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Yeedi Cube Test: quadratisch, praktisch und gut?

Saugroboter sind mittlerweile in der breiten Masse der Gesellschaft angekommen. So verlassen sich viele Menschen auf die tagtägliche Unterstützung der smarten Haushaltshelfer. Da verwundert es auch nicht, dass die Hersteller versucht sind, immer bessere Modelle auf den Markt zu bringen. Insbesondere in Sachen Nutzerkomfort legt man Modell für Modell noch eine Schippe drauf. Am deutlichsten machen das Saugroboter, die mit Basisstation inklusive Reinigungs- und Absaugfunktion daherkommen. Hier musst du dich nämlich nur noch alle paar Tage um deinen Saugroboter kümmern. Der Rest geschieht in Eigenregie. Eine solche Station bietet auch der Yeedi Cube. Doch anders als viele Konkurrenzmodelle kommt er dabei eher kompakt daher. Ob das zu Leistungseinbußen führt und wie er sich sonst gegen die Flaggschiffe von Roborock, Dreame und Co. schlägt, überprüfen wir im Yeedi Cube Test.

Neues Flaggschiff aus dem Hause Yeedi

Seit jeher gilt Yeedi als Low-Budget-König, wenn es um die Fertigung von Saugrobotern geht. Günstige Alltagshelfer wie der Yeedi Vac 2 Pro (Test) und der Yeedi Vac Hybrid (Test) machen das deutlich. Dass das Unternehmen aus Fernost auch anders kann, stellte es bereits mit seiner Yeedi Floor 3 Station (Test) unter Beweis. Diese kam nicht nur in einem edlen Design daher, sondern punktete obendrein mit einem grandiosen Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit dem Yeedi Cube setzt der chinesische Hersteller nun noch eine Schippe drauf. Hierbei handelt es sich um das neueste Flaggschiff, welches als erstes Modell aus dem Hause Yeedi eine Basisstation mit Reinigungs- und Absaugfunktion bietet.

yeedi
Yeedi Vac 2 Pro

Anders als der Floor 3 Station kommt der Cube mit einer gänzlich anderen Wischeinheit daher. Während der Floor 3 mit seinen beiden rotierenden Wischmopps auf der Yeedi Mop Station (Test) basiert, setzt man beim Cube auf eine klassische Wischfläche. Diese soll durch eine spezielle Schalltechnologie Druck auf den Boden ausüben, was für eine wirksame Reinigung sorgen soll. Das erinnert stark an den Vac 2 Pro. Es wirkt generell so, als hätte sich Yeedi seinen Preis-Leistungs-Kracher als Grundkonzept zunutze gemacht. So ist auch der Cube durch Verzicht auf LiDAR-Sensorik erfreulich flach. Für die Navigation soll die hauseigene VSLAM-Technik zum Einsatz kommen.

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Viel spannender als Wischeinheit und Navigationstechnik wird für die meisten sicherlich die All-in-One-Station sein. Hier wird nicht nur der Staubbehälter entleert. Obendrein wird das Wischtuch gereinigt und im Anschluss an die Reinigungstour sogar getrocknet. Dabei fällt auf den ersten Blick auf, dass der Yeedi Cube erfreulich kompakt ist und damit viele Modelle der Konkurrenz ausstechen könnte. Schließlich ist es nicht immer nur der hohe Preis, der viele potentielle Käufer von einem Saugroboter mit entsprechender Station abschreckt. Auch das große Format ist manch einem ein Dorn im Auge. Starten wir mit dem Test und überprüfen, ob der Plan der Chinesen aufgeht.

Technische Daten

Maße 34 x 34 x 8 cm
Saugleistung 4.300 Pascal
Navigation Visual and Laser Fusion Navigation
Mopping-Type Auto-Lift Sonic Mopping (8mm anhebbar)
Wassertank 1 Liter
Schmutzwassertank 1,2 Liter
Staubsaugerbeutel 2,1 Liter
Akku 5.200 mAh (bis zu 150 Minuten Laufzeit laut Yeedi)
Steuerung Yeedi App, Amazon Alexa, Google Assistant
Basisstation OMNI Station mit Reinigungs-, Absaug- und Trocknungsfunktion
Preis 699,99 Euro

