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Arctic P12 Max Test – sehr schnell und sehr leise

Die Arctic P12 sind bereits seit langer Zeit extrem beliebte Lüfter im günstigen Preissegment. Die deutsche Marke Arctic ruht sich jedoch nicht auf dem Erfolg aus, sondern entwickelt weiter. Und so sind 2023 die neuen Arctic P12 Max auf den Markt gekommen, die neben der Laufruhe der ursprünglichen Arctic P12 eine besonders hohe Leistung durch einen sehr hohen Drehzahlbereich versprechen. Was diese Lüfter leisten, für wen sie geeignet sind und ob sich der Mehrpreis gegenüber den regulären P12 lohnt, klären wir im Arctic P12 Max Test!

Spezifikationen

Drehzahl 200 – 3300 RPM (& 0 RPM-Modus)
Größe 120 x 120 x 25 mm
Kabellänge 40 cm
Ansteuerung 4-Pin PWM
Luftstrom max. 137,69 m³/h
Statischer Druck 4,35 mm (H2O)
Gewicht 184 g
Lager Doppeltes Kugellager
Erwartete Einsatzzeit 500.000 Stunden
Garantie 6 Jahre
Preis € 9,99 *

Verpackung und Lieferumfang

  • Einfache, kompakte Verpackung
  • Das einzige Zubehör sind Gehäuselüfterschrauben

Die Verpackung der Arctic P12 Max unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht wirklich von der anderer Arctic-Lüfter. Eine minimalistische blaue Schachtel mit dem kleinstmöglichen Packmaß enthält neben dem Lüfter lediglich ein Päckchen Lüfterschrauben für den Einsatz als Gehäuselüfter.

Das ist kein beeindruckender Lieferumfang, aber dabei ist noch immer zu bedenken, dass die Arctic P12 Max noch immer recht günstig sind. Somit erwartet man kein großes Zubehörpaket.

Design und Verarbeitung

  • Saubere Verarbeitung
  • Einige Änderungen im Vergleich zum günstigeren P12
  • Dünnes, schwarzes Kabel

Beim ersten Griff zu den Arctic P12 Max fällt ihr nicht gerade geringes Gewicht auf. Da ist eine gewisse Masse dahinter! Im Vergleich zu den regulären Arctic P12 fällt auch der Ring um die Lüfterblätter auf, mit dem diese alle verbunden sind. Möglicherweise eine Taktik gegen die zeitweise Ausdehnung bei höheren Drehzahlen. Das wäre eine Alternative zum Wechsel auf andere Materialien. Ein weiterer Unterschied sind die grau gummierten Auflageflächen in den Ecken, die mögliche Vibrationen auf das Gehäuse oder den Radiator verringern. Insgesamt ist das Design somit relativ ähnlich zu den Arctic P12 A-RGB.

Drei unterschiedlicheArctic P12 Lüftermodelle
Links: Arctic P12 PWM, Mitte: Arctic P12 PWM PST A-RGB, Rechts: Arctic P12 Max

Insgesamt machen die Arctic P12 einen sehr hochwertigen Eindruck. Die Lüfterblätter drehen sich sehr sanft und wirken dabei kräftig und auch der Lüftermotor ist größer und stabiler gebaut als bei den regulären Arctic P12.

Auch die Kanten sind sauber verarbeitet und die Oberflächen wirken hochwertiger als in der Preisklasse zu erwarten wäre. Das Kabel ist in der Preisklasse natürlich nicht ummantelt. Aber das macht nicht wirklich etwas aus, denn das dünne Kabel lässt sich einfach und unauffällig verlegen.

Die Sache mit der Lautstärke

  • Leise im normalen Drehzahlbereich
  • Dreht allerdings schnell auf und wird dann laut
  • Mögliches Problem mit ASUS-PWM-Steuerung

Um einen Punkt vorweg zu nehmen: Im Verhältnis zur Drehzahl sind die Arctic P12 wirklich relativ leise. Das war bereits die Stärke der regulären Arctic P12. Die Lautstärkemessung bescheinigt den Arctic P12 Max sogar einen noch leiseren Einsatz, wenn man die Drehzahlen angleicht. Hierbei gibt es jedoch drei Dinge zu bedenken:

Erstens leiden die Arctic P12 Max unter einem typischen Highspeed-Lüfter-Problem, worunter beispielsweise auch die Noctua NF-A14 industrialPPC-3000 leiden. Ein konstantes leises Klacken ist auch bei niedrigen Drehzahlen zu hören. Es ist sehr leise und somit beeinflusst es die Lautstärkemessung nicht im relevanten Maß. Aber es ist dennoch wahrnehmbar.

