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Elon Musk löscht kritische Journalisten auf Twitter

Den Kampf für freie Meinungsäußerung gab Elon Musk als Hauptbeweggrund beim Kauf von Twitter an. Doch offenbar scheint diese an dem Punkt zu enden, wo der umstrittene Tech-Milliardär selbst in der Kritik steht. Schließlich wurden nun diverse Journalisten von dem Kurznachrichtendienst gesperrt. Sie alle eint eine kritische Berichterstattung über Musk.

Die Doppelmoral des Elon Musk

Seitdem Elon Musk im Oktober in der Chefetage von Twitter eingezogen ist, ebben die Negativschlagzeilen nicht ab. So kündigte der Tesla-CEO nicht nur umfangreiche Umstrukturierungen und Sparmaßnahmen an, bei denen nicht nur vielen Twitter-Beschäftigte gekündigt wurde. Obendrein droht der Kurznachrichtendienst deutlich instabiler zu werden, da Musk bei der Serverinfrastruktur einsparen möchte. Doch der firmeninterne Kahlschlag ist nur eine Seite der Medaille. Nach außen hin kommuniziert Elon Musk, dass er Twitter eine Extraportion Meinungsfreiheit verpassen möchte. Doch dass dahinter lediglich leere Worte stecken könnten, wurde bereits klar, als Musk Werbekunden mit Negativwerbung drohte, wenn diese nicht mehr mit Twitter zusammenarbeiten würden. Nun legt der schillernde Tech-Milliardär noch eine Schippe drauf.

Kritik kommt von Presse und Politik

Da auch Musk in den letzten Wochen nicht entgangen sein wird, dass diverse Negativschlagzeilen über seine Person und Auswirkungen auf Twitter die Presse bestimmten, folgten nun Konsequenzen. So wurden diverse Twitterkonten von bekannten Journalisten aus den USA gesperrt. Diese schreiben für kritische Medien wie die Washington Post oder die New York Times. Die Löschkampagne hat herzlich wenig mit dem von Musk so stark hervorgehobenen Recht auf freie Meinungsäußerung zu tun. Natürlich ist das Medienecho auf dieses Vorgehen alles andere als positiv ausgefallen. Mittlerweile hat sich aber auch die Politik eingeschaltet.

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So auch das Auswärtige Amt in Deutschland, das bei Twitter kurz und knapp verlautbaren ließ, dass man ein Problem mit dem Vorgehen habe. Weiterhin ließ die Behörde auf dem Kurznachrichtendienst die Öffentlichkeit wissen, dass man Pressefreiheit nicht nach Belieben ein- und ausschalten dürfe. Auch die Regierung meldete sich zumindest mittelbar in Form von Vizeregierungssprecher Wolfgang Büchner. Dieser schrieb ebenfalls auf Twitter, dass die Sperrung inakzeptabel sei. Sollte Twitter dieses Verhalten weiterhin an den Tag legen, droht er damit, die Plattform zu verlassen. Um die Politiker der Ampelkoalition dabei außen vor zu lassen, deklarierte er den Tweet als „persönliche Anmerkung“.

Die rote Linie ist auch auf höherer Ebene offenbar überschritten worden. Schließlich meldete sich auch die EU und drohte gar Sanktionen an. Damit hat die Europäische Union ihre Drohung von Strafgeldern oder gar einer Twitter-Abschaltung erneuert, die man bereits Anfang Dezember 2022 verlautbaren ließ. Mit einem Verweis auf das Gesetz über digitale Medien schrieb die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Vera Jourova, ebenfalls auf Twitter, dass die „Nachrichten über die willkürliche Suspendierung von Journalisten“ besorgniserregend seien. Weiterhin betonte sie, dass es rote Linien gäbe und drohte abermals mit Sanktionen, wenn Twitter sich nicht bessern sollte.

Elon Musk startet Löschkampagne bei Twitter

Eine wirkliche Begründung für die diversen Kanallöschungen bleiben Twitter und Musk uns mittlerweile noch schuldig. Allerdings scheint die Löschung eines ganz anderen Accounts den Stein ins Rollen gebracht zu haben. So wurde am Mittwoch bekannt, dass Twitter den Account @elonjet gelöscht habe. Dieser zählte über eine halbe Million Follower und stellte eine Art Liveticker für die Flüge des Privatjets von Elon Musk dar. Auf dieses Verhalten von Musk gab es von der globalen Presse bereits ein negatives Echo. Schließlich nutzte der Betreiber des Accounts öffentlich zugängliche Daten. Eigens für den Account hat Twitter kurz vor der Löschung seine Plattformregeln geändert.

In der Neufassung wurde das Teilen von Standortdaten einer Person untersagt. Auf Grundlage dieser wurde @elonjet dann gelöscht. Das perfide daran ist, dass Musk noch Anfang November versicherte, dass er nicht einmal den Account löschen werde, der sein Privatjet verfolgt. Über den Umstand berichteten sodann natürlich auch Journalisten. Viele davon haben nun ihren Account bei Twitter verloren. Folglich scheint ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Berichterstattung und der Löschung vorzuliegen. Wenn das so weiter geht, prognostizieren wir bereits jetzt für Twitter ein baldiges Verschwinden in der Versenkung. Vielleicht ist ja Mastodon eine gute Alternative für dich?

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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