Yeedi Cube Test: Lieferumfang

yeedi cube test

Yeedi Cube Test: Design und Verarbeitung

Wer einen Blick auf den Saugroboter selbst wirft, wird sich zunächst wundern, wie Yeedi auf den Beinamen Cube kommt. Schließlich setzt dieser auf ein klassisches kreisförmiges Design. Die Detektive unter euch werden dann aber schnell nachvollziehen können, dass es eben nicht der smarte Haushaltshelfer selbst ist, auf den sich der Hersteller hier bezieht. Für die Namensgebung ist vielmehr die Basisstation verantwortlich. Auch, wenn es sich hierbei streng genommen eher um einen Quader, denn um einen Würfel handelt, finde ich den Namen wirklich gut gewählt. Schließlich können insbesondere Laien mit Blick auf den Markt der Saugroboter schnell den Überblick verlieren. Wird man hier doch stets mit Beinamen wie „Ultra“ oder „Pro“ konfrontiert.

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Auch, wenn der Saugroboter selbst in technischer Hinsicht deutliche Parallelen zum Vac 2 Pro aufweist, unterscheidet er sich optisch dann doch sehr vom geistigen Vorgänger. Mit einem Durchmesser von 34cm und einer Höhe von 8cm ist er 1cm schmaler und 2cm niedriger als das gegenwärtige Flaggschiff Roborock S8 Pro Ultra (Test) von Roborock. Warum das so ist, muss man nicht lang hinterfragen. So spart Yeedi durch den Verzicht auf eine LiDAR-Navigation ein entsprechendes „Türmchen“ auf der Oberseite ein. Wer viele flache Möbel besitzt, wird sich über die niedrige Bauhöhe sicherlich freuen. Beim Material setzt Yeedi auf Kunststoff, der sich erfreulich widerstandsfähig anfühlt. Generell ist die Verarbeitungsqualität auf einem hohen Niveau.

Yeedi Cube Test: UFO-Wassertank auf der Oberseite

Während der Vac 2 Pro mit einer cleanen weißen Oberfläche daherkommt, ist der Cube auf der Oberseite alles andere als weiß. Stattdessen erblicken wir hier ein transparentes Gefäß. Hierbei handelt es sich um den Wassertank, der bei der Wischfunktion zum Einsatz kommt. Angesichts seiner an eine Untertasse erinnernden Formgebung wundert es kaum, dass Yeedi ihn als UFO-Wassertank bezeichnet. Dieser ist mit einem Fassungsvermögen von 1 Liter erstaunlich voluminös. Möchtest du ihn vom Gerät abbauen, musst du einfach nur den Verriegelungsschalter betätigen und im Anschluss den Griff anheben.

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Beim Wassertank hat Yeedi selbst der hochpreisigen Konkurrenz von Roborock und Dreame einiges voraus. Ich persönlich habe zumindest noch keinen Saugroboter gesehen, der dieses beachtliche Volumen vorweisen kann. Der Tank wird von einem weißen, matten Rand umgeben. Mattes weiß ist auch beim übrigen Gerät die bestimmende Farbe. Das ist sehr erfreulich. Schließlich neigen Saugroboter in Hochglanzoptik erfahrungsgemäß zu Kratzern. Bestes Beispiel ist sicherlich die Oberseite des Uwant U200 (Test).

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Weiterhin finden wir auf der Oberseite insgesamt drei verschiedene Knöpfe. Hierbei handelt es sich um die üblichen verdächtigen. Mit „Home“ schickst du den Cube in seine Basisstation. „Clean“ wiederum startet per Knopfdruck die Reinigung. Über „Spot Cleaning“ kannst du eine Bereichsreinigung aktivieren. Unmittelbar bei dem Dreiergespann der Buttons befindet sich die Kamera des Saugroboters. Diese bietet die vom Vac 2 Pro bekannte VSLAM-Technologie, welche zur Kartierung und Navigation dient.

