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DeepCool AK500 im Test – Ein neuer Luftkühler der oberen Mittelklasse

DeepCool hat im letzten Jahr einige neue Luftkühler auf den Markt gebracht, die sehr zu überzeugen wussten. Zunächst kam der Doppelturm-Kühler DeepCool AK620 auf den Markt, der die leistungsmäßige Oberklasse in einen bezahlbaren Bereich gebracht hat. Anschließend ist mit dem DeepCool AK400 ein kompaktes Einsteiger-Modell erschienen, das bei geringen Maßen und einem bezahlbaren Preis eine starke Leistung bietet. Nun haben wir mit dem DeepCool AK500 einen neuen Kühler im Test, der den oberen Mittelklasse-Bereich abdecken soll. Mit diesem Test soll geklärt werden, wo sich der große Single-Tower-Kühler einsortiert und wie das Leistungsverhältnis zu den beiden Geschwistern aussieht.

Spezifikationen

Größe 127 x 117 x 158 mm
Heat Pipes 5x 6 mm
Kompatible Sockel Intel 115x / 1700 / 1200 / 20xx
AMD AM4 / AM5
Lüfter 1x 120 mm DeepCool FK120
Lüfter-Typ Fluid Dynamic Bearing
Lüfter-Drehzahl 500 – 1850 RPM
Statischer Lüfter-Druck 2,19 mmAq
Lüfter-Lautstärke ≤28 dB(A)
Lüfter-Stromverbrauch 1,44 W
Preis € 54,90 *
Preis optionaler zweiter Lüfter DeepCool FK120 € 11,99 *

Verpackung

Vom Stil her geht die Verpackung des DeepCool AK500 in dieselbe Richtung wie vom AK620 und dem LS720. Ein brauner Karton ist mit einem weißen Papprahmen mit Produktaufdruck versehen. Insgesamt ein seriös wirkendes Design. Im Inneren blickt man frontal auf den am Kühlkörper bereits befestigten Lüfter. Dieser steckt in einem weißen Schaumstoff zum Schutz. Daneben findet sich ein kleiner Karton mit dem kompletten Zubehör und Montagematerial.

Lieferumfang

  • Umfangreiches Zubehör
  • Montagematerial für moderne Mainstream-Sockel

Abgesehen vom Kühler mit dem vormontierten Lüfter DeepCool FK120* selbst findet sich im Lieferumfang des DeepCool AK500 natürlich die Anleitung, deren Verwendung sich zur Montage dringend empfiehlt. Ansonsten gibt es das Montagematerial für die aktuellen AMD- und Intel-Sockel. Jeweils eine Tüte gibt es für AMD und eine für Intel, dann noch Rändelmuttern zur Befestigung, die für beide Sockel nötig sind. Zur Montage gibt es außerdem noch einen langen Schraubendreher im IKEA-Stil und eine kleine Tube Wärmeleitpaste. Ein Low-Speed-Adapter, der die am Lüfter ankommende Spannung reduziert, ist ebenfalls mit von der Partie. Last but not least ist auch ein zweites Set an Klammern zur Halterung eines zweiten Lüfters mitgeliefert.

Montagematerial zum DeepCool AK500
Montagematerial und Anleitung des DeepCool AK500

Design

  • Großer Kühlkörper mit einzelnem Lüfter
  • Designelemente entsprechen den Schwestermodellen

Das Design des DeepCool AK500 spricht dieselbe Sprache wie die der Schwestermodelle. Ein Aluminium-Kühlkörper mit vernickelter Bodenplatte und fünf vernickelten Heatpipes entsprechen dem gewohnten Farbschema der regulären Modelle. Eine weiße Version gibt es entsprechend der anderen beiden DeepCool-Kühler ebenfalls. Auf der Oberseite ist der Kühlkörper wieder mit einer dunklen Abdeckplatte mit feinem Quadratmuster bedeckt.