Zweitens drehen die Lüfter pro Prozent der PWM-Steuerung mehr auf als Lüfter mit einem geringeren Drehzahlumfang. Dadurch steigt die Drehzahl und damit die Lautstärke schneller an und die intensiveren Schwankungen sind deutlich wahrnehmbar.

Drittens sind die Arctic P12 Max zwar relativ gesehen zur Drehzahl leise, aber wenn sie aufdrehen, werden sie dennoch ordentlich laut. Im heimischen Rechner wird man es nicht genießen, ein Set dieser Lüfter voll aufzudrehen.

Last but not least hatte ich beim Test auf meinem ASUS B450-F das Problem, dass die PWM-Steuerung dieser Lüfter gesponnen hat und die Arctic P12 Max somit starken Geschwindigkeitsschwankungen unterlegen war. Sehr nervige Angelegenheit. Dieses Problem konnte ich beheben, indem ich die Lüftersteuerung von PWM auf DC umgestellt habe. Arctic konnte bestätigen, dass dieser Fehler bei diesem und anderen Mainboards auftritt. Mit anderen Mainboards konnte ich die Lüfter auf Anhieb normal steuern. Inzwischen hat Arctic sein Handbuch um einen entsprechenden Hinweis erweitert:

Einige Mainboards erzeugen ein sehr ungenaues PWM-Signal (keine rechteckige Signalform). Das kann zu Schwankungen der Lüftergeschwindigkeit des P12 Max führen. Wenn du davon betroffen bist, hilft dir unser Support gerne mit einer Lösung weiter.

Im Folgenden findest du eine Liste der Mainboards, bei denen dieses Problem bestätigt wurde.

ASRock Z690M-ITX
ASUS Prime X470-Pro
ASUS ROG Strix B350-F Gaming
ASUS ROG Strix B450-F
ASUS Z170 Pro Gaming Aura
GIGABYTE B550I Aorus Pro

PWM 4-Pin Lüfterkabel
Üblicherweise sind Lüfter mit PWM-Anschlüssen einfach zu steuern. In Kombination mit ASUS-Mainboards kann es in seltenen Fällen zu Problemen mit dem Lüfter kommen.

Leistung als Radiatorlüfter

  • Sehr hohe Performance
  • Extrem gutes Verhältnis aus Leistung und Lautstärke
  • Hohe Maximalleistung

Beim Test als Radiatorlüfter tritt der Arctic P12 Max auf einem Arctic Liquid Freezer II 240 gegen andere Lüfter an. Als Konkurrenz habe ich neben den regulären Arctic P12 den etwas teureren, aber konstruktionsmäßig nicht unähnlichen Cooler Master Mobius 120 gewählt. Um in einen ähnlichen Geschwindigkeitsbereich zu kommen, teste ich außerdem den Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 dagegen. Die AIO-Wasserkühlung sitzt auf einem AMD Ryzen 9 5950X, der mit einer Übertaktung rund 160 W in Cinebench zieht. Die Temperatur wird nach einer einheitlichen Aufwärmzeit von 8 Minuten gemessen. Der Radiator sitzt in der Front des Fractal Design Pop XL Air, welches zusätzlich zum Radiator mit dem engmaschigen Lüftergitter einen noch höheren Widerstand bietet.

Test bei 1100 RPM

Zunächst geht es um den Test bei einer einheitlichen Drehzahl von 1100 RPM. Was die reine Leistung angeht, setzt sich hier der Noctua-Lüfter an die Spitze und erst mit einem soliden Abstand folgen die beiden Versionen des Arctic P12, die hier sehr vergleichbar performen. Mit einem geitaus geringeren Abstand folgt der Cooler Master Mobius. Aber entsprechend der hohen Leistung ist der Noctua-Lüfter auch merklich lauter als die anderen drei. Der Arctic P12 Max ist in diesem Test der leiseste Lüfter. Der P12 und der Mobius folgen aber jeweils mit knappen Abständen.