Yeedi Cube Test: Unterseite ohne Wischpads

Ein Blick auf die Seiten fördert keine großen Überraschungen zutage. An der Front kommt ein branchenüblicher Bumper zum Einsatz. Dieser soll den smarten Haushaltshelfer sowie deine Möbel vor Schäden bewahren. Weiterhin befinden sich hier Lüftungsschlitze, sowie ein On/Off-Button. Zu guter Letzt können wir an der Seite den Knopf zum Herausnehmen des Staubbehälters vorfinden. Das Öffnen geht wunderbar leicht von der Hand. Dabei konnte ich erkennen, dass sich bereits ab Werk ein HEPA-Filter im Inneren des Gerätes befindet. Alles andere wäre angesichts des fehlenden Ersatzfilters im Lieferumfang auch erschreckend gewesen. Zeit, einen Blick auf die Unterseite zu werfen. Hier war ich zugegebenermaßen zunächst ein wenig enttäuscht. Vom neuesten Flaggschiff von Yeedi habe ich nämlich keine einfache Wischfläche erwartet.

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Schließlich handelt es sich hier um den Hersteller der wegweisenden Mop Station (Test). Diese setzte vor einigen Jahren einen echten Trend in Gang. So ging Yeedi weg von der starren Wischfläche und spendierte dem Saugroboter zwei rotierende Wischmopps. Mittlerweile setzen hochpreisige Flaggschiffe anderer Hersteller wie der Ecovacs Deebot X1 OMNI (Test) oder der Dreame L10S Ultra (Test) ebenfalls auf die sich drehenden Wischpads. Angesichts der erfahrungsgemäß besseren Reinigungsleistung kann man das durchaus nachvollziehen. Ob sich die Entscheidung negativ auf die Wischleistung auswirkt, klären wir später. Weiterhin befinden sich an der Unterseite zwei Seitenbürsten und diverse Sensoren. Neben Sturzsensor und Teppichsensor platziert Yeedi hier einen Bodenverfolgungssensor. Dieser soll die VSLAM-Navigation im Vergleich zum Vac 2 Pro verbessern.

Yeedi Cube Test: Die OMNI Station

Seinen Namen verdient sich die All-in-One-Lösung von Yeedi durch die Reinigungs- bzw. Absaugstation und ihr würfel- bzw. quaderförmiges Design. Die Basisstation mag vielleicht nicht die kompakteste sein, dennoch gelingt es dem Hersteller, sie derart zu konzipieren, dass sie nicht allzu wuchtig im Wohnraum wirkt. Bei Maßen von 37,2 x 26,5 x 24,0 cm wird deutlich, dass dieser Saugwischer vielleicht eine gewisse Grundfläche einnehmen mag. Anders als viele andere Modelle ist er aber nicht allzu hoch. Bei richtiger Platzierung fügt sich der smarte Haushaltshelfer dadurch wunderbar unauffällig ins Wohnambiente ein. Die Basisstation des Cube lässt sich in verschiedene Abschnitte unterteilen. Da wäre zunächst die abnehmbare Basis. Diese ist in etwa so groß wie der Saugroboter selbst und dient gewissermaßen als Auflagefläche, um deinen Boden vor dem Befeuchten zu bewahren.

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Die Installation selbiger ist spielend leicht. So musst du sie einfach nur in die Öffnung der Station einschieben, bis sie einrastet. Spannender ist jedoch der obere Teil der Station. Hier befindet sich zum einen der Schmutzwasserbehälter, welcher auf der linken Seite sitzt. Rechts wiederum findest du den Staubbehälter. Auch Yeedi setzt hier wie nahezu alle Hersteller von vergleichbaren All-in-One-Lösungen auf einen Staubsaugerbeutel, der 2,1 Liter Volumen hat. Diesen Trend finde ich ehrlich gesagt weder kunden- noch umweltfreundlich. Viel besser wäre es, die Beutellösung optional zu gestalten. So können Allergiker bei Bedarf einen Beutel nutzen. Negativ möchte ich das Yeedi allerdings nicht anlasten. Schließlich scheint das in der Branche mittlerweile Gang und Gäbe zu sein.

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Weiterhin befindet sich an der Station eine Status-LED, die es möglich macht, Probleme auch ohne App registrieren zu können. Manch einer mag womöglich einen Frischwassertank vermissen. Doch hier kommt der oben beschriebene UFO-Wassertank ins Spiel. Yeedi geht bei der Frischwasserversorgung nämlich einen gänzlich anderen Weg und platziert den entsprechenden Tank einfach auf dem Saugroboter selbst. Wie der Saugroboter selbst punktet auch die Station mit einem soliden Design und einer hohen Verarbeitungsqualität. Grund zum Meckern habe ich hier kaum etwas. Dennoch finde ich die Optik von Modellen wie einem X1 OMNI oder Roborock S8 Pro Ultra einfach stimmiger. Da bewegen wir uns aber auch in einer ganz anderen Preiskategorie.

