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Es ist offiziell: Elon Musk ist neuer Twitter-Chef

Die Seifenoper zwischen dem schillernden Tech-Unternehmer Elon Musk und Twitter scheint nun offenbar ihren Höhepunkt erreicht zu haben. So hat der Tesla-Chef nach Monaten des hin und her nun schlussendlich doch noch den Kurznachrichtendienst gekauft. Nach den ersten Stunden des Daseins als neuer Twitter-CEO hat er direkt ein paar Exempel statuiert und die Führungspositionen des Unternehmens entlassen. Dazu gehört auch der ehemalige Twitter-Chef Parag Agrawal selbst.

Entlassungen durch Elon Musk als Symbol der Übernahme

Offiziell wurde die Übernahme von Twitter als der Kurznachrichtendienst am Freitag, den 28. Oktober 2022, der US-Wertpapieraufsicht seinen Rückzug von der Börse offenbarte. Doch bereits am Donnerstag konnte man anhand drei gewichtiger Entlassungen bemerken, dass Elon Musk ab sofort das Sagen bei Twitter hat. Neben dem nun ehemaligen Twitter-CEO Parag Agrawal höchstpersönlich wurde auch der bisherige Finanzchef Ned Segal gefeuert. Überaus symbolisch war auch die Entlassung von Vijaya Gadde.

Die Managerin war bei Twitter für den Bereich Hatespeech und Fake News zuständig und machte aus Sicht von Elon Musk ihren Job stets überaus schlecht. Aus internen Quellen, auf die sich die New York Times beruft, geht hervor, dass Musk sogar einen der Top-Führungskräfte aus dem Gebäude eskortieren ließ. Dass dies erst der Anfang sein könnte, machen Aussagen von Musk von vor ein paar Tagen deutlich als er verlauten ließ, dass er 75 Prozent der Belegschaft von Twitter entlassen möchte.

Wird Twitter zum Sammelbecken für Radikale?

Dass die Politik bei dem Katz- und Mausspiel, das Twitter und Musk in den vergangenen Monaten trieben, tatenlos zusah, kam bei Vielen nicht gut an. Insbesondere Netzaktivisten sehen die Übernahme durch den Tech-Visionär, der in der Vergangenheit nicht nur einmal mit zweifelhaften Aussagen zur Meinungsfreiheit auffiel, überaus kritisch. Mit seinem Tweet „the bird is freed“ (dt: Der Vogel wurde befreit.) scheint der Tesla-Chef deutlich zu machen, in welcher Rolle er sich nun sieht. Er ist es, der nun „endlich“ für Meinungsfreiheit auf Twitter sorgen möchte. Was das im Einzelnen bedeuten soll, kann man sich jetzt noch nicht ausmalen. Allerdings dürfte das heißen, dass Personen wie Donald Trump ihren Account beim Kurznachrichtendienst wiedererlangen könnten.

Dies bedeutet, dass die teils menschenverachtenden und verschwörungstheoretischen Inhalte vieler fragwürdiger Twitter-Nutzer bei dem Dienst wieder Einzug halten könnten. Diese hatte Twitter erst im Rahmen zahlreicher Löschungen aus dem Netzwerk entfernt. Inwiefern bei Trump Interesse an einer Rückkehr besteht, ist derzeit noch fraglich. Zwar hat dieser mit Truth Social seine eigene Twitter-Alternative geschaffen, diese steckt allerdings gerade in einer finanziellen Misere. Da Twitter unter der Führung von Elon Musk nun auch wieder Platz für Verschwörungstheoretiker und sogenannte „Schwurbler“ bieten möchte, um der Meinungsfreiheit gerecht zu werden, fällt ein Alleinstellungsmerkmal von Truth Social weg. Das dürfte Donald Trump, der stets an die Zukunft seiner Twitter-Alternative glaubte, nicht gefallen.

Eine echte Hassliebe zwischen Twitter und Elon Musk

Seit Elon Musk im April diesen Jahres den Wunsch äußerte, Twitter zu einem Preis von knapp 44 Milliarden US-Dollar zu kaufen, ist viel passiert. So legte der Tech-Milliardär seine Pläne zwischenzeitlich auf Eis. Als Grund gab der Unternehmer an, dass der Kurznachrichtendienst falsche Angaben zum Anteil der Fake-Accounts mache. Dies führte gar dazu, dass er im Juli sagte, die Übernahme sei geplatzt. Nachdem Twitter mit rechtlichen Schritten drohte, entschloss sich Musk dann doch dafür, das soziale Netzwerk zu kaufen. Dem ersten Anschein nach scheint er seine neue Rolle als Twitter-Chef auch durchaus ernst zu nehmen. Schließlich wollte er sich gleich am Freitag, den 28. Oktober 2022, bei der Belegschaft persönlich vorstellen.

Wie dieses Aufeinandertreffen ausfallen wird, dürfte bei vielen mit Spannung erwartet werden. Schließlich sind während des Aufs und Abs zwischen Twitter und Musk einige böse Worte gefallen. Viele gingen angesichts der Reibereien gar nicht mehr davon aus, dass es überhaupt zu einem Kauf kommen könne. Mit noch mehr Spannung wird allerdings erwartet, wie sich Twitter in den kommenden Monaten entwickeln wird. Da das Medienecho nach der Übernahme Negatives von der Entwicklung erwartet, dürften vorerst einige Werbepartner abspringen. Angesichts der Tatsache, dass es gerade Werbung ist, mit der sich der Kurznachrichtendienst derzeit finanziert, dürfte das schwer wiegen.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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