Wie der AK400 ist der DeepCool AK500 aus diesem Test ein Single-Tower-Kühler, ist dabei jedoch deutlich größer. Vom AK620 hat der DeepCool AK500 den besseren Lüfter und die vernickelte Kontaktplatte geerbt. Allerdings kommt der AK500 nur mit einem Lüfter. Von der Bauweise her ist der Kühlkörper asymmetrisch nach hinten verschoben, damit er auch hohen RAM-Riegeln nicht in die Quere kommt. So wirkt er von der Konstruktionsweise und dem Preis her zunächst dem be quiet! Shadow Rock 3 ähnlich, doch ist der Lüfter des DeepCool AK500 ein druckoptimierteres und schneller drehendes Modell. Daher kann dessen Kühlkörper mit mehr Lamellen in einer dichteren Anordnung gebaut werden.

Hier sei auch erwähnt, dass der DeepCool AK500 mit der Einbauhöhe von 158 mm einen Vorteil gegenüber be Quiet!s Konkurrenzmodell Shadow Rock 3 hat, welcher mit 163 mm in einige Gehäuse gerade so nicht mehr passt.

Verarbeitung

  • Robuste Verarbeitung
  • Gute Lüfterklammern

Die Verarbeitung des DeepCool AK500 besteht den Test. Die Lamellen sind fest und verbiegen sich nicht leicht und sind außerdem ineinander verzahnt, was die Stabilität erhöht. Die Klammern für die Lüfter halten sich an diesen gut fest und man benötigt nicht zu viel Kraft zum Montieren. Das Montagematerial besteht aus Metall und macht ebenfalls einen guten Eindruck. Die Ecken des Lüfters sind voll gummiert, was Vibrationsgeräusche vermindern soll. Allerdings bleibt an diesen auch schnell etwas Staub hängen. Insgesamt ist die Verarbeitungsqualität des DeepCool AK500 durchweg gut und bietet keinen Anlass zur Kritik.

Einbau

  • Relativ einfache Montage
  • Lüfter und Abdeckung müssen vor der Montage abgenommen werden
  • Wärmeleitpaste ist nicht voraufgetragen
  • Der große Kühlkörper erschwert die Sicht

Der Einbau des DeepCool AK500 ging in dem Test recht einfach von der Hand. Die Backplate – bei Intel die mitgelieferte und bei AMD das Standard-Modell – wird mit Rändelschrauben am Mainboard befestigt. Auf diesen werden die passenden Brackets (Metallschienen) platziert und mit Rändelmuttern festgezogen. Dabei muss man lediglich auf die Einbaurichtung achten, doch auf den Brackets zeigt jeweils ein Pfeil in Prozessorrichtung und auch in der Anleitung wird die korrekte Richtung ersichtlich.

Nun muss man die schwarze Abdeckung am Kühlkörper entfernen (werkzeuglos nach oben ziehen), womit ein Loch durch die Lamellen freigelegt wird, durch das man eine der Schrauben zur Befestigung erreicht. Auch der vormontierte Lüfter wird abgenommen, um die zweite Schraube freizulegen. An der Kontaktfläche muss der Schutzaufkleber entfernt werden und die Wärmeleitpaste wird auf den Prozessor aufgetragen. Nun wird der Kühlkörper platziert, wobei die asymmetrische Bauweise zu beachten ist. Er sollte sich also von den RAM-Slots „weglehnen“.

Mit dem Schraubenzieher sollte man nun durch das Loch im Kühlkörper gehen und die Schraube ans Gewinde an einem der Brackets kurz andrehen, bis die Schraube gerade so greift. Nun dasselbe an der anderen Schraube. Insgesamt ist das nicht ganz einfach – insbesondere, wenn das Mainboard sich in einem Case befindet. In diesem Fall ist nämlich die Sicht durch den großen Kühlkörper etwas eingeschränkt. Wenn beide Schrauben gegriffen haben, sollte man sie jeweils abwechselnd um ein paar Drehungen festziehen, bis man auf beiden Seiten am Anschlag ist.

Nun kann man den Lüfterwieder am Kühlkörper des DeepCool AK500 anbringen und die schwarze Abdeckung über den Lamellen wieder festdrücken. Last but not least nicht vergessen, auch das Kabel des Lüfters am entsprechenden CPU-Lüfter-Header am Mainboard zu befestigen.