Yeedi Cube Test: Inbetriebnahme

Die Installation des Yeedi Cube ist erfreulich selbsterklärend. Nachdem du alles ausgepackt hast, solltest du die OMNI-Station zunächst einmal mit einer Steckdose verbinden. Den Saugroboter selbst schaltest du über den On/Off-Button an der Seite ein. Nun weist dich der smarte Haushaltshelfer darauf hin, dass du den QR-Code des Gerätes scannen kannst, um ihn mit der Yeedi App zu synchronisieren. Bevor du loslegst, würde ich zunächst einmal den Roboter in die Station stellen. Da im Zuge der Inbetriebnahme auch eine erste Fahrt durch deine Wohnung ansteht, ist es von Vorteil, wenn der Akku voll aufgeladen ist. Hier hast du die Wahl, ob du ihn selber in die Station stellst oder per Druck auf die Home-Taste selbstständig hineinfahren lässt. Ist der Akku voll, kannst du die Einrichtung per App starten.

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Bevor es losgeht, solltest du den Akku des Yeedi Cube vollständig aufladen.

Die Yeedi App ist mir bereits bekannt. Habe ich sie doch unter anderem bei der Yeedi Floor 3 Station nutzen können. Nachdem du hier einen Account angelegt  hast und Datenschutzfragen geklärt wurden, kannst du den Yeedi Cube als neues Gerät hinzufügen. Um den Roboter mit der App zu koppeln, scannst du einfach den QR-Code, der sich am Gerät befindet. Nun wird der Yeedi Cube in dein Heimnetzwerk überführt. Das geht erfreulich unkompliziert, da die App dir hier mit ihrer praktischen Schritt-für-Schritt-Anleitung unterstützend zur Seite steht. Befindet sich der smarte Haushaltshelfer dann einmal in deinem Netzwerk, steht zunächst ein Update der Firmware an. Ist das Gerät auf dem neuesten Stand, kannst du es per App steuern.

Yeedi Cube Test: Die Yeedi-App

In der Theorie kannst du den Yeedi Cube auch ohne App nutzen. Allerdings rate ich dir dringend davon ab. Schließlich benötigst du die Smartphone-Anwendung des Herstellers schon allein, um deine eigenen vier Wände wirksam zu kartieren. Erst, wenn sich der Staubsauger mit deiner Wohnung vertraut gemacht hat, kann er auch zielgerichtet seine Reinigung durchführen. Dementsprechend ist es auch die Kartierung, die du als erstes in die Wege leitest, wenn App und Saugroboter synchronisiert wurden. Nachdem der smarte Haushaltshelfer seine Jungfernfahrt vollführt und die Reinigungsfläche kartiert hat, kannst du in der App auf den entsprechenden Grundriss zugreifen.

Hierbei unterteilt die Software deine Wohnung bereits automatisch in unterschiedliche Räume. Das kann bei kompliziert geschnittenen Grundrissen durchaus mal daneben gehen. Ein Beinbruch ist das aber keinesfalls. Schließlich kannst du in der Karte noch einmal Anpassungen vornehmen. In meinem Fall funktionierte die automatische Unterteilung hervorragend. Im Rahmen der Kartierung lassen sich übrigens gleich mehrere Etagen speichern. Das ist insbesondere für Hausbewohner oder Personen in einer Maisonettewohnung interessant.

Yeedi Cube Test: Viele Einstellungsmöglichkeiten

Nachdem der Yeedi Cube meinen Wohnraum kartiert hatte, konnte ich mich ein wenig mit den App-Features vertraut machen. Dabei fiel mir zunächst auf, dass die Software erfreulich übersichtlich ist. So kannst du spielend leicht Reinigungseinstellungen vornehmen. Und davon gibt es viele. Beispielsweise kannst du einen Reinigungsplan erstellen. Damit geht der smarte Haushaltshelfer immer zu einer bestimmten Zeit automatisch auf Reinigungstour. Außerdem kannst du Sperrzonen einrichten oder den Saugroboter ganz gezielt in einem bestimmten Bereich reinigen lassen. Weiterhin kannst du festlegen, wo der Yeedi Cube nur saugen, nur wischen oder beides zeitgleich machen soll.