Test bei 31 dB(A)

Wenn man nun nicht eine einheitliche Drehzahl, sondern eine normalisierte Lautstärke als Referenz wählt, ist der Leistungsvorsprung des Noctua-Lüfters dahin. In unserem großen Radiator-Lüftertest setzt sich der Arctic P12 sogar auf den dritten Platz des Gesamtvergleichs und wird nur von den vielfach teureren Noctua NF-A12x24 und den be quiet! Silent Wings Pro 4 geschlagen, wogegen sich der Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 am unteren Ende wieder findet. Er hat echte Probleme, leise zu werden und muss dafür wirklich langsam drehen. Die Arctic P12 und der Cooler Master Mobius 120 sind allerdings beide nicht wirklich weit vom P12 Max entfernt, was insbesondere für den nochmal merklich günstigeren Arctic P12 ein beeindruckendes Ergebnis darstellt.

Maximalleistung

Okay – wer Lüfter mit einer so hohen Maximaldrehzahl sucht, ist möglicherweise nicht an der Lautstärkeentwicklung interessiert. Beispielsweise in Serverräumen, in denen es gerne mal wärmer wird, wird einfach die höchstmögliche Leistung benötigt und die geschlossene Tür kümmert sich um die Geräusche. Oder wenn die Lüfter in Industriehallen sowieso übertönt werden, dann kommt es möglicherweise auch einfach mehr auf Leistung und Zuverlässigkeit an. Im heimischen Bereich dagegen ist die Maximalleistung bei Hochgeschwindigkeitslüftern kein erstrebenswerter Zustand. Wer sich hier zwischen den Noctua-Lüftern und den Arctic P12 Max entscheiden möchte, den muss ich um klare Ergebnisse vertrösten: Die Performance liegt im Bereich der Messtoleranz. Dabei werden die Arctic P12 Max aber dennoch nur knapp halb so laut und sind dazu auch deutlich günstiger. Der Vorteil der Noctua-Lüfter ist allenfalls die bereits bewiesene Langlebigkeit im Dauerbetrieb. Arctic verspricht bei den P12 Max allerdings ebenfalls eine sehr hohe Ausfallsicherheit und gibt eine mit 6 Jahren überdurchschnittlich lange Garantie.

Die regulären Arctic P12 liegen übrigens weitestgehend gleichauf mit den Cooler Master Mobius 120 – wenn sie auch insgesamt ein gutes Stückchen schwächer abschneiden als die Hochleistungslüfter.

Arctic P12 Max Test des 120mm Lüfters
Der Arctic P12 Max ist nicht nur schnell, sondern auch verhältnismäßig leise.

Einsatz als Gehäuselüfter

  • Cooler Master Mobius 120 bietet das beste Verhältnis aus Leistung und Lautstärke
  • Extrem hohe Maximalleistung, aber im normalen Lautstärkebereich ist der reguläre P12 nah dran.

Prinzipiell sieht der Testablauf hier ähnlich aus – drei äquivalente Tests werden durchgeführt, allerdings werden die Lüfter vom Luftkühler auf dem Prozessor, einem Ryzen 5 3600X, und der Grafikkarte auf eine feste Drehzahl eingestellt, sodass nur die Gehäuselüfter den Unterschied machen. Dieser Arctic P12 Max Test wird im Vergleich mit denselben Konkurrenzlüftern in einem DeepCool CH510 Mesh Digital durchgeführt. Als Last wird 3DMark Nightraid für 10 Minuten laufen gelassen und während des 11. Durchgangs werden die Temperaturen von Prozessor und Grafikkarte gemessen.

Test bei 1100 RPM

Bei 1100 RPM setzt sich der Cooler Master Mobius 120 an die Leistungsspitze, doch die Arctic P12 und P12 Max folgen in diesem Test mit einem nicht allzu weiten Abstand. Der Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 bietet prinzipiell eine mindestens ebenso starke Leistung, wird dabei jedoch merklich lauter. Der Artic P12 Max ist der einzige der Lüfter, der so leise wird, dass er vom Lautstärkemesser nicht vom Grundrauschen des restlichen Systems unterschieden werden kann. Der Arctic P12 und der Cooler Master Mobius 120 liegen allerdings nur knapp an der Wahrnehmungsgrenze.

Test bei 31 dB(A)

Um an diese Wahrnehmungsgrenze geht es mit dem zweiten Test. In diesem Fall wird der Arctic P12 Max ein wenig beschleunigt, bis er die entsprechende Lautstärke erreicht und der Noctua NF-F12 iPPC-3000 wird deutlich heruntergedreht. Die zusätzliche Drehzahl auf rund 1230 RPM bringt den Arctic P12 Max allerdings keinen wirklichen Leistungsvorsprung und die Performance liegt noch im Toleranzbereich zu den regulären Arctic P12. Der Cooler Master Mobius 120 bleibt an der Leistungsspitze, während der Noctua-Lüfter merklich abfällt. Ein solides Ergebnis für beide Arctic-Lüfter, wenn auch der Mobius einfach der etwas bessere Lüfter für diesen Einsatzzweck bleibt.