Testsystem und Testablauf

  • Test des DeepCool AK500 mit einem Lüfter, mit einem Lüfter und Low-Speed-Adapter und mit zwei Lüftern
  • Vergleich mit DeepCool AK400, AK620, Enermax ETS-F40-FS und AMD Wraith Spire

Der Ryzen 5 3600X des Testsystems hat im DeepCool AK500 Test im Idle einen Stromverbrauch von rund 18W und unter Cinebench-Last zieht er etwa 78W. Die Idle-Temperatur wurde immer gemessen, nachdem das System zehn Minuten ohne Bedienung gelaufen ist. Dabei wurde ein Durchschnittswert einer Messzeit von einer Minute genommen. Anschließend wurde das System durch Cinebench R23 dauerbelastet und nach acht Minuten Aufwärmzeit wurde erneut eine einminütige Messung der Durchschnittstemperatur genommen. Die Gehäuselüfter waren statisch auf 34% der Leistung eingestellt, um nicht durch automatische Anpassungen das Ergebnis zu beeinflussen. Außerdem wurde durch die geringe Drehzahl ein geringer Einfluss der Gehäuselüfter auf die Lautstärkemessung sichergestellt.

Der Test wurde in einem Enermax StarryKnight SK30 durchgeführt mit den Werkslüftern und einem zusätzlichen Lüfter oberhalb des Prozessorkühlers. Die Gehäuselüfter wurden nie verstellt. Die Kühler wurden dagegen mit 50% PWM für einen leisen Betrieb und 100% PWM für die größtmögliche Leistung getestet. Anschließend wurden die Ergebnisse um die Raumtemperatur bereinigt, die Werte werden also als Delta angegeben. Das ist die Differenz zwischen Raumtemperatur zum Zeitpunkt der Messung und der gemessenen Temperatur. Die Lautstärke des Gesamtsystems wurde bei einer Basis-Raumlautstärke von 36 dB in einem halben Meter Entfernung vom Gehäuse gemessen.

Für die Einordnung der Leistung des DeepCool AK500 wurden Vergleichskühler herangezogen. Einerseits die Geschwistermodelle AK400 und AK620, andererseits der Box-Kühler AMD Wraith Spire. Letztlich ist mit dem Enermax ETS-F40-FS ein weiterer größerer Single-Tower-Kühler im Vergleich gelandet. Der DeepCool AK500 wurde in Basis-Ausstattung getestet, dann mit dem mitgelieferten Low-Speed-Adapter. Zuletzt mit einem optional erhältlichen zweiten Lüfter (DeepCool FK120), der mit den mitgelieferten Klammern angebracht werden kann.

Leistung im Vergleich

Prozessor Delta Idle-Temperatur Delta Cinebench-Temperatur Lautstärke
AMD Wraith Spire 50% PWM 11,7° C 59,5° C 41 dB
AMD Wraith Spire 100% PWM 11,5° C 56,3° C 45 dB
Enermax ETS-F40-FS 50% PWM 9,1° C 49,7° C 38 dB
Enermax ETS-F40-FS 100% PWM 9,1° C 48,5° C 39 dB
DeepCool AK400 50% PWM 9,3° C 50,0° C 38 dB
DeepCool AK400 100% PWM 9,2° C 48,0° C 41 dB
DeepCool AK500 50% PWM 9,1° C 49,0° C 39 dB
DeepCool AK500 100% PWM 8,9° C 46,9° C 41 dB
DeepCool AK500 50% PWM (Low-Speed-Adapter) 9,3° C 49,7° C 38 dB
DeepCool AK500 100% PWM (Low-Speed-Adapter) 8,9° C 47,7° C 39 dB
DeepCool AK500 50% PWM (2x FK120) 8,7° C 47,9° C 39 dB
DeepCool AK500 100% PWM (2x FK120) 8,4° C 46,1° C 44 dB
DeepCool AK620 50% PWM 8,6° C 47,8° C 39 dB
DeepCool AK620 100% PWM 8,4° C 46° C 44 dB

Analyse der Lautstärke

Bei einer gemessenen Lautstärke von 38 dB, welche hier öfter vorkommt, bedeutet es, dass der Kühler im Basisrauschen der Gehäuselüfter verschwindet. 39 dB lassen einen ebenfalls den Kühler nicht heraushören. Ab etwa 41 dB heben sich die Kühler merklich von den Gehäuselüftern ab. Ab 43 dB sind die Kühler sehr deutlich zu hören und werden langsam so aufdringlich, dass ich sie im Alltag nicht auf dieser Höhe laufen lassen wollte.