Obendrein lässt sich die Intensität der Wisch- bzw. Saugfunktion regulieren. Bei beiden stehen dir insgesamt drei unterschiedliche Leistungsstufen zur Wahl. Richtig cool finde, ich, dass du für jeden Raum einen ganz eigenen Reinigungsmodus festlegen kannst. So lassen sich zum Beispiel Badezimmer und Küche, die in der Regel über Fliesen verfügen, mit voller Saugleistung und maximaler Wasserdurchflussrate reinigen. Wer im Wohnzimmer oder anderen Wohnräumen hingegen über Parkettboden verfügt, kann die Wischfunktion für diesen Raum herunter regeln oder ganz ausschalten. Auch für die Station lassen sich detaillierte Einstellungen vornehmen. So kannst du beispielsweise regulieren, wie lange die Waschzeit des Wischtuchs sein soll. Auch die anschließende Trocknungsphase kannst du regulieren. Im Test hat mich die App vollends überzeugt. Hier steht Yeedi der Konkurrenz in nichts nach.

Yeedi Cube Test: Navigation mit VSLAM

Der Yeedi Cube ist kein ultraflacher Saugroboter. Bedenkt man jedoch, dass auf der Oberseite der 1 Liter fassende Wassertank sitzt, sind die 8 cm Höhe durchaus erstaunlich. Doch die recht flache Bauhöhe erkauft sich der Hersteller recht hochpreisig. Schließlich setzt Yeedi auch bei seinem Cube nicht auf die mittlerweile bei nahezu allen Modellen der Mittel- und Oberklasse gängigen LiDAR-Technologie. Stattdessen setzt das Unternehmen bei der Navigation auf VSLAM. Diese kamerabasierte Technik reduziert nicht nur die Gerätehöhe, sondern auch die Produktionskosten deutlich. In bisherigen Tests konnte mich VSLAM leider nicht wirklich überzeugen und ich stellte teils gravierende Nachteile gegenüber der zuverlässigen Lasertechnik von LiDAR-Sensoren fest. Um Navigationsprobleme der Vorgängermodelle aus dem Weg zu räumen, möchte Yeedi ordentlich am Algorithmus gearbeitet haben.

Mich persönlich überraschte das Ergebnis recht positiv. Ganz klare Einbußen spüre ich hier lediglich bei der Geschwindigkeit. So dauert es einfach deutlich länger, bis sich das Gerät mit der VSLAM-Kamera zurecht findet, als wenn der Raum blitzschnell mit Laserstrahlen ausgemessen wird. Nach der Eingewöhnungsphase navigierte er sich aber recht zuverlässig durch meine Wohnung. Von Chaos war hier nichts zu spüren. Beispielsweise fand er zielgerichtet Türen, um im nächsten Raum fortfahren zu können. In einer Disziplin ist er manchen Modellen mit LiDAR-Sensorik sogar eine Nasenlänge voraus. So fuhr er bis auf wenige Millimeter an meine Wände heran. Damit konnte er auch den festsitzenden Schmutz in der Ecke zwischen Fußboden und Fußbodenleiste erreichen. Alles in allem funktionierte die VSLAM-Navigation also recht gut.

Yeedi Cube Test: Nachteile bei Dunkelheit

Ich persönlich würde mich aber immer auf LiDAR-Sensoren verlassen. Schließlich bieten diese in dunklen Räumen bzw. bei Nacht einen ganz entscheidenden Vorteil. Während die VSLAM-Technologie auf Basis von Kameraaufnahmen nämlich Licht benötigt, um eine gute Navigation zu gewährleisten, navigiert ein Saugroboter mit LiDAR-Tecnologie auch präzise durch einen Raum mit absoluter Finsternis.

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Die Kamera auf der Oberseite bekommt Unterstützung von Sensoren an der Seite des Saugroboters.

Da der Roboter für  seine Objekterkennung ohnehin auch Lasertechnik einsetzt, dürfte die Orientierung bei Dunkelheit wohl besser sein als es beispielsweise beim Vac 2 Pro noch der Fall war. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die erste Kartierung durch den Yeedi Cube aber unbedingt bei bestmöglichen Lichtverhältnissen durchführen.