Maximalleistung

Wie bereits beim Radiator-Test muss man sagen, dass keiner der Hochleistungslüfter, also Lüfter mit mehr als 2000 RPM, noch wirklich angenehme Lautstärken bieten. Da macht auch der Arctic P12 Max keinen wirklichen Unterschied, selbst wenn er merklich leiser als die Konkurrenz von Noctua ausfällt. Wenn man die Lüfter voll aufdreht, zieht der Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 aus dem Hintergrund tatsächlich leistungsmäßig am Arctic P12 Max vorbei. Das allerdings nur knapp und eben bei einem sowohl merklich höheren Anschaffungspreis als auch einer merklich höheren Lautstärkeentwicklung. Und der Drehzahl entsprechend folgt der Cooler Master Mobius 120 mit einem gewissen Abstand und etwas abgeschlagen folgt der Arctic P12, ist allerdings auf Höchstdrehzahl der einzige Lüfter im Vergleich, der noch wirklich erträglich leise ist.

Arctic P12 Max Test als Gehäuselüfter
Auch als Gehäuselüfter ist der Arctic P12 Max ein durchaus überzeugender Lüfter.

Ersatzlüfter auf dem Luftkühler?

  • Arctic P12 Max noch immer mit gutem Lautstärke-Leistungs-Verhältnis
  • Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 bietet mehr pure Leistung

Wer nicht zufrieden ist mit dem Lüfter seines Luftkühlers oder die Lautstärke reduzieren möchte bzw. die Leistung verbessern, könnte mit dem Gedanken spielen, sich einen anderen Lüfter auf den Kühlkörper zu spannen. Das ist mit dem Arctic P12 Max dank der Standardmaße kein Problem.

Prinzipiell habe ich dieselben Testabläufe auch hier durchgeführt, aber ich kürze die Erläuterung etwas ab, denn es wiederholt sich etwa die Leistung der Gehäuselüfter-Leistung. Im niedrigeren Drehzahlbereich kämpfen der Arctic P12 Max und der Cooler Master Mobius 120 um den ersten Platz. Bei der einheitlichen Lautstärke und der Maximaldrehzahl springt der Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 an die Spitze. Der reguläre Arctic P12 ist noch immer knapp hinter dem P12 Max. Ergo alles etwa wie gehabt.

Fazit

Ich muss sagen, dass ich zwiegespalten bin, was den Arctic P12 Max angeht. Einerseits ist er ein solider, flotter Lüfter mit einem großen Leistungsumfang und einem guten Verhältnis aus Leistung und Lautstärke. Andererseits sind die regulären Arctic P12 nicht nur ein gutes Stück günstiger, sondern auch feiner zu steuern und sie reizen bereits den lautstärkemäßig erträglichen Bereich komplett aus. So halte ich die Arctic P12 Max eigentlich für die regulären Heimanwender für überflüssig und würde die normalen P12 empfehlen. Für Anwender mit viel Erfahrung beim Einstellen von Lüfterkurven oder für den Einsatz in Servern in abgeschlossenen Räumen sind die Arctic P12 Max jedoch eine günstigere Lösung, um an Hochleistungslüfter zu kommen. Nichts desto trotz sind die Arctic P12 Max durchaus sehr gute, flexible und bei niedrigen Drehzahlen leise Lüfter, deren Konkurrenz mit ähnlichen Drehzahlen weitaus teurer ausfällt.

Arctic P12 Max Test Gold Award

Arctic P12 Max

Verarbeitung
Ausstattung
Leistung
Lautstärke
Preis-Leistungs-Verhältnis

90/100

Der Arctic P12 Max ist ein günstiger 120-mm-Lüfter mit einem besonders hohen Drehzahlbereich, der besonders bei geringerer Geschwindigkeit ausgesprochen leise ist.

Simon Deobald

Schon zu Kindertagen, noch bevor ich wirklich lesen konnte, wusste ich unter DOS, was einzutippen ist, um "Die Siedler" zu starten. Wenige Jahrzehnte später beschäftige ich mich auch weit intensiver mit PCs und entsprechender Hardware, bin ansonsten als Feuerwehrmann, (Produkt-)Fotograf und Redakteur tätig, wie auch ein Gitarren-Nerd.

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