Der DeepCool AK500 schlägt sich im Test sehr gut. Prinzipiell ist die Lautstärke sehr ähnlich zum AK400, dabei wird allerdings eine bessere Kühlleistung erzielt. Der Low-Speed-Adapter reduziert die Drehzahl des Lüfters. Eigentlich braucht man diesen nicht, wenn man die Drehzahl via PWM herunterregelt. Aber wenn man sich mit der Einstellung der Lüfter nicht auskennt oder auch mit automatischer Lüftersteuerung dafür sorgen will, dass der AK500 leise bleibt, kann man den Low-Speed-Adapter durchaus einsetzen.

Mit zwei Lüftern ist der DeepCool AK500 logischerweise genauso laut wie der AK620, der mit zwei identischen Lüftern geliefert wird.

Analyse der Leistung

  • Leistung mittig zwischen AK400 und AK620
  • Auch mit Low-Speed-Adapter stärker als AK400
  • Mit einem zweiten Lüfter ist die Leistung vergleichbar mit dem AK620

Der DeepCool AK500 sitzt leistungsmäßig und preislich fast exakt in der Mitte zwischen dem AK400 und dem AK620. Damit ist er quasi perfekt für Prozessoren der Mittelklasse bis hin zur Ryzen-7-Reihe oder gar einem Intel Core i7 (ohne Übertaktung). Nutzt man ihn mit einem kleineren Modell, wie einem Ryzen 5 oder Core i5, kann man ihn durchaus auch mit dem mitgelieferten Low-Speed-Adapter verwenden. Selbst mit diesem bleibt der AK500 immer etwas über der Stärke des AK400. Mit dem Low-Speed-Adapter gräbt der AK500 sogar im Lautstärkebereich des 140-mm-Kühlers Enermax ETS-F40-FS. Dabei bietet der DeepCool AK500 allerdings ebenfalls eine stärkere Leistung.

Wer sich nicht entscheiden kann, ob er zum DeepCool AK500 oder DeepCool AK620 greifen soll, kann durchaus den AK500 in Betracht ziehen. Damit ist die Lautstärke geringer und die Leistung nicht so viel schlechter. In den meisten Fällen wird man hiermit zufrieden sein. Wenn der Prozessor so knapp im Temperatur-Grenzbereich ist, dass man doch ein wenig mehr Leistung braucht, kann man sich einen zweiten Lüfter FK120 zulegen und mit den bereits mitgelieferten Klammern anbringen. Auf diese Weise kommt man leistungs- und lautstärkemäßig so nah an den DeepCool AK620 heran, dass man im Bereich der Messtoleranz landet. Mit dem zweiten Lüfter ist man aber auch preislich quasi gleichauf mit dem großen Schwestermodell.

Fazit

Der DeepCool AK500 zeigt im Test keine wirklichen Schwächen. Er bietet eine gute Kühlleistung und ist mit einem Lüfter recht leise im Einsatz. Die Verarbeitung ist gut, die Optik edel. Einzig RGB-Komponenten findet man nicht. Wer mehr Leistung braucht als von einem Einsteiger-Kühler, oder Headroom für Updates vom günstigen Prozessor auf ein stärkeres Modell haben will, findet in diesem Kühler ein durchaus solides Modell. Außerdem kann man mit einem optional erhältlichen zweiten Lüfter noch etwas mehr Leistung herauskitzeln, wenn man diese denn benötigt.

DeepCool AK500 Test Gold Award

DeepCool AK500

Verarbeitung
Design
Montage
Leistung
Preis-Leistungs-Verhältnis

91/100

Der DeepCool AK500 ist ein solider, starker und leiser Kühler für Prozessoren der Mittel- bis Oberklasse.

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Simon Deobald

Schon zu Kindertagen, noch bevor ich wirklich lesen konnte, wusste ich unter DOS, was einzutippen ist, um "Die Siedler" zu starten. Wenige Jahrzehnte später beschäftige ich mich auch weit intensiver mit PCs und entsprechender Hardware, bin ansonsten als Feuerwehrmann, (Produkt-)Fotograf und Redakteur tätig, wie auch ein Gitarren-Nerd.

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