Yeedi Cube Test: Objekterkennung

Neben der VSLAM-Kamera nutzt der Yeedi Cube noch weitere Helferlein, die ihm beim Fahren durch deine Wohnung unterstützen sollen. Dabei spielt vor allem die Objekt- bzw. Hinderniserkennung eine große Rolle. Schließlich hat keiner Lust darauf, dass Schnürsenkel oder Kabel gefressen werden. Yeedi setzt hierbei wohl auf Infrarotsensoren, die ihrerseits Hindernisse rechtzeitig erkennen sollen, um ein Ausweichen zu ermöglichen.

Stürze werden effektiv durch Sensoren an der Unterseite vermieden.

Mit größeren Gegenständen wie Schuhen oder Büchern oder einem Ball funktionierte dies recht gut. Bei kleineren Dingen hatte aber der Yeedi Cube, genauso wie viele andere Saugroboter auch, Probleme mit der Hinderniserkennung. Aus diesem Grund solltest du beispielsweise kleineres Spielzeug deiner Kinder oder Kabel entsprechend absichern.

Yeedi Cube Test: Reinigungsleistung

Nun wollen wir zur Königsdisziplin von Saugrobotern kommen – der Reinigungsleistung. Im Rahmen eines umfangreichen Praxistests habe ich sowohl Saug- als auch Wischleistung des Yeedi Cube unter die Lupe genommen.

Wischeinheit mit Ultraschall

Die Wischeinheit des Yeedi Cube basiert abermals auf einer spannenden Ultraschalltechnik, die wir auch vom Vac 2 Pro kennen. Doch der Hersteller hat sich offenbar nochmal auf den Hosenboden gesetzt und einige spannende Überarbeitungen vorgenommen. Das fängt bereits beim Wischtuch selbst an. Dessen Beschaffenheit wurde angepasst und soll für ein stärkeres Schrubben des Bodens sorgen. Auch bei der Geschwindigkeit hat Yeedi nachgebessert.

Stolze 2.500 Vibrationen in der Minute sprechen für eine vielversprechende Feucht-Reinigung deiner Böden. In der Praxis zahlt sich das durchaus aus. So kam der Yeedi Cube auch mit hartnäckigen Marmeladenflecken klar. Umso leichteres Spiel hatte der smarte Haushaltshelfer mit frischen Flüssigkeiten auf Hartböden wie Säften oder ähnlichem. Mit den Reinigungsergebnissen von Konkurrenzmodellen mit zwei Wischpads kann das natürlich nicht mithalten.

Die Wischfläche hinterlässt einen gleichmäßigen Wasserfilm auf dem Boden.

Dennoch war ich überaus positiv überrascht. Sollte ein Fleck einmal nicht vollständig aufgewischt worden sein, schickt man den Roboter einfach nochmal an Ort und Stelle. Übrigens kann die Wischplatte des Cube nicht nur vibrieren. Obendrein lässt sie sich um 8 mm anheben. Das hat den Vorteil, dass der smarte Haushaltshelfer über Teppichboden fahren kann, ohne diesen zu benässen. In dieser Preisklasse ist das alles andere als selbstverständlich!

Basisstation

Nach erfolgter Reinigungstour kehrt der Saugroboter in seine Station zurück. Auch zwischendurch kehrt das Gerät zurück zur Station, um das Tuch reinigen zu lassen. In welchen zeitlichen Abständen das passiert, kannst du in der App regulieren. Hier stehen dir 10, 20 oder 30 Minuten zur Wahl.

Der transparente Schmutzwassertank lässt erkennen, ob ein Leeren notwendig ist oder nicht.

Hier agieren einige Modelle der Konkurrenz schlauer. Diese setzen nicht auf auf Zeit, sondern gereinigte Quadratmeter als Abstand zwischen den Reinigungen. In der Station angekommen wird der Staubbehälter abgesaugt sowie das Tuch ordentlich durchgespült und gereinigt.

Ist das geschehen, trocknet die All-in-One-Lösung mit 40°C heißer Luft die Wischfläche. Das sorgt für Hygiene und verhindert üble Gerüche. Hier hast du die Wahl zwischen 3 und 5 Stunden Trocknungsdauer.

