehen

Dreame setzt auf eine Kombination aus Lasertechnik und optischer Hinderniserkennung. Für die Lasernavigation kommen LiDAR-Sensoren zum Einsatz, welche sich auf der Oberseite des Saugroboters befinden. Diese behalten bei Tag und Nacht den Durchblick, da sie mithilfe ihrer Laser selbst bei absoluter Dunkelheit für Orientierung des Saugers sorgen.

Dreame L10s Pro Test

Damit er bei der Fahrt durch die Wohnung keine LEGO-Steine, Kabel und andere Kleinigkeiten „frisst“, dient die 3D-Kamera inklusive Lasertechnik an der Front der Hinderniserkennung. In der Praxis funktioniert zumindest die Lasernavigation tadellos. So umfährt der Dreame L10s Pro gekonnt Hindernisse ohne dabei einen zu großen Abstand zu ihnen lassen, was zu einem Minimum an ungereinigten Flächen führt.

Bei ganz kleinen Gegenständen auf dem Boden muss aber auch er sich geschlagen geben. Damit ist er aber alles andere als allein, weshalb wir das nicht allzu negativ ankreiden wollen. Das Problem der Hinderniserkennung kleiner, flacher Gegenstände zu lösen, wird wohl die nächste große Herausforderung aller Saugroboter-Hersteller sein.

Dreame L10s Pro Test: Reinigungsleistung

  • hervorragende Saug- und Wischleistung
  • 5.300 Pascal Saugkraft
  • rotierende Wischpads sind anhebbar (7 mm)
  • Teppicherkennung

Zeit für die Königsdisziplin – die Saug- und Wischleistung. In diesem Bereich hat mich der smarte Haushaltshelfer voll und ganz überzeugt. Mit seiner Saugkraft von bis zu 5.300 Pascal konnte er meine Holz-, Fliesen- und Teppichböden zuverlässig von Tierhaaren, Staub und anderem Schmutz befreien. Dabei ließ er kaum Stellen über, an denen er nicht saugte. Lediglich in den Ecken konnte ich erkennen, dass etwas Luft nach oben war. Möglicherweise würde sich hier eine zweite Seitenbürste oder ein größeres Design der vorhandenen lohnen.

Besonders gut gefallen hat mir die Wischleistung des Dreame L10s Pro. Und hier war ich auch sehr gespannt, da das Pro-Modell gezwungenermaßen einen anderen Weg gehen muss als das Ultra-Modell mit Absaug- und Frischwasserstation. Während beim Dreame L10s Ultra die beiden rotierenden Wischpads in der Station befeuchtet werden, erhalten sie ihr Wasser beim Pro-Modell aus dem integrierten Wassertank. Da die Pads hier also erst durchfeuchtet werden müssen, sind die Wischergebnisse in den ersten zwei bis drei Minuten nicht sehr gut, sondern nur gut.

Sind die beiden rotierenden Wischmopps dann aber einmal feucht, sind die Ergebnisse hervorragend. Insbesondere auf Fliesenböden überzeugte mich der Saugwischer vollends. Um das Problem zu lösen, habe ich die beiden Pads zuvor einfach unter dem Wasserhahn befeuchtet. Dann war die Wischleistung von Anfang bis Ende sehr gut. Auf Teppichen kann der Dreame L10s Pro seine Wischpads übrigens um 7 mm anheben, um Nässe zu vermeiden. Angesichts der Tatsache, dass viele Konkurrenten bei eingeschalteter Wischfunktion lediglich den Teppich meiden oder gar mit nasser Wischfläche darüber fahren, ist das alles andere als selbstverständlich und ein sehr großer Vorteil.

Dreame L10s Pro Test: Ein ausdauernder Helfer

  • 5.200 mAh großer Akku

Für Ausdauer beim Saugen und Wischen sorgt ein 5.200 mAh großer Akku. Das entspricht zwar der Akkukapazität des Dreame L10s Ultra, doch das Pro-Modell reinigt innerhalb der selben Zeit trotzdem mehr Fläche als das Geschwisterchen mit Absaugstation.

Ist der Akku einmal leer, sorgt die kleine Ladestation für neue Energie.

Dies gilt zumindest dann, wenn man die Wischfunktion aktiviert. Grund hierfür ist, dass der Ultra nach einigen Quadratmetern immer zurück zu seiner Station fahren muss, um die Pads neu befeuchten zu lassen. Da der Pro einen integrierten Wassertank besitzt, muss er dies nicht tun und spart sich so einige Meter Fahrweg.

Dreame L10s Pro Test: Fazit

Ein schlechtes Wort über den Dreame L10s Pro zu verlieren, fällt mir ehrlich gesagt schwer. Schließlich punktet der Saug- und Wischroboter in meinem Test in so ziemlich jeder Disziplin. Das beginnt bereits beim Design und der Verarbeitung. Hier bekommt man ein hochwertiges Stück Technik in schicker Optik. Den komplett abnehmbaren Deckel finde ich zwar etwas unpraktisch, aber das ist Geschmacksache und soll deshalb nicht negativ ins Gewicht fallen. Richtig gut gefallen hat mir auch die kinderleichte Einrichtung sowie die vielen praktischen Möglichkeiten, welche die App bietet.

Dreame L10s Pro Test

Auch in Sachen Orientierung gibt es derzeit kaum etwas besseres auf dem Markt. So macht die Lasernavigation einen hervorragenden Job. Bei der Hinderniserkennung mittels 3D-Kamera zeigen sich zwar ab und zu Schwächen, in der Regel arbeitet aber auch diese zuverlässig. Über jeden Zweifel erhaben ist der smarte Haushaltshelfer dann in Sachen Reinigungsleistung. So saugt und wischt er wie es kein Saugwischer mit herkömmlicher Wischplatte zu schaffen vermag. In Sachen Preis-Leistung ist der Dreame L10s Pro damit seinen Konkurrenten weit voraus.

Dreame L10s Pro

Verarbeitung und Design
Reinigungsleistung
Bedienkomfort
Preis-Leistungs-Verhältnis

95/100

Der Dreame L10s Pro überzeugt mit grandioser Saug- und Wischleistung zum unschlagbaren Preis.

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Jens Scharfenberg

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