Die raue Oberfläche der blauen Reinigungseineit sorgt für eine ausgiebige Säuberung des Wischtuchs.

Beim Absaugen des Staubbehälters musst du mit mächtig Lärm rechnen. Da das Ganze allerdings nach einigen Sekunden erledigt ist, dürfte dich das im Alltag nicht weiter stören. Wer hingegen den Saugroboter nachts fahren lassen möchte, sollte das im Hinterkopf behalten.

Saugleistung

Mit einer maximalen Saugleistung von 4.300 Pascal ist der Yeedi erstaunlich saugstark. Doch mit der hohen Saugkraft geht auch eine recht hohe Betriebslautstärke einher. Deshalb bietet Yeedi gleich drei unterschiedliche Saugstufen an. Zwischen die beiden Modi „Leise“ und „Normal“ habe ich ehrlich gesagt keine großen Unterschiede feststellen können. Diese sorgten für solide Reinigungsergebnisse, ließen aber auch etwas Luft nach oben. Der Modus „Max“ zeigte dann, dass der Yeedi Cube auch anders kann. So sorgte die starke Leistung im Zusammenspiel mit der gummierten Hauptbürste und den beiden Seitenbürsten für eine wirklich gute Reinigung. Lediglich in einigen Ecken hinterließ der Saugroboter noch kleine Reste von Staub und anderem Schmutz.

Auch Schmutz in den Ecken erwischt der Cube recht zuverlässig.

Aber das kennen wir auch von hochpreisigen Konkurrenten und ist in der Regel dem kreisförmigen Design von Saugrobotern geschuldet. Auf Hartböden wie Fliesen, Vinyl oder Parkett macht der Yeedi Cube eine tolle Performance. Überzeugende Arbeit leistet er auch auf Teppichen. Anders als bei vielen anderen Modellen in dieser Preisklasse umfährt er diese nicht einfach nur, sondern kann dank anhebbarer Wischeinheit darüber fahren. Wer einen Langfloorteppich hat, sollte sich allerdings nicht allzu sehr darauf verlassen, dass dieser trocken bleibt. Hier genügt der Abstand einfach nicht. Die Reinigungsergebnisse auf dem Teppichboden waren okay. Als Tierbesitzer musste ich nur feststellen, dass der Saugroboter mitunter mit Tierhaaren zu kämpfen hatte.

Yeedi Cube Test: Nutzerkomfort

Wer sich einen Saugroboter mit Reinigungs- und Absaugstation kauft, ist in der Regel auf der Suche nach einer Extraportion Nutzerkomfort. Ist dieser auch beim Yeedi Cube gegeben? Blicken wir dafür zunächst einmal auf den Saugroboter selbst. Hier hat Yeedi nämlich ein spannendes Features verbaut, das vor allem Personen gefallen dürfte, die gleiche mehrere Stockwerke mit dem Saugroboter reinigen möchten. Auf der Oberseite befindet sich nämlich eine praktische Trageschlaufe mit deren Hilfe du den smarten Haushaltshelfer bequem zu seinem Einsatzort tragen kannst. Das sieht nicht nur cool aus, sondern ist meines Wissens nach auch ein echtes Novum im Bereich der Saugroboter.

Weiterhin sorgen natürlich die Automatismen der Cube-Station für Komfort. So reinigt sie nicht nur das Wischtuch, sondern kümmert sich obendrein um den gesammelten Schmutz im Staubbehälter. Sinnvoll ist auch das transparente Design von Schmutz- und Frischwassertank. So hat man immer im Blick, ob Leeren bzw. Nachfüllen ansteht. Als etwas krampfig dürfte manch einer lediglich das Nachfüllen des Frischwasserbehälters empfinden. Schließlich musst du dich zum Roboter selbst herunter bücken, um den Tank abzunehmen und zu füllen. Mich hat das nicht wirklich gestört, ältere Personen sollten das aber im Hinterkopf behalten.

Yeedi Cube Test: Wartung

Und wie sieht es mit der Wartung aus? Auch, wenn du hier eine All-in-One-Station geboten bekommst, musst du natürlich ab und zu auch selbst Hand anlegen. Dazu gehört zum einen das Leeren des Schmutzwassers. Obendrein musst du in regelmäßigen Abständen auch den Staubbeutel durch einen neuen ersetzen. Yeedi selbst spricht davon, dass ein Beutel 60 Tage durchhalten können soll, bevor er ersetzt werden muss. Weiterhin solltest du alle paar Wochen mal einen Blick auf die Verschleißteile an der Unterseite werfen. Insbesondere die Seitenbürsten können nach einigen Monaten recht ausgefranst sein und sollten ersetzt werden. Reinigen solltest du immer mal wieder die an der Seite und Unterseite befindlichen Sensoren sowie die VSLAM-Kamera. So schaffst du beste Voraussetzungen für ein gutes Funktionieren des Saugroboters. Zu guter Letzt solltest du nicht die Filter vergessen. Sowohl im Roboter als auch in der Station befinden sich HEPA-Filter, die gereinigt oder im Ernstfall ersetzt werden sollten.

Yeedi Cube Test: Akkulaufzeit

Der Yeedi Cube ist kein Marathonläufer. Für durchschnittliche Anwender dürfte die Akkulaufzeit aber vollkommen ausreichen. Auf der mittleren der drei Leistungsstufen konnte ich in knapp 90 Minuten lang nutzen, bevor der Akku seine Grenzen erreichte. Deutlich länger dürfte die Akkulaufzeit auf der niedrigsten Stufe ausfallen. Wer mehrere Etagen zu reinigen hat, sollte die recht limitierte Laufzeit im Hinterkopf behalten. Sollten dem Saugroboter während der Reinigung einer Etage die Energiereserven ausgehen, setzt er seine Reinigungstour nach vollgeladenem Akku einfach an der zuletzt gereinigten Stelle fort.

Fazit

Ist Yeedi das Debüt im Bereich der All-in-One-Lösungen gelungen? Ich denke, dass der Yeedi Cube in vielerlei Hinsicht ein voller Erfolg ist. Das beginnt bereits bei dem ungewöhnlichen, aber coolen Design und setzt sich bei einer tollen Verarbeitungsqualität fort. Weiterhin punktet das Gerät mit einer tollen Wischleistung, die ich so von der Wischplatte nicht erwartet hätte. Tolle Ergebnisse erzielt auch die Saugfunktion. Nur auf langfloorigen Teppichen hat sie mitunter ihre Probleme. Weiterhin bekommst du hier eine übersichtliche App mit vielen Einstellungsmöglichkeiten geboten.

Achillesferse des Cube ist die Navigation. Zwar liefert die VSLAM-Technologie hier deutlich bessere Ergebnisse ab als es beispielsweise noch ein Vac 2 Pro getan hat, aber LiDAR ist und bleibt einfach das non-plus-ultra, wenn es um Navigation von Saugrobotern geht. Sicherlich hat der Verzicht auch viel mit Kostenersparnis zu tun. Schließlich könnte Yeedi dieses Gerät dann niemals zu einer UVP von unter 700 Euro anbieten. Wer dennoch nicht auf LiDAR verzichten möchte und obendrein rotierende Wischpads bei der Wischfunktion bevorzugt, sollte sich den ähnlich preiswerten Uwant U200 einmal näher ansehen.

Yeedi Cube

Verarbeitung und Design
Reinigungsleistung
Navigation
Preis-Leistungs-Verhältnis

86/100

Der Yeedi Cube überzeugt im Test mit einem kompakten Design und einer soliden Reinigungsleistung. Leider hapert es an der Navigation.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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Saugroboter sind mittlerweile in der breiten Masse der Gesellschaft angekommen. So verlassen sich viele Menschen auf die tagtägliche Unterstützung der smarten Haushaltshelfer. Da verwundert es auch nicht, dass die Hersteller versucht sind, immer bessere Modelle auf den Markt zu bringen. Insbesondere in Sachen Nutzerkomfort legt man Modell für Modell noch eine Schippe drauf. Am deutlichsten machen das Saugroboter, die mit Basisstation inklusive Reinigungs- und Absaugfunktion daherkommen. Hier musst du dich nämlich nur noch alle paar Tage um deinen Saugroboter kümmern. Der Rest geschieht in Eigenregie. Eine solche Station bietet auch der Yeedi Cube. Doch anders als viele Konkurrenzmodelle kommt er … (Weiterlesen...)

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